Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 4 (25.1.1918)
- Date
- 1918-01-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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"SES8 Dir. Bloch'S Wochenschrift Nr. L hx 'Schwingen. Hm dieser einen Gestalt willen ist die ganze Dichtung eüHaiLE mit derselben alles andere ausschließenden Leidenschaft mht'Ler. Jeremias .für seine- Idee kämpft.. Hier fassen mir gleich den.-Aorzug und die Eigenart des Dramas.' Der eigentliche Gegenspieler des Propheten ist das ganze Volk, ' dessen Seele meisterhaft ttfatzt ist. Auf höchst persönliche Art sind die Massenszenen, geitaltet. Ganze Chöre reden zu uns. »eine immerdar flutende, leidenschaftlich: bewegt fA^sse, gegen pieM Wirksamen dramatischem -Gegen-, atz„pi^^sinde Wesmlt des 'Propheten steht, bis sie am Ende vön^Ehvte^asih'Änd^aufgeTwnftnen wird. - Alle Stimmen klingen «Ai mernanöer und vereinen sich zu-dem edlen Hymnus: . Man kann Unsichtbare nicht besiegen! - Man'kann Menschen Men, aber nicht den Gott, der in ihnen wohnt. Man kann ein Volk bezwingen, doch nie einen Geist . . ." Unser 'heimischer Dichter hat hier ein Werk geschaffen, in dem wir sein eigenes Können auf das schönste gesteigert .finden. Das Dichterische ist «dem Menschlichen verschwistert. es schöpft aus ihm seine beste Kraft. Diese hochinteressanten, spannenden Ausführungen fanden die uyae^ilte, Zustimmung der Zuhörerschaft, die zum -Schlüsse einen wcchren Beifallssturm auslöste. - In seinen Dankesworten an den Vortragenden.teilte der Vorsitzende hierauf feine Befürchtung Mit, daß der Antisemitismus in .Wchster Zeit kauM, an Intensität ab-, sondern eher zunehmen werde, wozu in erster Reihe die zahlreichen einseitig angestrengten Lebensmittelwucherprozesse beitragen dürften, die den Schein erwecken können, daß der Wucher das .Monopol des Judentums bilde.. Jm^.Gegentei„ Mher wurde derselbe geradezu toleriert, ja sogar" mittelst, „Höchstpreisen" zu eigennützigen Zwecken legalisiert, wie<die,.Geschichte ,des Mittelalters'lehrt. So erlaubte im Jahre 1255 der Mainzer Städtetag den Juden" 43^/z Prozent, 1310 der deutsche Kaiser..Heinrich VII. 65. Prozent, das, RegensburgerGesetz vom Jahre' 1392' 86-/z Prozent zu nehmen! Natürlich floß der, ^Löwenanteil n i ch t tzen Juden zu.-die ja nur als Steuerereku-- toren' funglerten ünd bie, nachdem sie ausgepretzt waren,- außer Landes, gejagt, wurden, um sodann wieder .hereingerufen zu werben, damit sie neuerdings Kapital sammeln. Die zweite 'unerfreuliche Tatsache sei. daß es noch immer nicht-gelungen ist, in dein zu Ende, gehenden „Jahre den wegen Mitschuld an zwei Morden, ganz unlchuhdig zum Tode verurteilten, aber zu lebenslänglichem Kerker begnadigten Leopold H i l s n e r der Freiheit'wiedeyugeben uH^-fo dieses^ einzig dastehende Justizverbrechen zu sühnen, das nun Halb ~ 20?Jahre fortbesteht, wiewohl nicht, das geringste Indizium für seine direkte oder indirekte Betätigung an dem einen wie deM änderen Morde aufgebracht werden konnte! Indessen dürfe OosfNuiG'.«auf^.-Merung. auf die .Erreichung . des. hohen .ffufsegeliett werden,, jeder soll das seinige, dazu'«beitrag, in „jeder wie ^immer. gearteten «Weise/ es solle treu iist JüoentüM ausgeharrt werden . . . Der Vorsitzende schloß ,mit eißeMj, Bekenntnis, der berühmten Bettina von Arnim (geb. Brendem er sich, vollinhaltlich «identiWere und das also lacktet': „Denn der Juden Weg, ist, sich zwischen Dorn und Disteln hurchzuschleichen. mit denen der. Christ ihm die Straßen verhackt und^.-er Mckß sich scheüen. daß die Hunde wach werden, die in die Dhriien hinein chn-oerfotzen, daß er nicht, mehr vor-, noch rück- Äarks'weiß und oft im- Schweißeiseiner Blichen zugrunde geht, und, wasnoch trauriger ist — seinen Gott nicht mehr im eigenen Hetzen findet! Und meine, was du'willst: aber du wirst mir recht gebenf dgß .untersolchem Druck, unter so 'erniedrigenden Bedingungen dar. .Adel des Lebens so frei und 'untadelhaft bewahrt, daß sie nuht Mmal durch das niedrigste' Geschäft sich gebeugt fühlt, für eine hohe Seele sprichtdaß sie um so Mehr Recht hat auf unsere.. feierliche Achtung, als sie vielleicht dem Aeußeren nach der Mißdeutung, der Verachtung ausgesetzt ist. : Noch eines setz' ich hier hm: Alles, was dir geschieht, soll dem Gottesleben'befördern ^— so, auf diese Meise begreif' meinen Umgang mit dem ^Juden!"' .Chanukka an her tnmaiii^en Front. " reproduziert einen' recht launigen Chaän der rumänischen Front stehender jüdisch«: Soldaten, in welchem es heißt: „Umsonst, der Bakuist doch erfinderische DM Gewehröl ist wirklich auch imr smu CHmukkäfeste das Chanukkaöl zu er- ME UM^W.pe^wenns,der: liebeHÄo.tt,das! gute, harzige WhmchotzDdWlgeschaffen hätte, um als S cham es aus dem. Vehbandpaket hervor g eholt sind , das' Dank^lied .steigt mits-frommem Eifer^zum Herxnrdes-HimtMls empor. Dann kommt das traditio- WlI an die. Weihe, das ich aus -einer chMeMkugel gegossen habe, und — 'ich'..,hätte ..RieisÄs- -rin:: so.herzerh?b.?Nd^ Gefühl spie all'-diesem Chanukkaabend auf dem Kriegsschauplatz. Jchi teile Ihnen das mit, weil ich annehMe, daß äuch> dieses^ wie alles' was mit dem Judentum zusammenhängt, für die Redaktion von, Interesse Ist." Unterschrieben ist der Brief von Moriz Manheim, Einj.--Freiw.-Kadettaspirant, Zugsführer Hermann Ulm , und Josef Czeisker. . __ - Bukarest. Die Juden der WalMhei. die ein gütiges Geschick — im Vergleiche zu denen der Moldau — begünstigt befinden sich in.der kritischen Lage, welcher Juden in Kriegs^eiten in einem jndenseindlichen Lande im Okkupations^ustaNde ausgesetzt sind. Gute Nachrichten aus dem Anslande, Auszeichnungen vieler >Juden, Verbesserung der Lage der Juden Rußlands, palästinensische Hofsnungen'finden ein starkes' Echo üm HerzeU des rumänischien Juden, der >auch eine Besserung seiner eigenen Lage erhofft. Politische Manifestationen sind hier natürlich voxläufig abgeschlossen. Die „Union Einheimischer Juden" (unter Führung der Herren Adolf Salomo n, Dr. E vdreich, I. Sterian, Dir. M. Beck» Dir.. I. Niemirower, S. Labin, W>. Roller, S. Braniste anu u. a.) sucht den Umständen gerecht zu werden. Auch die zionistische Organisation hier unter der Leitung der Föderation. wie der Kommissionen für Kultur und Propaganda (Tr. Ir Niema.rower, M. Schwarzfeld. M. Schwerg, A. L. Zissu, Joses Herscovici u. a.) kann vorläufig unter den obwaltenden Verhältnissen wenig zur.Geltung kommen. Es liegen nur jüdischj-kulturelle Münrfestatrönen vor. Der . Kulturverein „Saron" (geleitet vott Herrn Dir. I. Niemirower, Präsident, und' M. S chw e i g, Schriftführer) organisiert einen hebräischen Kursus für' Erwachsene, veröffentlichte „lueur 8inni Ln l8toria Qoreftor" - (Svazierlgänge in den Ge-- mänischer Uebersetzung von Horia C a r p. In kultureller Beziehung geschieht im allgemeinen viel, wenn Man den jetzigen Zustand in Betracht' zieht. Acht Kiräbenschulen,, vier Mädchenschulen, zwei Gymnasien, eine Handelsschule eine prosessionelle Schiule und! zwei Kurse für professionelle Gegenstände und ein Kindergarten sind geöffnet. Als eine besondere Kundgebung des jüdischen Lebens in Bukarest ist die von der Loge ,.Noua Fraternitate“ des U.-O.-B.-Brith herausgegebene Darstellung aller jüdischen Institutionen und Organisationen zu Bukarest von M. 'S chw. ei g (Inäieatorni organizatiunilor si institutinnilor din Bnnuresti') zu betrachten. Selbstverständlichi erheischt die kritische Gegenwart eine große "Anstrengung seitens der jüdischen - Philanthropie.'Unter dem Präsidium der Herren Djr. M. Beck, Dir. Niemirower, Ely Berkowitz und Adolf Salomon bildete sich! ein Zentralkomitee für die Kriegsopfer, welche die von Wien und Berlin gekommenen Unterstützungsgelder den philanthropischen, Vereinigungen in Bukarest und in der Provinz zuführt.!Es sind mehrere Organisationen, die die Mt zu lindern suchen. Unter dem Protektorat der „Union der einheimischen Juden" funktionieren zwei Volksküchen und ein Kinderheim, geleitet von Frau Dir.. Jaslovici. Die Chewra Kä)osch>a (Präsident H. G-> B r e y e r), die Union der israelitischen Frauen (Präsidentin Frau Stephanie I stec es co u) und die Aktion der rumänischien Juden (Präsident Ely Berkowitz) verteilen monädlich UnLerstützunigsgMrer. Der Klub' „Libertatea-^ (Leiter die- Herren Ad. Roller ünid Ad. - bringt! große Summen zur Verteilung. Innerhalb der spaniolischen Gemeinde sorgt ein ' Komitee,« unter Führung der Herren Dr. J: M ie m i r o w e r und.E.: S e M o, für die Familien der MMliUerten und ZinLerniert^u.'