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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-01-18 · 3 (18.1.1918) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
3 (18.1.1918)
Date
1918-01-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 3L Dr.- Bloch's Wochenschrift Nr, 3 - Zu fchiämen haben wir uns nicht unserer Wstammung gegenüber dem gottgläubigen Christen, der, wenn die Seele ihm auffauchzt zum Herrn aller Kreatur und sein Gemüt am tiefsten ergriffen wird,.die Glut seiner religiösen Empfindungen in die geheiligten Lieder Hebräischer Malmisten ergießt; der in der letzten Lebensstunde als letzte tröstliche Zuversicht ewigen Heiles semitische Namen anrust. ' Irr Wahrheit ist das Christentum selber nichts anderes als ein „Mimikry"-Judentum; ein Judentum, das sich den arischen Völkern, ihren alten Bräuchen und Bedürfnissen angepaßt Hat. Deutsches Christentum" ist im eigentluhen Sinne „deutschles" Mimikry-Judentum. Den Deutschvölkischen bleibt in -der Tat' kein anderer Ausweg, als auch dem Christentum den Krieg anzusagen. Die gesinnungstüchtige Berliner „Staatsbürger-Zeitung" pflegt darum als' Spezialitätden Kampf gegen das „Jüdische" Christentum, das sie durch, den Kult der alten Germanengötter ersetzen will. Eine „völkische Sonntags- Predigt", die sie in einer ihrer Ausgaben veröffentlicht, beginnt mit dem Anruf „Heil Wodan!" und fährt dann fort: „Lang' ist es her, daß ich, deinen Namen anries. M können tausend Jahre sein und einige mehr. Der Engländer Winfried, den. fie Bonifaz.i.us nannten, Hat mts durch ränkevolle Reden entzweit. Er sühnte den Frevel mit Hem Tode., Wer die 'Entfremdung war eingetreten zwischen uns. 'Sollen wir deshalb ewig Feinde bleiben? Der Weltkrieg von heute lehrt uns die englische Falschheit und Heuchelei. Hätten wir Südgermanen damals, die Erfahrungen von heute, gehabt, wir hätten den Winfriedschen Verleumdungen kein Gehör geschenkt." Tie christliche Religion ist also aus England importiert. Schon das' würde genügen, sie unmöglich zu Machen. Im Ursprung aber ist sie jüdisch!. Die Kinder Tents werden in den Schulen erzogen, „cfts uh sie Iudenkinder wären!" Das darf nicht länger" sein! Die Predigt schließt: „Das deutsche Volk leg' eine Sammlung an von Schriften aller SittenprMger aller Völker. Prüfet alles und behaltet bas Beste. Der erwählte Prediger predigte Sonntags der Gemeinde, feierte wie seit Zehntausenden von Jahren Sonnenwenden, Frühlingsauserstehung, Erntedank- und die Familienfeste — in deinem Namen Wotan!" Ter Aufruf stammt wohl nicht von einem verrückten einzelnen, sondern ist der Ausfluß einer geheimen Sektenbewegung, die in Berlin ihr Wesen treibt. Tie Tage des „deutschen" Mimikry-Judentums find Zu den Männern, die aW Weltkaufleute größten Stils den Neid Englands erregt haben, zählt in erster Reihe „der deutsche Schiffsherr" Albert Ball in.' Seit Jahrzehnten war er ein populärer Mann — in England. Nicht lange vor dem Kriege veröffentlichten die „Daily News" in London einen ausführlichen Aufsatz über feinen erstaunlichen. Aufstieg, zeichneten sein Charakterbild und gaben sein leibhaftiges Blld' dabei. Das ist'der Mann, so las man Zwischen den Zeilen, der. Hen britischen Unternehmungsgeist geschlagen hat. Der die kombinierte Personen- und Frachtfahrt zur Ueberlegenhell über -alle, über uns! Rivalen brachte. Der mit seiner Hamburg^Amerika-Linie und . int stillen oder offenen Bunde mit-dem Norddeutschen Lloyd von Bremen der großen Welt aller Erdteile die Luxusdampfer stellt, auf denen unter deutscher.Flagge die deutsche Tüchtigkeit über hie Welt getragen und ihr kundgomacht wird. Der das Answanderergeschäft von Europa nach Amerika beherrscht. Der die Linienschifsahrt unserer/ englischen Tramp-Reederei gegerMergestellt hat und dabei auf seine Rechnung gekommen ist. So die „Daily News". : Die Schlußfolgerung für die Engländer lag sehr nahe; sie müßte lauten: Nacheiferung und Konkurrenz. Statt dessen griff man — aus! Bequemlichkeit, fozwsagen — nach gut arischer- Methode — zum Schwert, als man den Augenblick für gekommen ansah. Wert Ball in, der für den deutschen . Namen in aller. Welt UneinschätzbarD getan hat, und um dessen Lebenswerk dieser große Krieg mitgeführt wird, ist Jude. Er ist ungetanster..Jude. Dennoch möchten wir vermuten, daß.das deutsche Volk, wenn es z, B. gezwungen , wäre, entweder auf ihn oder auf Herrn K. H. Wölls-zu verzichten, das Plebiszit kaum im Sinne der völkischen Dogmatik ausfallen dürste. Vielleicht würden , sogar die':, beiden Feldherren Hindenbur g und Ludendor.ff eher für Herrn Ball in als für einen K. H. Wolf? optieren. Diese wahchaft großen Führer wissen zu gut,! daß, wenn es! den Zentralmächten möglich war, 'gegen . die gewaltigen Heere aller verbündeten Staaten der Welt siegreich zu bestehen, sie das - auch, zum' guten Teil fitzbischer Genialität zu danken haben. Es ist das/wahrlich kein Geringes und muß darum intmer und immer wieder in Erinnerung gebracht werden. Zu Beginn des! Krieges rechnete England damit, die' Zentralmächte bald bezwungen zu haben, und stützte diese Annahme vorwiegend auf deren Absperrung von der Salpeterzufuhr. Der Natronsalpeter, auch Chilesalpeter genannt, stammt nämlich, wie schon der Name sagt, aus Chile, wo er tu Wüstengebieten unter Tondecken mächtige Lager bildet, die während langer Zeiträume aus verwesten Pflanzen- und Tierresten entstanden sind. Nun ist Salpeter und die daraus gewonnene Salpetersäure im Kriege unentbehrliche, denn einmal bestehen die.modernen Schießpulver der Hauptsache nach aus Nitrozellulose, einer chemischen Verbindung, welche durch EinwirkuW vonLaichetM-äure. aüf BaMwollL/(oder..andme Zellulose) gewonnen wird,' sodann aberköünen - wichtigechennsche Verbindungen für.- die Sprengtechnik, z. B. Nitroglyzerin (der wesentlichste Bestandteill des« Dynamits), Trinitrotoluol (das gleichfalls als Sprengladung dient) und. das Knallquecksilber der Sprengkapseln nur mittels Salpetersäure hergestellt werden. Damit nicht genug, ist Salpeter auch als Düngemittel für die Landwirtschaft derart wichtige daß im Frieden gut 75 Prozent der Salpetereinfuhr den Aeckern zugesührt wurde. ,? ' , 'Es läßt sich daher leicht ermessen, daß die Zentralmachte bald hätten zusammenbrechen muffen, wäre Englands' Plan' gelungen. Glücklicherweise kam „das Heil von Juden", hat jüdisches Genie diesen Plan vereitelt. Man hat z. B. erst unlängst im englischen Parla- ' ment in öffentlicher Sitzung der 'Anschauung rückhaltlos Ausdruck gegeben, daß ohne die Leistung der deutschen chemischen Industrie auf dem Gebiete der " Stickstosffrage, der sich, bekanntlich ja nochviele andere ebenso "wichtige Erfolge angeschlossen haben, Deutschland schon nach verhältnismäßig kurzer-Zeit gezwungen gewesen/wäre, den Krieg aufzugeben. Dieses! offene. Bekenntnis. eines' englischen Abgeordneten, des Sir VV. Pearce hat allerdings' die englische - Zensur in den Parla- ' mentsberichten der Tagespresse zu unterdrücken gewußt,, -während die Fachpresse keinen Anstand genommen, hat, diese in den. Kreisen der englischen Chemiker ja schon lange bekannte Tatsache wiederzugeben. . Dasselbe' wiederholt ein Vortrag des Pariser Pro-' fessors Okimlltz Nantt£ Y» ou über „die Anstrengungen der Deutschen auf dem Gebiete der Stickstofffrage", den dieser Gelehrte am 19. März 1916 am Pariser Oooservatoire äes Arts et Metiers gehalten hat. In diesem Vortrage,, der. lleuevdings auch! in deutscher - Sprache durch die „Dokumente zu Englands Handelskrieg" all-.

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