Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 1 (4.1.1918)
- Date
- 1918-01-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Seit« 4 Dr. Btochs ,' 2. Einer speziellen jüdischen Gesell schafr muü ein Charter erteilt werden, wie auch das Vorkaufsrecht aus Konzessionen, auf staatlicher und priöateu Boden, das Vorrecht auf bestimnrte gesellschaftliche Arbeiten, das Recht der freien Eiluvanderung und verschiedene Begünstigungen bei der Naturalisierung der Einwanderer. 4. Das ganze historische Gebier Palästinas muß administrativ vereinigt sein. . . ' 5. Die heiligen Stätten werden exterritorialisiert. Diese Forderungen, welche von einer Kommission englischer Zionisten ausgeärbeitet wurden, wurden vom Zentralkomitee der russischen Zionisten und der amerikanischen zionistischen Föderation übernommen. Nach; den Beschlüssen des Aktionskomitees im Juli 1917 müssen diese Forderungen auch den Zen Lralm ächten vorgelegt und als Grmrdlage. unserer Arbeit auf der Friedens!- konferenz dienen. WochenMift ** "-1. den könne, beantwortete/ der Großwesir dahin: Me Juden können nur dieselben Rechte genießen, wie alle anderen Staatsbürger. Mer wir haben jä bereits ..in unserer jetzigen Verfassung ein ziemlich w eirgehen'des S elb stv e rw a l t u n g s r e ch t d e r Ge m e i n d e n, und in einem neuen Gesetzentwurf, den wir eben jetzt dem. Parlament vorlegen, beabsichtigen wir, hierin noch weiter zu gehen. Alle Gemeinden, von.5000 Einwohnern und darüber werden das Recht der Selbstoerwaltung haben, und auch die kleinerer: jüdischen Gemeinden könne:: stets auf das Wohlwollen der ottomanischen Regierung rechnen. / < Tjie .RrichMost für „Waubensfreiheit". .In einer verschwiegerten Ecken der erster: Nummer des Jahres 1918 zeigt die „Reichspost" ihre Unzufriedenheit, daß in Norwegen keine Glaubensfreiheit herrscht. So liest man unter dem Schlagworte: Gpor>g Brandes! für den Zionismus. Das jüdische. Preßbureau in Stockholm berichtet: In einer auf den: Bankett der Danmarkloge in Kopenhagen gehaltenen Rede sprach sich Georg B r an des in begeisterten Worten für die Wiederaufrichtung /eines jüdische:: nationalen und kulturellen Zentrums in.. Palästina aus. Brandes sieht darin einen der wenigen Lichtpunkte dieses Krieges und zweifelt nicht, daß das freie jüdische Volk in seinem alten Heimatlande sich zu einer bedeutungsvollen Knlturinacht entwickeln wird. Tier türkische Gjroßjwesir über die Zionistenfrage. , Ein Sonderberichterstatter der „Vossischen Zeitung" in Konstantinopel hatte mit dem Großwesir Talaat- Pa scha eine Unterredung über die Z: o n i ft e n fr a g e in Palästina. Der Großwesir sagte u. a.r Wir waren Kets^Äön 'den. besten Gefühlen für unsere jüdischer: Mitbürger beseelt, und die Juden in unserem Reiche waren uns immer ebenso kieb wie alle anderen Bürger. Die Türkei ist ja das einzige Land, das nie eine antisemi,- rische Bewegung gekannt hat, wie sie in allen andere:: Ländern zu finden ist. Bei uns hat es eine jndenfeind»- liche Bewegung nie gegeben, die auf die Politik unseres Laiches härte Einfluß gewinnen können. Die kolonisatorische Bewegung der Juden in Palästina besitze das Wohlwollen der Regierung, erklärte der Staatsmann weiter.. Freilich steht diese auf dem Standpunkt, daß den Juden'keine Vorrechte vor den anderen Bürgern eingeräumt werden können.. Zu dem Brief Bakfours au Lord Rothschild, in den: der englische Minister im Namen seiner Regierung den Juden eine nationale Heimstätte in P a l ä st: n a verspricht, sagte, der Großwesir: Ich bin fest überzeugt, daß hinter diesen: Versprühen nicht ein-- :n.al arnste Absichten stecken. Der einzige' Zweck ist der, Sympathien zu gewinnen und die Inden der ganzen Welt für die Ziele der Entente einzufangen. Was die Frage der freien Einwanderung anlangt, versteht sich von selbst,., daß. jede Einwanderung sich in den natürlichen Grenzen der derzeitigen Aufnahmsfähigkeit bewegen muß, und es wäre unnatürlich, wenn etwa mit einemmal Hünderttausende nach Pa- N-stirns. einwaudern würden. Diese könnte das Land gar nicht ernähren. In der wirtschaftlichen Entwick-- l u n gs s r e i h e i t, sagte.der türkische Staatsmann, haben die Juden in Palästina niemals eine Beschränkung erfahren; im Gegenteil, wir wissen das, was in Palästina Don de:: Juden auf wirtschaftlichem Gebiete geleistet worden ist, sehr wohl' zu schätzen. Tie Frage, ob den Juden in Palästina eine gewisse Selbständigkeit in der örtlichen Verwaltung gegeben wer- Keine Elailbensfreitzrit in Norwegen. Das norwegische Staatsgrnndgesetz bestmmt in 92, daß nur. Angehörige der' Staatskirche Mitglieder der Regierung und des Siaatsrates werden können, Angehörige aller anderen Bekenntnisse sind ausgeschlossen. - Bekanntlich gilt in Schweden bis auf den. heutigen Tag dieselbe Bestrm^- müng, und Herr Brantiug gab vor kurzem, noch ein eigenartiges Beispiel von Charakterfestigkeit, indem er, um Minister zu werden, wieder in die Staatskirche eintrat, der er früher den Rücken gekehrt hätte. Im Jahre 1905 konnte Fritjof Nansen nicht Minister werden, weil er der norwegischen Staatskirche nicht angehört; auch, in einem späteren Falle mutzte man aus dem gleichen Grunde baauf verzichten, einen besonders süchtigen Fachmann zum Arbeitsminister zu ernennen. Nunmehr hatte der Verfässungsausschutz des norwegischen Storthings den Antrag auf Aenderung jenes' §. 92 eingebracht, so datz in Zukunft auch Angehörigen anderer Bekenntnisse der Eintritt in Regierung und Staatsrat möglich 'werden sollte. Indessen wurde der Antrag in der Storthingssitz-ung vom '12'. Dezember v. I. mit 63 gegen '54 Stimmen abgelehnt. Es bleibt also bei der veralteten Bestimmung in einem Staatswrseu, das.fich dys weist demokratische der Welt nennt. .. -•••: -Unseres Wissens Mt auchin-Desterreich^noch mst ein Jude Minister. Aber selbst die Würde eines-<£t& Hermen Rares ist für Bekenner der jüdischen Religion, sie mögen wer immersein, nicht, zu erreichen. Vielleicht'versucht die „Reichspost", hier Wandel /zu schaffen. ' .- .J Kriegsdekorationen jüdischer Kfstziere und Soldalen. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: . . das Ritterkreuz des Franz Jo sef-Ordens mir den Schwertern dem Oberarzt d. R. Dr. Samuel Armuth, Garnisonsspital.: . das Militärverdienstkreuz 3. Klas sc mit der KriLgsdekorarion und Schwertern für. tapferes Verhalten vor'dem Feinde dem Oberleutnant d.. R. Emauuel Rosenberger, J.-R.; den- Ldst-Leutnants. Michael Rotschild und Samuel Zamora, J.-R.; dem Oberleumant d. R. Alexander Lauser, J.-R.;‘ dem Leutnant d. R. Moritz Weißglas, J.-R., Josef Fried, Traiubat.; Ermst Handel, J.-R.: .den: Oberleutnant d. R. Josef Pollak, Eisenbahnreg.; dem - Oberleutnant d. R. Oskar Butterweich J.M.; den. Leutnants d. R. Jntius Weiszer,. J.M.,. Motitz Steck ß Feldkanonenreg., Geza Berger; angeordnet, daß zum-zweitenmal die neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter belanntgegeben werde dem Oberleutnant a. D Dx. Joses. 'Herczeg, Div.-!Kdo.;- ddn Oberärzten.' Dr.' Samuel Spitzer,' Feldhaub.-Reg., Dr. Julius Popp e r, - Garnisonsspitalden- Oberleutamnjs b. R/ Otto Na d el, FestS-Art.-Reg-, Elenier S t r a-s srrp Husia.renr^7;',deM Ldst.-Oberärzt Dr. ^Leo - S p Ir a. Gebirgssamtätskolönne; ' ' ' '