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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-02-01 · 5 (1.2.1918) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
5 (1.2.1918)
Date
1918-02-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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viel Annüts-Mt, mch..-Kpar MürMößten - .ZudenarmE. Die.kteinen -Handwerker /mrd-GecherbA rechenden hcmseisi'. hch. -W'<^Äüs Hrem-'MiMeuiLWM aus- Hrem HäMeLhaNdel/ auf .Mn^.unglanMche^Arh ihr bißchen Leben fristen, das freslWMmMMDMiÜ^jst^nnb dessen Unterhalt völlig' in.Frage gestellt .mied,, wenn seine allzu schw anke Grand tage, auch nur die.: leiseste Erschütterung erfährt. - Ta wohüen die zahllosen Armen, die das Schick sql von einer höheren Lebensstellüng. herabgestoßen hat, und'die. nun von spärlichen Unterstützungen zehren. Und noch , tausendfaches Elend, dessen .Spielarten unerschöpflich * sind. Das Elend aller Lebensalter, vom verlassenen Säugling. beginnend,' dessen klägliches Wimmern ins Grab der toten Mutter dringt,, bis zum silberhaarigen Alten, der. mit dem. letzten Verwandten die letzte Stütze, die letzte Höhlung begrub. Die Oeffentlichkeit' behauptet immer, es gäbe wenig arme Juden. Sie kann. das.behaupten, denn sie kennt die Judenarmui nicht. Judeilarmut ist von eigener Art. Sie . ist von einer müden/ scheuen Resignation, die sich verbirgt und in sich selbst verzehrt, denn sie hat zuviel Kälte und Zurücksetzung erfahren,, als daß sie das Vertrauender Bitte aufbringen könnte. Sie sucht und findet ihre ..Hilfe nur bei Glaubensgenossen. Als. der. Zug der Flüchtlinge üach'WidN. 'kam, evgoß' er sich in die Leopoldstadt. Es war wie eine Selbstverständlichkeit, daß.diese Aerinsten sich zuihren Brüdern fanden. Dierückten npch enger zusammen auf ihrem engen Raume, um ihnen Platz zu machen: iu den Fremden aus dem fernen Osten sahemsie. rmr die Volksgenossen, die in ihrer Not r nurchon den ^ihren Verstehen und Trost' finden würden. i. - - Das laute Leid! der Flüchtlinge, hat überall das Mitleid, der- Helfer und insbesondere ihrer Glaubensgenossen -wachgerufen. Aber neben die Flüchtlinge traten die HundKt-e Bedürftigerr der Leotzoldstadt im-Vertrauert, daß - diese HilfsbereitHaft äÜch HneN 'zutW' ÄerdE' würde. -Die Zahlreichen frischen Wohlfahrtsvereine, welche die Leopoldstadt zählt, bekamen reiche Arbeit. Aber da erwies sich die Noiweudigkeit, eine Stelle zu schaffen, welche . gleichsam - eipe Zentrale fiir. die Bittsteller bilden sollte. Auch..die -Hilfsbereitschaft Hat sich spezialisiert, und es gehört schon eine ziemliche Kenntnis des Bittstellers dazu, für ' seinen .speziellen Fall .die betreffende Fürsorgestelle zu finden. Dazu kommen dre zahllosen und so vielfältigen flehten Nöten des Tages, die gerade durch, den Krieg so sehr verschärft urrd. vermehrt worden'sind, die eine rafche Hilfe in Horm von oft geringen Beträgen er- , herschem -'UafH'Wfen,, .fördew,' raten, den Bedürstiaen die-.rechten Wege weisen, sie und rhre Wtirgen bei Be- Hörde'ü:vder bei Wohlfahrtseinrichtungen vertreten — das lind ganz allgemeine große Aufgaben der Armenpflege, - dev 'menschlichen HilKereitschast, die eine Ergänzung oder-'auch eine Vorstufe' für' eigentliche spezialisierte soziale? Arbeit abgeben. Und es ist so recht und eigentlich Frauen- ' arbeit, die da zu leisten ist. - i. . Der Kriegs hat diese Lücke unserer Wohlfahrtspflege gerade im zweiten Bezirks dem Bezirke der Hunderten .von stillen/Mischen Annen, erwiefem Die Gründung Israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereines fürden und 3. Bezirk sollte diese Lücke äusfüllen. -Vor., mehr als .Jahresfrist ist der. Vereingegrün deh.worden,7?abep ex - hat in diesem ersten Jahre feines Bestandes, das Fa -imMer das schwerste,-honmichseligister. Kleinarbeit, von^ dem 'Ringenum den. Bestand/ um das'- WerMnder -Mitglieder., erfüllt ist, schon sehr viel Mutes geleistet - Es haben ihn Frauen ins Leben Lerufen,; hre^ aüf-^dem .DMeLe! der! sozialen Arbeit.. geschult, und. nchfahr^siiH^uKchsinMschluh^an - bereits bestehende Wochenschrift 73 ,,Zentralstelle für das jüdische Armenwesen", einen kräftigen Rückhalt gefunden haben. 1 Frau Margarete G r u n w a l d, die zu'- den - ersten Frauen gehörte, welche sich in großzügiger Weise sozial betätigten, leitet mit viel Verständnis-und .Takt , die. vielseitigen Agenden das. Vereines. Es ist selbstverständlichdaß sie den größten Teil der Arbeit zu keiften hat, und, unermüdlich erfüllt sie Tag für Tag ihre freiwillig gewählte Pflicht. -Der Vizepräsidenriu des Vereines, Frau Hosrah EK Kur and a, sind alle Damen in innigex Verchrmrg und Liebe zugetan. Sie hat ihre Zeit und Fähigkeiten-in den Dienst der guten Sache gestellt und hat an der Organisation und an dem Ausbau des Vereines den regsten Anteil genommen. . - --.5 Frau Natalie Be ran erfüllt mit Umsicht, Tatkraft und Selbstverleugnung das schwierige Amt der Kassaverwaltung. Sie versteht es' meisterhaft, das Soll ünd Haben im Gleichgewicht zu erhalten, und sorgt dafür, daß den großen Ausgaben des Vereines auch ebensolche. Einnahmen gegenüberstchen. '!! --!./ Die Schriftführerinnen, Frau Direktor F is che rrchd Frau Dr. K a m i N k a, sind in diesem Vereine, wie üWall, wo sie Mitarbeiten, ein wahrer Segen für die Mitarbeiterinnen, ebenso wie für die Schützlinge. - - . Nicht alle, die sich , den Dank und das Vertrauen der Armen , verdienten, können erwähnt, werden. Da ist Frau Bezitksrät Rübner, welcher Flüchtling nennt nichlsegnend ihren Namen, Frau Marie Steiner mit ihrer gütigen 'Hilfsbereit chaft, Frau Di o n r e ich, Frau K i s ch, Frau S ch w a r z,/F.rau C z u. c z k a, Frau Man bl um ermüdlich im Dienste edler und ratkräftiger Nächstenliebe. Auch die anderen Vorstandsdamen, . Frau Martha Bondi, Frau Helene. Bosch an, Frau Ella B o x Pr, Frau. Emilie Brück, Frau Margarete Arisch,-.Frau Rosa Funk, Frau Annr Ävldbergvr,- Frml.Merinine Kadi sch, Frau Marie Kann, Frau Irene Kraus, Frau Paula Fe_n g, Frau Regine May, Frau Hermine N e u m a n n, Frau Martha R a d itz, v erdiepen innigeu Dank und höchste Anerkennung für ihre Leistungen. Herr Amisleiter Karl Kra u s. hat sich durch seinen verständigen Rat und seine emsige Arbeit besondere Verdienste um den Verein erworben. Es war ein gutes Omen für den Verein, daß Frau Baronin Charlotte K ö n i gs Wärter und Frap 'Regine Ullmann die Gründung , des Vereines' gefördert haben und dessen Entwicklung mit regem Interesse und warmer Anteilnahme verfolgten. . / In erster Linie beschäftigt sich der Verein mit Gewährung von Unterstützungen an,Bedürftige. Zinsbeiträge werden gewährt,, die vor der Delogierung oder Pfändung retten, einmalige pekuniäre Aushilfe öder eine regelmäßige Monatliche Unterstützung. Hier gewährt der Verehr die Mittel zu' einer Fachausbildung, welche geeignet ist, die Grundlage zu einer gesicherten Existenz zu geben, da braucht ein Kranker eine Bandage, eine kranke, alte-Frau eine. Bettstelle, damit siedie schmerzenden Glieder.nicht auf dem .kalten Boden aüsstrecken muß, einer Braut wird ein Beitrag zur Aussteuer gespendet, einem kranken Kind wird der Aufenthalt in einer Ferienkolonie vermittelt, einem anderen die Ausnahme in ein Heim. T>as sind Fälle, in denen nach rascher Recherche schnell-pud mit verhälmismäßig geringen Mitteln gchtolfen werdtzn kann. Aber der Verein fungiert auchl. als MratuuMstekle. Eine angehende junge Muther wird dem Wöchnerinnenverband - überiviefen. Es werden Anweisungen auf Schuhe erwirkt, die Bedürftigen der Bekleidungszentrale oder Ausfpeiseakliouen überwiesen und empfohlen, .Rat wird einem jeden, zuteil und die Leitung an jene. MeÜe/. bte ihm Mfe .geben - kann.,. . .

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