Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 14 (12.4.1918)
- Date
- 1918-04-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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&t. n- Dr. Btoch's Wochenschrift *JÄ5 Dr. Schorr ittmiiijUng^Dotlc Ansprachen. Außer dieser von der Gemeinde geleiteten Bespeisungsaktio» wurden auch seitens eines aus streng - orthodoren Glaubensgenossen gebildeten Komitees ungefähr Soldaten bewirtet. Nn jsQisches SatmtorÄu». Die Familie. des Petersburger Millionärs M. G o r - don hat eine , Summe von 200.000 Rubel zur Gründung eines jüdischen Sanatoriums irr der Krim gestzendet und zu diesem Zwecke ein größeres Grundsti'rck bereitgestellt. Das Sanatorium soll der Behandlung jüdis ch e r Lungerrkranken rurd Schwindsüchtigen gelvidtinet sein. , London. Aus einer vor kurzem abgehaltenen Versammlung des „Board os Deputies" wurde nach verschiedenen Ansprachen ein Kornitee mit Lord Rothschild und Laski an der Spitze gegründet in der Absicht, den judenfeindlichen Angriffen der gelben Presse die Spitze An bieten. Das Konritee hat das notwendige gesamte Material zu sammeln und es der Advokatur und dem Parlamentskomitee zu unterbreiten. Zürich. Dieser Tage beging Herr Rabbiner Doktor Martin Litt m a uns ein 25 jähriges Aurtsjubil äum. Herr Rabbiner Dr. Littmann, ein ausgezeichneter Kanzelredner, erfreilt sich weit über die Grenzen der Schweiz großer Sympathien. Geboren in Königsberg, hat er daselbst das königliche Wilhelmsgymnasiuni absolviert, bezog die Universität in Breslau, besuchte daselbst das Theologische Senrinar und wirkte als Rabbiner in Elbing. Seit 25 Zähren, leitet er das Rabbiitat in Zürich, hat die Gemeinde befestigt, jüdische Schulen gegrimdet, eine jüdische sZeitun'g äns Lehen gerufen und steht so inr Pkittelpunkt des -jüdischen Lebens , der Schweiz. Aber auch auf denr Gebiete der Philanthropie leistet er mit regem-Eifer Hervorragendes. Er hat manche Woh'ltätigkeitsinftuution ins Leben gerufen, wie erst unlängst die Heimstätte für Lungenleidende in Davos, und ist stets hilfsbereu gegenüber den vielen Zugereisten, die seine Hilfe oder seinen Rat in Anspruch nehmen. Ans Anlaß feines 25 jährigen Wnisjubilänms' wurden dem verehrten Seelsorger von seiten seiner Gemeinde sowie von den zahlreichen Verehrern vielfache Huldigungen und Beweise der Sympathien entgegen gebracht. Dr. Br. Eine Esches Chajit. Das Lebensbild einer edlen Frau. Dr. Adolf Heinrich Landau, Wiener-Neustadt. Sie rvar majestätisch gebaut, von hoher, dabei voller Gestalt; sie hatte einen edlen Gesichtsausdruck und große mildblickende Augen. Die hohe Stirne war von einem glatten^,.Scheitel" umrahmt, auf dessen Abfall zur Schläfengegend ein reicher Perlenkranz, das „Stirntüchel", an Smnstagen' und Feiertagen glänzte. An diesen Tagen trug die Frau auch schwere seidene Kleider, ein seidenes. Brusttuch und zwei kunstvoll ziselierte, mit Edelsteinen besetzte Ohrgehänge. Das war die Tracht der alten jüdischen Patrizierin, so erschien siw-im Gotteshause, so enchsmg. sie ihre Gäste und so saß. ..sie zur Rechten ihres Gatten am Festtägstische. An Werktage!: aber zierte die arbeitsame Frau ein einfaches Gewand. Sie Lochte und buk selbst, teilte die Speisen ein und servierte sie selbst, gab den Kindern Näschereien oder wehrte ihrem jugendlichen Ueber-- muc; dabei hatte sie stets -auch noch Zech, sich über den Gang'der Geschäfte zu erkundigen und die Sorgen des Gärten mit aufmünterndeu Worten zu verscheuchen. Eine solche Frau war meine Urgroßmutter Jütte Benies. Sie war als einzige Tochter in wohlhabenden Verhältnissen ausgewachsen und brachte schweres Gold-' und Silbergeschirr, altertütnliche Girandolen rurd Nivpsachen, Messing- und Kupfergerät. Saint- und Seidenkleider, Wäsche und Schmuck irr großer Zahl, viel Möbel und Hausrat und ein girr gehendes Schnittwarengeschäst in der damals bedeutenden Handelsstadt Brody in die Ehe mit. Das war zu jener 'Zeit ein ansehnlicher Reichtums und als ihr Gott einen Sohn geschenkt hatte, mußte er. wie alle reichen Kinder, schon mit jungen - Jahren in alte Wissenszweige der hebräischen Theologie rrnd Kasuistik bei den ersten Talmudlehrern seiner Zeit eingesührt rverden. Er blieb ihr einziges Kind rrnd ihr ganzes Sinnerr urrd Denken gehörte nur ihm. Denn die Lebensaufgabe der frommen jüdischen Gattin ist es, denr Judentum viele Kinder zu schenken und sie so zu erziehen, daß sie „Wohlgefallen finden bei Gott und den Nebenrnenfchen". Wenn aber einer jüdischen Fraü nur ein Kind beschert ist, dann'kennt ihr ganzes Fühlen und Denken, ihr ganzes Leben und Streben nichts anderes als dieses eine Kind. Beim Frühgeber, beim Tischgebet und beim Abendgebet, beim Lichtzünden und beim Chalonehnreu,*) kurz bei allen Gelegenheiten hat sie nur das Kind inr Sinne. Dieses einzige Kind, SatNrenleb mit Namen, war unter der sorgsamen Pflege seiner Eltern zu einem starken, .gesunden Jüngling herangewachsen und ging eifrig seinen' wissenschaftlichen Studien nach. Aber mit ettva achtzehn Jahren wrrroe der junge Mann urplötzlich von einer tückischen Krankheit niedergeworfen, lag ncehrere Tage, hindurch in hohem Fieber, sprach irr und wußte nichts von den Vorgängen ringsum. Es kanten Roiphes,-) „Gut-Aug-Absprecherinnen", matt betete Psatntien in allen Synagogen Brody hatte deren dreißig —, man lernte Mischnajotw) und machte Mischeberack^) — aber der junge Mann verblieb irr einer brennenden Fieberhitze und die alten Leute sagten, man müsse Blutegel stellen, es sei ein Kopstyphns. Ein junger Arzt der Wiener Schute, der sich gerade damals im Orte niedergelassen hatte, erkannte, daß es eine. Gehirnhautentzündung war. Die gute jüdische Mutter fragte nicht nach, der Art der Krankheit, sie wußte nur. daß ihr Kind in Lebensgefahr schwebre, und dachte nach altüberliefertem Brauche an einen „bösen Blick" iGnt- Aug). Es gibt gar viele solcher Steider und Hasser unter den Mirmetrschen, die es nicht mitansehen können, wenn irgendwo ein ruhiges Heiur, ein stilles Glückblüht und gedeiht. Wie die elenden Bestien, des Waldes gehen diese teuflischer! Gestalten, schon von Natur aus gewöhnlich düster und bunkel aussehend, unter den friedliebenden Menschen umher und schauen mit giftiger Scheel-- sucht und Mißgunst aus alle, die besser geartet sind als sie. Wenn jemanden! ei« Kind wohl gedeiht, wenn jemandem ein Geschäft gut gerät, wenn jemand beliebt und angesehen, wohlgelitten. ehrsam, tüchtig und intelligent ist, dann kommen diese Hyänen in Menschengestalt und streuen bösen Samen aus, kommen mir hini) . Vorgeschriebenes Verbrennen eines Trigstückes vom Sabbatbrote., wobei, «u Segensjpruch gesagt wi.o. -HeiMnftker, wie die Wien Baoec. in Wrrklichttit Stur- Pfuscher. ' ' _ |; W Man lieft Abschnitte Int Talmud' behufs Genesung öes Strauben. . Es werden beim Altar vor der Thora Segenformeln zur Genesung des Kranken gesprochen.