Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 15 (19.4.1918)
- Date
- 1918-04-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Len, 234 -! - Tr. Bloch'S Auszeichnung von Jetdraööinern. Der Kaiser hat dem benn Generalgouvernement Lublin eingeteilten Feldrabbiner Professor Dr. Maser Ballaban in Anerkennung vorzüglicher und ausopferungsvvkler Dienstleistung das Ritterkreuz des Franz Joses-Ordens mit der Kriegsdekoration verliehen. Prof. Dr. Ball ab an, der' in Friedenszeiten an den Lemberger Mittelschulen tätig war, ist durch, feine wertvollen Arbeiten aus dem Gebiete der Vvlni'chi-jüdischen Geschichtsforschung bekannt. Ferner hat der Kaiser denk Feldrabbiner Jakob Frankfurter (bei her Armee im Felde) in Anerkennung 'vorzüglicher und aufopferuilgsvoller Dienstleistung das goldene VerdienstkreuZ mit der Krone am Bande der TapferkeüsnredaiUe verliehen. , . ßistg Kowornrk set. K. (Etwas für die „ReichsPo st" und „Ostdeutsche ( Rundschau".) Wie Strefsleurs MiliMrblatt meldet, hat Se. Mas. der Kaiser dem. vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Eisig Ko m o x it i F, Schützenregiment, in Anerkennung tapferen und erfolgreichen Verhaltens vor dem Feinde den Orden der Eisernen Krone 3. Masse mit der Kriegsdekoration und den Schjwertern verliehen. Eisig Kömornik ist nicht der erste Jude, dem trotz seiner verhältnismäßig niedrigen Charge diese hohe Offiziers-- auszeichnung verliehen wurde. Ob aber die biederen Ehrenmänner von der „Reichspost" und „Ostdeutschen Rundschau" auch, in diesem Falle vor den prominent jüdischen Vornamen „Eisig" das beliebte Ausruszeichen gesetzt haben, ist mehr als zweifelhaft. Von anderer Seite wird uns geschrieben: Am 22. November 1917 . fiel am südlichen .Kriegsschauplätze Leutnant Eisig KoMornik vom Schützenregiment Nr im blühenden Jugendalter von 24 Jahren. Bereits! in seiner erstell Jugend, nahm der Gefallene-. tmt liatioiiateit Wiederaufbau der galizisch^n Jugend regen Anteil, gehörte als Mittelschüler einem geschloffenen Kreise von Freunden an, in dem? die hebräische Sprache und die jüdische.Geschichte eifrig gepflegt wurden. Seinem Ideal blieb er stets treu Und in den Briefen aus dem Felde hat er öfter den Wunsch, geäußert, für sein Volk kämpfen zu können. Leider ist es ihm versagt geblieben. Nach 20 Monaten. ununterbrochener Ausdauer im Felde traf, ihn eine feindliche Kugel, die seinem jungen, Verheißungspollen Leben ein jähes Ende bereitete. Für tapfer^' Verhalten vor dem Feinde wurde der Verblichene Mit dem Orden der Eisernen Krone 3. Klasse Mit der Kriegsdekoration und Schwertern, mit dem Signum laüdis! Mit der: Schwertern und dem Karl Truppen-Krenz ausgezeichnet. Sein Andenken wird sowohl bei seinen Angehörigen wie auch bei seinen Freunden und Bekannten in ewiger, treuer Erinnerung bleiben. Are in der Ierrre ruhen ... Dr. Moriz Klein, Advokat in Mezökövesd, der jerzr aus dem'Gefangenenlager in Nikolsk-Ussurisk in Sibirien heimgekehrt ist, hat sich> wahrend, seiner Gesangenschast im Offizierslager den Angelegenheiten der jüdischen Kriegsgefangenen mit Eifer gewidmet, Milbige Gottesdienste veranstaltet usw. Nach seiner Heimkehr veröffentlicht er im „Cgyenlöseg" die traurige Liste jener jüdischen Helden, die im Nikolsker Friedhöfe ihre ewige Ruhe gefunden haben. Die Liste wurde Herrn Dr. Kl ein .vom testenden Arzt des dortigen Spitales übermittelt: Wochenschrift " Wr -5 David Schneebalg, 40 Jahre alt (Oesterreich), Ldst.-J--R. Nr. 36, gestorben 19. März 1915; Moriz David Baru^h, 28 Jahre alt (Oesterreich), Lhst.-J.x-R. Nr. 18, gestorben 18. Mai 1915; ' Adolf S eist 27 Jahre alt (Oesterreich), J.-R. 77, gestorben 25. September 1915; Georg Jacobsohn, 35 Jahre alt (Deutschland), R.-J^-R. 225, gestorben 29; September 1915; .. . Zacharias St ein, 28 Jahire alt (Oesterreich), J.-R. Nr. 30, gestorben 30. Septeiriber 1915; Bernhard P ro. p p er, 28 Jahre alt iOesterreich), Ldst.-J.-R. Nr. 18, gestorben 19. Oktober 1915; Mendel F üH r e r, 30 Jahre alt (Oesterreich), J.-R. Nr. 41, gestorben 1. November 1915;" Moriz Reicher, 24 Jahre alt (Oesterreich), J.-R. Nr. 13, gestorben 2. Noveniber 1915; Isidor Grub er, 26 Jahre alt (Oesterreich), Ldst.- J.-R. Nr. 32, gestorben 17. Januar 1916; Anton G r o ßma nn, 34 Jahre 'alt (Ungarn), Eisenbahnregiment, gestorben 4. April 1916; . . Karl Feder, 44 Jahre alt (Ungarn), Honv.-Reg. Nr. 24, gestorben 3. Mai 1916; \ Jos es Blitzer, 26 Jahre alt (Oesterreich), Ldst.- J.--R. Nr. 16, gestorben 13.' Oktober 1916: Ludwig M ü l l e r, 36 Jahre alt (Ungarn), Honv.- J.-R- Nr. 13, gestorben 11. Februar 1917: 'Jsak Feichter, 30 Jahre alt (Oesterreich),' J.-R. Nr. 57, gestorben 10. November 1917. r Die Verstorben-err sind in eigenen Gräbern' — aus " dem allgemeinen Friedhof — begraben. Ihre Gräber sind mit prachtvollen Grabsteinen mit .hebräischer Inschrift bezeichnet. Der iM Verzeichnis angeführte Ludwig Müller hatte vor seineml.Ableben den Wunsch geäußert, daß sein Leichnam äierbirannt..werden mhge rmd Dr. Klein seine Asche in die HeiMat befördere und in heimatlichem Boden zur ewigen Ruhe bestalte. Die russischen Behörden waren jedoch nicht gewillt, dem letzten Wunsche des Müller zu entsprechen. — Herr Dr. Klein erklärt sich bereit, Interessenten nähere Aus!- künfte zu erteilen. Seine Adresse lautet: Dr. Nikolaus Guttmann, Advokat, für Dr. Moriz Klein, Nagyvarad (Ungarn). Jüdische Kelden auf dem Mudapester Iriedhofe. ui. . Schloime Hochmann, 25 Jahre alt, Kaufmann, J.-R. Nr. 252, geboren in Waldraskav-B (Arabien), gestorben 17. Mai, begraben 20. Mai 1915; Hersch Sero t a n, 26 Jahre alt, russischer Soldat, J.-R. Nr. 73, geboren in Lodz, gestorben 19. Matz begraben 21. Mai 1915: Michael Wittmann, 31 Jahre alt, Ins.,-vom Platzkommando eingeteilt, gestorben 28. Oktober 1915. Werfest an der Südtiroker Iront. Das Osterfest wurde. iM Bereiche der 10. Armee besonders würdig gefeiert. Ganz außerordentlich! in T., dem Sitze des Armeekommandos. An den Sederabtznden im Saale eines! alten italienischen Gymnasiums nahnren weit über 300 Soldaten und Offiziere, viele, die direkt von Äer Front kamen, teil. Das Armeekommando hatte einen Vertreter entsendet. Dank der großen Bemühungen des Herrn ^k. u. k. Armeefeldrabbiners Dr. Adolf A l tm a n n und der ihm hilfreich zur Seite stehenden Herren .k. u. k. Oberleutnant Dr. B l o ch und Kaufmann Heinrich! M e e r war es möglich, die Ausspeisnng sämtlicher Anwesenden in streng ritueller Weise während der ganzeil Festdauer burchzusühren.