Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 2 (11.1.1918)
- Date
- 1918-01-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang XXX V OentMlorgan für die gesamten Interessen des Judentums 0(jrr?7 do > Q R.-!. .Uostsparkaffinamt ArMgÄerke'hri WMl - ^... . . 00 ßkchäüon und AdmiNtstriltton : SV i e a ' N/s. Pr«tterstrafie 9. ^!]Celeph,oni 45-359 icii, 11. Jänner 1918 OG= O OG: & ■Q Ö - Erscheint jeden Freitag <• , Brief-Adresse: Wien N/i. Praterstraße 9 Telegramm-Adrefle: Bloch'K Wochenschrift. Wien Bezugspreis: Halbjährig lv Kronen Ganzjährig 2V Kronen Einzelexemplare SO Heller Unzeigen: Die 2 mar gespaltene Pettrzeile SV Hell« DO Q oG :£>o Inhalt •.'-l-'r. Leit-ä^rtikel:-Eill Volk von Brüdern. — Aus der Woche: Die Vertretung, der jüdischen Religionsgemeinschaft ,im preußischen ^-.Herreirhaus'e. :Barölr Lorant Eötvös an die Unra.isch-?israelitische Lii-ecaturgesellschaft. Das deutsche Auswärtige Amt über, die - KonisttskheAMeskrebmigen. iwHarLstina../-^.-. Die Pälästinäfrage.' — Italien für em jüdisches Palästina. — Viscount Reading (Sir ^Rtlfus Jsüdcs) der Botschafter Englands in Washington. — Politische Beratung zwischen Polen und Juden: — Die Zensur der mit hebräischen Schriftcharakteren geschriebenen Schriftstücke. —Die: Leiden der rumänischen Juden. — Der Wiederaufbau des Leopoldstadter "'.Tenchels^ — . Kriegsdekorütionen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Verzeichnis. — Belobung des ''Arnieeoberkommändos. — Lord Rosederys .Erve gefallen.KadettasyirantHecnrich Peiper . Korrespondenzen: Konstituierende Plenärsitzuugldes MltüsvörstandeS vom 6. Januar l9l8. — Rückkehr verschleppter ruckänische Juden. — Wien. — Wärmestube des v MachiaßiZtschüMN-"'^ 'Brigiüeaaüer-ist.' Fräuen-Wohllätigkrtsverein.- — Karhi Frank. - Bon den heimgekehrten Flüchtlingen aus ^'ÄbtUen^ürid'veE-Mköwmä-.^ — Vermischtes. — Feuilleton: Aus dem Leben des hohen Radln Löw. — Literatur..^ ' -Briefkasten/ . / mU* pMrwn Krüdern Dankes nrn die Juden RuUands. . V? ' r.5 - ):;■ ..! . . ' :! Bon Hr. Mayer-Ebner. ' MWK' nachden Pogromen des Fahres-1906 Tausende . in' meiEr' Heimatstädt Czernowitz. gast- / liW'AuMhnfe und werWige,Unterstützung fanden, ahnte woU ':WMr.-/-vonunS,-. :dast> wir österreichischen. Juden : Mgr '-körUniMkönnten,, bei den Juden iw MUchE Schitz. und Hilfe zu. suchen- und zu finden. EslmuAH ^der' Weltkrieg mit' seinen endlosen Schrecken kdmmmsiMM Mch -nns daraw zu erinnern, daß es für Juden'-Hine dauernde - Rrihe^ürnd - Sicherheit - gibt. In dM 'IWew Monaten l ldes' Jahres 1914' und lyäh rend wurden viele-) Lehntausende jüdischer ManNer^. Frauen/ und. Kinder aus/ Galizien und der _ Bukö'wina nach Rußland und Sibirien - verschleppt. Auch ' ich hatte das-,Schicksal dieser Unglücklichen geteilt, auch ich^chabe/naIezu^dreürJahre-: das sibirische ^il gekostet, bist'ich -.MeWAntra-g.-'-pert-. österreichischen . Regierung - im UuWuWMe^F.^ftreir-Wrde^-'upd heimkehren konnte.;*v 'Midew dLr Verschickten und ° noch möm^ persönlichen. Schicksale will ich hier schildevst-sond^Mine^Pfl i ch-b -d e r D a n k b a r k e i 1 will aklwA^lt? -Zeugnis gebe von der Hochherzigckert und.dem Edelsinn, der. russischen Judenschaft, ihrer Brüderlichkeit u wb irh-r e m L> p f e r eh £ ‘ . . ZW ich im Januav WW fern von Heimat und ' und/ Menschen verlassen, in hei^- .PolizeigesiLNgnis ' von Kiew sM^ WM ^MMehnng.. nach: ^Sibirien, erwartend' und- W^Wm^lvsen^LämMev meiner jüdffchen ÄeidenÄAenoAMhüs Mlizien mitfühlend, da war es uns ein hoher RrD/im., lipAlüch ÄH-.nW.lange nach unserer.Ankunft „KomÄee zur. Hilfeleistung für üyser K,.der liebevollsten ich persönlichünch.in der Lage/ war-, - eine materielle Hilfe nicht zu brauchen, so. waren die Erleichterungen, die mir das Komitee verschaffte, hochwillkommen. Den Unglücklichen aber, die ohne Kleider, und Geld bei Nacht und Nebel verschleppt worden waren, , brachte diese Hilfe alles, rituelle Kost. Kleider, Wäsche, Badegelegenheiten und Geld.*) Aber als im März, Zh>ril und Mai 1915 die Russen Ostgalizien und die Bukowina räumten, und gleichzeitig Tausende jüdischer Geiseln .mitschleppten, die alle Kiew passieren mußten, da organisierte das Komitee eine geradezu großzügige Hilfeleistung. Die Herren**) hatten, es verstanden, beim Polizeimeister von Kiew die Duldung dieser Aktion zu erwirken. Ja, dieser damals Allgewaltige gestattete die; Errichtung eines eigenen jüdischen Arrestes, der zu Zeiten^ 2000 und mehr Verschickte beherbergte und keine enge Verschließung bedeutete. Hier fanden die Unglücklichen die weitestgehende UntersMung. So mancher Jude, der daheim in Galizien als „Pole", galt, vom polnischen Komitee in Kiew, aber ignoriert wurde, erfuhr hierz daß er doch nur zu den Juden gehöre und daß nur Juden für ihn.brüderliche Gefühle hegen. Ob diese ^Polen mosaischer.Konfession" gebessert heimkehren, das ist eine andere Frage. Nach meiner Lebenserfahrung andern sich die Menschen überhaupt nicht. Wir altern mit unseren Vorzügen, Fehlern und Jrrtümern. ZweiundeiMiertek Jahre lebte ich mit zahlreichen Leidensgenosfen in wettenttegenen Dörfern am User des Ob. Hser. hatte ich reichlich Gelegenheit, die Großartigkeitder -zugunsten der. Berfchicktep eingeleiteten Hilfsaktion zu bewundern. Das Mische Zentralkomitee in Pe- . *) Rühmlich seien die Namen des Rabbiners von Kiew, des Herrn Aronsohn, ferner der Herren Jewsei Kalman0w ski. Salamon Schmidt und Dr. Zeit!in genannt. **). Außer dep früher Genannten, denen ich persönlich vielen Dank ^schulde, beteiligten, sich an diesem Liebeswerke. die cheroor» ragendsten jüdischen Persönlichkeiten oon Kiew und ihce Damen Frau'Bqruchjn. Eeppner. Fraenkel, Zeitlin, Neustub ut'v. a. " ' '. Der Autor.