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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-12-21 · 49 (21.12.1917) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
49 (21.12.1917)
Date
1917-12-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 800 Dir. BLoch's Wochenschrift Nr. 49 'tt' ■m. X m c 1 M "S He W. 4) M - HDMkh GUpo nWkL"^-schreM-:-- , Mr. Balfours Brief an Lord Rothschild ' ckäim ohne Uebertreibung als ein epochemachendes Geschehnis bezeichnet werden.' Zu jeder Zeit wäre es von größter Wichtigkeit, gewesen, wenn sich eine Großmacht in dieser Weise für Len Zionismus ausgesprochen hätte; Wenn es jetzt geschiehtwv 'Gaza und Berseba' von den englischen Armeen besetzt sind ünd man in Jerusalem schon das Donnern der englischen Ka- Np.nen hört, muß die Erklärung für den Zionismus das allergrößte Interesse Hervorrufen. Die englische Regierung hat nicht nur Sympathie für den ' Gedanken der Schaffung einer nationalen Heimstätte für das .Mische Volk in. Palästinasie wird vielmehr auch die größten Anstrengungen machen, um die Verwirklichung dieses Zieles zu ermöglichen. Es ist eine Tatsache, daß noch keine Regierung, die sich betreffs Palästinas in einer solchen Lage befand, im ganzen Verlauf der modernen Geschichte mit derartigen Worten .gesprochen hat. Man muß schon zurückgehen bis zu Cyrus, -Ml eine Parallele, zum jetzigen historischen Moment zu finden. - - Die von der englischen Regierung bezüglich Palästinas akzeptierte Politik muß von jedem Standpunkt aus verteidigt werden; fei es von einem jüoischen, einem englischen oder auch einem europäischen, Londoner JüdisW Tageszeitung „I e w ish Dimes" veröffentlicht in der Nummer vorn 9. Noipember einen Leitartikel, in dem sie unter , anderem O c W N ö u m W y,, . . . Eine große Bedeutung hat auch die Tatsache, daß gerade die jetzige' Regierung die Erklärung über eine nationale Heimstätte für die Juden in Palästina veröffentlicht hat. Was man auch von der jetzigen Regierung sagen mag, eines mutz Man zügeben, sie ist keine Parteiregierung, sie ist eine nationale. Regierung im vollen Sinne des Wortes. In ihr sind Mit Ausnahme der Pazifisten alle -Klassen und politischenl Gruppen des englischen Volkes vertreten. Die Erklärung der jetzigen, Regie--, rung repräsentiert daher nicht nur die Meinung und Üeberzeugung einer Partei, sondern die Meinung und Üeberzeugung der ganzen .'englischen Ration, und' das heißt, daß nicht nur dir englische; 'Regierung, die heute am Ruder steht, morgen aber fallen kann, sondern England als ganzer Staat für die jüdisch-nationale Forderung ist, und daß jede Regierung, die, folgen wird, dtz jüdischf- .ncttionalen Forderungen .wirdunterstützen müssen. ,^ .. . l\t< ' Daß ganz England dafür ist, dad''PäMtinL-'Mevsr'dEN-, tidnäle Hermstätte des jüdischen Volkes werden soll, kann mdn auch daraus ersehen, daß der , BeschlußderRegierung erst er-, folgte, nachdem die Arbeiterpartei durch ihr Exekutivkomitee, und nachdem die englische Presse aller Richtungen vom liberalen „Manchester Guardian" bis zur konservativen „Timest von der radialen Zeitschrift ,Mation"' bis zu vem antilsemitischen „Witmeß" sich für ein und dieselbe Forderung ausgesprochen haben;, -das heißt, daß die Deklaration der englischen Regierung sich in Aeberemstimmung mit dem englischen Volk, befindet . . . . . „M a n ch e st e r Guardia n" vom 9. November schreät unter^WrHI-cLerschrLfl: „Pa l ä st i n g ü nd' b i e Inden": - - ■:■ /' . Die letzten Worte der . Erklärung werden vielleicht bei dem ersten Blicke nicht ganz verständlich sein. NW bloß müssen zdie Rechte der bestehenden Gemeinden in Palästina respektiert werden; es wird ferner erklärt, daß „die politische Stellung der Juden in .irgendeinem anderen Lande" in keiner We^e beeinträchtigt werden darf. . . Es wirdbefürchtet, daß Juden, die eine 'Heimat in anderen Ländern gefunden haben- 'und jetzt vollständig die. neue 'Zugehörigkeit anerkennen, an Ansehen oder sogar' "an konkreten politischen Rechten verlieren würden durch die Schaffung eines besonderen jüdischen Staates, indeyr .sie gewfsser- Mäßen als Fremde betrachtet werden könnten. Eine solche Gefahr ist in unserem! Lände nicht zu befürchten, noch'auch in anderen Ländern,)'die wie die Vereinigten Staaten die jüdischem Bürger auf der Basis der vollen Gleichberechtigung behandeln. In 'Ländern, wo der Antisemitismus noch vorherrschend ist,, wstd derselbe dadurch kaum stärker werden als -ohnehin. Aber in ' jedem' Fälle: Was bedeutet' das für den jüdischen Stamm im Vergleich mit der Hoffnung auf einen Wiedererwerb des Gh- MrärWes.- Ein kleines. Volk wird es werden, denn Palästina wild vielleicht nur einem Viertel von dem zerstreuten jüdischen Stamm Äufenthaltsmöglichkeit gewähren; aber es war ein kleines Voll, das der Welt' zwei Religionen schenkte, und in fehremi alten Lande wird es>5 vielleicht ^.nöch einlebendes Bindeglied' werden. zwischen Ost und West, zwischen der -alten und der neuen' Mit.,./ , '' - ' t.tt Für die vierftiWen ZjUdrn ich MumMien. i Der Oberrabbiner Dr. M. Ehreirpreis! von Sto ck- H'D lm richtet im „SvenÄka Dagbllchet" einen.. offenen Brief an den französischen Ministerpräsidenten Clemenceau, in dem er'eine MW bezät'gM" versolgungen,-auMhrt urtd ihn -auMrdert, gemäß seinen solcher bekanntgegebenen Grundsätzen Schritte zu tun, um die Leiden der Juden zu verringern. „Tie Juden dort find", so heißt in dem Schreiben, „einem shstee matischen Vernichtungskämpf, von seiten der rumänch schen Zivil- und MUitärbchörden hilflos preisgegebem bei dessen Anblick Schweigen zum Mitschuldigen macht. Für diese Schcnrdlichkeiten ist nach einer -Erklärung des rumänischen Sozialistenführers Rakovsky nur die jetzige Regierung berantwortlich, da die rumänisW Bevölkerung keinen Judenhaß kennt". - Die nationale „Vereinigung! der rumänischen Inden in Amerika" entfaltet gegenwärtig eine große Tätigkeit zwecks Erlangung der Emanzipation ihrer Brstder in der Heimat. Eine Reche jüdischer und nichtjüdischer Politiker von Ruf nahmen an der Festlegung des ' Programmes der Aktion teil. Im Namen der Vereinigung sandte der Vorsitzende des BNe-Brith-Ordens, Ad. Krauß, eine Depesche an Wilson, in der die gegenwärtige Lage der Juden in Rumänien geschildert, und der ‘ Präsident aufgefordert wird, seinen Einfluß äufdas. verbündete Rumänien geltend zu machen. — .'Wilson chat aber sehr warme Trostworte für Rumäniens' König und feiner er wird sie kaum der Juden wegen,,che?- wollen. . . . K.-20.000.^ Der Wiederaufbau des" Keopoldstadter Tempels. Dem Komitee find in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: XI. Spendenliste: Herr Dir. Philipp -Ritter von -'Gomperz, '' l ' ' 1 -.t v! S.i-i V> > ,, V- “V f j Herr Alfred Schuschny, Wien, 1. Bezirk, / 'jErhöhung aus Herr Ignaz Blum, Wien, 1. Bezirk, - jErhöhung aus Herr Simon Kohn, Wien, 1. Bezirk ' Herr Max Popper, Wien, 2. Bezirk Herr Hermann Köwy, Wien, 2. Bezirk - Herr Ed: Jonas Schachritz',' Wien, 18. Bez. Herr Aj.-'P.:E. ' h >:. Frau Emma Fischlev-Landeis^ Wien, 12. Bezivk Herr Ernst Fischmann, Wien, 2. Bezirk Fa. H. Schwitzer & Söhne, Wien, 2. Bez. Herr Benno Poppier, Wien,- 2. Bezirk Herr Robert Popper, Wien, 2. Bezirk Herr Johann Kohn, Wien, 3. Bezirk Herr Hermann SpH, Wien, 3. ^Bezirk Anonym Herr Lazarus -Eichhorn, Wien, 2. Bezirk Herr Leopoff) Neumann, Wien, 2. Bezirk Herr >Enanuel Kraust, Wien, 1. Bezirk Frau -Emma Löwy, Wien, 2.' Bezirk Herr Eduard Stein, Wien, 2.- Bezirk ' Herr.S.!Uirgar, Wien, 2.. Bezirk . Herr kais. Rat Karl Boskowitzi, Wien, "' 2. Bezirk Herr Wilhelm Arrrstein, Wien, 2. Bezirk Herr Raimund Neugröschl, Wien, 2. Bezirk Herr Leopold Löwenbein, Wien, 2. Bezirk HW: Simon Lederer, Wien?. 2: Herr- Leopold .Rietz Wien, ,-2. Bezirk [qr.. Herr David Tänzer; Wien, 2. Bezirk Herr Ludwig Marchseld ' Herr Direktor Dr. Ciarl' Fleisch'mann, . Wien, 9. Bezirk ü ■ 2.000.— 4:000:- „ 500;— 300;— h . 200.— Ij 200.— t) 500.— .11 100 — . „ •’ 200.— 500.— tt 250 — 250.— >> 500.— >$ 200.— tt 100 — » 300.— 100.— 200.- lf 100 — : >t 100.— 100.— * - 100- 100 — - )* , 100.— ,, 200.— lt~ ,200.— ■ t* ' 150.— ■ lf. 200— 20&rv 500.—

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