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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-02-15 · 7 (15.2.1918) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
7 (15.2.1918)
Date
1918-02-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sette 98 Dr. BlMj's WochjenMlft 9ltr 7 zugunsten des jüdischen Problems zu agieren; jaes leuchtet durch, .Äs' ob> Mrgland wegen der /Prollamie- .rüM^des JudenstaDes mit den Verbündeteir'feste WnWyMrgen gerrDen Hätte. Tjie Hyrennung eines jü- MchM. 'Wonneruenrs erscheint Mich den Moverungen in Evista säst-wie eine Gewißheit.. TM italienischen Bot-' fMDr M ÄWHMDüfMd im jwpgf* bekennen sich zu Anhängern des .Judenstaates. Tie französische Regie-- rung tut demonstrativ das Weiche. In Amerika ist mit dtt, WoWe für pfiß Schicksal oer rumänischen Juden- , die Sehnsucht nach Ausrichtung,'des Wischen Staates : M Heller BeMsterrmg -entflammt. J.n Rußland endlich . M die'M-evomttzm W beeilt, die Fe>seln, dir den Inden ange>egt waren,. zu sprestgen und dort ihre Maubens^ sfreiheit nrid WeiMerechHgung zu verkünden. Aus den -cheutrchen Staaten, HollnW Sch-weiz usw., wird zumeist : chie Weiche Slmwsr^chtung 'berichtet. Wo alles liebt, rann Eüti Mein nicht hassen. Auch im Kreise der verbündeten :;AentMmächite werden die Augen vor der Wichtigkeit 'Är -.MdAchsaZe, Me -.'catr nene^ WWt gewonnen, nicht verWoHen. - AnM Minister des' Auswärtigenhat zioni- ..stische Abordnungen empschrgen Und mit bedeutungsvollen rfteüt. Der deutsche Reichskanzler liest durchs BÄkreter das ziönistiche Ww'nskömitee in ähnlicher'Werfe beschMen und der Givoßwesir des Sultans -Ms" RepMfenLMt der unmittelbar beteiligen Vormacht - MMMtit' ahnlicheNNvvhlwoklenöen und v erheißnngs'bVs len MNWcht 'gNrück. Tias alles sind«-Merkmale dafür, s-chie'Msenrialien wie die .Imponderabilien einer spejichischen -Politik bei den leitenden Mäirnern der Knlturstaaten starkem Verständnis und besonderer Be-- begegnen. Sie sind ein offenkundiger Beweis üß es UN Line praktisch^ Ausgabe richtiger Podie Juden NM abAustoß-en, sie für die poli- MWen Zwecke uE Ziele einznnelMen und M gewinnen. Freilich' ist Wer zwischen den Ententestaaten und den '.ZeNHMöWtLK ° eiN' UntörsDch! zu machen. Kr die Län- >'der der HNtLnte ist das Züdmpr0blem eher ein 'Ziel- -'WMfMLr'MWren-Wititkk; für Oesterreichf-Üngartt. und '!Wr TieNtsWlNd ist es' mehr. 'Kr die Mittelmächte ist die l-Sodenfrage zugleich, ein Teil ihrer inneren Politik, der die Richtung und' Selbstbestimmung des polnischen s'Volkes nvch an Breite zugenomMerr hat. Wie aber dem -iMtnersei: aus diesen beiden Komponenten erfließt als - nMhen ist OV'NNd wie sie gelöst wird, züm Frontnren - des Mdentüms! und zum Vorteile seiner EittwicklNng', rvird'die ZüWift lehren. Allein soviel ist sicher, daß/'die iMWHse und, Tätschheu uns eine gewichtige Erkennt-' Mis verschaffen, die wert ist, festgehalten zu werden. - ' ' Es fällt nchnlich! Mitten in den Interessengegensatz zwischen den Ländern der Entente und jenen der Zen- LiÄkmachte die Kage der Bildung eines Judenstaates Äls gemeinschaftlich versöhnender Beruhigungspunkt, UM den sich ein edler Wetistzoeit zu schlingen scheint. Ter wo die Probe aus die Ehrlichfeit' und Aufdieser Bestrebungen gemacht werden soll, ist niM nicht WoMinen. Ob er fern ist öder nah, gleich^ Wiel, die SchWMsslnrrde wird früher oder später schlafen. Bis -dahin aber Haben wir noch ein anderes!, jüdisches Leid, für $0 Her Tag der Erlösung bereits ge- -komMen zu 'fein -WM, nW daraus sei das ' Augenmerk trag hat NNter der Bürgschaft der Signatarmächte, zu denen unsere verbündeten Staaten sowohl als ihre Widersacher, zählen, dem-Juden in Rumänien Gtanbeüsfreiheit, politische io® bürg erliche WeichherLchtigung, v erheißen. Tie rumänischen Böjardn haben sich.nichtcharan gekehrt! sie haben sich; nicht gescheut, -sich!darüberchinw'egzusetzen' und diejüdische Bevölkerung! rechtlos, und vogolfrei zu. halten, sie zu ächten und. zu hetzen und -zum Zielpunkt willkürlicher und' eigensüchtiger Politik zu mißbrauchen. Tfe Erinnerung hieran sollte den ZentralMcUKen vor allem ein Fingerzeig sein, d.q sie es selbst, und am eigenen Leibe.erfahren haben, was von ruMänischMTreue zu halten ist; sie haben den. Rumänen < den Wort- Und Vertragsbruchs gegen die .Juden hingehen tasseü, nun wurde vom BojarentuM der Vertragsbruch auch gegen sie verübt. Es sollte ihnen den Anreizs.darnm bieten, altes. Unrecht wieder gntzmn.achen und mindestens! jetzt in dem bevorstehenden Friedensschlüsse mit Rumänien darauf zu dringen, daß auch dieses Land sein feierlich, gegebenes Wort einlöst nndi den Juden Recht und Billig^ teil wid erfahren läßt.' Jetzt haben die'Zentralmächte eine" außerordentlich! günstige undwillkommene Gelegenheit, der iEntente es in ihrer angeblichen Judenliebe, ihrer angeblichen Judensörderung, znvoHutun, ihr den Vorrang abznlaufen. Tun dies die Zentralmächte, dann folgen sie nicht bloß einemGesühle der' Erkenntlichkeit für ihre heimischen Judensondern auch einem Gebot der Klugheit, weil sie dann der Entente die .billigen Lorbeeren streitig, machen, sich als demokratische und weitherzige Politiker zu Wüsten und sich selbst mit dem Vorwurfe der reaktionäre, zurückgebliebenen Elemente zu beladen. Die Zentralmächte haben Rumänien wie der geläufige Kriegsausdruck lautet '— fest in der Hand; sie haben die Macht, es zu erzwingen, daß die verderbt liche Judenpolitik Rumäniens! ans den PW. der. Sittlichfkeit mw der Zivi.isla.tion gesenkt werde. Solches Verlangen ist nicht her Anspruch a,us Entschädigung; es ist bloß die Forderung einer isstitutio in integrum, die gutmachen will, was ein verwerflicher Sinn an jüdischem?. Leib und' Leben 'verbrochen hat. Wie einstmals der vormärzliche jüdische Politiker Joses Ritter v. Werth e im e r es ansgerufen hat, daß das! Blut, welches die Juden zur Verteidigung des Vaterlandes vergossen haben, um sein Rocht schreit, MrNfen auch wir zeitgenössischen Juden Oesterreichs und Ungarns, die wir zur Ehre Und zum Rühme d es Landes, wacker und unerschrocken! gestritten und schmerzhaft gelitten , haben, daß unsere Stimme und! unser Ruf Gehör finde, damit-, den rmträi-, nischen Glaub ensbrstdern ihire Menschenwürde gewahrt und gewährleistet werde; nicht mehr und Nicht weniger, als. was den Juden in Rußland nach überlangemDrucke als eine Art froher „Auferstehung" beschert worden ist. Die - BMdigmig des MiWMchNes mit Rußland, Äe^ sich; nn den Frieden mit den Ukrainern schließt, hat Me ^Mtsache zur Reise- W!rächi, daß wer Friede rnit auf W eM Wege' ist. Rumänien hat seine -MDWöre JudenfWge -- eine JüdenUage/ die ein Stzjäyd- PeckWeWWMr und Zivilisati>on ist. Der Berliner Ver¬ Was Mattifest des Kaisers und der neue . ■ Staat der Wkraiua. ' In feierlichen Worten spricht Kaiser Karl durch ein Manifest an die Bevölkerung über .den Friedensschluß mit der Ukxaina. Hier liegt, sagt ^der Monarch!, die erste Frucht unserer siegreichen Waffen. und! unserer herrlichen Widerstandsfähigkeit in schwerer und opfervoller Zeit vor. .'■[ ■ Es ist, als stiege ein Dänkgebet zum .Himmel für . diese)eine erste Errungenschaft unserer Politik, hie vom Anfang ab eine Politik der SelbsterhalUing gegen die räuberischen Ueberfälle alter und unversöhnlicher Feinde ..war. Fast, .wenn. man . znrnMickt auf die Geschichte des Krieges mit RußlaM, .fast erscheint dieses Erlebnis Mit seinen; katastrophalen Episoden wie ein

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