Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 49 (21.12.1917)
- Date
- 1917-12-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 49 Dr. Bkoch's K i-s A dcr> nachdem er 'das Breslaus Semiüar absolviert haLMM Erzieher bei Baron Gänzbnrg in Paris wirkte,. war später Rabbiner in Brüx, Zürich und Jungbunzlau, und wurde 1884 auf die Kanzel der Meiselsynagoge berufen. Mehrere ehrende Rufe, darunter einen solchen als' Landesoberrabbiner von Bulgarien, lehnte er ab, Kisch War der erste israelitische Religionslehrer in Böhmen,.- der zum wirklichen Gymnasialprofessor ernannt wurde. Als geistreicher Kanzelredner geschätzt, war Tr. Kisch mehr als 43 Jahre Feldrabbiner des 8. Korps. Auch; eine rege wissenschaftliche Tätigkeit hat der unermüdliche Mann entfaltet. Besonders bekannt wurde Dr. Kisch durch die Geistesgegenwart, die er gelegentlich, einer Audienz beim Kaiser Franz Josef I. bewies. Diese Audienz fand zur Zeit des Hilsnerprozesses statt und der Kaiser äußerte damals, austd ie antisemitische Hetze Bezug nehmend: ,;Jch verabscheue diese Roheiten." Dr. Kisch bat um die ^Erlaubnis, das Wort des Monarchen zur öffentlichen Kenntnis zu bringen, was ihm gestattet wurde, und,er hat sich so ein Verdienst erworben. An seiner Bahre trauern neben. der Gattin und einem Töchterchen drgi Söhne, von denen Dr. Guido Kisch Privatdozent an der Universität Leipzig und Tr. Bruno Kisch,/ derzeit t k. Oberarzt, Assistent am pathologisch-physiologischen Institut in Köln ist. Die Beteiligung der gesamten jüdischen Oeffentlichikeit Prags^ und weiter nichtjüdischer höchster Kreise am Leichenbegängnisse legte Zeugnis davon ab, welcher Beliebtheit und Wertschätzung sich Professor Kisch erfreut hatte. Unter den Erschienenen bemerkte man: den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Prags Obevfinanzrat Dr. Köscheräk mit dem Vizepräsidenten kaiserl. Rat! Edlen von Fuchs und vielen Mitgliedern der Kultusgemeind e-Repräsentanz, zahlreiche Rabbiner von Prag und Vororten, die Vorstände der Prager Synagogech zahlreiche Vereine, namentlich, des Vereines zur Fürsorge für entlassene Sträflinge, des israelitischen Lehrerpensionsvereines, des israelitischen Ferienkolonienvereines, des israelitischen Freitischvereins und des israelitischen Zentralvereins, deren Vorstand der Verblichene durch Jahrzehnte als werktätiges Mitglied, angehört hatte.' Ferner waren erschienen: In Vertretung des k. k. Statthaltereipräsidiums Hofrat Dr. Tamätsch, hohe Stabsoffiziere als . Vertreter des Militärkommandos und Platzkommandos von ’ Prag,. der Kommandant der k. u. k. Prager Kap dettenschule, ferner Landesschülinspektor Regierungsrat Strach und die Regierungsräte Komma und Marx, die Universitätsprofessoren Hofrat Dr. Frankel, Dr. Spiegel, Tr. Polläk, die Direktoren der beiden k. k. Staatsgymsnasien, die Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinden Jungbunzlau und Karolinenthal mit Deputationen, die Feldrabbiner Prags, Vertreter der katholischen und ^evangelischen Militärgeistlichkeit, zahlreiche Offiziere und eine unübersehbare, den ersten Kreisen der Gesellschaft angehörende Trauerversammlung. In der Zeremonienhalle des Straschnitzer israelitischen Friedhofes hielt der Prediger der Prager Tempelgemeinde Rabbiner Professor Dr. E. Schwartz einen formvollendeten und tiefempfundenen Nachruf, in dem dr Professor Kisch als hingebungsvollen Gatten und Vater, als vorbildlichen Lehrer und Führer in Israel, feierte und zum Schlüsse den AKschiddsgruß des Räbbinerverbandes in 'Böhmen entböte dem Professor Kisch! seit der Gründung als Vizepräsident angchört hatte. Am Abend bdg Schabos Chanukka, an welchem Professor Kisch vor 33 Jahren zum erstenmal die Kanzel! der Meiselsynagoge bestiegen hatte, fand in der Meiselsynagoge eine schlichte nnd würdige- Trauerfeier statt, die durch! das 'Lied vor der Seelengedächtnisseier eijtH geleitet wurde. Prediger Professor Dr. Schwartz der Prager Tempelgemeinde, sprach -innige, aus - der Tiefe des Herzens^ Kommende Worte des' Gedenkens. Wdchenschrifl Seit« 807 Chanukkafeier in Venetien. Anläßlich des 50jährigen Emanzipations-Jubiläums der Jitzden in Ungarn veranstaltete unser Feldrabbiner 'Herr .Moses Schwarz eine besondere weihevolle Chanukkafeier, an der, sämtliche Glaubensbrüder der Honved-Infanterie-Division teilnähmen. Es ist dieselbe, die sich um die Verteidigung des Monte San Gabriele wieder unvergänglichen Ruhm erworben und nun jetzt weit in Feindesland steht und treue Wacht hält. Gestern um 5 Uhr nachmittags versammelten sich alle Getreuen. (und es fehlte wirklich nicht ein Einziger, so weit auch mancher zu gehen hatte) in einem eigens für diese Feier adaptierten Saale. Als Ehrengäste erschienen Brigadier General Sarkany> Oberst von Kratochwil, die andersgläubigen Priester und sehr zahlreich« Offiziere jeden Ranges. Herr Feldrabbiner Schwarz hielt die Festpredigt, die ein' rhetorisches Meisterstück ,war. Es wurdet Mincha und Mairiw gebetet und das Chanukkalicht angezündet. Korporal Bandler, längst bekannt durch seine wunderschöne Stimme» stimmte das alte!so zu Herzen gehende Chanukkalied an und prächtig sekundierte die ganze Versammlung. Als -Einlage spielten sechs Glaubensbrüder mit Violine, Cello usw. das „Kolnidre". Es war eine solche erhebende Feier, wie sie gewiß selten in diesen schweren Zeiten und unter solch außergewöhnlich schwierigen Umständen vorkommt. Es wird uns allen' unvergeßlich bleiben. Unserem geliebten Feldrabbiner Moses Schwarz der innigste Dank, Griechenland. Der Chief-Rabbi von England D-r. Herz erhielt vom Oberrabbiner von Saloniki Rabbi Jacob M.e i r folgendes Telegramm: „In Beantwortung Ihres Telegramms vom 14.SePtember teile ich Ihnen Mit, daß die Zahl der hier lebenden Juden'insgesamt etwa 73.448 beträgt. Von diesen, leben 2s33 Familien in Baracken, 685 Familien in Ställen oder auf freiem Feld, 10.000 Familien, sind vollständig ruiniert, ohne Heim und Existenz. Die erhaltenen 10.000 Sterling find schon ausgegeben. ,!Es ist unbedingt nötig, tausend Wohnungen zu er--- richten, Material für Arbeitswerkstätten zu beschaffen, Vorschüsse für die kleinen Krämer, Kleider- und Wäsche, Mittel für erste und medizinische Hilfe und die dazu gehörigen Personen zur Verfügung zu stellen. Vermischtes. Kran; blösunzsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seiieustctlcngafse 4 für arme kranke Glaubensgenossen Anläßlich des Ablebens der sel. Paula Schön, geb. Singer: Jonas Singer 20 K.» Berthold Mayer 50, zusammen 70 Ä., Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold Kramer: Wilhelm Löwy 20 K. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Reiß: H. Stranchv 10 K.. Adolf Krasa, Kaladay 10, Gustav Reiß, kgl. Weinberge. 10, Albert Faslnn 10, zusammen 40 K. Anläßlich ves Wlebens der sei. Therese Stöckerl: F. L. St. 10 St., Steiner 10. Rudolf Schick 10, Julius Schick 10, Leo Schick 10, Richard Stöckerl 10, zusammen 60 St. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Kohn: Leo Schick 20 K.. Theodor Klein 20, Dr. Mar Nasch 20; Mar Steinhart 20, Lini Kohn 10, zusammen 90 St: Anläßlich des Ablebens des sel. Julius Prager: Mar Cykiüder 10 K., Josef Heiller 10, Dr. Mar Prager 10, zusanrmen 30 K. Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Schwarz.: Salomon Friedmann, Kassa 10 K.. Miller ^Mary, Kassa 10, Schwarz Zofia, Wien 4, Schwarz Mazda. Wien 3, Schwarz Elis, Wien zusammen 30 K. : . Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Graf: S. Rosenbkatt 10 K.. B. Graf 10, zusammen 20 K. . Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold Weitzenstein: G. Pfeffer 5 K., Emil Pollak, Prag 2, G. Weitzenstein 10, Artur Erthal 10, Heinrich Glaser 2. M. Hacker 2, zusammen 31 K. < Anläßlich des Ablebens des sel. Reisek Wind aus Bobvkn: Markus Wind 5 K.. Jakob Wind 5. zusammen 10 K. Anläßlich des Ablebens des sel. kaiserl. Rates Eduard Stern: Sigmund Jchenhauser 50 K.. Bernhard Popper 40. Alfred Heins-, heiser 50, Mar Hoffmann u. Sohn 50, Joses Bielitz 30, Sigmund Barber 30, zusammen 250 K. „t Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Posamentier: Alois Ungar 10 K„ Leopold Bruckner 10, zusammen 20 K, •13; V1 SN :-=4 3^ ' 1? yntf. -M H I A :? 1 3-5 j! »1