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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-10 · 18 (10.5.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
18 (10.5.1918)
Date
1918-05-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 18 W Moch'S Gme Gsches Chafil. Das Lebensbild einer edlen Frau. Von Dr. Adolf Heinrich Landauf Wiener-Neustadt. .>///- - /.^/-' (Fortsetzung.)' / .</ ...... Wenn Man drei Sterne'am Himmel sehen konnte oder die Nacht ganz hereingebrochen war, .'sandte/ Jütte Benies dem scheidenden Sabbat als Gruß das altüberlieferte „Gott von Awröhom" nach: ' /.Gott chün -Awvohöm, Mn Jizchok im vün Jaakoib! / - Behüt dein lieb! Volk Jisloel in deinem Loch. ' ' >W der heiliger Schahbes geht Mn Ms aweg,; Soll küMmen zu jü'ns^ die Woch, der Ehöidefch'M dus ' . . lJuhr, - ' Zü Gesund im zü Leben, zü Oischer M zü Kowed,; Zü Bßieresl toiwes ün zü Jeschstos toiwes, ZüalleMgüten Gewinn —.Omen Seloh. ' ElijuW ha Nöwi soll sein bei Ms-im Haus, iAtles Bös soll vnn Ms heraus, Alles^ Guts soll W uns herein, Üns soll Mir glücklich-ün gesund. sein. Omen we Omen, es' soll weren wuhr, . SB Mesjchiach b^en Dowid soll küMmen dus heilige - - lJuhr.ny " Dies wurde dreimal gesagt. [■} : Wenn SalMenleb aus! dem Bethause.kam,, war fcholi alles 'für die Habdalah, zum Ausgange des Sabbates, hergerichtet, man begrüßte sich mit „Güt-Woch" und der Hausherr sprach den Segeü über den bWein,, die Gewürze und das . Licht, symbolisiert ^Mrch /eM 'Mäße geflochtene. Wachskerze, die der. JüngsteiniK Hause recht hoch halten Müßte. Zum Schluß wurde die Wachskerze durch Uebergießen mit Wein ausgelöscht und die erwachsenen Hausgenossen tropften von deml abfließenden Weine etwas in ihre Taschen, was nach älter Ueberlieferung Reichtum, bringen soll. Nachdeür Salmenleb das'. „HaMäwdil^) gesungen hatte, begab er sich Mit seiner Fraü ins Geschäft, das erst , jetzt geöffnet werden durfte, während für'Jütte Benies das.-Alltagsleben- -Mit. seiner Sorge und Plage wieder'begann. So ging es in allen frommen jüdischen Häusern in gleichem Ebenmaß durch Wochen,, durch Monate, durch Jahre immer fort, ohne Erholung, ohne Sommerfrischen und Baderbesuch. Das Lehen war einfacher, gesünder/ Man war auch anspruchsloser. - Inzwischen war das älteste Enkelkinddie " schöne Hophie, herangewachseu und wurde für die alte Frau eine rege Mitarbeiterin. Sie ging wohl mit den Kind ernbesserer Häuser, wie- 'esss düMaN -Mlich .mucke, in die Literaturstunde, aber sie war auch in allen Zweigen der häuslichen Wirtschaft tätig. Als viele- SchadchoniM das Haüs Ddrrannten und Partienmit reichen KäüslnanM-. söhnLn. vörschlugen,: da Meinte die gute Jütte: - - Gott von' Abraham,. Jsak und Jakob!., , ■ - ... . Behüt' dein liebes Volk Israelzu deinem Lobe. Wenn der heilige Sabbath von uns Weggeht, Komme zu uns die Woche,- der Monat' und. das -Jahr - /'Mit Gesundheit, Leben Reichtum und Ehre, '. ... .' / Mit/guten Nachrichten und tätiger Hilfe, ' .änerit '--flirten- .©exDinti — in Eroigfeit Amen. Der Prophet Elias sei bei uns im Haus, Alles Böse soll von uns heraus, 5.-Alhrs-Hüte;-utPe-hrrein^ ..'.]] ' f :; . sollen ' glücklich und gesund sein/- " - Amen/ -Amen, es werde wahr, - - Dast der Messias, Sohn- Davids, -komme im heurigen Jahr! Gesang, am Sabbatausgang. - - " Wochenschrift «tejsat „Geld haben wir genug; . wir brauchen, ein z,Lernkmd", einen frommen, braven, jungen Mann-- kürz — ein Jücheskind."^»);v •- Und als ein auswärtiger Vermittler denEnkelsohn des Gräbowitzer Rabbinersden. Söhn des großen Geleh-rten Moses Jfachür aus Lemberg,, vörschlug- und die beiden Kinder — fie waren/.kaum achitzehn Jahre alt — einander auch gefielen/ da. hatte die 'alte Frau seit langer Zeit wieder eine ^glückliche 'Stunde, und bei der Verlobung des jungen Paares, den Tnoim, bei denen nach alter Sitte ein schöner Teller in Scherben geschlagen wurde, um. an dieMeDrechlichkeit des Glückes zu gemahnen, sah man das vornehme Antlitz her noch immer' schönen FrM In.''Frm8e'.'i'erEgMn/-.'dE.-'NÜn. schien das Leben für sie einen neuen Inhalt zu-gewinnen. " Die' Hdchtzeit der schönen Enkelin, gestaltete, sich zu einem wahren Freudenfeste und währte drei volle Tage. Zur Ehuppe,?o) .pie unter freiem Himmel stand, drängte sich groß und klein-heran;' jeder wollte die. schöne Kalles) und den schönen, in Weiß gekleideten Choßen--),.'sehen, jeder wollte beim /Halten .der Chuppestangen behilflich fein und zufchauen, wie der Bräutigam ein Glas mit' heük Schühabsatz auf e i n e n -Hieb'zerbrach — . äuE We Mahnung an das brüchige Glück. Dann strömte alles M' den Fensternund blickte in. die festlich, beleuchteten,-mit^ Gästengefüllten Zimmer, wo prächtige - Leckerbissen - in HMe und. Fülle, aüf Tischen angerichtet waren, wo dM Spiel der altbekannten Czortkower Musiker in einschmei-. chelnden. Tönen zum Jubel und Tanze-lockten und der berühmte MarschälWb) seine geistreichen Reimsprüche zum besten gab. . - .!Es war dies auch die höchste Freude im Leben der guten Jütte und 'vor .übevmjäßigem Glück soll, sie sogar eigen Kpsgk-s)/gelauzj Hachen,/ gp dMsie in '.ihrer Jugend Meisterin gewesen ivär. Die Hochzeit, eines zweiten Enkelkindes sollte sie nicht Mehr -erleben. Das Schicksal, das Mit unserem Leben eng verknüpft ist, läßt die Bitternis reichlich fließen und tropft nur selten etwas Süßigkeit dazu. * ....... ,./ Der Schwiegerenkel,' der nun im. Hause. Wohnung nahm, wurde der ausgesuchteste Liebling Jüttes. Alles, was sie früher nur ihrem eigenen' Kinde als besonderes. Zeichen von Anhänglichkeit, gab, alle guten Dinge, dU nur sie allein zübereiten konnte und die bei ' bloßem Nennen schon das Wasser im. Munde zusammenlaüsen^. machten, hob sie für ihren..,Mottunju", wie sie'ihü kosend nannte, auf, .und als dem jungen Paar auch. eine. Tochter geschenkt wurde und! Jütte- Benies nunmehr sogar eine Urenkelin auf deM Schoße 'wiegen könnte, was die Erreichung der überirdischen Glüch'eligkeit bedeuten soll, da erst schien sie mit dem Leben wieder äuslgesö'hnt zu sein, und bei der Geburt dieses Kindes,- das gerade am ersten Schebuottage^) zur Welt kam, hat' bte1 edle Frau vor länier Ausregüng sogar die. herrlichen, Topfenkrapfen verbrennen lassen. - - - Doch alle Freude hat' auch ihre Kehrseite. ' * »" ' ' * . Mit Beginn des -Jahres 1880 wurdss. - der.. freie Handelsverkehr mit Rußland "aufgehoben und die- Bro- :ia). Kind. aus vornehmem Hause. -0) Traühimmel. - . / - . . . . 21). Braut. - . . . 22) Bräutigam... -2) Der Schalksnarr— in der Reget ein Schöngeist .— der zur Situation passende Siegreifreime machte und die frohe Stimmung'aufrecht erhielt. . ' 24) / Ein sehr . beliebter Nationaltänz. / . 25) Am ersten PfiNgsttäge wurden Krapfen (Kräpplach) mit Topfen gefüllt, gegessen (angeblich, raeif alles Vieh beim Berg Sinai weilte, denn sonst werden die Kräppchen-'mrit -gehacktem . Fleisch.^gLgessen)^, .

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