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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-15 · 11 (15.3.1918) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
11 (15.3.1918)
Date
1918-03-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Vr. 11 Dr. Bloch’s XXX¥ Zentralorgan für die gesamten flnteressen des Jubentnms o CF /> DO * i. $o*Upcrtaffcnamt Clearinfl.Verkchr: 810.976 oo RrdaMon und Administralton: Wie« Vraterstrafte 9 ^Telephon! 45*359 QO-...~-Oo lb Wie«, 15. März 191« OG= Q Erscheint jeden Freitag Brief-Wrefle: Wie«, H/i, Praterstrafte 9 Telegramm-Adreffe: Bloch » Wochenschrift, Wie» Bezugspreis: Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 20 Kronen Einzelexemplare 50 Heller Kaitfgca: Sie 2 ««l gef&alteae f etit|eUe CO Heller Do Q oCb * =0O Inhalt: Leitartikel: (Sin numerus-clausus für jüdische Studenten in Wien. — Aus der Woche: Aus dem Abgeordnetenhause. — Herbert Samuel gegen Lord Northcliffe. — Lord Northcliffe — ein Arier. — Ein Jesuitenpater als Förderer der Wissenschaft der- Judentums^ — Hermann Cohen über das soziale Ideal bei Plato und den Propheten. — Auszeichnungen und Ernennungen. —. Oberstleutnant Leopold von Sebeß. — Auszeichnung der Frau Anitta Müller. — Der gute Geist von Raducaneni. — Eiserne Krone nach dem Tode. — Grabinschriften auf dem Buso bei Oro. — Jüdische Helden auf dem Budapester Friedhof. — Korrespondenzen: Reform des Statutes für die Wiener isr. Kultusgemeinde. — Aus dem Militärkommandobefehl Nr Ü9 desk. u. k. Militärkommandos in Wien vom 11. März 1918. — Wien. — Die Generalversammlung des Tempelvereines Wieden-Margareten. — Komotau. — Bermifchtes. — Feuilleton: Jsak Unger. — Literatur. — Brieflaften. — Notiz. — Inserate. Gi« numerus clausus für südische Sladente« in Wie» Die christlich sozialen Abgeordneten Dr. Jerz a b e k und Genossen richteten an den Unterrichtsminister eine Anfrage- „was er veranlassen wolle, um einer lieberflutung der Wiener Hochschulen — insbesondere der .Wiener Universität — mit jüdischen Hörer.n ent- . gegenzutreten, und ob' er geneigt sei, für die semitische Hörerschaft der Wiener .Universität einen numerus elan- 8U8 einzuführen in der Weise, daß künftighin jüdische Studenten nur in einem der Anzahl ihrer in Niederösterreich seßhaften Glaubensgenossen entsprechenden Prozentsatz zur Inskription zugelassen und analoge Maßnahmen zur Wahrung der Rechte der arischen Studentenschaft und Hintanhaltung ihrer Verdrängung durch semitische Eindringlinge auch bei den übrigen Universitäten Oesterreichs getroffen werden?" Es zeigt sich hier, wie in vielen anderen Erscheinungen, daß der österreichische Staat in Bahnen gedrängt werden soll, die Erbschaft des unter dem Fluche der Menschheit zusammengebrochenen Zarentums' in der Führung der europäischen Reaktion zu.übernehmen. Bekanntlich bestand eine solche Norm tat- ' sächlich im! ' weiland russischen Zarenreich. Nur gab es dort keinen einheitlichen Schlüssel für das ganze Reich. Die „Reichspost" geht hierin in ihrer russizistischen Gesinnung noch! weiter. Ausgerechnet 3 Prozent werden gnädigst gewährt. Es wäre nur noch zu fragen, ob denn sämtliche Menschenkinder ohne Unterschied, ob Stadt- oder Dorfbewohner, das gleiche Bildungsbestreben und die gleiche Bildüngsfähigkeit besitzen. Dann gibt es bekanntlich unch Unterschiede des.Stammes. So gibt es z. B. ein Ruthenenvolk mit vier Millionen und mehr - S eelen in unserer Monarchie, mit über drei- Millionen in unssreM Staate. Diese Abärt von. Christen (um die Sprache der „Reichspost" zu reden) besitzt keine Universität, keine;Technik, ^keine Realschule und nur fünf bis sechs staatliche Gymnasien. Die Polen, die unge- , führ ebensoviel Christen ihres Volksstammes in unserem Staate zählen, wie die Ruthenen, besitzen eine k. k. Akademie der Wissenschaften, zwei Universitäten, eine Technik, über achtzig Gymnasien, mehrere Real-' schulen. Nun gar erst die „Christen" deutschen Stammes? Die einschlägigen Verhältnisse dürsten Herrn.Jerzabek und Genossen wohl gut bekannt sein. Wie wäre es, wenn man fragen würde, wieviel denn eigentlich die Deutschen im Verhältnis zur 'Gesamtbevölkerung ausmachen, und man danach einen „Schlüssel" für die Konsularakademie, Kadettenschulen usw. auch für die „Katholiken" und Protestanten deutschen Stammes festlegen möchte? Dann käme konsequenteUveise auch eine nähere „prozentuale" Bestimmung für die Dorf-, Stadt- und Schloßbevölkerung. So offenbart sich eine geheime geistige Verwandt^ schast der Hausgeister der Christlichfozialen mit dem schmählich verendeten Zarentum. Daß daraus Anarchie folgen muß, lehrt die Geschichte. Werden aber die fernen Geister gerufen, so können sie gar leicht telepathisch wirken und sind dann nicht zu bannen. Entweder — oder. Ueberdies sei festgestellt, daß selbst nach den Angaben der „Reichspost", die die unsaubere Hetze gegen die Wiener jüdische Bevölkerung inszeniert hat, unb deren Ziffern den Anträgen des Herrn Jerzabek zugrunde Liegen, ßüepbso l ute Anzahl der hstd. Studentenschaft sich stark vermindert hat. Von einer Gesamtzahl von 6613 im Wintersemester 1914/15 waren 2668 > Juden, hingegen im Wintersemester 1915/16 2115 und im Wintersemester 1916/17 1884. Ebenso waren in den Sommersemestern 1914/15, 1915/16 und 1916/17 die respektiven Zahlen bei den Juden 2183, 1897 und 1588». - Allein selbst relativ genommen, d. h. im Vergleiche mit den katholischen, haben sich speziell die jüdischen Studenten (mitsamt, den „Flüchtlingen") gar nicht oder fast gar nicht.' vermehrt. Beweis sind die von der. „Reichspost" -gelieferten? Zahlen

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