Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 15 (19.4.1918)
- Date
- 1918-04-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 15 Dr. Bloch's JttjtgMM XXXV Zetitralorgan kür die gesamten Interessen des Judentums 00p ». k. Postsparkaffenaml fflettHnß»Scrfcl)f: .810.976 Q sr«d«Mon und vdmintstratton: . *ü i c n Hfl, Praterstraße 9 ^Telephon: 45*359 & OQ; - Wien, 19. April 1918 Erscheint jeden Freitag Bezugspreis: Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 20 Kronen Einzelexemplare 50 Heller DO =£)o Brief-Adrefle: Wie» II/i, Praterstraße 9 Telrgramm-Ldreffe: Bloch'» Wochenschrift. Wie» Die 8m«l ,rstz«lt«ue w 9(til)tik 10 Hele» O nO ■ ■ Qe» Inhalt: Leira r tikel: Graf Czernin. — Der Wiederaufbau. dos Lwpoldftäoter Tempels. — Kriegsdekorativueu jüdischer Offiziere nnd Soldaten. -— Weitere Auszeichnungen. — Dreimal ausgezeichnet. — Viermal ausgezeichnet. — Zwei Brüder sechs Auszeichnungen.— Auk einein Kommarrdobefehl. — Nuszeichiluilgen in Montenegro. — Bon den Dreinndsechzigern. — Auszeichnung von Feldrabbineru. — Eisig Kölnornik sei. A. —. Die in der Ferne ruhen - .; — Jüdische Helden auf dem Budapester Friedhöfe. Osterfest an der. Südtiroler. Front. — Pessach bei der Armee im Felde, Et.-Post.. 144. — Ein Brigadier Ehrenmitglied der Ehewra-Kadischa. — Abraham Epstein. — Korrespondenzen: Znr Lage der Juden in Palästina. - Zur Preisau»schreibung: „Welche Mittel nnd .Wege sind. geeignet, die Menschen.einander näher zu bringen? — Ein neues Kinder-Ambulatorium Leopoldstadt-Brigittenau. — Wien. — Generalverfammlmig des Vereines »Zukunft". — Wien. — Wohlrätigkeitsverein „Fides" für den 3. Wiener Gemeindebezirk. — Tisza-Eszla — TiSza-Dada. — Berlin. — Be r mischt es. — Feuilleton: Eine Esches Chajil. — Briefkasten. — Notizen. — Inserate. Graf Czernin. Zu den Millionen von Oefterreichern, die mir tiefer Betrüörns den Grafen Czernin aus seiner hohen Stellung scheiderr ..sehen, zahlen.auch alle Angehörigen des judischen Bolksstamwes in dieser Monarchie. Voll Hosfrrung und Stolz habe!» sie zu ihm emporgeblickcals zir einem Führer Non hohen .Geistesgabe»:, starken Willens nnd edlen Freümttes, der die Hemmungen überkommener Vorrrrteile überwunden, allen Bewegungen des Zeitgeistes teilnehmeitdes Verständnis entgegenbrachte; Mit seinerstark demokratischen Gesinnung hat er eine neue Epoche der Völkergeschicke anzrrbahnen unternommen, in welcher alle du. Greuel, alle Verbrechen, alle Grausamkeiten, die die Menschen .gegenwärtig gegeneinander verüben, unmöglich sein sollten. Er arbeitete unablässig für den Frieden mit Mer .Energie seines starken Willens und allen reichen Gaben seines' Geistes. Er hat nie mit. dem Säbel'gerasselt und war ein unbedingter Anhänger eines Verstandigungssriedens, der gewiß schon längst der .geplagten Welt beschieden wäre, wenn an allen maßgebenden einer Stellung gebracht, mie sie diese seit den besten Tagen Aehrenthals nicht mehr gehabt hat; sie berechtigte zu den höchsten Hoffnungen für die kommende allgemeine Friedenskonferenz. Wenn Gras Czernin sprach, in seiner unerschütterlich konsequenten und großzügigen Art sprachdann lauschte Freund und Feind, und wenn es dem Feinde nicht gefiel, so mußte er doch vor dieser -großen.Persönlichkeit, die weit die zahlreichen Mittelericheinungen der iniernationalen Diplomatie überragte, eine Achtung empfinden, die in zahlreichen Kundgebungen zum Ausdruck kam. Für alle treuen Oesterreicher war Gras Czernin eine Quelle der Zuversicht und des Mutes. Er war viel befehdet, dafür gehörten ihm aber auch das Vertrauen Kellen der Entente solche Persönlichkeiten zu finde»! und die persönliche Anhänglichkeit der besten Elemente de§ Staates, ein Schatz., wie ihn seit der konstitutionellen Aera in Oesterreich gewiß noch kein Minister des Aeußern besessen hat. Mit liefern Bedauern sehen. »vir ihn ans seinen» hohen Amte scheiden, allein die Dankbarkeil von Millionen ist ihm für ewige Zeilen gesichert. gewesen wären, wie Graf Czernin war. Seine Reden und politischen Ennnziationen waren darauf eingerichtet, vor Feind, und Freund den Nachweis zu erbringen, daß der ehrenvolle Friede für alle möglich , sei nnd er nur scheitere wn den Gegnern, die die Mittelmächte angeblicher Erobernngspläne beschuldigen, aber, selbst den Krieg nur infolge ihrer Eroberungs- und Zerftörungsabsichten verlängern. Seine hohe Staatskmtst' ossenbn.rte sich zum Segen der Mvirarchie :»: de»: FriedenEMüsser: mit der Ukraina und Großrußland und dem "bevorstehenden Friedensnbschluß mit Rumänien. Und die Bedingungen, unter .ivelchen er mit Rumänien de»t Frieden verabredet, sichern ihm die dauernde. Dankbarkeit des jüdische»: Volkes in allen Weltteile»':. Gras' Czernin hat die Monarchie diplomatisch zu Das „Bnkowinaer Zionistische Äaudestomiree", welches in Angelegenheir der rumänischen Judensräge seinerzeit ein anssührlich begründetes Memorandum an den Grasen Czernin überreicht hat, hat anläßlich seiner Erklärung Mer die Gleichberechtigung der rumänischen Juden nachstehendes Telegratmn an de»» Minister des Aeußern gerichtet: „Seiner Exzellenz dern k. u. k. Minister des Aeußer»: Ottokar Grafen Czernin Wien. Euer Exzellenz! Tie.gefertigten Vertreter der Bukowinaer Zionisten erlauben sich. Ihnen für dix von Ihnen geschaffene Gleichberechtigung der rumänischen Juden den tiefgefühlten Dank zu übermittelm