Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 50 (28.12.1917)
- Date
- 1917-12-28
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Ee-Ue-828 Dir. Moch's Wochenschrift Nr. '50 M riähm de ' lÄrgst verstorbettcGrafOskar meine Wi-Mie zur Frau. Der' verstorbene Gxas hat>Mschlich Meinen Sohn als' den seinigen eingetrageß.. Seit mein; Sohn nun die. Juden döse' behandelt und diese' mit ihren Gebeten den Himmel bestürmen, bin ich ruhelos. Man trieb mich aus jener WM in diese niedere WM damit-ich bei meinem So' ne die Einstellung der bösen Behandlung der I i^en erwirke. Ich bin bereits dreimal meinem Sohne im Traum erschienen, habe chm mitgeteilt, daß er Jude und'beschnitten sei. Ich bat, die Juden in Ruhe zu lassen. Doch mißt mein Sohn den Träumen keine Bedeutung bei. Ich befinde mich daher seit dieser Zeit in der Irre, aus. den. Sphären des Friedens. -verbannt. Da ich von früher her weiß, daß Ihr, heiliger Rabbi, in derartigen Dingen helfen könnt, und da ich auch von Eurem Einfluß im Himmel gehört habe, so flehe ich euch an, sich meiner zu erbarmen und mir in irgendeiner Weise zu Helsen." , Als Rabbi Löw erwachte, war er vom Traume tief gerührt. Er forschte nach und. stellte fest, daß der Pächter Mose tatsächlich eine Tochter namens^ Rosa hatte; er Mnnerte sich auch daran, als dieser bei chm erschienen war und um Rät bat, da der Graf ihn drängte, seine Tochter dem Sohne des Grafen zum. Weibe zu geben. ' Am nächsten Sonntag rüstete Rabbi Löw Josef Golem mit einem Amulett aus, das chn ■ zum Unsichtbaren machte, und. übergab ihm einen - Brief mit dem Aufträge, diesen dem Grafen Barthalaums auf seine Fährt zur Kirche in Prag zu übevgMn. Ter Brief Hütte fotzenden Inhalt: „Mein lieber Sohn Jakob! Ich komme vom' Himmel, nur Dir mitzuteilen, daß ich Jizchäk ben Aron Halevi aus Prag, Dein richtigier Vater, bin. Ich bin der erste Gatte Deiner Mutter 'Rosa, der Tochter des Moses, der in sicheren Jahren der Pächter Deines Gutes war. Ich und meine Schwiegereltern sind..in.den Tagen der Pest gestorben. Mit dem Namen Jakob habe ich-Dich benannt. Nun bitte ich Dich^ den Juden, die aus Deinen Gütern seit vielen Jahven ihr- Brot -finden,- kein Böses zu tun und sie in Ruhe zu lassen. Wohl bat ich Dichdarum bereits einigemal im Traume, da ich aber sehe, daß Du den Träumen keine Bedeutung schenkst, mußte ich vom Himtnel herunterkommen, um Dir diesen Brief eigenhändig zu übergeben. Seit Dü diese unglücklichen Juden verfolgst, gibt man mir keine Ruhe. Frage Deine Mutter und Du wirst hören, daß ich Dir die Wahrheit Initge- . teilt habe. Schließlich, rate , ich Dir, in allen Dingen bei dem Rabbiner in Prag! Rat zu holen." Als' Gras Barthaläums am selben Tage nach Prag fuhv, warf man chm plötzlich einen Brief zu. Er öffirete denselben hastig, las.ihn durch und war vollkommen Überzeugt, daß ihnt der, Brief' von seinem verstorbenen Vater -überreicht wurde. Er kam nach Hause, ries seine Mutter in ein besonderes'Gemach mrd zeigte chr den Brief. Sie gestand chm alles. „Nun, wenn lÄ' so ist, was wird unser Ende sein?" fing Jakob seine Mutter mit gedrückter. Stimme. „Ich wuche als Jude geboren, als Ehrrst großgezogerr. und weiß jetzt nicht, welchem Volke ich anzugehören. habe." Am nächsten Tage richtete er einen Brief an Rabbi Löw, in dem er chn bat, zu chm zu kommen, da er in dringenden Dingen seines Rgtes bedürfe. Rabbi Löw reiste sofort zu ihm und verbrachte M Schlosse einen 'Tag und' eine Nacht. Wrs die beiden, gesprochen haben, :ist nicht bekannt geworden, da dieses, der Rabbi bis' zu seinem Lebens,- ' ende niemand anvertrauen wollte und .das' Gemit ins G,raV nahm. Soviel würde hingegen bekannt, daß Graf Jakob ■ Barthaläums am nächsten Tage die" Juden.' seiner Güter , verständigte, daß jeder - bei seinem Geschäfte bleibenkönne und er ihnen Mr die zugefügte Kränkung die Pachtsümme eines Jahres nachsehe. Er wurde den Juden seitdem ein gewogener Herr. Rabbi Löw errichtete in Prag eine Talmudschule, die er „Haus Jakob" benairnte. Die Leute erzählten, daß ihm Graf Jakob Barthaläums einen bedeutenden Betrag als Stiftung für. diese. Schule übergeben hätte. Er wollte auf diese Weise: seinen Namen innerhalb seines Volkes verewigen. Der Graf fand mit seiner Mutter.zusammen seine letzte Ruhestätte in seinem -eigenen Garten. Diese. Gruft von Mutter und Sohn ist noch heute im Dorfe. S. bei Prag zu sehen. Briefkasten Tr. R. B. Die Schrift Trotzkis „Rußland und die Revolution"^ erschien bei der Verlagsbuchhandlung Kaden in Dresden. I. $>. Zum Selbstunterrichte für österreichische Verhältnissein Buchhaltung eignet sich am besten : Scubitz' Methothches Lehrbuch der doppelten Buchhaltung zu'm Selbstunterrichte. Verlag E. Pöschl, Leipzig. Preis.3 M. Für .Stenographie Schiffs Lehrbuch der Stenographie. Unter Kantorpraris wird gewöhnlich „Musterkantor" verstanden. In Oesterreich wird der Musterkantor erst im 2.' Jahrgang der Handelsschule geübt, hat dah'r für Sie. falls Sie Anfänger sind, keinen Zweck. Dr. k. n. k. (ftf-Baon. des J,-R. Erzherzog Eugen Nr. 41. Vor Abdruck des eingesendeten Artikels müssen wir den Namen des Verfassers wissen. ' " . N. Szenderowicz, k. k. Spital, Wierzvnik. Wenden SA sich an den Oesterr.-ungar. Hilfsverein in. Stockholm. Wiener *wn Morgen-Zeitung Jüdisches -Tagblatt für Politik, Volkswirtschaft und Literatur, erscheint ab 1. Jänner wieder. Abonnement: ä. ^onallich K 4.—: Vierteljährlich K 12.^-. i Redaktion und Administration Wiener : Morgen-Zeitung Wien, II., Taborstraße 25 b. "" 1" . " . Soeben erschienen: Jüdischer Almanach (Almanach Zydowski) unter Redaktion von Dr. -Z. F. Finkeistein : Das reichhaltige, vornehm raüsgestattete~;Sammelwerk. in polnischer Sprache, zirka 300 Seiten^stark, enthält literarische und wissenschaftliche Beiträge über die wichtigsten Probleme des gegenwärtigen,insbesondere polnischen Judentums von : , 0. Aböles, L. Bäte, Dr. W. Berkelhammer, Dr. M. Grunwald, MiChmielnicki. N. M. Gelber, M. Goldmann, S. Hirschhorn, M. Jahrblnm, Dr. S. Kassner, Prof. H. Loewe, Dr. J. Meisl,: RosafMelzer-Pomeranz,*Dr. W. 8. Pordes, Dr. 8. Poznanski, Dr. H. Prilucki, Dr. L. Reich, Dr. M. Riegel, Dr. K. Rosenfeld, Dr. J. Tehnenbaum, Davis Trietsch, Dr. 0. Then, Dr. L Rosenberg, A. Stand, Dr. M. Scherlag, Dr. I. Schipper, Dr. N. Zweig“und vielen anderen. Preis 4 K * 70 h —"3 M. 40 Pf. finkl. Porto- Zü beziehen durch alleBuchbandlungen oder durch den Yerläg „Meraih“, Wien, I., Ebendorferstraße 3/13. Bucht für seine drei Knaben E m* ■ im Alter von 6—6 Jahren ein verläßliches Kiiläerfräulein. Auskunft : Berger, X., Büchengässe 42, ron 3—6 Uor. Ein junger Witwer Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, YH.