Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 10 (8.3.1918)
- Date
- 1918-03-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 10 Dr. Bioch's Wochenschrift Sette 159 ■|.Sr Me paar Juden in Landstadt *n!td der Umgebung,' die * kündigte sich ilach ' Beruß'stErziehung ürld^.e.rhistt. stvn wie MrtwilrzelteStMyne Marelp...-Msanmienzuhalteiii'-Zlnd'..- dem . jungen Manu Siegfried Lsttch. hieß er -st'jdie pön' ihnen die stichst gelingei Killtnsstener/ettlznheben, . besten Anskünfre. Dann ließ er den Kantor kouünenstdawar keümLeichtos. Da galt estLpweilen recht viel Energie mir nach er Fragen stelle undfein Urteil abgebe;, seltsamerweise war dem .sonst so -.-redseligen, Hermann - ' die Kehle wie. zngeschnürr. Ter Schadchen mistkte .langer, ungeduldig zu und folgte 'ihm, als er sich in Heu Keller üufzubieLen. Weniger. Autorität .besaß Ungeist darin/ein , Zweiter Sokrates, in seinem Hause. fr Hier vermied er aber,Mn Mer/Gtreit und SWrm, um. den Kirrderm HM verderbMe, Hi^ches hänsWen - Anfriedens zu ersparen. verstand wie" Frau es./portrefftich, die Kindererziehung,..ggnz in ihre HarrM zunehmerr. Sie, die schoß eiwäs vMt der Kultur gengscht chatte — sie war aus Scheibbs — und sich, nach Fremd- . artigem U erzehrte-, .führtedi^- stH-ed^art im... Müstde: HMeiüei Eülder i'müsseri den 'Christen Mefthstwerdemst — Im zartesten Kiirdesalter mußten Sali und Adolf; ein. Stündchen Klaviergeklimper und 'Französischplapvern bei -der „ansgeliehenen" Gouvernante des Ortsädvokatenst'Dr. , Goldscheider nehmen. So wuchsen sie heran in einer, '-anderen-Welt, als'- die des Vaters war. .Der.war ihnen fast/entfremdet. Sie ahnteü-'nucht 'einmal," wie sehr er-. ,'an ihnen., hing,' wie stark -.seine Liebe stKst ihnen war... Ms 'die Mutter ihr „Molschen"' nach. Wien'aufs Gymnasium begleitete, rief ihr Jsäk Unger mit bangem Ge-- , fühl-zu i: „Daß du mir ihn töenigstens in ein gut jü- /disches Hans gibst!" . ■ . st . Daran sich zu halten, fiel ihr nicht ein, im Gegensteil, eine völlig assimilierte 'Familie in der Zirkusgasse hatte ausfindig gemacht; hier sollte Adolf sein ^.zweites Elternhaus finden. Da er fleißig lernte und gute "Zeugnisse nach Hanse brachte, war JsastUnger zufrieden und ..kümmerte sich uw das weiterenicht. Erst unter des Kantors 'Einwirkung raffte er sich'zu einem- Schreiben an den Sohn auf mit der Ermahnung, daß er sich dem Studium der jüdischen Geschichte und'Religion ‘ eifriger widme, was bestens , zur Kenntnisgenommen - wurde. . Adolf hatte so seine eigene Art, zu schreiben. In den Ferien hatte der Kantor. Gelegenheit, ein Bürschichen kennen zu lernen,, geschniegelt und eingebildet,/zunnü auf das „arisch" blonde Haar;, das du Stroh gemahnte, kleb er .Drängen des Vaters, den wieder der Kantor mit seinen Bemerkungen dazu brachte, ließ,' sich Adolf hcstbei, einmal an einem Freitagabend, ins Bethäus zu kommen, freilich schon gegen Schluß x, -UndMoch. eines erreichte der Kantor: Jsak Unger, dem-das aufgerüttelte Gewissen nm- Wein begab, und hier wurden sie handelseins., währenddem richtete hie Frau Unger'an'den Heiratskandß- .baten noch eine' Frage, die entscheiden sollte: „Wie gställt Ihnen Don'Carlos?" . ... ,x, ,Manz out," gab der junge Mann zurück, ,.er ist ein anständiger Mensch?" „Schiller har' ma anständige Menschen beschrieben," sagre sie undrief ihre Sali herein, hie gar zu sehr. bei der Hand war. Die jungen Leutchen, harmlos, bekannt gemacht, vertieften sich in -.ein Gespräch über die Reize der Wiener Stadt . . . Wiewohl Sali gegen-.„gekuppelte Partien" eine Abneigung besaß und nurvon romantischer Liebe schwärmte,-ließ sie sich verloben. Siegfried Laub aalt nicht umsonst als fescher Kerl. Ueberdies bot er ihr ein Leben in Wien! Zwar - war er dort .nur ein gewöhnlicher Platzvertreter, aber nach seiner Darstellung konnte dieser Beruf' es mit dem feinsten anfnehmen . . . Und einige Wochen später gab-es eine unglückliche Ehe mehr. Denn Salis Gatte . entpuppte sich als ungebildeter, roher Mensch der gar keiner Beschäftigung obliegen wollte, und die Mitgift im. Kartenspiel, langsam, aber -sicher „verputzte"/ Es blieb Jsak Unger nichts anderes übrig/ als das ftlnge Ehepaar von Wien nach Landstadt znrückzuberufen und den Eidam als stillen Gesellschafter in den Kauf zu nehmen, um so.-eher, als eine Anshilfskraft gerade nötig war, bet sich indessen in aller Stille^ein Konkurrenztzeschäft aufgetan hatte. Ein ans Ungarn zugereister, mit Kindersegen reich«- lich bedachter Mann, Falk Sandor, war:. nämlich-nach einigen gescheiterten Versuchen mit unterschiedlichen Unternehmungen zur Ueberzeugung gelangt, daß hier für ahn. keine bessere Möglichkeit war, sein, Auskommen zu finden, als in der Etablierung eines Schlnittwarenladens. Jsak Unger, der als „altbewährtes" Haus" auf das Vertrauen, seiner Kunden baute, sah in Falk nur einen Knltnssteuecträger mehr,' wogegen die Frau in i^nt einen Daß sie aber; mit: dev'Tych'keri-.DuMas -Und -Schiller las,? blieb ihm verbürgen. Abends hatte er ja soviel zu tun,,; indem er seiner JndengenseiistK.jo recht den Verwalter¬ und Versorger abgab. . . st Die Frau, die am liebsten mit christlichen -Familien,. verkehrt hätte, schluckte /den Berger über die zudringlichen -^Wischen' -Wendbesucher' -schwer.' herunter. - Sie" Pries sich glücklich,-/ daß sie ihren. Adolf aus dieser Atmosphäre^ heransgerettet hatte. In ihrem' Hochmut fand - sie keine ' /der ihrer Sali vargesch,lagerten.Partien passend. Der - Schochet, der zugleich auch Schadchen.war, schleppts'.unermüdlich junge Leute aus allen Restern herbei, er jverstieg die- Konkurrenz mit -Stumpf und Stiel auszurotten. Tie Pläne, die . er dazu ausheckte, wären nichts weniger als edel, weshalb sie auf den hartnäckigen Widerspruch Ung'ers stießen. Allein mit-der Zeit gewann der wackere Schwiegersohn mehr und mehr Einfluß ans ihn. Seiner Hautmuß man sich schließlich 'exwehren,, dachte Unger, und 'duldete diel harmlosen. Mittelen, deren sich Laub gegen Falk, bediente. Doch erbezahltedas Wateü im SchtayM-Mit--seiner- Ruhetund Selbstachtung- - Da-brächtö das Schicksal' eine -neM Wendung.' Der in Wien von rücksichtslosen Demagogen geschürte und immer mehr anschwellende GeschäfLsantifemitismns hielt mtrfl' in Londüadr Kinrirn, Iinli»^ ffipnfpii-pvz ich euch nicht verschaffen Frau Unger seufzte und ' hauchte: Wiener." - - ' - " ' \ . .. /• - Und' -er brächte M" Wiener/ Die: Meisten" waren .Wenigstens einenunter der Leitung wes Pfarrers stein Verein gegründet, dessen vornehmliche Aufgabe es war, die Jndenzn-zer- »malmen.- Geschäfte wurden nur so ausdem Boden ge- . stampft, io'o' die christlichem Bürger und . Bauern bei arbeitsscheue- Individuen, die in der' Ehst eine b'eqüenre - sonstigem Verlust des - Se-Äenheiles einkaufen /muhten. Versorgüng süchsten und- M -Greü. Absichten gär nicht: st Wr /die jüdischen Kaufieirtesthrachsteine Mtv KWHn. . Unter dem Berge hielten. Endlich -kach-einer, der ihr v ,'v;_ Unger: tvär-Mist porstden Kopß. gestoßen. WarM/das seiner. „Feschheibst/wLgenstäKsMhmen.d. gefiel. '.--Üliger' ^MesMeDWunWchM^^-.EMisten,> iMtstderEta er sich so gut