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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-15 · 11 (15.3.1918) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
11 (15.3.1918)
Date
1918-03-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 16» M. 11 Dr. Bloch'S Wochenschrift in deutschfeindlicher Weise betätigt. — Es ist bedauerlich,' daß, sich btt Bearbeiter des Handbuches seiner Verpflichtung An einer gewissenhaften und sachlichen, jeden Schein von Gehässigfeit peinlich vermeidenden Behandlung seiner Aufgabe /nicht immer voll'bewußt war. Ein Jesuitenpater als Förderer der Wissenschiast des Judentnrnis. -In Madrid ist.Jesuitenpater Fidel Fitä, 80 Jahre alt, verstorben. Ihm' verdankt die archäologische Forschung vorjzugliche wissenschaftliche Leistungen; , er ist ihr Begründer in Spanien. Auch zur Geschichte der Juden hat er durch Rettung und Auszeichnungeiner zahllosen Menge von hebräischen Inschriften Hervorragendes geleistet, da diese Denkmäler des jüdischen Lebens ohne seinen unermüdlichen Forschereifer zUM größten Teile für die Wissenschaft verloren wären. Das gilt namentlich Von seiner grundlegenden SaMmlung der Llonnweuta Judaica, wie er überhaupt der Erforschung der jüdischen Kultur ein besonderes Interesse zuwandte. Ihm ist es u. a. zu verdanken, wenn die seit dem! Ende des 15. Jahrhunderts in Kirchen umgewandelten Synagogen in Toledo und anderen Orten deM Gebrauch entzogen und als Kulturdenkmäler der staatlichen Fürsorge übergeben, wurden. Er erfreute sich allgemeiner Verehrung. Seine wissenschaftlichen Verdienste sind in Deutschland durch die' Verleihung der Mitgliedschaft des deutschen archäologischen Instituts anerkannt worden. Die Verehrung, deren er sich in Spanien erfreute, kam auch dadurch zum Ausdruck, daß er 1912 zum Direktor der Akademie der Geschichte'als Nachfolger Menendez Pelayos gewählt wurde- IeManu Höchens Wr das" soziale Ideal bei Plato und - - / ' den Propheten. In der ersten der diesjährigen Montagsvorlesungen ander' Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums verglich Hermann Cohen in geistvollen Ausführungen das soziale Ideal bei Plato und den Propheten. Die ersten griechischen.Philosophen, deren Schüler und höchste Vollendung 'Plato .darstellt, haben - ihre philosophischen Kenntnisse als Reisende im Orient, erworben. Es ist Platos großes Verdienst, dieses ftemde Kulturgut zu eigenem griechischenBefitz geMacht zu haben. Mit dem Begriff des Guten, den Plato auf der Suche nach dem Problem der Sittlichkeit fand, wird er zum Begründer der vWosovhischien Ethik, deren beide Fundamente — wissenschaftliche Erkenntnis und Sittlichkeitsproblem --- sich! hier zum erstenmal verbinden. Wer bei Plato fehlt die Idee der Menschen Noch voMomm'en, die znM erstenmal durch! den'Juden Philo in die Platonische Jdeenlebre einaerührt wurde, der bei diesem Schritt nicht der vbftosophischen Schule, sondern dem' provhetisch-jüdischen Geist gefolgt ist, denn das' Wechselverhältnis zwischen Gott und MenWen bildet den Hanvtinhält der Propheten. Die Gotteserkenntnis ist das Hauptgebot der Bibel. Wer dieses Erkenntnisaebot ist ganz anders als bei den .Mrie.chen, sie suchen die /Antwort nicht in der Astronomie oder anderen Wissenschaften, sondern erwerben sie in idealistischem Sinne von jenseits alles sinnlichen Seins. Hier tritt der sittliche Faktor ein: was bei Plato das Gute war. wird bei den Prooberen der Gute. Mit fym Begriffe des einziaen Gattes wird mgkeW der Begriff des Menschen und der Liebe ..geschaffen; Für die Propbe^n war die Armut das Leiden /der Menschen. Mit dem E/barmIen ging ihnen die Liebe ans. In der Armut, die sie zuM Angelpünkt des Dastins machten, erkannten sie das Grundleiden der sozialen Kultur, der Arme ist der Jdealncknsch, an dem! sich die Gerechtigkeit Gottes zur Offenbarung bringen wird. Tie soziale Gesetzgebung wird zum Ideal des thevkratischen Staates. Das soziale Ideal Platos' vertreten dagegen drei scharf geschiedene Stände: Philosophen, Krieger und Gewerbetreibende. Hier fehlt der Begriff des Menschen noch ganz. Bei den Propheten ist die enge Standessnnd Stadtpolitik durch das Mitleid mit den Menschen überwunden. Politik und Gottesglauben sind in den -Menschheitsglauben übergeganaen; das Reich des' ewigen Friedens, bte'e Erfindung der jüdischen Propheten, wird die ganzs Menschheit umfassen. Der viel bewunderte Fortbestand des indischen Volkes beruht auf der Tatsache, daß der einzige Gott nn'er alleiniges Eigentum geblieben ist, das die anderen Völker der Wett noch nicht so tief in. sich ausgenommen haben, wie die Juden. Diese Tatsache verbürgt uns ewigen Bestand. Den tiefdurchdachten Ausführungen des großen Philosophen folgte ein aufmerksames Publikum. Auszeichnungen und Ernennungen. Der königl. ungar. Honvedminister hat den Ldst.- R.-F.-Leutnant Viktor Guttmann zum Ldst.-Ober^eut- . nantrechnungsführer ernannt. ' Oberleutnant^echnnngsführer Guttmann ist im - Zivilleben Kaufmann in Wien und ist vom Mannschaftsstand zum Offizier befördert worden. Ferner wurde der Ldst.-Fetdwebel E.-F. Mar Winter zum Ldst.-Fähnrich befördert- Fähnrich Wirrt er, ein Neffe des Rabbiners Prof. Dr. I. Winter- Dresden, rückte im März 1915 als Einiährig-Freiwilliqer ein und wurde nach AWölviernna der Offfiiersschule zum Feldwebel befördert. Beide Offiziere sind Ressortleiter in einem Kriegsgefangenenlager. -Dem Rittmeister Siegfried Manuel, zugeteilt der Div.-San.-Kolonne 7, wurde für besondere Verdienste um die Sanitätsvstege im Kriege das Ehrenzeichen 2. Kl. vom Roten Kreuze mit der Kriegsdekoration verliehen. Moritz.! LA bl. Rechnungsuni eroffizier 1. Kl., k. u. k. Res.-Tel--Ben.i-Wt., wurde das silberne Verdienstkreuz mit der Krone um Bande der Tavferkeitsmedaille verliehen, außerdem erhielt ier hie ''Werne Tamerkeitjsmeda'lle 2. Klaffe. Lehrer S. S t r e i s a n d ist zum Landsturmdienste im Jahre 1914 eingerückt, hat beim Landsturmreaiment Nr. 13, 24 und' zuletzt beim Schützenregiment Nr. 36 gedient. Jetzt wurde er als Lehrer an der städt. Volks¬ und Bürgerschule in Krakau enthoben, an welcher erseit 1907 tätig ist. "Anläßlich seiner Enthebuna wurde ihm vom BataillonskomMando des k. t Schützenregiments Nr. 36 nachstehende belobende Anerkennung ausgesprochen: ..Der zufolge Enthebung aüs seinen Zivilposten -abqehende Einj.-Freiw. Zugsführer Sälomon S t r e i f a n d hat sich wahrend seiner mehr als ein Jahr dauernden Dienstleistung als A. in der Adjutantur durch seinen Fleiß, sein besonderes Pflichtaefühl und seine Verläßlichkeit besonders verdient gemacht und ich spreche, ihm' im ’> Nansen des A. H. Dienstes Meine Belobung aus." Höerstkeulnanl Leopold von Seßeß. Dem wegen seiner Heldentaten wiederholt ausgezeichneten Oberstleutnant Leopold Sebeß, über dessen heldenmütiges Verhalten vor dem Feinde auch in diesen Blättern des öfteren berichtet werden konnte, wurde von Sr. Majestät — wie „Egyenlöseg" berichtet — in Anerkennung seines während der gegen den Lovcen gerichteten krieaerffchen Aktionen bekundeten Heldenmutes der ungarische Adel mit dem Prädikat „de Szarvas" verliehen.

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