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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-01-04 · 1 (4.1.1918) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
1 (4.1.1918)
Date
1918-01-04
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Seite 14 Dr. BLoch's Wochenschrift Nr. i AH de« Leben des hohe« - Neue G«lem<Sage«, - gefaüimelt rlnd bearbeitet von Chaim Bloch, Delütyn. ./////-"//-// '17 /Entlarvt. .7 -. / . v ,;; |m -Achre/ waren verflossen, seitdem gegen die Inden.in Prag keine Blutanklage erhoben wurde. .: - v.. Im Jahre 5349 (1589) dagegen, war sie. gegen die Prager Judengemeinde von neuem herein gebrochen. Ter Hergang sei nachstehend erzählt: - In Prag wohnte ein reicher und gelehrter Jude namens Aron . Gins. In einer der Vorstädte besaß er eine LederMkberei Md beschäftigte auch eine-größere Anzahl.christlicher, Arbeiter. ' '- "'UMr' arVeiteten ''auch-, drei Brüder,- die in einem Torfe -unweit Prag beheimatet waren- Sie hatten keinen Vater mehr, sondern nur eine alte Mutter, die in einer kleinen Hü.te anMrhälb des 'Torfes wohnte. Tie drei Brüder hießen Kart Kozlowski, Heinrich 5kozk ö'As ki, während -der dritte nur unter dem Spitznamen Kozulet bekannt war. Die Gerbereiarbeiter nannten ihn auch zuweilen „Bastard",, da er angeblich zwei Jahre nach Verwitwungi der Mutter geboren wurde. Seine Mutter J-adwige pflegte ihn, so oft sie ihn in der Gerberei besuchte? Johann zu nennen. p - Johann Oozulkck kam als fünszehnMeiger Jüngling zuRebMvn in die Gerberei. Er arbeitete sich, bald empor und bekam eitlen ÄchN gleich, allen anderen Arbeitern. Doch da er ein Raufbold war, war Reb Aron mit ihm unzufrieden; er hatte ihn gern entlassen, allein wegen seiner Tüchtigkeit war er nicht zu entbehren. AD er aber einmal mit einem Kameraden raufend in einen tiefen G;B^"stÄ^-,A^?.4«MVe7VkrleHüngen-'-d«v.ön4rugzs:-fo daß er arbeitsstufähig wurde,; entließ ihn sein Chef aus dem" Dienste. '$Sä aber die Brüder hiegegen.Stellung nahmen-, entstand zwischen diesen und Reb Aron Gins eine Feilldseligleit. Schließlich wurde vereinbart, daß, Kozulet 'für Ne/ Hälfte des bisherigen Lohnes weiter int Dienste Ambe. Da er aber. zu. Gerberarbeiten nicht mehr taugte, ftäpi? er ihn aM Hausdiener. - r: Am Purim (Freudenfest zur Erinnerung an die Rettung der Juden vor den Anschlägen Hamans, 14. Adar) wurde, wie es bei -den. Juden, Gepflogenheit ist, am Nachmittag eine Festtafel aHehalten, zu der viele Freund e ulid - Verwandre geladen waren.; Man unterhielt sich, MW traD vi ek Wein was ausnahmsweise an diegestattet ist- --- und matt. sang.die schöne Me- MU HhsschaiüK Jakob: „Die Rose Jakob ist lustig und-.'fröhlich." Kozül^k mußte servieren und würde Don den Gasten reichlich beschenkt, wie denn überhaupt dieser TW ein Mscheirktag ist. . Rach Mitternacht gingen die Gäste auseinander, doch der Hausherr und seine AWePwigen blieben, beim. Tisch. Da sie. zu Ehren des Tages reichlich Wein' tranken, schliefen sie ftsteim. Diese Gelegenheit ließ Kvzulek nicht, ungenützt vorübeWehenp er MWtzndeke die silbernen' Eh- und Trink- DeEe sowie die SWerühr Reb/Mon und flüchtete noch im- LiUrfe.. Set/ -Micht-. in sein Heimatsdorf. . ... Als die Schlafenden am Morgen erlvachten und pM Diebstahl wie das Verschwinden Kozuleks/ bemerkten, wuHen 'sie alle, woran.sie waren. ,/Reb Aron ließ die beiden Brüder Kozlowski zu sich Wschre«',.vvn der Tat ihres Bruders und. machte kein Hehl daraus, daß er der Meinung sei, sie hättenWe. hiebei im: Spiele .und Hdzulek 'Zu feinem Vorgehen beredet. ' < .Diese zeigten sich über den Verdacht-ganz ungehaltenün.d behaupteten mit EntschiOenheit, von dem Diebstahl : keineAhnung zu - habest: .- .- -- Reb-Aron erstattete voir / -dem Vorfall die; Anzeige.. bei der Staatsbehördeuttdalls seine -Veranlassungwurde auch beiden . beiden /Brüdern-. Kozlowski ' eine' Häus!- suchung vorgenoulmen, die ohne Resultat blieb; es -wurde hei.ihnen nichts, von denentwendeten Gegenständen gefunden. . .... '• ./ . •■/•/“■/. ■ ■ _ Run Mgerte sich der-Haß dev Brüder Kozlowski gegen Reb.Aron und sie sannen.auf Rache.' .v - bot sich, ihnen die Gelegenheit hiezu. Als sie an: nächsten Samstag in ihrem. Heimatsorre waren, fanden >sie 'im.'Hause, ihrer. Mutter Kozül'ek auf dem Sterbebette. Er lag bereits in Agonie und es .währte-nicht lange, bis;er seinen letz-M/Atemzug hauchte. . '. Er. hatte sich/ brr seiner Flucht ,in.der.^Purim n acht eine Erkältungzugezogen iinb da er öhneh'irr kränklich war,..:verMimmerD sich.,-.sein' ZustVch'..Mt,Äatz^M Willigkeit., Den beiden.- Brüdern fiel nun.. die. Ausgabe zu, die Bestattung ihres - Bruders zu . besorgen. .'Da /sie kein - .Geld für die GebührendesOrtsPfarrershatten, nahmen sie die silberne Uhr, die Kozülek im Hause Reb Arons entwendet hatte, mit, sich, und baten den Pfarrer, mit Rücksicht auf die .Armut ihrer Mutter auf die.Barzahlung der Totengebühr zu verzichten undvon ihnen, die von: ihrem Väter zurückgebliebene Uhr-, an - Geldes Statt anzunehmen. Da der /Verstorbene -wirklich.eilt -uneheliches- Kind war, schämten sie sich,-ihm öffetchlich eine Beerdigungsfeier zu machen und . erklärten dem . Pfarrer, daß/sie auf die geistliche Assistenz verzichten,. und baten .- nur um die Bewilligung, den Toten zu begraben,,/• /. / Der Pfarrer erfüllte ihre Bitten .nahm. diettUstrMe' Uhr an Geldes Statt und verzeichnete in -den Matrikelbüchern, daß Johanni,./ der. Sohn „ d er Witwe.-Jadwigü, am x Leu -Tage.-des Monates März >1589 begraben wn-Oe. / " Das Begräbtlis besorgtendie beiden- Brüder- Koz-' lolvski, - die Mutter Jadwiga und der greise Totengräber ganz geheim und kein menschliches Wesen außer- ' bHn Pfarrer wußte davon. Nun veräußerten- -, - die,-' - Brüder die gestohlenen Gegenfliänd-e, deren Erlös sie-ihrer- Mutter übergaben, und kehrten nach Prag zurück.' Als sie äm Montag erst nachmittagszur Arbeit "kamen, machte ihnen Reb Aron deshalb Vorwürfe' üü/d ließ, die Bemerkung fallen, daß sie sicherlich den Ertrag der :gestohlelren. Sachxrr.. vertrunken. hätten. Die beiden. Brüder erwiderten kein. Wort,- begaben sich zur Arbeit, während in ihrem Herzen die Rache loderte. .. ..... Nachts berieten sie, wiesie sich an ihren-Herrn rächen könnten. - Noch im Laufe derselben Nacht begaben sie. sich heimlich! in ihren HeimarÄort, öffneten das Grab ihres Bruders und n-ahmerr dessen Leiche aus dem "Sarge. Dann deckten sie das/ Grab wieder zu, so daß mannichts merkte. ' -; Nun machten sie am Halse der Leiche - einen Einschnitt, hüllten sie in ein bluLbeflecktes Leintuch nüh^ men/die ulten Kleider des Toten zu sich und kehrten mit der Last nach Prag zürück. Ws sie am jüdischen Fried- .hof vorbeikamen, gruben -sie in der Nähe des Friedhofs^ zaunes eine Gruft.. Als. ein Wagen mit christlicherr. Reisenden vorbeifuhr, legten sie Ne -Leiche/ in die-Gruft -und schwatzten. ..im südischen - Jargon, den sie . pöitt . d'en jA. bischen Arbeitern in der Gerberei erlernt.: hatten,- -imr die .Aufmerksamkeitder /Durchreisenden auft sich zu lenken. Tatsächlich frugen btefe: ,Mer seid ihr und was macht ihr. hier?", . Sie- .anttvorteten. im - Jargort: - /„Mir^ sind; jüdische. Totengräber und' da gestern in der Judengasse ein., wilderekelhafter Jtmgling.f der' weder Jude /noch. . Christ Mars krepierte,, würde uns Afohlen, seine -Leiche -tmchts hinttr'.dem/Zaun zu begraben, daes eine Schande

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