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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-04-12 · 14 (12.4.1918) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
14 (12.4.1918)
Date
1918-04-12
Page
– (sequence 18)
Language
German
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.Seit» S26 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. U;ig stechendem . Blick heran und „wollen durch ihre"'Hwße "Kegtznwart, Äe' alliös Gute DrnMl und verscheucht, dem Braven den mühsam errungenen Platzin Gottes sonniger Natur durch chren Hast und Neid ver- “ gälleü oded gar entreißen. . - Und die fromme Frau eilte in bas Gotteshaus und warf sich jammernd vor den Altar der „Alten-Schül". Dort schüttete sie ihr schweres Herz vor Gott äus> denn ihre graste Glaubensstärke gab ihr das.. richtige Gefühl ein, daß es nur Gott allein Vorbehalten bleibt, den Unschuldvollen Zu beschützen. * * -i- .... : Reb Schloinre Klüger war einer der bedeutendsten? Männer seiner Zeit. Nicht nur als Brodyer Maggid/) ' sondern a's eine hervorragende talmudische Größe hatte > er einen volllliugeuden Weltruf. In Brody aber nennt 5 jeder auch heute noch! seinen Namen mit ganz besonderer Ehrfurcht. . - Dieser bedeutsame Gelehrte pflegte gemäß den Lehr- - sprächen Unserer Weisen eine Frau nicht anzublicken, und er -hatte sogarden Befehl gegeben, daß bei seinem - Leichenbegängnisse.. kein Weib den Zug begleiten oder sich, aus der Straße blicken lassen dürfe. Wie aber Rabbi Schloime Klüger im Rahmen seiner Tür stand und die Majestätische Gestalt der Jütte Benies - verhüllt und in Schluchzen aufgelöst herankommen sah, ' rief er die Frau Mit dem instinktiven Sinne des edlen, Mitfühlenden Herzens herzu: „Balboßte/) kommt herein und laßt mich an Eurem Schmerze Anteil nehmen." „Rebbe!" Ein JaMmerruf, so durchdringend und erschütternd, wie wenn einer Löwin das Junge geraubt wird, war die Antwort. So schreit das gebrochene Herz eurer.jüdischen Mutter, wenn sie ihr Kind in Lebensgefahr weiß. Der ganze, vor der Umgebung sorgsam zurückgehaltene Schmerz, das namenlose Weh, in schlaflosen Mchten und bitteren Tagen genährt, kam in einem -einzigen markerschütternden Rufzum Ausdruck. Sie ließ sich auf dem angebotenen Sessel nieder und ein langes) heftiges Schluchzen ließ -den ermatteten Kör- ■ per erzittern. - " ' Der ehle Mann ließ die Frau ruhig ausweinen. ' „Rebbe, mein einziges Kind, mein Salmenleb, ist' . schwerkrank!" . ' Der Brodyer Maggid kannte Schloime Sälmen. Er hatte ihn oft unter den Eifrigsten beim 'Talmudstudium" gesehen , und war mit ihm .sogar einigemal mephalpel?) gewesen. Er kanntje ihn jauch: 'äh' kr-äftigen -Jüngling, dessen junge Natur einer schweren Krankheit standhaften konnte. Er tröstete die aufgeregte Mutter. . . „Gott wird Helsen, verzagt nicht und bringt mir alles, was Eurem Kinde gehört, hieher; - aber auch a l l e s, . nichts dürft Ihr zurücklassen. Alles packt in einen Koffer und bringt es mir selbst. Wenn aber Euer .Kind mit. Gottes Hstse wieder gesund wird) dann könnt Ihr. alles zurückkaufen." -. - Wie ein Stein war es vom Herzen der frommen Frau gefallen. Denn sie wußte,, was. "ös zu bedeuten hätte, wenn der Mag gib mit einem Weibe sprach, und wenn er auch noch einen solchen Rat gab, dann lag etwas Besonderes darin. Sie hatte das Gefühl, wie wenn durch das bloße Wort des Gottesmannes ihrem Kinde schon die halbe Genesung geschenkt.würde, und deshalb eilte sie geradeaus nach Hause, - kümmerte sich gar nicht nM die Krankenwärterin, die kalte Tücher aus 5) Gelchrter, - schöngeistiger Redner. 1 6) Hausftau.t ' f) In-«me gelchrte Disputationeinlassen^ den Kopf des Leidenden legte, sondern ging in ein Nebenzimmer'. und Pästte^ laÄes)' was "sie', ünd .'ihr Mcmn dem einNgeütKücheZeil )Jahren gekauft, hätten, iin. ^inen großen Koffer und trug ihn Mist, keuchend .unter der Last, zum gelehrten Rabbi. Dieser nah'M-vlles heraus! und besichtigte es genau, die .schöne ..Wäsche und die teuren. Anzüge, chre seidenen und Stöffüberkteider (Bekesche), den teuren Pelz, die Hüte und. Schuhe, die.• goldene Uhr samt, Kette, die noch ein Bar-Mizwahgeschenkb)' waren, und viele andere ' Kostbarkeiten und Wertsachen. - ' - - . „Ist das alles?" ä . ' „Alles, was Meinem teuren Salnienleb gehört, -alles bis aus das HeMd, mit dem er iM Bette liegt." .„So gehet ruhig nach Hause, vertraut. aus.^Gott und . er wird Euch helfest.". ... / ' " ' .., Während die . Mutter WM Rabbi weilte) war der Vater, der es nur/mit dem Aufgebot aller Kräfte im Geschäfte aushielt ß-^icchjer die Familie mußte ja leben —, zum^ ,leidenden--/Kinde' geeilt. Die Wärterin säß allein beim Beite und meldete, daß der Kranke schlafe. Der Vater schickte sie hinaus. ,, Er^ trat ans Bett, blickte tief aufseuszend nach dem Schlafenden,, der in hohem Fieber dalag, dann setzte er sich nieder' und begann in einem großen Buche leise zu beten. JmMer mehr hatte er Mühe, das Aufschluchzen zürückzuhalten, als er aber das Dmanje Abbe^) sagte und aus den Anfangsbuchstaben der Verse den Namen des Kranken zusaMmensetzte, um seine Genesung zu fördern, da löste sich ein Tränenström aus dem lange verborgenen Schmerz und Kummer, und beide Hände vor dem Gesichte, saß er lange still-weinend, vor dem Bette des schweratmenden Fieberkranken. — \ - (Fortsetzung folgt.) . . Neue Bücher Neue jüdische Monatshefte. II. Jahrgang. Heft 12, 25. März 1918. Inhalt: Georg Dawidsohn: Auf zum Potzrom! --' Dr. Abraham Schwadron: Ein .Brief. — Heinrich Margulies: W^e und Irrwege.- — Geh. Reg.-Rat Prof.- Dr. Hermann Co h en: Streiflichter. über jüdische Religion und. Wissenschaft 20: Einheit,nnd Einzigkeit Gottes. — Prof Dr. Franz O p p e it h e i in e r:. Soziologische Tagebüchblätter 12: Das Nätionalitärsrecht als internationales Problem. ' : Jeschurun. -Monatsschrift, für Lehre und Lebeii im Judentum. Herausgeber Dr. I. Wohlgemut. ■ 5. Jahrga-ngj. Heft 3/4. Inhalt: Zionismus,- Nationaljudentum ünd gesetzestreues 'Judentum. — Camille Bloch- Die Bedeutung -von Mischne Sohar Sohir.— S. Kaatz: lieber Asikauman. — D. Hofsmann: Literarische Notizen. —... L). Wolfs he r g : Erschaffung, Entstehung, Entwickelufig. —. I. F. r i ed l ä n-d e r: Die Juden in Rußland und. Polen, — I. Neubauer:-Wellhausen und der heutige Stand der Bibelwissenschast. — H. Struck: Tancred. — I. Heinema n nI.) M. Japhet. — I. (H o r o ro i tz: Die Josefserzählung. — R. E. M a y : Replik. Kriefkaste« ' B. . Sch. Die gewünschte . Adresse lautet: Rabbiner ProWor Dr. I. Stern, Saaz (Böhmen).- , ') . I- H. Beim Leichenbegängnis des Chordirigenten der -isräel. Kultusgemeinde Herrn Jul. Heimann hat Herr Oberkantor Jos. Morgenstern als warmer Freund' des- Verewigten - die, Funktionen versehen. Herminö Els. Wir haben Ihr Schreiben der zuständigen Stelle übermittelt.' Adolf Hohenberger - in K Solche Fragen kann nur der zuständige Ortsrabbiner entscheiden. ' . - K.'F. Reklamation unberechtigt. Vorige Woche konnte der Feiertage wegen die „Oesterr. Wochenschrift" nicht erscheinen. 8) Geschenk hei. Mreichung des -.13. Lebensjahres ^Konfirmation). . 9) Psalm, 119, Versördnung nach dem hebräischen Alphabet.

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