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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-04-19 · 15 (19.4.1918) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
15 (19.4.1918)
Date
1918-04-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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S,W 230 Dr. Bloch's Wochenschrift Hu 15 /Abs unmllteWare OachKarn' unserer rumänischen Stautmesgenossen und Kenner ihrer Verhältnisse wissen wir hie Größe der von Ihnen überwundenen Schwierigkeßeu und die gewaltige BedeutuiM Ihres! BesreiungswertzU für die rumänischen Zudeik, aber arähi /die^ Be-'/ deutüng/dieses ^Werkesfür Oesterreich besonders zu wür- -Jhr kraftvolles Einstehen sür Hunderttausende bisher Geknechteter, Ihre in hoher staats'mänuischer Einsicht herbeigeführte Befreiung, eines leidenden Volkes hat Ihnen vor der gesamten Kulturwelt ein-unvergängliches Denkm-al gesetzt. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung und dankbarer Ergebenheit für das' ,,Bukowinaer Zionistische .Landeskomitee": Dr. Majer Ebner, Dr. Markus K r ä m e r." Der Wiederaufbau des Keapaldstadter - Tempels. Bericht über die am 9. April 1918 stattgehabte Komiteesitzung der Aktion zum Wiederaufbau des Leopoldstädter Tempels. Der Vorsitzende, Herr Dr. Theodor Gut-mann jr., eröffnet die Sitzung, er begrüßt die zahlreich erschienenen KoMiteemitglieder, drückt sein ^dauern darüber aus, daß das Komiteemitglied Herr Dr. Alfred 'Stern,-dessen Erscheinen um so. sicherer erwartet wurde, als dieser früher schon den Vorsitzeirden um Anordnung einer Ko- Miteesitzung ersucht hatte, nicht erschienen ist, zumal der. Präsident in der Lage gewesen wäre, Aufschluß darüber zu ertellen, was im Kultusöorstande in bezug auf den. WiÜreraufbäu und die Eingabe der Aktion wegen Ausfolgung der Sammlungsgelder beschlossen wurde. Der Vorsitzende teilt mit, daß die Spenden gegenwärtig die Höhe ovn 866.000 Kerreicht haben, von denen alles bis' auf etwa 27.000 K. eingeflossen ist. / Zum Hauptgegenstande der Tagesordnung bemerkt der Vorsitzende, daß der ArbeiGausschuß iM Süme des Komiieebeschlüsses vom 15. Januar 1918 am 22. Januar eine Eingabe an den Kultusvorstand gerichtet hat, in der Mitgeteilt wird, daß das Komitee die Sammlungsgelder jetzt schon der Kultusverwaltung zu. übergeben bereit ist, falls diese Verwaltung eine schriftliche Erklärung dem Komitee des Inhaltes zusendet, baß die Wünsche des' Komitees beim Bane, sofern technische Schwierigkeiten nicht, errtgegenstehen, Berücksich'igung.finden sollen, sowie daß allen 'Beratungen der Baufragen im Baukomüee eine Delegation der Aktion zugezogen werden wird. - Diese seit nahezu drei Monaten überreichte Eingabe hat bis' heute keinerlei Erledigung. gefunden, ein Vorgang, der schon deshalb beunruhigend wirken muß, weil daraus' zu erkennen rst, daß in der Frage des' Wiederaufbaues seitens des Kultusborstandes schleppend und zögernd vorgegangen wird, während die Wiederherstellung dieses GöLteMienstes eine höchst dringliche ist. Soll nicht eine Gleichgültigkeit gegenüber dem 'Gottesdienste, eine Massenflucht der Sitzinhaber entstehen, und soll nicht auch der Jugendgottesdienst für lange Zeit eine Unterbrechung erfahren, was außerordentlich schädlich wäre, so muß an die Wiederherstellung' rasch geschritten werden. . . ‘ Der Vorsitzende berichtet ferner über die Budgetsitzung vom 3. März 1918, in welcher der Budgetreferent und Vizepräsident des' Kultusvorstandes den- Antrag einbrachte, es sei der Aktion zum. Wiederaufbau des Leopoldstädter TeMpets d er.D a n k zu votieren, und sagt: „Die Anreger der . Wtionsidee und später die Komiteemitglieder' haben ohne Eigennutz und ohne Ambition nach-jeder-'Richtung hin unter Aufwand von Zeit und Mühe, auch unter Darbringung von Geldopfern, dieschwere - und gewiß nicht angenehme Mission über- ' noMmerß der durch die Kriegsereignisse/ohnehin schwer betroffejM KultirsverwaltUng hilfreich, beiznspringm- und ihr diese Last im ■ Wege der Anziehung der Stenenschraube die Mittel zum .Wiederaufbau zu beschaffen, abzunehmen. Nachdem die Aktionsmitglieber üneigLünützig waren, so haben sie auch, nicht daran gedacht,-Dank' hiefür einzuheimsen. AG: die erste Vierielmillion beisammen war, sagte mir ein Hervorragendes Äktionsmit-, glied: „Sie mögen, Herr Doktor, noch so viel für den Bau erreichen, den Fußtritt erhalten Sie. vom Kultusrate doch." Ich. ,stPld> dieser Aeußerung skeptisch gegenüber, leider aber behielt dieses Mitglied recht, wir haben den Faißtritt bekommen. Ich vdrlese Ihnen aus der „Oesterreichischen Wochenschrist" den Sitzungsbericht,- aus Sie entnehmen können,, daß der o'berwähnte Antrag des! Budgetreferenten zwar gestellt' wurde. Sie werden aber auch daraus entnehmen, daß der Vorsitzende diesen Antrag nicht zur Mstimmung brachte, es wurde auch, der Aktion von der Annahme dieses Antrages keine schriftliche Mitteilung zuteil.; Dagegen werden Sie aus diesem Berichte erfahren, daß ein Kultusoorstaupsmitglied sich! mißbilligend über hie Aktion äußerte und bemerkte, daß wir die Kühnheit haben, - an die Ausfolgung; der Sammlungsgelder Bedingungen zu knüpfen und wir uns zu den Herren dieser Gelder aufspielen. Dieser Vorwurf, ist ein ganz ungerechtfertigter. Bei Behandlung dieser Frage Müssen wir die Stellung der Aktion zu den Spendern einerseits, zum Kultusöorstande andrerseits ins Auge fassen. / , // Wir sind den Spendern gegenüber nicht nur ver- ■ pflichtet, die eingeflossenen Spenden, getreulich zu verwalten, ..sondern auch verpflichtet, daraus zu schauen, , daß der von der Aktion und den Spendern intendierte Endzweck auch erreicht wird: trifft letzteres nicht zu, dann hat die Aktion die Sammlungsgelder nach -Abzug .der Spesen den Spendern zurückznstellen. Die Aktion hat, wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, die Pflicht, jener Korporation die Spendenbeträge zu übergeben, welcher das Verfügungsrecht' über die Brandstätte zusteht und welche für den Kultus Sorge zu tragen hat. Wir müssen uns nun. fragen, besteht für Spender und- Aktion die Gewähr, daß der intendierte. Zweck seitens dieser Korporation zur Efsektuierung gelangt? Die Aktionsmitglieder haben begründete Zweifels, denn so lange in einem Kultusrate Männer.sitzen, die den sammelnden Aktionsmitgliede-rn -vor- Spendeerteilung, sagen: „.Wir .brauchen feinen Tempel!",. oder so lange iM Kültnsrate Mitglieder Mitwirken, die an mich.schriftlich die Erklärung abgeben, sie wollen sich an der Sammlung nicht beteiligen, denn sie seien „Ungläubige", so lange als der KnltusPorstanA. seinem greisen. Präsidenten, der allgemein als Autokrat angesehen wird, ge-' rade bei der Frage, einen Tempel für die Innere Stadt zu erbauen, durch nahezu zwei Dezennien Schwierigkeiten bereitet, können wir .nicht rnit Sicherheit darauf rechnen, daß beim Wiederaufbau. des Tempels im zweiten Bezirke solche Schwierigkeiten nicht werden gemacht werden, und nur deshalb mü'sen wir daraus verharren, daß der Kultusvorstand der Aktion die als Bedingung gestellteschriftliche Erklärung behändigt, und verweigert er dies, dann hat die' Aktion damit zu enden, daß wir die gesammelten Beträge den Spendern einfach zurück-' stellen. Das ist unser Recht, unsere Pflicht.' ' Mehr als ein Halbjahr, ist verflossen, und' es ist bisnun die Frage des Wiederaufbaues nicht weitergekomMen, aG baß man ddn Schutt, in der jüngsten Zeit

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