Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 50 (28.12.1917)
- Date
- 1917-12-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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SM . 82L , Dr. BLM's ^MucwLPte.: M -fchjaMn^ Auch - die. jüdiche Frau in Galizien, die stets in^streWer rAMesDedenheit gelebt, lernt nun die neue Pflicht kennen und sie gibt sich ihr, das zeigt das Beispiel dieser Ausstellung, mit Stolz und Eifer hin. Wer die Arbeit kennen gelernt, wer sie mit Stolz ausgeübt, der wird auch für die anderen, nichtmateriellen Fragen des Lebens geweckt sein. Und so mögen diese dreitüufend jüdischen Frauen, welche die Arbeitsschule hier ausgebildet, wirklich aufklärende, bewußte Lebensarbeit in ihre Heimat tragen und unter ihren Schwestern verbreiten. ' _____ MinWr Djr. Vazsonyi. - - Der Ungarische israel. Landesstipendienverein wählte in der letzten JahresgeneralversammlunK in der der fünfjährige Bestand des Vereines gefeiert wurde, den Minister Dr. Bazsonyi zum Präsidenten. Dr. Vazsony i hielt hierauf eine Rede, worin er sich mit der Rechtslage der ungarischen Juden beschäftigte und sagte: „Tie Rückerinnerung an die Emanzipation, deren fHMigste Jahresweiche das ungarische Judentum in den nächsten Wochen feiern wird,' verpflichtet uns alle, das Andenken jener Männer dankbar in Ehren zu halten, denen wir die Gleichberechtigung verdanken. Ter Geist dieser Männer und die Pietät gegen unsere Vorfahren, die noch in der Unterdrückung gelebt haben, verpflichten'uM Freiheit und Gleichheit für ewig hochzuhälten und immer dafür zu känchsen. Die ungarische .Judenschaft darf nie eine besondere konfessionelle Politik betreiben, denn sie findet ihre Zukunft, ihre Freiheit und ihre Rechte in einer wirklich nationalen und demokratischen Politik." ' ■ Dias Ehanuktafest in den Kriegswaisenhäusern LembrrgA Wir besitzen chrer zwei. Leider bloß zwei. Und leider müßten ihrer viel mehr sein. Aber schon die zwei sind ein Trost im Leid. Ten gewährt vor allem dass junge, sormungsfähige Menschienniaterial selbst das' wir hier in unserer bildenden Hand haben. : Unglaublich, was in kürzester Zeit aus diesen 150 Venvaisten und eo ipso verlassenen Kindern im Alter von vier bis dreizehn Jahren herausgeholt wurde. ^- >-Die erste Chanükkafeier fand im „jüngeren", d. h. später geschaffenen, Heime statt, das von -der hochverehrftLn Witwe nach dem verewigten Lemberger Gemeindeiahbiner Dr. Caro, Frau Regina Caro, geleitet und mütterlich! betreut wird. Schon der Eindruck ist — in Leiden Heimen — ein äußerst wohltuender. Keine Waisen und noch weniger „verlassene" , d>. h. verängstigte, scheue, traurige Kinder begrüßen die Gäste, sondern eine gutgenährte, peinliche sauber gehaltene, nettgekleidete, fröhliche Schar von lieben Kleinen. . Wer bedenkt, daß vor kaum vier Monaten fast keiner der kleinen Schützlinge der Frau Dir. Caro - -,50 an der Zahl — auch, nur einen Satz in polnischer oder hebräischer Sprache aussprechen konnte und jetzt den herzigen Rezitator hört — nebenbei ein ver- HMfender Mremotechniker —, der „horcht und staunt". „ Tie Knäblein und Mägdlem singen, deklamieren, spielen Theater, alles in zwei Sprachen, korrekt, mit BerständnD und Gefühl, vvr allem aber mit jener Freudigkeit, die bei KiüderN ein untrügliches Zeichen allgenreinen Wohlbefindens ist Frau Dr. Caro lehnt bescheiden für chre Person Anerkennung und Dank der Gäste ab mit dem Hinweis' auf „ihre rechte und linke Hayd", die beiden getreuen und unermüdlichen Arbeiter im Waffenheim, Herr:: Lehrer -R o t und Fräulein B a rdach, denen sich Frau Dir. Bickeles, eine hervorragende Pädagogin, und die Schwestern Mund würdig anreihen. Unser „Gott Vergelts als Dank gilt allen. Wochenschrift Nr« 50 . Bedeutund größere, Anforderungenan. seine Zöglinge stellt das.„ältere.Haus", gegründet von. dem„IW-. scheu Hilfskomiteeist Lemberg" W Herbst' 19i5,„ Seit länger denn zwei Jahren genießen hier hundert Kriegs!- waffen Schutz, Pflege, Erziehung. Hier ist das Heinige fühl schon .sehr stark bei den Kindern. Die milde Atmosphäre, in der allein solches! Gefühl int- Kindes!- herzen Wurzel fassen kann, schafft allen voran Herr Bankdirertor Simon O ran sch der der Waffenfamilie Vater und Mutter ist. Herr Orausch einer der wenigen Menschen, die in der Zeit der Not, in der wir leben, ihre ganze, gemütstiefe Persönlichkeit der Kriegsfürsorge und, namentlich! der Waffenaktion widmen, hat sich die größten Verdienste um das Gedeihen der Anstalt erworben. 'Ihm zur Seite - stehen sorgend und helfend der Generalsekretär der staatlichen Waffenfürsorge in Galizien (jüdische Abteilung), Herr Rubenzahl, wacker schiafsend der unmiielbare Leiter des Heimes Herr Lehrer Schmierer, sowie die Damen Fe uerb er g und M u tt b, die Herren G reif und S i lbe r. Tie Summe ihrer Mühen ist niedergelegt irr der sehr beachtenswerten Ausstellung der Arbeitet: des Handfertigkeitsknrses der Zöglinge und in der prächtig gelungenen „Wadenrie". Die Ausstellung zeugt von der manuellen Begabung der Kinder. Die Produktionen, die nach der Besichtigung der Ausstellung den Gästen geboten wurden, beweisen die starke ,Intelligenz und vielfach auch künstlerische Begabung der Waffen. . In Summa: eine Art öffentlichen Rechenschaftsberichtes über die bisherige Wirksamkeit, wie er kann: überzeugender erstattet und befriedigender zur Kenntnis genommen werden kann. Ten täglichen unermüdlichen Schöpfern dieses wahrhaft sozialen und eo ipso jüdischen Werkes gebührt der hohe Dank der jüdischen Öffentlichkeit um so mehr, als e3! leider nicht an Galleerregern fehlt. Die Sorte soll hier einmal festgenagelt werden: die gedankenlosen Nörgler gegen alles Ureigene, Tiefe und Schöne, bloß weil es eben „Eigenes" ist. Diese Leute sind sich! der. Inkonsequenz ihres Detrlens kaum bewußt. Ist ihnen das Judentum lediglich Konfession, wie wagen sie es, an seinen Einrichtüngen und Forderungen zu rütteln, die religiösen Grundlagen der Jugenderziehung zu bekämpfen? ' ' ' Sind sie aber weder nationale noch konfessionelle Inden— .nun, dann bleiben sie für das Judentum jenes berühmte Messer oh ne He s t, dem die Klinge fehlt, d. h. gar kein Messer, Lu fff und zwar keine balsamische. Also: Hände und Zungen, weg! Rösa M . . . . r. Ein militärisches Chanukkasest im Zeichen des Waffenstillstandes. Es war eine schöne, in ihrer Art vielleicht einzige Feier, die am letzten Tage des diesjährigen Chanukkafestes im Festsaale des Handwerkervereines „Jad Charuzam" für die in Lembeiig befindlichen rekonvaleszenten Soldaten der verbündetet: Armeen, wie auch für die Kriegsgefangenen jüdischen Glaubens stattfand'. Es spricht für den auch, in dieser schweren Zeit keineswegs versiegenden Gemein- und Opfersinn der.hiesigen jüdischen Bevölkerung, daß! dieselbe dem Komitee die werktätigste Förderung durch reichliche Spenden in Geld und in Naturalien zuteiffwerden ließ: Auch die Militärbehörden bÄviesen ein freundliches Entgegenkommen, was u. a. -darin zutage trat, daß der Stadtkommandant offiziell zur Feier erschien und derselben fast bis' hum.Schlüsse beiwohnte, wobei er de:: Veranstalterinnen (ff: . herzlichm Worte:: Dank? utü> Anerkennung aus sprach: Außerdem waren Offiziere und Depütationen mehrerer Rekonva-