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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-04-26 · 16 (26.4.1918) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
16 (26.4.1918)
Date
1918-04-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ar. 16 Dr. Bloch’s Aa-r-a»« XXXV . Zentralorgan für die gesamten 13nteressen des Judentums O(r-- > - ■■ .==^0 f? O K. l. Voftspar!asscnaml Clcariug-Vcrkehr: 810.976 00 Redaktton und Admtntstratton: Wir» U/r. Praterstraße 9 . Tdeplioi» 45*359 b CJ PO-- ■ - ■ ■■■ Oo Wim, 26. April 1918 «:• Erscheint jeden Freitag : Brief-Adresse: Wie», II/i, Praterstraße v Telegramm-Adresse: Bloch'S Wochenschrift, Wien 0 6-- - -O o o Q t\ Bezugspreis: Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 20 ttronen x Einzelexemplare 50 Heller Kn)«igc»: Die % »cl zesp»U«»r Petiirett» 60 HrLe* OG: - ä Oo Inhalt: Leitartikel: Bor dem Fciedensschlnß mir Rumänien. — Arische „Börsenjuden". — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Zum dritten Male ausgezeichnet. Die Helden des jüdischen Sportklubs Hakoah Wien. Auszeichnung eines Feldradbiners. — Der Mutigste war der Ravüiner. — Korrespondenzen: Große Exzesse gege. die Juden in Krakau. Ein Toter, zwanzig Schwer- und viele Leichtverwundete zahlreiche Geschäfte geplündert. - Eine ztvn.snjcye Avoidnung beinl Grafen Toggenburg. — Tisza-Eszla — Tisza-Dada. — Trauerandacht. - Bericht aus der llkraina. — Wo bleiven die Staats grundgesetze? — Der Taufschein. — Budapest weist die Galizianer ans. — Die jüdischen Kriegsbeschädigten im k. u. k. Res.-Spttal 11. — Ein Bischof, der die Thorarotten der Synagogen upd Bethäuser in Aufbewahrung nimmt. — Wetthausen. — Bermijcytes. — Feuilleton: Eine Elches Chajil. — Literatur. — Briefkasten. -- Notizen. — Inserate. Kor dein Kriedensschluß mit Rumänien. «In den nächsten Tagen schon wird Minister des Aenßern Baron v.. Bnrian mit dem deutschen Staatssekretär v. Kühlmann nach Bukarest reisen, um die Friedensberhandtnngen. mir Rumänien dort aufzunehmen, wo sie durchs Den Rücktritt des Grafen Czernin unterbrochen wurden. Es ist anzunehmen, Daß, Diese Berhandlungen zu einem für unsere Monarch,ie gedeihlichen Ende geführt werden, Graf CFernin hat in seiner sensationellen Rede an die Vertreter der Reichst) anpt- und Re,ioenzstadt Wien gewissermaßen eine Inventarisierung jener Konzessionen und Errmrgenschaften vorgenommen, die er seinem Nachfolger hinterlassen hat. Zn dresen Errungenschaften gehört, wie man weiß, auch die Zusicherung, daß den rumänischen Juden der Friedensscytuß nicht nur den langersehnten Frieden, sondern auch. Die Gleichberechtigung mit den übrigen rumänischen Staatsbürgern, die ihnen ihr Vaterland seit mehr als vierzig Jahren schuldet, bringen wird. Es liegt wohl keilt Grund vor, anzunehmen, daß ,Minister des Äeußern Baron v. Burian, der nunmehr die. Friedensverhaudlungen mit Rumänien namens unserer Monarchie leiten wird, in bezug aus die Gleichberechtigung der rumänischen Juden eine andere Haltung einnehmen. werde, als es sein Vorgänger getan hat, und noch, weniger darf der Annahme Raumgegeben lverden, daß dasjenige, was bereits in dieser Richtung erzielt und gewonnen war, jetzt aufgegeben werden könnte. Es schwirren uämlich verschiedene Gerüchte in der Luft, daß von rumänischer Seite der Wechsel im Ministerium des Aeußern zunr Anlaß genommen, wird, die bereits zugesagte Gleichberechtigung.der rumänischen Inden ans' der nun folgenden Disbrssion anszuschalten itnd die ganze Angelegenheit erst für eine spätere Zeit nach, dem Friedensschlüsse zu verschieben. Bort rumänischer Seite ist nach dem, was die Geschichte uns über rumänische Verläßlichkeit gelehrt hat. ein' solcher Versuch allerdings zu erwarten. Deshalb wird es nicht überflüssig sein, das Augenmerk der in Berracht kommenden Faktoren darauf zu lenken lind sie zu veranlassen, sich von rumänischer Seite von dem einmal mit Erfolg, eiageschtagenen Wege nicht aboringen zu lassen. . Mit d e in A r g u m e n t, daß die j u d o u f c i n b i i d* e Politik R u ln üniens - sagt Karl Hilmar, Berlin, in einem „Deutsche Gegner der rumänischen Juden" betitelten Aufsätze sehr zutreffend - eigentlich nur von der Notwehr' diktiert sei, weil im Falle einer vollständigen Gleichberechtigung sich die Rumänen des jüdischen Wucherers .nicht erwehren könnten, wird sich freilich heute wohl uumi noch jemand heroorwagen können, der nicht gewärtigen will,, sich uniterblich lächerlich zu machen. Denn wie viel und wo auch immer in diesem Lbelttriege gewuchert worden ist und es ist kein Land von dieser Volks^ feuche verschont geblieben - mit der Gauner- und Wucherpoliti-k des offiziellen Rumänien und seiner herrschenden Kaste ist ein Vergleich nicht möglich. Die Wucherpolitik Rumäniens hat alles in den Schatten gestellt, und der Wortführer der Konservativen nn Reichstage, Herr von Heydebrano, hat am 26. Februar d. I. nur eine historische Tatsache sestgestellt, wenn er sagte: „Wir wissen doch, wie Rumänien die deutsche wirtschaftliche Rot in den ersten .Jahren des Krieges ausgebeutet hat, wie es uns das Getreide in einer Weife verkauft hat, die einfach als wucherisch zu bezeichnen ist, und wie schließlich am Ende vom Liede es das wucherisch verkaufte Getreide noch nicht einmal geliefert hat. Das sind doch Dinge, die man nicht vergißt." Einer der besten Kenner des Balkans, Dr. -X\ Jenny, hatin einem Artikel des „Tag ' gezeigt, mit welchen sinnreichen Daumschrauben Rumänien Mitteleuropa auspreßte und seine Notlage ausnutzte. Er hat ausgerechnet, daß sich bei dem großen Verkauf von Getreide, das bekanntermaßen nur zu einem ganz geringen Bruchteil überhaupt abgeliefert worden ist, „einschließlich eines durchschnittlichen Goldtributs von etwa 500 Franken, ein widerrechtlicher, erpresserischer Gewinn von 1700 5taufen auf die Wagenladung ergab. Dies macht schon bei 200.000 Waggons einen Sündenlohn von 340 Millionen Franken! Diese ungeheuere Beule floß in die Taschen der Grundyerren, zum Teil auch in die Staatskasse". Das Erpreifergeschäft mit den 6000 Waggons für das Getreide, von denen „jeder einzelne noch extra von den Mittelmächten geliehen werden mußte, fei hier nur.* nebenher erwähnt. Die unmenschlichen Grausamkeiten, die sich Rumänien gegenüber deutschen und österreichis ch-u n g a r i s ch e n Gefangenen hat zuschulden kommen lassen, finden ein Seitenstüa nur noch in der zynischen Behandlung der rumänischen Juden, die, obwohl sie doch offiziell als „Fremdlinge" gefÄhrt wurden, bei

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