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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-12-28 · 50 (28.12.1917) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
50 (28.12.1917)
Date
1917-12-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr- 50 Dr. Bloch's Wochenschrift Sette 827 (Josesine Atendl-Wohlsahrtshaus), s 20. Bezirk, Denisgasse 33. Äonjcit" «nt 22. Dezember eröfsnete der Vortrag der Sonate Nr.. 2. von Beethoven, in ausgezeichneter Weise von Frau. M e n z e r-P e t scheck (Geige) und Frau S ch i f f r e s (Klavier) vorgetragen. Die Geigerin, bewies auch in der Wiedergabe einiger Konzertstückevon Mozar t, Bur m e st e r und Kreisler ihren schönen warmen Ton und hochentwickelte Technik. Der Tenorist Herr M. Schwarz mann sang mit glänzend klingender, gut geschulter Stimme und prachtvollem Ausdruck einige Opernarien aus „Faust", Liebestrank, Mignon und Glöckchen des Eremiten und bewies auch durch den gelungenen Vortrag des „Hidalgo" von Schumann, daß er auch 'den Liederstil vollkommen beherrsche. Frl. Brande rezitierte mit schönem kraftvollen Organ und warmer, leidenschaftlich bewegter Empfindung Gedichte von Kiß und Zuck er mann. Den amüsanten Schlug bildeten die humoristischen, höchst wirksam pointierten Gedichte, durch die bekannte Schauspielerin Frl. Fröhlich (Mitglied des Zofefstädter Theaters) vorgetragen. Enthusiastischer Beifall erwirkte bei allen Künstlern reiche Zugaben. Das Programm der nächsten Woche lautet: Sanistag den 29. Dezember Konzert, veranstaltet von der Eesangsmeisterin Frl. Freystädt. Sonntag den 30. Dezember spricht Professor Dr. S- Kraus über „Wiener Gezerah vom Zähre 1421". Zm Zanuar wird an allen Wochentagen. die Toynbeehalle von 6 bis 8 Uhr abends als Lesehalle ' geöffnet sein. Tagesjournale und illustrierte Zeitschriften werden aufgelegt sein, und den Besuchern werden außerdem die Bücher aus der reichhaltigen -Dolksbibliothek des Hauses zur Verfügung stehen. Die auf- Namen ausgestellten Leserkarten sind vom 2. Zanuar an, abends 6 Uhr, in 'der Kanzlei der Toynbeehalle zu beheben. Wne EhMUkkafeier M der Aj. i. F. lieber Anregung des Armeefeldrabbiners Dr. Sicher und( des Verpflegsoffizrals Dr. Schreiber fand im Standorte der Quartiermeisterabteilung Nr. 9 des Armee-Oberkommandos Süd eine Chanukkaseier für israelitische Mannschaft und israelitische Kriegsgefangene des Etappenstationsbereiches statt, die einen glänzenden Verlauf nahm. Zn den zu diesem Zwecke vom Kommando des Feldspitals 509 bereitwilligst zur Verfügung gestellten, prächtig dekorierten, mit den Bildern des Kaiserpäares geschmückten Lokalitäten nahmen an der religiös-patriötrschen Feier teil: der Sanitätschef mit seinem Adjutanten, der Artilleriestabschef mit seinem zugeteilten Offizier als. Vertreter der QuartiermeisterabteilunK sowie deren Gemahlinnen. Seitens des Feldspitals 509 erschienen der Kommandant mit sämtlichen Aerzten, Offizieren, und dem Feldkuraten des Spitals. Die /israelitische Kultusgemeinde des Standortes war durch ihren Vorstand vertreten, ferner erschien das „Jüdische Rettungskomitee",. welches die Kosten der Feier trug und die Bewirtung der Soldaten besorgte, vollzählig, Nachdem der Kantor der israelitischen Armeeseelsorge, Landsturminfanterist Kaufmann, unter Begleitung eines aus Studenten und jungen Mädchen zusammengesetzten Chores die Gebete bei der Entzündung der Chanukkalichter'in ergreifender Weise rezitiert hatte, hielt Fc > rabbiner,Dr. Sicher eine begeisternde Ansprache, zu deren Schlüsse er die Anwesenden zu einem Hoch auf Se. Majestät ausforderte. Der stürmischen Ovation für den. obersten Kriegsherrn folgte die hebräisch durch den Chor abgesungene Volkshymne sowie Deklamationen in hebräischer, deutscher und polnischer Sprache durch die Mädchen Breitbart, Halpern, Deligdisch. — Während des reichlichen rituellen Abendessens, um dessen Zustandekommen nebf, vielen anderen das Ehepaar Dr. Halpern, die Herren Dermann, Wäidenfeld, die Damen Staatsbahnrat Katz, Bacher sich Der-, dienste erwarben, wurden ernste und heitere Lieder, zumeist tzr jiddischer Mundart, oorgetragen; insbesondere erntete, der Kantor Landsturininfanterist Kaufmann reichlichen Beifall. Nachdem das Tischgebet feierlich oorgetragen worden war, verließ die beglückte Mannschaft, unter welcher sich auch einige reichsdeutsche jüdische Soldaten befanden, sowie die bei unseren als auch dem deutschen Kommando internierten Kriegsgefangenen, denen ein besonderer Platz zugewiesen worden, war, gesättigt und freudestrahlend den Saal. Die Dekorierung, Adaptierung. Beleuchtung des Saales sowie die Ordnungserhältung. war das mühevolle Werk des Znfpektionsofftziers des Feldspitals 509, Leutnants Dr. Bloch." Chanukkalichter; an. sang mit Chorbegleitung das Haneros Hallükö-. undauch Moaur Zur Iejchoochf/ worauf Herr Rabbiner Dr.' Feuchtwoing die Fesftede hielt. Sowohl Herr Oberkantor Basser erntete ' vielen Beifall mit seiner klangvollen, schönen Stimme und seiner Vortragsweise, als auch Herr Dr. Feuchtwang mit seiner formvollendeten, geist- und inhaltsreichen und tiefempfundenen Rebe. Nun kam der zwefte Teil des Abends. Dreißig Schülern uiÄ Schülerinnen wurde eine Zause geboten, die mit Rücksicht auf die obwaltenden Umstände ein Meisterstück genannt werden darf. Es hat sich auch jede einzelne Dame mit lobenswertem Eifer der Sache gewidmet und es konnte — zur größten Freuds der Kinder — Milchkaffee. Bacches. verschiedene Torten. Obst, Zuckerln und Schreibrequisiten gegeben werden. Eine Schülerin der dritten ' Bürgerschulklasse. Läwitz, sprach im Namen der .-kleinen Gäste" den 'Damen den Dank aus, während die Schüler Brück. M. Engel und Reichenberg Gedichte — letzterer ein selbstoerfaßtes —vortrugen. Es war eine echte jüdische Feier und es ist zu -wünschen, daß der Verein wachse, gedeihe und blühe. Trebitsch. Nach kurzem Leiden ist hier am 16. De< zember Herr Samuel Stößler, Vater unseres geschätzten Rabbiners Dr. Johann Stößler, im Alter von 76 Jahren gestorben. Ein treuer, begeisterter An? Hänger des Judentumes, anspruchslos und in sti ll er Znrückgezogenheit nur dem Studium jüdischer Wissenschaft lebend, weilte er sehr gern in unserem Gotteshanse mit gläubigem Herzen und andächtigem Sinne. Der Vorstand sowie die Mitglieder der Tempelverwaltung werden dem Entschlafenen ein dankbares Andenken bewahren. Tie Leiche des Verewigten wurde am 18. Dezember nach Bisenz überführt. Tie große Beteiligung am Leichenbegängnisse zeugte von der Beliebtheit, deren sich der Verewigte in allen Kreisen erfreute. K. Wien. Sonntag den 17. d. M., abends um 6 Ilhr^ fand in den Lehrräumen des „Jüdischen Schülvereines", 9. Bezirk, Seegasse 16, ein von dem neugegründeten Frauenverein im 9. Bezirk „Ahawath Chessed" veranstalteter Chanukka-Abend mit anschließender Zause statt. Es hatten viele Frauenvereine Vertreterinnen gefchjck^ und der „Frauenhort" im 9. Bezirk hat uns durch ihre Schriftführerin Grüße gesandt,- Frau Dr. Feuchtwang für den Frauenverein des 18. Bezirkes und Frau Dr. Kahn für den des 19. .Bezirkes. Nachdem der Schriftführer des Vereines. Herr Dr. Berthold Kosenstein, die Erschienenen mit einer Ansprache begrüßte, den Zweck des Vereines darlegte und die Förderung durch «.die Anwesenden erbeten hatte, zündete. Herr Oberkantor Basser die Ans dem Keden des hohen Kabbi Kom^ Neue Golem-Sage», "gesammelt und bearbeitet von Cyaim Bloch, Delatyn. 16. Graf Jakob Barthaläums. 1. (Fortsetzung.) Nach Verlauf eines Jahrzehnts erkrankte der Graf — es traf ihn. das Schicksal aller Irdischen. Ta erbte Jakob mit dem Grasentitel auch das ganze Vermögen des. Vaters. Die ihm gegebene Erziehung begann bald Fruchte zu tragen. Jakob unterdrückte die' Juden auf seinen Gütern, erhöhte die Pachtbeträge und beschränkte ihre während einiger Generationen genossenen Rechte, bis er sich entschloß, alle seine Guter judenrein zu machen. Dieser, Entschluß traf mehr als hundert jüdische Familien, etwa achthundert Seelen, wie ein Blitzschlag. Als diese die verhängnisvolle Botschaft erhielten; erschienen sie fast alle beim Grafen, um ihn um Gnade anzuflehen und wenigstens den Termin der Räumung zu verlängern. Sie . würden jedoch nicht einmal vorge-- lassen. , , | ■■ j! i; j In ihrer Verzweiflung begaben sie sich nach Prag zu Rabbi Löw. Dieser tröstete sie, daß ihnen der Ewige — wie in jeder großen Not — auch jetzt helfen würde, und bestellte sie für die kommende Woche. Als Rabbi Löw am Abend desselben Tages ein-- schlief, erschien Mm im Traume ein Mann, der ihm folgendes erzählter „Ich bin der Vater des jungen Grafen Jakob Barthaläums, mein Name ist Jizchak, Sohn des Aron dem Leviten aus Prag, und ich war der Gatte der Rosa, Tochter des Pächters Mose, der aus dem Gute, wo mein Sohn gegenwärtig als Gras wohnt, an°- war. lind als ich in den Zeiten der Pest ” ' ' -»?

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