Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 50 (28.12.1917)
- Date
- 1917-12-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zenttalorgan kür die gesamten Unteressen des Judentums Jahrgang XXXIV Dr. Bloch’s Zentralorgan für die gesamten Unteressen des Judentums o t/---—-■ -—=00 Ö Q R. t. Postsparkasscnamt Clearing-Verkehr: 810.976 oo RedaMon und Administration: Wie« II/i, Praterstraße 9 .Telephons 45*359 vb. o QO-,, ■ ...- ...... ,,-Qq --- -r-OOO—:- Wien, 28. Dezember 1917 Erscheint jeden Freitag »:» Brief-Adresse: Wien. II/i, Praterstraße 9 Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift. Wien O o ■ - - - — ——=ö Q o C I Bezugspreis: Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 30 Kronen Einzelexemplare 50 Heller Anzeige«: Die S mai gespaltene Petitzeile 60 Heller 2 .O nP .-Qo Inhalt: Leitartikel: Gedenket der Toten! — Verband jüdischer Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigter. — Dumaabgeordneter Friedmann über die Aufgaben der Konstituante. — Inden im italienischen Ministerium. — Der Wiederaufbau des Leopoldstädter Tempels. — Klassische Stimmen über die Notwendigkeit eines jüdischen Lehrerseminars, dessen Ausgestaltung und Lehrplan. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Fünffach ausgezeichnete Kriegshelden. — Das Lob des neuzehnjährigen Schlesinger. — Feiertagsende. — Eiserne Krone nach'dem Tode. — Auf dem Felde der Ehre. — Zwanzigjähriges Militärdienstjubiläum. — Korrespondenzen: Zur Lage unserer Glaubensbrüder in Palästina. — Das Waisenelend in Palästina. — Arbeitsfleiß jüdischer Frauen. — Minister Dr. Vazsonyi. — Das Channkkafest in den Kriegswarsenhäusern Lembergs. — Ein ■ militärisches Chanukkafest im Zeichen des Waffenstillstandes. — Vermischtes. — Feuilleton: Aus dem Leben des hohen Rabbi Löw. — Briefkasten. — Inserate. Gedenket dev Toten! Bon Dr. Josef Mieses. Der Krieg nähert sich offenbar seinem Ende. Die Opfer, welche die bis nun dreieinhalbjährigen Kriegswirren insbesondere der Mischen Bevölkerung der Kriegsigebiete abgefordert haben, sind zahlreich und schwer. Groß ist die Anzahl derjenigen, welche vor dem Feinde, an Wunden und Krankheiten oder aber ferne im Elend der russischen Steppe und der sibirischen Eiswüste oder endlich durch Seuchen, Hunger und Not daheim ihr stilles Grab gefunden. Sollen die.Namen dieser Kriegsopfer, die in sehr vielen Fällen pls Märtyrer ihrer Kaisertreue und. Vaterlandsliebe dör dem Feinde tapfer und unentwegt ihre Ueberzeugung bekundet und mit ihrem Tode besiegelt haben, der Mitwelt sogar bereits unbekannt sein? Sollen die Blätter der jüdischen Geschichte an diesen über. zwei. Weltteile verstreuten Gräbern stumm und teilnahmslos vorüberziehen? Bis nun ist nämlich! unsererseits nicht viel geschehen, um der Nachwelt das schaurig-traurige Bild der Not und der Leiden der Mischen Volksteile im östlichen Jnvasionsgebiete wenigstens einigermaßen zu überliefern. Dabei hat ein.solches! Beginnen auch einen großen erzieherischen, patriotischen Wert. Ist doch eine Darstellung der unverrückbaren und unerschütterlichen Anhänglichkeit an Kaiser und Reich seitens sämtlicher Genossen unseres' Volkes nur geeignet, in den Gemütern auch.fernerhin aneifernd und beispielgebend zu wirken. Von diesen 'Erwägungen ausgehend, habe ich mich vor anderthalb Jahren als Leiter der k. u. k. Mllitärseelsorge des Militärkommandos Przemysl, in folgender an sämtliche israelitischen Kultusgemeinden des Przemysler Militärterritorialbezirkes - gerichteten Zuschrift mit einer entsprechenden Anregung gewendet: " Es erscheint ha. als wünschenswert» und der jüdischen Helden würdig, daß bei passender Gelegenheit zfür das Seelenheil der fm' Laufe des gegenwärtigen Weltkrieges 'gestorbenen israelitischen Angehörigen der Armee bei namentlicher Erwähnung derselben das „El mole rachmrm" (Q^m chezw. das >,Jiskor" "CP feierlich beim Gottesdienste vorgetragen werde. . Die Namen der zivilen Märtyrer für Glauben und Vaterland könnten allenfalls in diesem Zusammenhänge ebenfalls [genannt werden. Zu diesem Behuse wolle ein möglichst genaues Verzeichnis der diesbezüglich in Betracht kommenden Angehörigen des chortigen israelitischen Gemeindesprengels angelegt und sorgfältig geführt, bezw. fortgesetzt werden. Es wolle demnach bereits am diesjährigen Trauertage Tischa l/ab n^Tl) sowie alljährlich an diesem Tage im Anschlüsse an den öffentlichen Morgengottesdienft eine feierliche Trauerandacht für unsere Helden und Märtyrer abgehalten werden. Es wird ha. der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck verliehen, daß die Bedeutzmg dieser pietätvollen Ehrung der teuren Toten vollauf gewürdigt, und daß die hier gegebene Anregung zur ehebaldiasten Inangriffnahme und zielbewutzten Ausführung dieses gottgefälligen und von vaterländischer Gesinnung zeugenden Werkes' veranlassen wird.!Es war rtänrlich anzunehmen, baß die n antetitp* lich e Nennung unserer Toten anläßlich der Trauerandachten hervorragend -geeignet wäre, das Andenken derselben zu ehren und wach und lebendig zu erhalten. In jeder Gemeinde würden so alle, die während des Krieges ihr Grab gefunden haben, forlleben und stärkend und stählend wirken. Und wenn einmal die einzelnen Züge unserer Zeit ßu einem Gesamtbilde gesamtmelt werden, wird man hier dann in den entsprechend geordneten, gemeindeweise angelegten Verzeichnissen nützliche und verläßliche Wegweiser Wer die Geschicke unseres Volkes in so schweren Zeiten finden und verwenden können. - Gewiß gäbe es noch so manche Aufgabe auf dem Gebiete der Statistik zu lösen und zu leisten. Mein hier wollte ich lediglich die Aufmerksamkeit der jüdischen Intelligenz und >all derer, die es angeht, auf die unabweisbare Notwendigkeit einer kultusgemeindeweifen. möglichst erschöpfenden Sammlung der Namen unserer Toten aus Gründen der Pietät, aber auch nicht zuletzt ans