Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 3 (18.1.1918)
- Date
- 1918-01-18
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit» 44 ir. Btoch's Wochenschrift Nr. Zahlstelle für Oesterreich: Bankhaus 5. M. v. Rothschild. Wien, 1. Rermgasse 3 Neue Freie Presse, Wien, I.,. Fichtegasse. 11; für Ungar»:, Magyar-Altalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin. Postscheck-Konto Nr. 1000, auf das Konto „Kriegsspitals» Hilfe für Palästina". . Spenden. Bei Herrn Rabbiner- Dr. Grunwald gingen icin: Für den Wiederaufbau des Leopoldstädter Tempels: Bon. Herrn -Bernhard Wachtl 500 ft, 20 ft für den Monat Januar, „Gelübde zur Ehre Gottes", von Herrn Dr. Achill' Rappaport 100 Kh Herr Ignaz Klein 20 K. für bestimmte -wohltätige Zwecke. - Bon Frau Fanny Schlesinger 5 Kronen für. Palästina und 5 Kronen für galizische Flüchtlinge. Für den Verein „Zur Rettung verlassener Kinder aus Galizien und der Bukowina" durch Herrn-Rabbiner Dr. H. E. Kaufmann. Virovitica, von Frau Direktor Schaffer >20 Kronen. BethauÄvoxfttrud Wäh-ring. Ter bisherige Obmannstellvertreter Dr. Ignatz Winter, praktischer Arzt, wurde zum Obmann, Herr Dmnanendirektor Heinrich Glücksthal zum Obmannflellvertretcr gewählt. - Wiener Brockensaumilung für jüdische Arme. (Verteilungslokal: Mserstratze Nr. 42). Bei der letzten Verteilung konnten 30 Arme, die.einst bessere Tage gesehen, mit Geld, Wäsche usw. beteilt werden; aber .noch liegen zahlreiche Gesuche vor, in denen würdige Arme um Kleider, Schuhzeug usw. bitten. -Die Recherchen haben ergeben, dätz Hilfe dringend nötig .ist. Geldspenden gingen ein von. Bankhaus S. M. von Rothschild 200 Kronen, Leopold .Pollack von Parnegg 50 Kronen, kaiserl. .Rat Grunwald .200 -Kronen, Brüder Guttmann 50 Kronen, Anonyni 57 Kronen, M. Glatz, Fiume "20 Kronen, Sammlung durch Frau Leonie Hisch 37 Kronen, Frau von Guttmann 10 Kronen. Die von Sigmund Barber gespendeten .1000 Kronen gelangten im vergangenen Monat mn bedürftige Flüchtlinge, die laut behördlicher Verordnung die Heimreise antreten mutzten, zur Verteilung. Groß ist die. Not der hiesigen Armen, weit größer nochdie der cheimkehreNden Flüchtlinge, die Zumeist ihre Wohnstätten verwüstet finden und keine Lrisienzinöglichkeit haben, für . sich und die -ihrigen , zu sorgen. Hoffen wir, datz die von Sigm. Barber gegebene Anregung Nachahmer finde. Kommerzialrat Ignatz Älutzmaitn. Ja Kommerzialrat Rußmann, der am 14. d. M. unter ungewöhnlich reger Beteiligung auf dem hiesigen Zentralfriedhofe provisorisch beigesetzt wurde, um zur endgültigen Bestattung später in seine Heimatstadt Lemberg überführt zu werden, ist eine der bekanntesten, verdienst lichsten und beliebtesten Persönlichkeiten der galizischen Metropole dahingegangen. Aber auch in -weiten Kreisen der Wiener Gesellschaft hat im Verlaufe der galizischen Diasporaseine markante Erscheinung zahlreiche, stets' günstige Eindrücke zurückgelassen. Als Mitglied des k. k. Staatseisenbahnrates, Zensor der Oesterreichisch-mrgarischen Bank, Mitglied des Präsidiums der Lemberger Handelskammer sowie in anderen Ehrenstellen hat,. Kommerzialrat Rußmaun seinem engeren Vaterland Dienste geleistet, die ihm Auszeichnungen und Anerkennungen cintrugen. Was . er aber als Präsident des Lemberger jüdischen Spitäles und Siechenhauses, jener walsren Musteranstalt, durch drei Jahrzehnte geleistet hat, was die Vereine Chewra-Kadischä, Chesed weemes und Tomchej sekenim (zur Unterstützung nnttelloser, älterer Kausleute), und insbesondere die' Ausschmückung des Lem- ' beraer jüdischen Friedhofes seinem rastlosen und uneigennützigen Wirken zu verdanken haben, windet uiy seinen Narnen einen Strahlenkranz von unvergänglicher Leuchtkraft: Noch kurz vor seinem Ableben ließ er, des ernsten Abmahnens der Aerzte nicht achtend, es sich nicht nehmen, seiner geliebten Heimat einen.Besuch abzustatten um sich von dem Zustande seiner Lieblingsanstalten zi> überzeugen und wichtige Anordnungen zu treffen. Se. Ehrw. Herr 'Rabbiner Dr. Grunwald schilderte im Anschluß an die von Herrn Oberkantor M or g a n?- st e r n unter Assistenz des 'Ersten Kantors M a t y a s und des Tempelchores vorgetragenen Trauergesänge in .einem von ersichtlicher persönlicher Wertschätzung des' Dähingeschiedenen getragenen warmen Nachruf diesen kernigen Charakter als die Verkörperung des/alten, vom Propheten Jesajasgezeichneten echt jüdischen Herzensadels, der sich nicht, genügen läßt an weisem, wohlgemeintem Rat, sondern das gute Beispiel gibt in wohlwollender Tat. Er regte nicht nur andere zu humanitären Stiftungen (z. B. einem staatlichen Ambulatorium) an, er selbst ließ keinen Anlaß ((so seine kürzlich Wfeterre goldene Hochzeit) vorübergehen, ohne seiner zahlreichen Schützlinge und der ihm anvertranten charitati'ven Schöpfungen zu gedenken/ An seiner Bahre trauern seine ihm gleichgesinnte Gattin, ein, Sohn, Herr kaiserlicher Rat Dr. Georg.Rußmann, zwei Töchter, Enkelkinder und eine Urenkelin. - Nach .. dem Herrn Rabbiner sprachen der Vizepräsident der Lemberger Handelskammer sowie Herr Karl Stand im Namen der wohltätigen Institute, die der Leitung des Verstorbenen unterstellt waren. Im Leichengefolge fand man die gesamte in Wen weisende Lemberger jüdische Gesellschaft auf das würdigste vertreten. Dr. Äüarkus Landau. Mit dem Hinscheiden des Historikers- Dir. Markus Land au hat die historische Wissenschaft, einen schweren Verlust erlitten. Er war am 21. November 1837 in Brody geboren, widmete sich zunächst dem Käufmannsstand und hatte mancherlei Entbehrungen zu erdulden, ehe es ihin gelang, sich? ganz seinen -wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen. Seinen bedeutenden.literarischen Kamen verdankte er seinem Werk „Die. Quellen des Dekarnerone" (1869), ivelches eine . für jene Zeit außerordentliche Belesenheit verrät und auf dem Gebiete der vergleichenden Literatur- und' Stofsgeschichte bahnbrechend war. Eserschien 1884 in zweiter, vermehrter und verbesserter Auflage. 1875 folgten seine „Beiträge zur Geschichte der italienischen Novelle", 1877 seine Biographie Boccaccios, die auch,, ins Italienische übersetzt wurde (von Antonä Travers i 1881), dann „Die italienische Literatur am österreichischen Hofe" (1879)/„Rom. Wien und Neapel während des spanischen Erbsolgekrieges" (1885), eine Geschichte Karls VI. als König von Spanien (1889) und eine.umfassende Geschichte der italienischen Literatur im achtzehnten Jahrhundert (1896). - Aber auch der jüdischen Geschichte, hat der Verstorbene zahlreiche Arbeiten ''geliefert/ die überaus wertvoll sind.. Seine „Skizzen aus der jüdischen Geschichte" sind kostbare Perlen unserer Literatur und das! Kapitel „Römer und Juden" verdient immer wieder gelesen zu werden. / Wien. Am. 9. d/ M. starb hier plötzlich im. .Alter von 74 Jahren Herr Bernhard Schiss, Chef der bekannten Firnra B. Schiss L'Söhne. Ter Verblichene war ein Lieblingsschüler des Mähram Schick und Ksaw Szofer, deren 'Jeschnwaus er durch Jahre besuchte. Schon damals war er durch eisernen Fleiß-, tiefe Frömmigkeit, Bescheidenheit und stete Hilfsbereitschaft ein Muster für die Kollegen. Im Vereine nsit seiner gleichgestimmten, ihm vor wenigen Jahren im Tode borausgegangetten edlen Gattin gründete er ein;cd$ jsidisches Haus, dessen Le itsterne Th aüroh, Wo and ah und Gmilas Chesed waren.- Sein für alle Bedürstigen offenes Haus, seine großzügige Wohltätigkeit, seine peinliche Korrektheit .in Handel und Wandel machten ihm alle Welt zu- Freunden/ Er war - durch!- Jahrzehnte Verwalter -8er Palästinasammlungen, Vorsteher. der Maß.Jisroel, sechs