Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 16 (26.4.1918)
- Date
- 1918-04-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seit« 256 Dr. vloch's Wochrnschrift «r. 16 W i e d< nro n n, die Herren Hagen und B s-e r von der Volksopxr singen die anderen Rollen. Außerdem gelangen zur Erstaufführung: „H e Id e n f e i e x", eine tragische Ouvertüre von 7Lr- Ferdinand Sch erd er; „Das Lied der Liede", Poem von Josco Schubert, Musik von O. E. Schubert. dargeitelii von den Hofburgthraternntgliedern Blanko Glossy und 'Fritze Blum, sowie den Namen Nessy, Puch er und Lona Schnaidt von den Wiener Kammerspielen. Cäcijüe »lerri, die .alleinige gefeierte, erste Tänzerin unserer Hofoper, tanzt erstmalig ihre Tanzdichtung „Isis?". Musik von Beethoven', unter Mitwirkung einiger Damen des Hofopernballetts. Die musikalische Leitung hat Herr Dr. Ludwig Kaiser übernommen. Die Oberregie.. fuhrt Herr Markovsky. 'Die; künstlerische Leitung der Veranstaltung besorgt Schriftsteller Josco Schubert. Den» Ehrcirpräsidium gehören hervorragende Wiener Persönlichkeiten an, dem das rührige Präsidium Architekt Fritz K ruh, Schriftsteller CigMund Habe r, Journalist A. S e n e n s i e b Dr. August Libitzky, Lammeroerleger Camillo Morgan Chefredakteur Sigmund W c l l n e r-V a n d o r und Industrieller Leo W i.n i g zur Seite steht. > Schriftlich vorgemerkte Karten werden postwendend von der Komiteekanzlei „Wiener Raumkunst". 7. Bezirk, Mariahilferstrahe Rr. 6, zügefandt. Allgemeiner Vorverkauf bei Kehlendorser und ad 6. Mai. an den Tageiskassen der Dolksoper. Vorlesung Otto Aibsle«. ' Me 'vom Ersten Wiener Jüdischen Turnverein verailstuliete Vorlesung Otto Abele s findet am 30. April im Festsaale des Ingenieur- und Ärchitektenvereines, 1. Bezirk, Eschenbachgasse 9,^ statt. Otto Ab e le § wird aus dem Buche „TagebuchbAtter aus der Flüchtlingszeit^ lesen und Regisseur Egon Brecher Gedichte und Skizzen des gemumien Autors zum Vortrage 'bringen.. Außerdem gelangen L-ieder von O. Abeles in der Vertonung voir Robert Alexander durch Opernsänger S. Ruer zur Uraufführung. Beginn präzise 8 Uhr aberrds. Karren verkauf i Buchhandlung L ö mit, 1. Bezirk, Rorenrurmstraffe 22. . Es wird uns miigeteitt, daß der berühmte Oberkauror der Budapester Tabaktempels, Herr S. Kwärt i n, am Freitag den 3. Mai um 8 Uhr abends und Samstag den 4.^Mai d. I., halb 9 Uhr vormittags, im Josefftädter Tempel, 8. Bezirk, Neudeggergasse 12, den Gortesdienst verrichten wird. Wien. Der Kartenverkauf zum j ü d i s ch e n I u - gendtag am 18. und 19. Mai findet in Gutmanns Hoftnusikalienhandlung und in der Buchhandlung R. Löw i t, 1. Bezirk, Rotentunnstraße 22, statt. Der Preis der Gästekarten beträgt 8 und 5 K., Teilnehmerkarten K. 2.50. Eine BarmiMahfeirr im Knabenheime der Frau Anitta. Mütter, IX., Türkenstraste 9. Vier Zöglinge des Heivres wurden am Samstag den 6. April I konsimnert.- Samstag in der Früh marschierten alle Zöglinge des Heimes, 34 an der Zahl, stramm unter Aufsicht der Schwester Cilla^ und tzres Herrn Lehrers Jakob Lehrmann in den türkischen Tempel. Die Konfirmanden waren sehr gut vorbereitet und lenkten die Aufmerksamkeit der anwesenden Herren auf sich, besonders zeichnete sich der Zögling Trommer, Gymnasiast der. 2. Klasse, aus. Er sagte die Haftorah mit so klangvoller -stimme und so kouragiert auf, daß einige He.rren ihm jejascherkoach zuriesen, und ein Herr händigte dem Herrn Lehrer, Jakob Lehrn»o.tta -40 Kronen ein .und noch-andere zwei Herren je.-10 Kronen, mit. der Bitte, für die Konfirmanden Bücher zu kaufen. Auch Herr Komm.-Rät Rosenzweig bekam von einem Herrn 10 Kronen' zum selben Zwecke. Die Ansprache an die Konfirmanden Hielt Seine Ehrwürden Rabbiner Dr. Grunwald. Herr Oberkantor Morgenstern machte den Konfirmanden einen feierlichen Mischeberach. Im Tempel waren anwesend unter den Damen: Frau Anitta Müller, Frau Mimi Cers, Fräulein Stella Münz und noch andere Damen des Komitees, unter den Herrenj waren: Professor Dr. Schwarz, Rektor der israelitischen theologischen Lehranstalt, Komm.-Rat Rosenzweig, Herr Vize-Sekretär Engel und Herr-Ungar. HächntHtags um halb 4 Phr fand im Heime, 9. Bezirk,. Türkenstratze 9, eme Jause statt. Das Heim war mit Blumen geschmückt, an den Wänden waren sinnreiche Bibelsprüche angebracht, die von den Zöglingen Eisner und Sucher in Quadratschrist nredergeschrieben worden waren. Die Feier begann mit dem Liede , Ämechad hajinu, am echad nehi". Daraus folgte -eine hebräische Ansprache vom Konfirmanden Trommer und eine deutsche vom Konfirmanden Eisner. Hernach wurden hebräische Gedichte von den Zöglingen Melzer und Kummer und deutsche von den Zöglingen Rotstein und Gräber vorgctragen. Außerdem brachten die Schüler noch einige von Herzen kommende Lieder zum Lobe der Damen Frau Anitta Müller, M. Cers, Fräulein St. Münz und des Herrn Ungar zum Vortrag. Mit der Hatikwah wurde die ^erhebende Feier geschlossen. Zu den geistigen Speisen bekamen auch die Zöglinge und die. Gäste gute Mehlspeisen, die von der tüchtigen Hand der Frau M- Cers, der wirklichen Mutter des Heimes, hergestellt waren. Es war ein wahres gemütliches Fest, dank der Bemühungen der sich aufopfernden Frau Atz Cers, der jetzigen Protektorm des Hermes (früher Fräulein Stella Münz), uub der tüchtigen und treuen Leiterin des Heimjes, der Oberin Cilla (wie auch der anderen zwei Schwestern). Frau Anitta Müller hielt an die Zöglinge eine schichte, zu Herzen gehende Ansprache. Sie betonte darin die jüdische Treue und Liebe, sprach auch von» heiligeil Boden Palästinas, führte aber auch zaus, daß jeder auch fern von der jüdischen Heimat, sich ein Stück heiligen Bodens schaffen könne. Ihre schönen Worte gipfelten darin, daß sich die Zöglinge als Juden um dieses Vorzuges willen, seien sie auch Waise, nie einsam und verlassen fühlen dürfen. Sie forderte die Zöglinge aus, nicht nur durch den Tempelbesuch ihr Judentum zu' beweisen, sondern auch im Leben durch ihre Handlungen. Zuletzt fand sie anerkennende Worte für den Lehrer I. Lehrmann, welcher sich mit dem Unterrichte der Zöglinge befaßte, und sprach ihre Zufriedenheit für seine Mühe mnd Erfolge aus. .; :. Der Schwester Cilla widmete sie herzliche Worte, des Lobes für die Leitung, des Heimes. - Besonders herzlichst dankte Frau A. Müller der Frau M. Cerf für ihre Mühe und mütterliche Sorge um das Heim. Die Feier dauerte bis G Uhr. Die Stimmung der Konfirmanden wie der Zöglinge war durch die erhebende Feier eine sehr gehobene. Die' Konfirmanden bekamen von der israelitischen Kultusgemeindeje ein Sparkassenbuch - mit 30 Kronen. Sie bekamen auch Uhren und noch viele andere Gescheute. . Komponist Richard Mandl gestoMm. . Nach langjährigem, schwerem Siechtum', ,zn dein in beit letzten Tagen Lungenentzündung getreten ist, ist mit Ostersonntag um! 10 Uhr abends der Komponist Richard Ma n d l gestorben. Am 9. Mai 1859 in Proßnitz geboren, ^ist er schon Mit elf Jahren an das Wiener Kon-. servätoriuM zu Kremt gekommen und hat seine Studien in Paris bei Delibes vollendet. Nach achtzehnjährigent Aufenthalt kehrte Mandl nach Wien zurück. Die Musikwelt verliert in ihm einen der feinsten und kn.lt iv i e r t e ste n M u.s i k e r. Außer seinem Klavierquartett und vielen Hunderten von Liedern hatte Richard Mandl Mehrere großangelegte symphonische Werke komponiert, die zu den kunstvollsten Erzeugnissen der Moderne gehören. Seine „Griseldis" für Orchester, Altsolo und Chor hat als das Meistevwerk einer starken Persönlichkeit trotz der Schmierigkeiten des technischen Apparats die Musikwelt erobert. Eine Gascogner Ouvertüre und'eine symphonische Dichtung „Algeria" besitzen eine berauschende Farbenpracht des Kolorits^, erzielt durch die feinste Behandlung der Stinstnen und Instrumente. Richard Mandl war ein Meister der Polyphonarbeit undverband Mit der Phantasie eines romantischen Deutschen die Eleganz und den Witz der französischen Meister. Sein letztest Werk „Viennensia" ist noch nicht äusgesührt worden. Ein kurzes Orchesterstück „Hymnus an die Sonne", das neben, seinen kunstreichen Hauptarbeiten mit leichterer Faktur komponiert wurde, , wird viel gespielt. Richard M a n d l besaß eine außergewöhnlich hohe Bildung und war ein feiner Kenner der Malerei in Bildern und Kunst. Seine Wohnung,, mit herrlichen Knnstwerkett angesüllt, die er als verständnisvoller SäMm'ler erwarb, glicheinem Museum. Richard Mandl hinterläßt eine Frau, 'die eine hervorragende Pianistin, ist und kürzlich ein aufsehenerregendes Kompendium über die Klaviertechnik veröffentlicht hat. . 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