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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-04-19 · 15 (19.4.1918) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
15 (19.4.1918)
Date
1918-04-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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iiu 15 tr. Bloch 2 Anfeindüngund VerhGüng unter Anwendung htx verwerflichsten Mittel tut Reiche selbst betrieben. Und daß auch durch Prestigesucht und Neid ^unter den Söhnen unseres Erzvaters Jakob Hast und Feindschaft entstanden sind, mit ähnlicher Fortpflanzung bis auf den heutigen Tag, diene ebenfalls, zur beweisenden Illustration. - Durch das. Preisausschreiben itiut sollen Mirtel und Wege gesunden werden, die Menschen einander näher zu bringen. Wollte Gort, es wäre dem so! Ich war ein eifriger Msncher des leider dein Brande zuin Dpf'er 'gefallenen Leopoldstädter Tempels. Der hervorragende Rabbiner und Kanzetredner dieses Gotteshauses, der nicht auf hohen, ddichten Wolken thront, sondern in feinen glänzenden Reden und Belehrungen — teichrfaßlich für jedermann — aus Erden steht, wie war sein Streben von Anbeginn des großen Wettunglückes darauf gerichtet, alle besseren Gefühle bei seihen Zn Hörern wachzurufen! Er führte -- sichtlich selbst erschüttert — den Glaubensgenossen in herzbewegenden Worten vor Augen, welch entsetzlich schwerer Schlag die MeuschWb getroffen) wie es Pflicht eines jeden ein-' zelnen ist, anitfühlend .im Geiste mit jenen zu leben, die den herzbrechenden Verlust eines im Kriege gefalleuelr Sohnes) Bruders oder Gatten zu beklagen haben, und daran zu denken, daß viele noch dem gleichen Schicksal enigegengehen. Goitoertrauen und sittliche "Würde sei das Angemessene in diesen Unglücksjahren! Und der Erfolg dieser aus Priestermnnde an' gorraeweihler Stätte geäußerten Ermahnung? Die potenzierte Jagd nach Vergnügen mW Wohlleben, der durch Prestigesucht und.Neid hervorgernfene Wettlauf der lveib- -lichen Jugend - auch der mittellosen und dieser nicht zuletzt —- zur ungezügelter Befriedigung aller Lrcrn-sgelüste^— „kost's, nins kost's!" - Eine wahre Verrohung das! - Erscheinungen dieser Art in einer Zeit, wo täglich Tausende von Menschenleben inr Felde und int Hinter lande hinweggerafst werden, nw so viele unter urrs unter Entbehrungen und Not ihr trauriges Dasein fristen, lassen die Hoffnung nicht anjkomiww, die Menschen einander im guten Sinne „näher", zu bringen. Ta-:> Ansehen auf ethischer Basis aufgebant, findet nur geringen Anwert; dem „Prestige" hingegen sin wörtlicher Uebersetzüng auch „Gaukelei" bedeutend) rvird alles bessere ine-nschliche Gefühl und vieles andere geopfert. .Jac. Schwarz, Wien, II., Kaiser Josefstr. 3l. Ein i eure Kinder-AnMtütorimn Lrotz otdstadt-Brizittewm (Ecke Rauscherstraße und Wasnergasse). - Für ein israelitisches Kindersvital, dessen Errichtung vom Knltusöorftande schon seit Jahren geolant ist, sind im Laufe der Jahre reichliche Mittel gesammelt worden, Nachdem infolge der Kriegsereignisse der Svd talsbau nicht in Angriff genommen werden konnte und derzeit in unabsehbare—Fevue—gerückt ist, beschloßt der Kultusvorstand, vorläufig ein Ambulatorium zu erbauen, dessen Eröffnung äm 16. d. M. stattfand. In einem Testamente der im Jahre 1915 verstorbenen Frau Betty Frankel wurde diesem Zwecke ein Legat per 300.000 Kronen, welches, wie der Vertreter -der Erben, Herr Hof- und Gsrichtsadvokat Dr. Eugen Ritter v. Boschan, bei der Eröffnungsfeier mitteilte, auf 400.000 Kronen erhöht werden dürste, der Wiener israelitischen vermach r. - Bei der Eröffnung sprachen der k. k- Unrversirärsprofessor Dr. Julius Zappe r r als Heiler des Ambnlasoriums und des künftigen Kmderspitales, der Präsidentder' Wiener Kulrusgemeinde. Herr . Dr. Alfred WochknschrM m S'r ern: die Weiherede hielt Herr Dberrabbiner Dr. M. Gübe mann. Allseitig wurde darauf hingewiefen. daß die Äerfügung der Teftatin, daß ' dieses. torium-. -dsU -Heilung armer kranker Kinder ohne llndrschied Ur Konfession" gewidniek fein möge, als selbst ' verständlich, keiner besonderen Anordnung, bedurft hätte Bei der unter den gegenwärtigen Verhältnissen Herr schenden Zunahme der Norbidirät bei den armen Kin dern infolge Unterernährung und bei denr Mangel au Aerzten infolge der zahlreichen Einberufungen, mirb durch dieses Ambulatorium einem dringenden Bedürfnisseenr sprochen, und war auch gerade dieser Umstand emschei leild für den Beschluß des Kltliusoörstandes, unabhängig von denr in Zukunft zu errichtenden Kinderspitale schon sehr das Ambulatorium zu eröffnen. Dem Archirekren Herrn Friedrich I. Mahler und denr Leiter des Ambulatoriums Herrn - Ilniversitätspro sessor Dr. Zappen wurden für ihre besonderen Bemühungen der Dank ausgesprochen. Zur Eröffnung waren unrer anderen erschienen: Herr k. k. Hofrar Dr. Kart Ritter von H e l l y, Polizeimt D r. Brau b h u b e r von Erschfel d, Benretnugeu der Bezirksvorstehungen für den 2. und 20. Bezirk, der Direktor des Leopoldstädtcr Kmderspitales Dr. von Pazzaniustv. __ ' K Wien. v3>ie Er nährun gsverh ät r n iffe in Wien.) Eine große Anzahl unserer Gtanbensgenossen har Einkauffcheine für Mürderbenrirleite in brauner, Farbe. Durch die Fleischnot in letzter Zeit tvurden den Mind erb emi. reiten Schwirre fleisch Pferde leisch mtb Esel fleisch zum Ankauf bestimmt. Tie streng religiösen Glaubensgenossen wandten sich an die Brorkommission mit dem Ansuchen, für den Fleischbezug Zusatz kanten in weißer Farbe zu bewilligen, sie wollen lieber teuer kaufen, um streng rituelles Fleisch zu erlangen Die Brorkommission verweigerte die Ausstellung einer weißen Fleisch-Zusatzkarre mir dem .Hinweise, sie. besitze diesbezüglich keine Instruktionen, inan Ünöge sich an den löbt. Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde und das ehrwürdige Rabbiuat wenden, damit die Koni missionelt vom Magistrat einen Auftrag bekänrerr, den Minderbemi te'ten rveiße Fleisch-Zusatz karten ausznsteften. Die Minderbemittelten ersuchen die löbt. Redaktion der „Oesterr. Wochenschrifr", in der nächsten Nmnm.er diese Zuschrift gütigst zu veröffentlichen und im Sinne der Minderbemittelten zu intervenieren. Generalversammlung des Vereines „Zukunft". Am 6. d. M. fand nn Saale des Vereines Reisender Kaufleute, 1. Bezirk, Stubenring 2, die diesjährige Generalversammlung des Vereines „Zukunft" zum Schutze armer, schnlenrtassener Kinder statt. ' Die Präsidentin Frau Minna .H e ch t eröffnet die Versammlung, begrüßte die Gaste. Erschienen waren: in Vertretung des Vorstandes -der israelitischen Kultusgemeinde Medizinalrat Doktor I. Samuely, ferner Sekretär Emil Engel, Amtsleiter Rudolf Kraus, für den Verein Reisender Kaufleute Gremialrat Wfted Sch uschny, Moritz- Sitberknopf, für den kaufmännischen Waisenverein den Obmann Kuina, für die „Weibliche Fürsorge" Frau Sidonie C ahn, für den Wiener FrauenvereinzninSchrttze armer,. verlassener Kinder Frau kais. Rat Dr. Laura Kr enberger, Hermme Be rufe ld und Frau Martin Cohn, für das Kaiserin Elisabeth-LehrmWchenHeini Cäcilie Aran kl und Josefine Czuczka, Leopold Schäfer für den Jsr.' Handwerkerverein,' für den Ver ein „Kurfürsorge" Frau Helene Srein und Jenny Bunzlau. ftir den Elreruverein „Pestalozzi" Frau

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