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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-02-08 · 6 (8.2.1918) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
6 (8.2.1918)
Date
1918-02-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
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9ix. « . ' " Dr. Msch S Wochenschrift Seite »9 AjUfmf. Auf Grund des' vor einiger Zeit in verschiedenen ,/TagesWftenh' erschienttren Aufrufes sind dem Gefertigten sv'i manche Spenden zugekommen. Allerdings hat der Aufruf noch einegar nicht.beabsichtigte Folge gezeitigt, und zwar die, daß mir nahezu 300 Gesuche seitens solcher Frauen zugekommen sind, deren Männer entweder im Kriege schon' gefallen oder in Gefangenschaft geraten sind oder sich noch in irgendeinem Spital befinden. Die eingelangten Spenden reichten nun im Hinblick , auf die jetzigen Teuerungsverhältnisse für die Beteilung von nur 40 Kindern, so daß etwa 250 Gesuche unberücksichtigt bleiben mußten. Fast alle nicht beteilten Kinder kommen, nun' zu mir und bitten mich, . ihnen, wenn, schon keine Kleider, so doch wenigstens Schuhe zu schenken. Trotz der Kälte sind die meisten dieser Kinder so notdürftig gekleidet, daß es einem Menschen von Gefühl geradezu das Herz .zerreißen muß, wenn er sieht, in welch defekten Kleidern und in welch nochdefekteren Schuhen die Kinder die Schule zu besuchen gezwungen sind.. Um diesem Jammer wenigstens teilweise abzuhelfen, appelliere ich nochmals an das güte Herz der Wiener, > damit jeder nach seinen Kräften dazu beitrage, daß die Kinder der aus dem Felde der Ehre Gefallenen sowie der auf diesem Felde erwerbsunfähig Gewordenen, wenn schon nicht mit neuen Kleidern, so doch wenigstens mit neuen Schuhen beteilt werden können. Jede Gabe, sei sie auch noch' so gering, wird dankbarst angenommen und, wenn es der Spender wünscht, bezw. gestattet, auch im Wege der Presse veröffentlicht. Doppelt gibt, wer rasch gibt! Hof-m Gerichtsadvokat Dr. Leopold . B r a d y, Bezirksrat,;)r:-;.-v:v ’-Äv'2.''8^.,.2^, Obmann des Vereines .„Rudolfsbund" zur Bekleidung armer Schulkinder. Komitee ftir WstchtlmMürsorge, Triesch. , Triesch, den 30. Januar 1918. Das ergebenst gefertigte Komitee wäre der-löblichen - Redaktion zu -großem Danke verpflichtet, wenn. nachsteherrde Zeilen in Ihrem gesch. Blatte zur Veröffentlichung gelang en würden: ,DcB Komitee für Fllüchtlingsfürsorge in Triesch. hat mit einer 'Eingabe avr 28. November 1917 bei der k. k.' Bezirkshanptlnannschaft Jglau um Zuweisung von 1000 Kilogramm Stroh zur Füllunng vom Strohsäcken für die hier gegenwärtig' ansässigen Flüchtlinge nachgefucht. Laut Mitteilung der k. k. BezirkshauptmÄrnschaft wurde das Schreiben unverzüglich an die Futtermittelzentrale Wien weitergeleitet. Heute, mn 30. Januar, erhalten wir von der Futtermittelstelle Brünn ein unterM 28. Januar datiertes Schreiben, in welchem uns mitgeteilt wird, daß unsere Eingabe am 23. Januar der obbezeichneren Futtermittel- , stelle zugegangen ist. Demnach hat die Weiterleitung des Schreibens von dev FuLtermittelzentrale irr Wien an. die LandesfuttermittelstÄe in Brünn eine Zeit von nahezu zwei Monaten erfordert. Dürch derartige Lässigkeiten der Behörden müssen .. unsere armen Flüchtlinge büßen, da dieselben ohneStroh- . sackfüllung seit Wochen liegen müssen. - Wir glauben zwar, nicht, daß die Veröffentlichung bcyn heitragWrmserer Behörden zu beschleunigen, immerhin, möchterr wir dieses Vorkommnis der Oeffentlichkeit zur Kenntnis bringen. Wir danken Ihnen im vorhinein und empfehlen uns hochachtungsvoll Komitee für Ftüchtlingssürsorge, Triesch. ] Rud. M ü n ch. Wien. In den Rechen der „Schomrim"-O)rganisa'tiolr ist letzthin eine starke „Hechaluz"-Bewegung entstanden. Viele Schomrim wollen sich schon jetzt zur Feldarbeit auf dem Boden der Väter heranbilden. Wir müssen ihnen die Möglichikeir verschaffen, ihre Kräfte versuchen zu. können. Wir ersuchen daher diejenigen Gutsbesitzer und -Pächter in Galizien und der Bukowina, die bereit waren, mäh reich der Sommerferien eine gewisse, kleinere oder größere Anzahl jüdischer Gymnasiasten zwecks Besorgung von Feldarbeiten auszunehmen, uns chre Adresse angeben zu wollen. Die Details könnten dann schriftlich oder persönlich (durch das Erscheinen eines von uns) ausgemacht werden. Die Wresse unseres Sekretariats lautet: S. Horowitz, Wien, 9. Bezirk, Hahngasse 15/20. . Die Leitung der „Schomri'm"-Organisation in Galizien. Ein Jude mutz es sein! Aus Graz wird uns geschrieben: „Tut nichts, der Jude wird , verbrannt oder manchmal gehaut." Diesmal war es aber kein Jude, sondern ein echter Germane, der von seinen völkischen Genossen gehaut wurde. Solches hat sich in Ktggenfurt zugetragen und die Vorgeschichte lautet also: In deutschnationalen Blättern Kärntens und Steiermarks wurde mit viel Behagen, aber wenig Wahrheit erzählt, daß ein Operettenteyor der Klagenfurter Bühne namens Hans Steil au, natürlich ein Semit, abfällige Aeußerungen über Hindenburg gemacht habe und dafür gezüchtigt worden sei. Nun aber veröffentlicht der Operetten! enor Hans Steil au in der „Klagenfurter Zeitung" eine Erklärung, in der er bekannt gibt, daß seine abfällige Aeußerung über den größten deutschen Heerführer in vorgerückter Nachtstund« ohne Ueberlegung und ohne jede böse Absicht erfolgt ist, sowie daß sie seiner Denkungsweise und Gesinnung durchaus nicht entspricht. Da diese unbedachte Aeußerung in der Oeffentlichkeit berechtigten Aerger erregt habe, stehe er nicht an, sein Vorgehen ans das tiefste zu bedauern und sich hiefür zu entschuldigen. Steilau bemerkt noch, oaß er nicht jüdischer Herkunft ist, sondern einer alten deutschen Wiener Bürgerfamilie. entstammt. —Wer aber nimmt Herrn Steilau die Züchtigung ab? Berlin. (Professor Israels Porträt von Max Liebermann gemalt.) Professor James Israel, der seinen 70. Geburtstag in Oberhof verlebte, erhielt als Festgabe vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde sein von Max Liebermann gemaltes Porträt; das Bild wird später im Sitzungssaal des jüdischen Krankenhauses aufgehängt werden. Ter Vorstand, des Krankenhauses übersandte eine Adresse und die dirigierenden Aerzte, die Professoren Strauß, Kar e w s k i, Dr. Abel, Aaron und R osen st ei n, haben in einer besonderen Festnnmmer der „Berliner Klinischen Wochenschrift" eine Reihe wissenschaftlicher Beiträge über Israels hauptsächliche Arbeitsgebiete (Nierenleiden, Strahlenpilzerkrankung und Magenoperationen) veröffentlicht. Die früheren A s.s i st e n t e n und Schüler überreichten eine Stiftung von ungefähr 70.000Mark, die Professor Israel für wissenschaftliche Zwecke bepip wich.

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