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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-03 · 17 (3.5.1918) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
17 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seit» 274 Ar. Hl-och'S Wochenschrift Sr. iT b rucke, 1. Bez., Ecke Rorenmrmstr. und-Franz Iosefs- Kch (hier nur von 7 Vis' 9 Uhr abends), und im.Zioniftischon Zentralbnreau, 2. Bez., ZirkuÄg. 33. Wien. Sonntag den 28. April fand im Zeremoniensaal des Döblinger Tempels die Generaloersantmlung .des Döblinger jüdischen Frauenvereines unter ganz ungewöhnlicher Beteiligung statt. Die Präsidentin Frau Dr, Sidonie Kahn begrüßte die Anwesenden; die Schriftführerin Frau Dr. Annie Kohn verlas den Rechenschaftsbericht, dem wir entnehmen, ^datz der Verein 2400 Kronen an Unterstützungen, 35.888 Kronen an Pflegschaften. 1078 Kronen an Pfründen, im aau-cn über 12.000 Kronen verausgabt hat. Nachdem der Vorstand wiedergewählt war, danfte Tempelvorstand Lederer dem Verein und bat ihn, unter dem Eindrücke einer empörenden Flugschrift, die soeben in seine Hände gelangt war, angesichts der .steigenden antisemitischen Bewegung und der Vorgänge in Krakau, an Bord zu stehen.. und wenn es im 19. Bchirke notwendig warben sollte, unter der geistig so hervorragenden Präsidentin eine eventuelle Abwehrbewrgung in die Hand zu nehmen. Hprr kaiserl. Rat Heller dankte dem Vereine für die ganz außerordentliche Mühewaltung in der Blindenfürsorge, Frau Regine Ulmänn begrüßte den Verein namens der Weiblichen Fürsorge, welches dir Vorredner als inustergebend für Gemeindeorganisationen gefeiert hatten und erklärte, wie zu deren bisherigen Leistungen der Döblinger Verein und seine Präsidentin als Lciterin-Stellvertreterin des Arbeitsausschusses hervorragend beigetragen haben. Rabbiner Dr. Feuchtwang knüpfte gleichfalls in gerechter Entrüstung an das Flugblatt an, das dir Juden aus Oesterreich hinauswerfen will, und entrollte die Vorstellung, wie die Welt ohne das Volk der/ Bibel und des Buches aussehen würde. Sein ebenso gelehrter als fesselnder Vortrag galt der Bibelübersetzung und Bibeloerbreitung war von seltener Objektivität getragen und schloß mit dem warmen Appels, der zu unserer Beschämungin protestantischen Kreisen unnötig wäre, bei uns aber immer bringender wird. ..das Buch" nicht zu vergessen und am; Herzen zu tragen. Der Vortrag erhielt den reichen Beifall aller Abwesenden, unter denen wir noch Herrn Hugo und Frau Präsidentin Hermine Kadisch (Jüd. Volksküche), Frau Professor Roth (Erster .Frauenoerein), Don reich (Kriegermütterfosse), Dr. Weis (Zionistischer Verein), Walltuch (Kranken- ' .besuch), Stein (Kurfürsorge). von Goldberger-Buda (Frauenhort),. Piovatti (Jubiläumsverein), Knöpfelmacher (Leopoldstädter Verein) bemerkten. Wien. Trotz der bittersten Zeit, und der hartev Rot, in der wir leben, hat der humanitär-gemeinnützige Verein „Dir Brüder" zur Bekleidung armer Schulkinder seine schwere Aufgabe, armen Schulkindern in Wien, 20.. sBkzirk. in rauher Winterz-.il gute Kleider und Schuhe zu verschaffen, auch Heuer nicht aus den Auge gelassen; in welcher Mjeife er aber diese Aufgabe erfüllt hat,. darüber wurde in der am 24. v, M. stattgehabten ordentlichen Generalversammlung dieses Vereines Bericht erstattet. Nachdem der Obmann Herr «Heinrich Weiner die Versammlung eröffnete und die Anwesenden herzlichst begrüßt hatte, erstattete der Kassier Herr Dr. Kaufmann hen Kassabericht und anschließend daran der Obmann-Stellvertreter Herr (Josef Kohn den Tätigkeitsbericht. Diesem Berichte gemäß betrug die Zahl der beieilten Kinder im. Berichtsjahre 560, und zwar waren es 263 Knaben und 297 Mädchen welche auf diele Art instand versetzt wurden, die Schule gu besuchen. Diese 560 Paar Schuhe erforderten einen Aufwand won 13.610 Kronen, so daß trotz des sehr ansehnlichen Linganges von 9686 Kronen ein Fehlbetrag von 4565 Kronen sich ergibt. Aus diesem Fehlbetrag ergibt sich am besten, mit welchem Eifer der Vorstand die Erfüllung seiner Aufgabe zu erreichen bestrebt war, leider aber auch die traurige Tatsache, daß die Zahl der im 23. Bezirke bedürftigen Schullinder eine furchtbar große isü Der Berichterstatter dankt dem löbl. israelitischen Kultusoorstande und dem Brigittenauer Fräuenwohitätigkeitsoereine, sowie der Zentralstelle für das jüdische Armenwescn für die werktätige Förderung und sprach die Hoffnung aus, daß. es dem Vorstände bald gelingen möge, mit Hilfe der letzteren und mit Unterstützung seitens edler Menschenfreunde |)as Defizit zu beseitigen. ' An diese Ausführungen knüpfte sich eine interessante Wechselrede, an welcher sich d'h Herren Heinrich Salamon, I. Beer, Isidor Strasser und Herr Professor Dr. Roscnfeld beteiligten, welch letzterer in schönen, warmen Worten den Vereinsfunktionären, insbesondere Herrn Lehrer Josef Faltischek und Frau Dr. Weiß für ihre organisatorische Vereinstätigkeil den besten Dank aussprach. Hieraus wurde dir Entlastung einstimmig erteilt und die Wfthl vorgcnommen, bei welcher gewählt wurden: Heinrich Weiner, Obmann, Josef Kohn. Obmann- Stellvertreter, David Kaufmann, Kassier, Josef FaltiWek, Schriftführer, I. Markstein, Adolf Stern, Kontrollore. Isidor Bxeine^, Josef Beer, Jakob Kohn. > Dt, Jakob Roth- S. Liebe!, Professor Dr. M. Rosenfeld, Heinrich Salamon, Isidor Strasser, Beiräte. Austritte aus dem Judentum. Vom £1. bis 28. April 1918. Abarbanell Hirsch, Kaufmann, geb. 15. Oktober 1854, Temesvar. 18. Bezirk, Martinstraße 86. Trothan Johann, Buchhalter, geb. 8. Oktober 1886, Hoheneiche (Niederöstcrreich), 16. Bezirk. Thaliastraße 33. Drothan Rosaäa, geb. Weiß, geb. 2. April 1886.x Wien. 16. Bezirk, Thaliastraße 33. Freiherr-Popper von Podhrady «Friirdrich Leopotd, geb. 17. September 1886, Wien, 1. Bezirk, Rotenturmstraße 5. Geroc Josef, Jurist, geb. 23. September 1896, Szabadka (Ungarn), 16. Bezirk, Brunnengasfe 35. Kieprtar.Emil, Beamter,. geb. 1. Dezember 1894; Wien. 2. Bezirk, Afrikanergasse 7. Lachs Elsa, Hilfsarbeiterin, geb. 4. Januar 1863, Wien. 9. Bezirk, Lichtenthalergasse 6. Löwenbrrg Erich, geb. 12. März 1892, Wien, Bruck a. Leitha. Löwy Marie, geb. 3. September 1896, Karlsbad (Böhmen), 9. Bezirk, Elusiusgafse 10. Mar.us Pauline, geb. Schneider, Schneiderin, geb. 1. Dezember 1885, Wien, 9. Bezirk. Alserstraße 16. Reins.ld AkeLrnder, ftud. jur., /geb. 28. Februar 1396, . Essek" (Slawonien), 9. Bezirk. Porzellangasse v16. Rcinftid Edu.u.ld, studi jur., id. Ri, geb. 21. Februar 1894 Essek, 9. Bezirk. Müllnergasse 16. Sonnenschein Hern»ine Maria Theresia Hanna, geb. 28, Noivencber 1395, Eraz, 5. Bezirk. Zentagasse 3. Weist Alcrattdrine, geb. Schnabl, geb. 10. Dezember 1882,. Wien^ 9. Bezirk, Elisabethpromenade 45. * * Zum Judentum zuröckgetreten: Riwka Peringer, Wien, 2. Bezirk, Leopoldsgasse 3. Budapest. (Todesfall.) Der in Wien durch, feine jahrzehntelange AUiOke.it in chen weitesten Kreisen 'bekannte Arzt Dr. Adolf Herzfeld und dessen Familie, welche derzeit in Budapest! wohnhaft ist, hat durch, das! tragische Ableben des Enkelkindes Zoltan Justus einen tiefschmerzlichen Verlust erlitten. Der Verblichene, der im 18. Lebensjahre stand, harte im März d. I. die Matura mit gutem Erfolge abgelegt und ist Anfang April zu den Honveds in Budapest. eingerücki. Hier ereilte ihn das traurige Schicksal, indem er nach! einer Dienstzeit von wenigen Tagen einer Vergiftung erlag. .Der durch den-tragischen Unglückssalt so schwer getroffenen .Familie wendet sich das tiefste Beileid der weitesten Kreise zu, denn der in der Blüte seiner Jugend Heimgegangene genoß durch seine außerordentlichen geistigen Qualitäten und ausgezeichneten Charaktereigenschaften die Sympathien aller, die ihn kannten. Berechtigte große Hoffnungen sind mit diesem prächtigen jungen Manne ins Grab gesunken. Ein Bruder, des Verstorbenen ist seit Kriegsbeginn eingerückt. Präg. (T i t e l v e r l e i h u n g.). Dem Religionslehrer an der II. deutschen Staatsrealschule Rabbiner Dir. Karl Thieberg er 'wurde der Titel eines 'Professors ver- Prag. Eine Barmizwahfeier wurde Samstag den 20. April abgeh alten, die in Prag ein denkwürdiges Ereignis bildete. Zwei neue Thorarollen mit den goldgezierten Mäntelchen und wundervollem- 'Silberschmuck, die Herr . Rudolf Stransky in Prag anläßlich! der Barmizwahfeier seines. Sohnes Hugo in.seiner beispiellosen Opferfreudigkeit anfertigen. ließ, wurden in der reichgeschmnckten Synagoge dadurch am würdigsten eingeweiht, daß der Barmizwahjunge daraus mit.bewundernswertem Verständnis die beiden Wochenäbschnitte vortrug. In der Wohnung hielt der Dreizehnjährige zunächst eine. schöne deutsche Rede, daraufhin einen Vortrag aus' dem Talmudin dem er sich! beachtenÄverte Kenntnisse erworben hat. Die zahlreichen Mäste, unter denen Herr Oberrahhiner Dr. B r o dy, Rabbiner Professor Dr. Thieberger, Rabbiner Professor Dr.Wein e r waren, zollren dem begabten Knaben die vollste Anerkennung. V ' /

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