Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 17 (3.5.1918)
- Date
- 1918-05-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 26S Dr. Vloch'S Zuw dritten Make ausgezeichnet. Die bronzene Tapferkeirsvledaille wurde zum drirtenmal verliehen dem Tir.-Feuerwerker Isidor F l e g e l, FeNart.-Reg. Auszeichnung eines Kekdraööiners. Der Kaiser hat verliehen das! goldene Verdienstkreuz mit der Kroile anr Bande der Tapserkeitsinedaille und den Schwertern in Anerkennung, tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde dem Feldrabbiner d. R. Abraham Morgenstern, Er.-Stat.-Kdo. Aach dem Jode ausgezeichnet. 4 Se. Majestät der Kaiser hat verliehen das Ritter- . kreuzdes Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration und den Schwertern in Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens' dem vor dem Feinde gefallenen Ldst.-AssistenzarztDr. Moses Grünwald,Div.- San.-Kol.; das Militärverdienstkreuz 3. Kl. mit den Schwertern dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant b. R. Salonron Rosen bäum, Feldjägerbar. Aas Keldengraß in der Iremde. Wir erhalten folgende Zuschrift: Korita, am 20. April 1918. Hochgesch,ätzte Wochenschrift!'» Bei der am 9. April 1918 vorgenomnienen Exhumierung der in der Nähe unserer Station gefallenen Helden ist man zu einem vereinzelten Grab gelangt, in wachem allem Anscheine nach einer unserer Glari bensgenossen seine ewige Ruhe fand. Diese Annahme scheiirL aus folgenden drei Grültden^richtigen fein:''1:"separierte Lage des.Grabes!, 2. Nanie. des Gefallenen, 3. am Grabe kein Kreuz, wie es bei allen anderen der Fa!< war, sondern ein schmales! ^-Brett mit 'der deutlichen Aufschrift: „'Hier ruht der auf dem Felde der Ehre gefallene E.-F.-Korporal Josef Herzl, gefallen anr 5. Januar 1916." Die Leiche wurdeexhumiert und am 10. Avril l. I. auf dem Mitirärsriedhofe in Korita beigesetzt. Eine , dauerhafte, mit oben zitierter. Aufschrift uitd ,,Mogeu D ' wid" versehene Holztafel unterscheidet dieses Grab von den Nachbargräberir. Ich möchte dieses den trauernden Angehörigen unseres . HMen zur Kennrnis bringen und ersuche, diese Anzeige in Ihren: gesch. Blatte zu veröffentlichen. Hochachrend E.-F.-Feldiv. Israel Krautstück, k. u. k. Bezirkskommando in Korita, Etavpeupost Beraue Montenegro). * * * Donnerstag den 18. Wril d. I. fand aus denr israelitischen Friedhofe in Horn (N.-Öe.) die Beisetzung des inr Dezember 1916 an der italienischen Front gefallenen und nun hieher Werführten Kadettafp. Franz K n m m e r M a n n, Besitzxrs d er silbernen Tapferkeils - Medaille, statt. Eine zahlreiche Gemeinde sowie eine Abordnung der hier stationierten Kraftfahrtruppe gäben dem jungen Helden das' letzte Geleite. Die tiefergreifenden Worte des Herrn BezirksraMners Dr. Mehre r machten ans alle Anwesenden einen starken Eindruck. Die Ueberführung erfolgte über speziellen Wunsch der Eltern des jungen, hoffnungsvollen Helden, dessen Vater, Herr Emil Kn innrer mann in H Westen bei Wildenschwert, aus hiesiger.Gegend' stammt. Mögen die'schmerzgebeugten Eltern Trost und Beruhigung finden. F, Wochenschrift «r, 17 Kameraden. (Auch! etwas für die „Reichsp o st" und „Ostd eutsche R und'sch au") Sehr geehrter Herr Redakteur! Der in Nr. 15 von Ihnen diesen beiden, einander würdigen ^Blättern gewidmeten Mitteilung über den von Sr. Majestät dem' Kaiser mit dem Orden der Eisernen Krgne mit den Schwertern auAgezeichneten, auf dem Felde der Ehre gefallenen Leutnant K o m o r n i k möchte ich bitten, als Pendant nachstehendein der „Grazer Morgenpost" unter dem Schlagwort „Kameraden" von dem aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrten Karl v. Planner erschienene Erzählung folgen, lassen zu wollen. Der Held derselben ist Dr. Rudolf Popper, ein gebürtiger Prager und bekannter Lar y n g o l o g e in B u d w e i s, Herr v. P l a n n e r ein in Sportkreisen bekannter Tennisspieler. Wie dieser wackere jüdische Arzt sich benommen, soll aufter denk Leserkreise dieser beiden Zeitungen in der -grünen Steierm a r k auch denen von Nor db ö h m e n kundgegeben werden. Siegmund Schönau. Wien 26. April 1618. . , . Unser Lager befand sich sieben. Werst' außerhalb der Stadt .Krasnojarsk. Lines Tages tritt ein österreichischer Leutnant in meine Baracke und ruft mich: die russischen Posten hatten eben einen Oesterreicher niedergckknallt. Ich packe schnellmein Verbandszeug zusammen und lause hinaus. Ich will dem" Mann Helsen. Im Laufen sehe ich, daß die Lagerposten das Gewehr auch aus mich anschlagen. Ich (ändere die Richtung undi eile einer Gruppe von russischen Offizieren zu, die am Lagerrpnd hielt, um mich durch sie zu decken. Die Posten wußten doch, daß sch Regimentsarzt bin was zielten sie auf mich? und in xrstrr zorniger Wallung sage ich zu den Offizieren: „Das ist doch eine Schw . . .1" Sie entgegneten, ich entgsgnete; ich verstand sie, sie verstanden mich nichts. Darauf sogleich Verhaftung. Der Stadtkommandant, ein alter weißer Oberst mit einem -rotgedun-- senen Alkoholikergestcht. Er erklärt mir durch den Dolmetsch: für Kriegsgefangene gelten - dieselben Bestimmungen wie . für . die russischen Mannschaften an der Front. Ich hatte mich./gegen russische Offiziere tätlich (?) vergangen, ich hätte gemeutert, darauf stehe die Todesstrafe. So rasch, stand ich auf der Grenzlinie zwischen Tod und Leben. Ich werde abgesührt- Warte bis zur Entscheidung im Stadlgefängnis. Unterdessen erkrankt das Kind des Hauptmanns und Lager- . kommandanten. Ich glaube, an einem schweren Abszeß. Die Frau Hauptmaim schickt zu Dr. Popp p r. Gr hat eine sehr geschickte Hand. Er ist ein Künstler von Kehlkopfoperationen. Aber er Weigert sich, läßt her Frau Hauptmann sagen,? er habe leine Lust. Die Frau Hauptmann kommt selbst. Bietet ihn in den Händen ein schweres, blaues Notenbündel an, Tausende von Rubeln, noch mehr, wenn er wolle wenn er' nur das (Kind rette. Er: Nein ... Er operiert mir unter einer Bedingung, wenn ich der Regimentsarzt v. Planner, — - freigelassen würden „Aber e s handelt sich doch um das Leben eines Kindes —!" ...Der Herr Regimentsarzt hat auch Eltern. Lin Leben wiegt wie das andere. Wenn Sie ihn sterben kann ich auch das Kind sterben lassen!" Nach geraumer Zeit, die Frau Hauptmann zum drittenmal: „Sie sind ja Arzt, Sie sind verpflichtet, einen Kranken zu -retten!" „Ich bin dazu >nicht cherpslichteh!" „Mein Mann wird Sie ebenfalls ----- -,M,itke, er so ll mich ebenfalls erschießen lassen oder aufhängen. Mir ganz gleich. Ich komme nur, wenn mein Kamerad Planner freigegeben. gänzlich f r e i g e g e b e n, o h n e T r u g u n d T ü ck e f r e igegeben wird. Guten Tag!" Am nächsten Tag. hält ein geschlossener Wagen vor dem Stadtgefängnis. Dr. Planner soll sofort einsteigen. Sofort, sofort — größte Eile. Es mar gegen sechs Uhr. Auf dem Bock sitzt'ein Muschik, aber ohne Gewehr und Bajonett. Ich steige ein. Zum Stadtkommandanten^ Einige Formalitäten — und ich werde eingeladen, ins Lager zu fahren. Frei! Der Herr Hanptnrann hatte seine ganze Auslage ' widerrufen , . . von Meuterei keine Spur . . ..Mißverständnis . . . nervöse Erregung ... also frei —! Ich komme ins Lager. Der iWhchfoldat ohne Bajonett begleitet mich. Der Hauptmann an ihn Heran, und gibt ihm' eine mächtige russische Ohrfeige: „Esel, geh' weg! — sonst glaubein sie nicht, daß her Doktor frei istIch MUßie allein, unbegleitet, unbewacht, zu Dr.' Popper gehen,: üamü Dr. Popper sehe.. Ich wurde ihm hingeschickt wie sein Geschenk, wie ein Ehrensold, Ganz,„Die er - bedungen: frei,, wirklich frei, von Kopf bis Fuß. Slm gleichen Tag war das <K-md operiert, sein Leben qerettek — und Meins au ch." '< Dies di e Geschichte einer ärztlichen Kameradschaft, , , . - ' -