Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 14 (12.4.1918)
- Date
- 1918-04-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Dr. Bloch’s Aayrza», XXXV Zentralorgan fürbie.gesamten Ilntcresscn des gudemnms «o-(r jP O- OG R. k. Postsparkafscnamr «leariug.Verkehr: 810.97« oo St«d«kttow «nd Administration: W i r » u/i. Praterßraße 9 ^Telephoni 45-359 ~ö Q =9o Wim, 12. April 1918 Erscheint jeden Freitag vrief-Adrefle: Wie», ll/i. Praterstraße 9 Lelezramm-Adreffe: Bloch t Wochenschrift. Wie» 0(5= P DO Q Bezugspreis: Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 20 Kronen Einzelexemplare &0 Heller K»l«igtx: Lie »««i Aespalt,«» Petttrette «0 Heller * C e\C Gn Inhalt: Leitartikel: Die frohe Botschaft des Grafen Czernin. — Die Juden Hatz zum Osterfest. — »Res judieata.« — Kriegsdeko. rationell jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Acht Söhne im Felde. — Hohe Auszeichnung eines jüdischen Sportsmanues. — Gedenktafel. Nach dcpr Tode ausgezeichnet. — Jüdischer Feldgvtresdienst an der Piave. — Der Wiederaufbau de? Levpvldstädter Tempels. — Abraham Epstein. — Korrespondenzen: Die Begnadigung Hilsners. — Aus einem Wiener Krankeuharsie. — Oberkantor Jakob Bauer. — Karlsbad. — Hermann Cohen. — Vermischtes. — Feuilleton: Gawriel. —'Neue Bücher. — Briefkasten. — Notizen. Inserate. Die frohe Zotschaftdrs Grafen Czernin. ,,Dieweil der Herr mich entsendet. Heilesdotschaft . zu bringen den Eedemütigten, zu heilen die munden -Herzens sind, zu künden Gefangenen Freiheit, Gefesselten Erlösung, auszurufen eine Zeit des Wohl- \ gefallens vor dein Ewigen, einen Tag der Sühne» zu trösten alle Trauernden." Zesajcis. .Kap. 61 B. 1—2. In feiner großen, historisch- .gewordeneil Rede vor der Abordnung - des Wiener Gemeinderares überbrachte Graf Czernin auch dem jüdischen Volke eine frohe Botschaft -- eine Botschaft der Freiheit und Erlösung! Das rumänische -Jildenelend hat sein Ende erreicht. „Die Inden werden von nungleichberechtigte Bürger in Rumänien sein!" Ein langer Traum wird znr^Wahrheit, ein heißes Schnell geht in' Erfüllung. Und überall, lvo nur NachkomMerl der alten Propheten von dieser frohen Botschaft Kunde erhalten, lverden sie den Namen des Graselt Czernin segnen und mir Dankbarkeit als Befreier preisen. Die Rechtlosigkeit der.rumänischen -Inden war eine frremteuöe Wunde am Leibe des jüdischen Volkes, der letzte schmerzhafte Ueberrest alten Knechtschaftleideits. Nun erstrahlt auch diesen unglücklichen Brüdern llach beit Worten des letzten Propheten (Malachi, 3, '20) „eine Sonne der Gerechtigkeit und trügt Heilung,-und Genesung aus ihren -Lchivingell". Gegenüber altelr/Zweifelsuchtigen sei gesagt: Gras Czernin kennt Rumänien genau, er weiß, wie wenig' rumänischen Versprechungen zu .trauen ist, feitut die Schliche und. die Tücken 'rumänische'r Politik in früheren Jahren, ihm ist nicht -unbekannt,- ivie -raffiniert Rumänien selbst internationalen VertragsverpslichLungell sich zu entziehen versteht. Wenn Graf Czernin in historisch gewordener Rede vor aller Welt die. endgültige Ljösung der rumänischen.' Judensrage proklamiert und den rumänischen. Juden die Gleichberechtigung verkündet, so darf alle Welt zu seiner anerkannt hohen Staatskunst Ms-Vertrauen hegen,' daß er für die restlose Einlösung dieses Verfprechelis hinreichende Sicherheit und Bürgschaft besitzt. Da durchstreifen Ageliren der Entente die neutralen Lsällder und erzählen in jüdischen Versantmlnilgen voll den vielen großartigen Verheißungen, welche .englische und «französische Minister für den Falt ihres Sieges dem jüdischen Volke versprochen haben. Sie wollen den Jndenstaat in Palästina wieder ansrichten. Nur müssen sie — erst Palästina besitzen. In Rumänien aber haben sie den namenlosen Mißhandlungen und Verfolgungen der Juden während des Weltkrieges' ruhig und teilnahmslos zugeschaut, während sie so leicht Abhilfe Hätten bringen können. Sie versprechen iirtmet bloß für die Zukunft, für die Gegenwart taten sie nichts. Sie verkünden Heldentaten der Freiheit, die sie einst in der Zukunft, zu vollbringen gedächten. Inzwischen haben einzig die Siege der Zentra.lm-ächte den sechs Millionen I u d e n R u ß t a it d s E r t ö s u ll g g e - b x a ch t a u s j a h r h n n d e rtalte r K n e ch t s ch a s l und nun sind wir Zeuge der Krönung und Vollendung dieses w e l t g e f ch i ch t l i ch e n Er t ö s ll n g s werk e s durch die Verhandlungen von Bukarest. Indem die Zentralmächre beim Abschluß des ru- Miänischeu Friedensvertrages ihr ganzes Gewicht und ihren hohen Einfluß in die 'Wagschale "geworfen haben,. 11111 die Emanzipation der rumänischen Jlldeli zil verwirklichen, haben sie beit Beweis erbracht, daß. sie beim Abschluß dieser Welikatastrophe tu Enrova eine Trdnung der Gerechtigkeit schassen wollen,- und widerlegen so am kräftig stell die Verleumdung, daß der voll ihnen geplante Neuausbau des europäischen Staatslebens nur nach militärischer und m achtpol irischer, nicht nach humanitärer und freiheitlicher Richtung erfolgen werde. Einen» wehrlosen, aber alreit VolksstämM haben die Zentralmächte Freiheit ulld Selbstbestimmilllgsrecht aus heißumstrittenem Boden gesichert. tuteten Mir einer Frivolität, die in der Geschichte der ge en Menschheit keine Wiederholung aefimben, har Rn In der vergangenen Woche ist wegen der jüdischen NIcrMM die ,^österreichische Wechenschrlit“ nicht erschienen. Der heutigen Nnimtier liegen Posterlagscheine bei,