Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 12 (22.3.1918)
- Date
- 1918-03-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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t fit. 12 Dr. MoH'S „Die Entwicklung der österreichischen Eisenbahnen, unter Kaiser Franz- Josef I.". Auch die Röllsche Enzyklopädie hat er um einen sehr gediegenen Beitrag bereichert. Seine letzte, vor wenigen Jahren erschienene Schrift „'Zur Genesis' der Orientbahnen" besitzt durch dir kriegerischen Ereignisse vollste Aktualität. Seine Verdienste wurden in reichstem Maße gewürdigt. Seine Geburtsstadt Proßnitz in Mahren hat ihm die höchste einer - Gemeinde zur Verfügung stehende Aufzeichnung — das Ehrenbürgerrecht — verliehen. Das Komturkreuz des Franz Joses-Ordens, der Orden der Eisernen Krone und zahlreiche ausländische Orden und Ehrenzeichen zieren neben der österreichischen Medaille für Wissenschaft und Kunst die Brust des Gelehrten. An seinem^ Jubeltage vereinigen sich die Freunde und . Verehrer Hoftat Komtas zü dem aufrichtigen Wunsche, daß es ihm zur. Freude seiner Familie noch viele Jahre vergönnt.sein möge, sich der Anerkemmng und der Ehren zu erfreuen, die sein Wirken für Dtaat und Wissenschaft in hohem Grade verdient hat. Eine REineraborÄnung beim KuLwsMinister. Eine Wordnüng der Rabbiner Galiziens, bestehend aus den Herren Benzien Katz (Borczow), Leiser Leier (Trembowla), Nehemia S p i r a (Sassow), sprach dieser ' Tage beim Kultusminister Dr. v. Cwiklinski in Angelegenheit der Subventionierung der Rabbiner vor und verwies aus die vom Abgeordnetenhanse erledigte Kongruävorlage, die eine Ergänzung für die 'Geistlichkeit der anderen Konfession notwendig mache. Der Minister verwies daraus, daß eine Statistik über die Zahl und die Materiellen.Verhältnisse der Rabbiner nicht vor- .liege, er werde trachten, sich eine, solche zu verschaffen und, falls möglich, aus administrativem Wege den Wünschen der Abordnung in irgendeiner Form zu entsprechen. 'Die Abordnung konferierte auch mit dem Referenten für die Kongrua, Baron Fuchs, der für den Fall, als die Angelegenheit vor das Parlament kommen sollteseine Unterstützung, für die vorgebrachten Wünsche zusaate. Budapest. (D i e n e u e n M i t g l i e fr er derC h e w r a- Kadis ch a.) Kürzlich fartfr die feierliche Ausnahme der neuen Mitglieder der Pester Chewra-Kadischa, der größten und mächtigsten jüdischen Wohlfahrtsvereinigung Ungarns und der Monarchie, statt. Nicht weniger als 5200 neue Mitglieder wurden diesmal ausgenommen. Unter denselben befindet sich auch eine Anzahl interessanter Persönlichkeiten. Abgesehen von Mehreren bekannten Schriftstellern und Journalisten, haben ihren Eintritt in die Chewra- Kadischa angeMeldet und wurden als Mitglieder, ausgenommen: Honvedoberst Alois' Eisenstädter, Sektionschef im Honvedministerium, Honvedoberst Leopold S e - best! de Szarvas, der erst jüngst in Anerkennung seiner Heldentaten bei der' Erstürmung des Lovcen geadelt wurde, Ministerialrat i. R. Edmund Klein und der Jurist Johann Vazsonyi, Sohn des ungarischen ' Justizministers Dr. Wilhelm Vazsonyi. Saübatruhe im Hinterland. Ileber telegraphisches Ansuchen des Kismartoner Oberrabbiners Dr. Hermann Klein wurde derselbe vom f. ■ u. k. Kriegsministerium, Abt. X, Jnt.-Nr. 615» vom 16. Februar d. I.. verständigt, datz die diesbezüglichen im Vorjahre herausgegebenen 'Erlässe durch das Kriegsministerium sämtlichen Militärstationen ins Gedächtnis gerufen und dahin ergänzt würden, datz die Bestimmungen, betreffend die Einhaltung des Sabbats -und der jüdischen Feiertage durch die jüdischen Soldaten auch auf die ungarischen LandsturMmänner ausgedehw — den, Welche zur Dienstleistung ohne Waffe berufen werden. Wochenschrift; r ' ®<««187 km landrätliche Antwort. Hamburg. Das hiesige ÄnLisemitenorgan, frie „Deutschvölkischen Blätter", hatten gegen die Verabfolgung von österlichem Zucker an die Juden aus Zuckermarken genörgelt und darin eine Bevorzugung der Juden erblicken wollen. Daraus ist dem Platte eine Zuschrift des Landrates des Kreises Stormarn, von Bonin, folgenden Wortlautes zugegangen: „In der NumMer 8 der „Deutschvökkischen Blätter" vom 22. Februar 1918 findet sich auf Seite 31 eine Notiz, „Die Bevorrechtigten". Ich bemerke dazu ergebenst, daß ftir den rituellen Zucker bei dem Rabbiner Dr. Bamberg er Zuckermarken abgegeben werden müssen. Die Frage, wohin „sich die christlichen Einwohner usw. zu wenden haben", erübrigtsich daher. Ich stelle anheim, hieraus in einer Berichtigung aufmerksam zü machen." — Die Antisemiten wissen nun also, daß sie bei ihrem! Krämer Legen ZuckerMarken zu Ostern dieselbe Quantität Zucker bekommen können, wie die Juden beim . Rabbiner. Eine Großprganisation zur Abwehr des Antisemitismus in Deutschland. Ein Aufruf an alle freiheitlich Gesinnten. Die sträflichen Versuche der Alldeutschen, die Volks- Wut, welche sich gegen die unverantwortlichen Kriegshetzereien richtet, durch Entsachung eines wilden Antisemitismus abzülenken, hat soeben zu einer großangelegten Gegenaktion geführt. Der Vorstand des „Vereines zur Abwehr des Antisemitismus" hat zahlreiche Nebenstellen gegründet und erläßt soeben in allen größeren deutschen Städten den folgenden flammenden Protest: „Die einmütige begeisterte Hingabe, Mit der ganz Deutschland in den ihm aufgezwungenen Kampf trat, hatte die Hoffnung erweckt, fraß es für immer vorbei sei mit der Bewertung der einzelnen Volksteile nach Glauben und Abstammung; hatte diese doch dem deutschen Namen im Anslande unendlich geschadet, im Innern unendliche Verbitterung geschaffen, die Gegensätze verschärft. Diese hochgemute Auffassung, die eine Beendigung unserer Arbeit in naher Frist ins Auge fassen zu können glaubte, hat sich nicht verwirklicht. Schon wieder hat ein neuer antisemitischer Feldzug begonnen: alle Anzeichen lassen erkennen, daß er nach Beendigung bes Krieges in schärfster Form' fortgesetzt werden soll: um* fangreiche Vorbereitungen sind dazu getroffen, gewaltige Geldmittel dafür gesammelt. Unter Verleugnung! der Tatsache, daß leider mitten iM schweren Kampfe Habsucht und Wucher in allen Kreisen des deutschen Volkes Platz gegriffen haben, sollen Verfehlungen einzelner jüdischer Volksgenossen verallgemeinert.und zur Grundlage eines Kampfes gegen die deutschen Juden gemacht werden; gegen rmsere jüdischen Mitbürger, die im Kriege genau so ihre Pflicht getan haben wie die anderer Konfessionen, die auf zahllosen Schlachtfeldern geblutet, die Tausende ihrer Söhne dem Vaterlande zum Opfer gebracht haben. Die Absicht der Judenfeinde zielt aber tiefer. Sie wollen den Judenhaß als Mittel ausnutzen, um die stark gefährdete unberechtigte Vormachtstellung einer kleinen. Kaste noch einmal gegen die doch nicht aufzuhaltende Neuordnung der inneren Verhältnisse Deutschlands, zu befestigen. Demgegenüber ist es Pflicht aller vaterländisch Gesinnten, den Ansturm der rückschrittlichen Parteien zu bekämpfen. Das Vaterland bedarf bei seinem Wiederaufbau der Kräfte eines jeden, der sich freudig zu ihm bekennt, unbeschadet seines Glaubens und seiner Abstammung. Es gilt, die in ihrem tiefsten Grunde unsittlichen j