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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-10 · 18 (10.5.1918) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
18 (10.5.1918)
Date
1918-05-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 18 Dr. Bloch'S Wochenschrift ' Seite 2* *tnullierung von Gelöbnissell ganzer Gemeinden, nicht aber einzelner Personen, eingeführt wnrde.4^) Die Hypothese Blochs ist für den erstem Augenblick sehr bestechend und scheint vieles für sich zu haben. Zunächst könnte tnan die Frage aufwerfen, ob die spanischen Juden zur Zeit der Westgoten imstande waren, ein' solches' Gehet zu "verfassen, d. h. ob sie hie nötigen gelehrten Männer dazu hatten. Man ist ja, gewöhnt, den/Worten Abraham ibn Dands folgend, anzunehmen, daß vor der Ankunft Mose b. Chanochs, dt h. vor dem 10. Jahrhundert, in Spanien gar keine jüdische Gelehrsamkeit vorhanden war. Es ist aber schon längst darauf aufmerksame gemacht worden, daß die Worte Abraham, ibn Dauds enm arano salis aufzunehmen sind?Z Es hat auch vor dem 10. Jahrhundert in Spanien jüdische Gelehrsamkeit gegeben, was auch die Worte des Lamuel Ha-Nagid' bezeugen, daß in Svanien seit der Zerstörung des Tempels, seit welcher Zeit sich dort, schon Juden aufgehalten haben, die Thora gepflegt nm'rbe.14). Dieser Umstand kann auch für die Zeit der Westgoten festgelegt werden. Schon Graeß folgert mit Recht aus den Worten des Isidor von Sevilla und des Julian von Toledo sowie ans der Lpx Visifirotliovum, daß die damaligen Juden . antichristliche 'Schriften, wahrscheinlich in' lateinischer Sprache, - versaßt haben?'') Dann heißt es in denr oben erwähnten Placitiim Judaeornm aus dein Jahre 637, daß sich die Zwangschristen Verpflichten, dein .Konzil alle jüdischen. Schriften, die sie besitzen, zu zeigen, d. h. ausznliefern, und zwar sowohl diejenigen, die eine Autorität genießen, als auch die -/osu-epas und die Apokryphen. Unter den ersten sind wohl die biblischen Bücher, also diejenigen, die eine allgemeine Autorität besitzen, zu verstehen, unter den ozu-ipagaber, die doch gewiß mit oLOüLpcrj^ in der Novelle -Jnstinians. identisch sind,, äst .ohne Zweifel die Mifchna oder überhaupt der Talmud zu verstehen.^) Die spanifchen Juden waren also schon im 7. Jahrhundert im Besitz boit talnnldifchen Büchern. Nur scheinen'/ diese Bücher infolge der schrecklichen Verfolgungen der- Westgoten, wenn auch nicht ganz in Vergessenheit geraten, so doch sehr selten aeworde-n zu sein. Daher die Leaende, die einen historischen Kern in sich bergen muß, daß im '8. Jahrhundert Natronai bar Ebachinai (oder Chabibaih ein -Schüler Jehudais, rrach Svanien gekommen sei und dort den ganzen Talmud aus dem Gedächtnis niederaeschrieben haben io*??7) Nach einer anderen Angabe lo ten die spanischen Juden erst zur Zeit Valtois, alw erst um die Mitte des 9. Jahrhunderts, aber doch, jedenfalls vor Mose b. Chanoch, den. Talmud nebst dessen ErUärunaen erhalten ■ 1abcit?s) Einen ' Aufschwung nähmen die talmndifchen Studien allerdings erst seit der Ankunft Moses. Einen weiteren Beweis für die Hypothese Blochs 12) Die Worte Saadjas werden zuerst von ibn Gajjath, I. e., angeführt und lauten: criai spDa'iaKW kSk *a3 rt'il?c ’rai -vrr pi ntras bv mak* N33VV mj?a 2-1-13 iüib pan spn 2 hxnw' nnv tza cps arcna 112L 033V3 2*c3ia *113 pi nciai r.*aa vb nbaab: inr-tatp irrrb nb'ä n:irn br i?atr3P *a bas nan abrsi ov 13) Vgl. besonders Harkavy, Biographie des Sanmel ha-Nagid (gedruckt in ^vrrv.n ed. Rabbinowicz, Petersburg 1902) §1, und Evpenstein,. Beiträge z. Geschichte u. Literatur im gcouäischeu Zeitalter, S. 196. . - S. Sefer ha^Jttim, S. 267: y-sczy ...*an T33n arai vEpy ni? cbm' mbia jvrai p:a hm min pci aipa (Der ^Herausgeber Schorr fügt. unnötigerweise vor s'Van noch rra hinzu.) 15) Geschichte V4 70. 147. Vgl. auch Bloch, S. 23/ Anm. 4. . *0 lieber die verschiedenen Deutungen von osycscwa:; vgl. Grätz. l.- c., 412—413 und die dort zitierten Siellen. Interessant ist, daß die spanischen Juden auch im Besitze von Apokryphen gewesen sind. 17) S. Sefer ha-Jttim. S. 256.267 und vgl. /dazu Harkavy!. c., S. 40, Anm. 10 sowie mein pH'p 'D38 S. 45. 18) <S. pnip '®3K, 1. c. könnte man darin sehen, daß Natronai. welcher als erster Kol-Nidre erwähnt, zugleich auch der erste Gaon istvon dem sich Responsen nach Spanien erhalten haben?'-') Zu seiner Zeit kam auch Elazrr Attuf aus Lucena nach Babylonien-o) und konnte er die Kol-Nidre- Formel mitgebracht haben. Aber bei diesem! allen stehen doch der Hypothese Blochs auch sehr gewichtige Gründe gegenüber.. Vor altem muß in Betracht gezogen werden, daß wenn auch die spanischen Juden int 7. Jahrhundert ein derartiges Stück zu verfassen imstande waren, so war doch ihre Autorität nicht groß genug, daß es in andere Länder eindringen konnte, wie z. B. nach Aegyv-. ten, wo es Saadja kennen gelernt und anerkannt hat. (Fortsetzung folgt.) Kriegsdekoralionen Milcher Hfstziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration und den ^Schwertern dem Regimentsärzt Dr. Kart Brenne r, J.-R., dem Oberarzt d. R. Dr. Moritz.; Tauber, J.-R.: das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration dem Ldst.-Harrptmann Paul Rat h a n s 0 hn, Korpskdo., dem Regimentsarzt,a. D. Dr. Julius Lederer, Kmdä eines Ev'dennespi''als, dem' Regimentsarzt Dr.. Aron F i s ch> Feldfprtal: das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit den Schwertern denr Oberleutnant d. R. Rudolf Taussig, J.-R., dem Oberleutnant i. Ev. Emil Potlak, Lidstreg., dem Leutnant Julms Nadler, Schützenregiment: angeordnet, daß zum zweitenmal die neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennuna bekanntge^eben tperde dem Oberleutnant a. D. Richard Adler, Korpskdo.s das silberne Signum täudis bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter dem Oberleutnant d. R. Max Verl he ft er, Feldart.-Reg., dem Leutnant d. R. Kurt F e u e r st ein, Schüt^enreg., den Ldst.-Leutnants Karl Roth, J.-R., Mols Abraharn L i e b e s k i n d, J.-R., dem Oberleutnant d. R. Kamill Pick, Trainbat., den Oberleutnants Dr. vh-l. Arnold H a h n, Dib.-Kdo., Hugo B ö h m, Knrdt. einer Staffel, den Leutnants d. R. Felix Löwy, Feldart.-Reg., Paul Rothschild, schw. Feld- Art.-Reg., dem Ldst.-Assistenzarzt Dr. Mendel W e is^ J.-R., hem Oberleutnant d. R. Arnold Gotdner, Schützenreg., dem Oberleutnantingeniieur Arnold Adler, Ldst.-Arb.-Komo., dem Ldst.-Oberleutnant Moritz Ost ersetz er, Elektrobat., dem Sanitätsleutnant d. R. Salo Mannheim, Schützenreg., dem Oberleutnant d. R. Viktor G 0 ld p e r g e r, nng. Ldwreg., dem Leutnant d. R. Eugen Fürst, nng. Ldwreg., dem Ldst.-Leutnant XLeiser Gottfried, Schützenreg., dem Oberleutnant d.R. Rudolf H er s chm an n, J.-R., dem Ldst.-Leuinant Karl Herzfeld, Positionsbatt., dem Oberarzt d. R. Dr. Alexander D ene s, J.-R.: - - d a s s i l b e r n e S i g n u m l a n d i s mit der Kriegsdekoraiion dem Leutnant d. R. Wilhelm Po pp er, J.-R., dem Ldst.-Rittnreister Salomon Böhm, Div.-Kdo., dem Ldst.-Rittnieister Hugo Popper, Kmdt. einer Staffel, dem Ldst.-Oberleutnant Kart Golds i n g e r, Streiskomp.: das bronzene Signum laudis mit den Schwertern für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Leutnants d. R. Karl Stern licht, J.-R., Michael ") S. Siddur R. Arnram ed. Warschau sol. 1 a, 42 a: riLiap a'v2N ed. Warnheim, S. 40, und vgl. Harkavy, l. e., S. Ul. *°) Vgl. über ihn ausführlich meine naw Q'3‘31? I, 52.

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