Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 49 (21.12.1917)
- Date
- 1917-12-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zentralorgan für Me gesamten Interessen des Judentums Nr- 49 Jahrgang XXLIV 0(r- - - —r-uO c\ S. I. Postsparkassenamt Clearing-Verkehr: 810.976 .00 Redattton und Administration: Wie» Uli, Praterstraße 9 ^Telephon* 45*359 5 C O O- -- - O o '"n-r-000- Wien, 21. Dezember 1917 «:• Erscheint jeden Freitag •:* Brief-Adreffe: Wien II/i, Praterstraße 9 Telegramm-Ad reffe: Bloch'S Wochenschrift. Wie» OCF O Bezugspreis: Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 30 Kronen Einzelexemplare 50 Heller «»zeige»: Die 2 mal gesvalteue Petilzeite SO Heller =DO Q oG= =9o Inhalt: Leitartikel: Die Gesinnung der Canaille. — Aus der Woche. — Der Wiederaufbau des Leopoldstädnr Tempels. — Kriegsdekorativnen jüdischer Lffigiere und Soldaten — Weitere Auszeichnungen. — Die Eiserne Krone des Ooe^leutuants — Di.' sechste Auszeichnung. — Zwei Brüder an einem Tage gefallen. — Zwei Söhne des jüdischen Schuldirektors. — Die goldene Tapf rkeilsmedatlle nach der Gefangennahme. - Deutsche Kriegsdekoration. — Zwei Feldrabbtner für t.pferes Verhalten ausgezeichnet. — Verleihung des Adelsstandes. - Kaiserliches Geschenk an einen galizischen Flüchtling. — Auf dem Felde der. Ehre — Der unvorsichtige Hersch Dluckmann. — Klassische Stimmen über die Notwendigkeit eines jüdischen Lehrerseminars dessen Ausgestaltung und Lehrplan. — Korrespondenzen: Erweiterte Tagesordnuug für die Plenarsitzung vom 3. Dezember. 1917. - Lundenburg. — Altion des ungarischen Rabbinerverbandes wegen der Teuerung. — Der Kongreß der ungarischen Juden findet nicht statt. - Professor Dr. - Alexander Kisch. Chanukkafeier in Venetien. — Griechenland. — Vermischtes. — Feuilleton: Aus dem Leben des hohen Rabbi Löw. — Literatur. — Briefkasten. v Die Gesinnung der Canaille. 'Wem das in voriger Nummer an dieser Stelle «zitierte Wort des großen Theodor Momsen: „Ter 'Antisemitismus ist die Gesinnung der -Canaille", etwa allzu hart erschienen, für den lassen wir nachstehend einen- Artikel aus der „Ostdeutschen, Rundschau" vom 11. Dezember unter dem Schlagwort „Der Zionsstaat" unverkürzt folgen: ' ..Auf viele Anfragen aus unserem Leserkreise wollen wir hier in Kürze ausführen, wie der Zionftaat auch für uns Arijrr nützlich wirken kann. Es find da manche Zweifel zu lösen, die in unseren völkischen Kreisen aufgetaucht sind. Mit Recht betont ein Leser, wie der Zionismus nur deshalb die Gründung eines jüdischen Nationalstaates bezweckt, um die Macht des Judentums auf der ganzen Welt zu stärken, aber nicht/etwa, in der edlen Absicht, uns hier von den angenehmenZeitgenossen zu befreien. Einen solchen Edelmut haben wir bei den Hebräern, gär nicht vorausgesetzt. Aber dennoch wird uns durch eine kluge Taktik der arischen Völker möglich sein, in gemeinsamen Entschlüssen den Zionstaat nutzbringend für hie arischen Wirtsvölker zu gestalten. „ Io Literatur der Anhänger des Zionstaates bietet uns viele Anknüpfungspunkte. Unsero M'mnkry-Juden — alsodie im Grunde ihres Herzens Gegner dieser Gründung sind, - weil -sie - unter der Schutzfarbe bessere Geschäfte. zu machen glauben — sehen nunmehr ein, d aß sie die. Gründung des Zionstaates doch nicht hintertreiben können. Nun wollen' sie wenigstens nur jene Teile des jüdischen . Volkes nach dem Zionstäate geschickt wissen,bfc sich bereits tief in der seelischen und körperlichen Entartung befinden^ die in sehr kümmerlichen Dasemsbedingungen namentlich in Rußland und. Polen leben. Den.» soll der Zionstaat befere.Nahrung und auch echt jüdische Gei,tespflege bieten. Dann wird der reiche .Börsenmann den armen- Schnorrer an.seiner Haustür los, tut: noch ein edles Werk und schröpft desto ungehinderter das arische Wirtsvolk, dem er angeblich angehört, in dem er in seiner Presse, .täglich' behauptet, er sei ein Deutscher, oder. Franzose oder Engländer — je nach dem Lande, das er gerade ausbeutet. Wie .wandelbar der Hebräer in. seinen vaterländischen Gefühlen ist» haben wir ja jetzt während des Weltkrieges' an den sogenannten „Deutschamerikanern" Schwab, Loeb, Schiff,' Kahn, Lohn u. Co. usw. gesehen, die sich drüben zu. waschechten PaMtzs gehätlPk haben,' während ihre Vater zufällig ^in. Frankfurt am Main» Mannheim und Kassel das Licht dieser sonderbaren- Welt erblickt haben. Während Tateleben noch behauptete, ein »guter .Deutscher" zu sein, schmäht der wackere Sohn das „verruchte Volk der Hunnen", weil er augenscheinlich in Newyork bessere Geschäfte macht. Das ist der „Patriotismus" der Mimikry-Juderu Sie fühlen sich in dieser Rolle ungemein wohl, geben Zeitungen' heraus, essen Schweinefleisch, trugen au Kaisers Geburtstag den Zylinder undrufen laut und vernehmlich Hurra! Sie. bringen in ihrer Presse von Byzantinismus triefende Schmeichelartikel für den jeweiligen Herrscher. Sie „machen" ,aury in wilden Haßgesängen, wie uns der mosaische Poet Lissauer beweist, der mit seinem Hatzgesang auf England durch alle deutschen Städte erfolgreich hausieren ging. Es ist. nicht ausgeschlossen, daß, wenn ihn das Schicksal nach Newyork führt, und es wieder zu .einem Kriege kommt, er dann einen prächtigen „Hatzgesang auf die verruchten Hunnen" fabr^iert. Geschäftskundig s.nd ja die Mimikry-: Juden, und wie einer der ihren mit Srolz bemerkt, „in allen Ländern sofort geistig im richtigen Bilde". .Diese Mimikry-Juden nun möchten den Zionstaat nur für alle unerwünschten Schnorrer, gewissermaßen als Sammelbecken gründen. Sie selbst möchten, wie die Made im Speck, munter weilerleben. und denken natürlich gar nicht daran, den wirklichen Völkischen Kern dieses Gedankens zu erfassen und zu verbreiten. Sie wollen nur mit Hilfe der internationalen DemokoatL und des alljüdischen EroUapitals den Zionstaat gründen, um dort körperlich und geistig" besser ausgerüstete Jüd'lein grotzzupäppeln, die< dann zur rechten Stunde wieder auf die entsetzte arische Menschheit losgelassen werden können. Also gewissermaßen eine Züchtanstalt für jene, die mit Hosenträgern anfangen und mit dem Barvntitel und dem Schloß in der Residenz und dem Rittergut auf dem Lande aufhören . So ist natürlich der Zionstaat von den wirklich überzeugten Zionisten ebenso wenig gemeint, wiu von uns Ariern. Wir Müssen unbedingt fordern, daß gleich nach der. Gründung des Zionstaates alle Vertragsmächte von den bei ihnen wohnenden Juden verlangen, daß sie sich sofort und ohne Ausnahme als Bürger des neuen Zionstaates einsch.eiben lassen. Sie werden also' steuerpflichtig sein in dieser ihrer wirklichen Heimat, inr Zionftaat. Dadurch wird dieser Staat lebensfähig, 'nur diese Steuerleistuno aller Hebräer, des Erdballs verbürgt seinen Be- , - stand. Denn wenn Palästina gewählt werden sollte, wird dies Türkei natürlich mit' Recht einen hohen jährlichen Tribut beanspruchen. Dafür müssen eben alle' Jüdlein auf dem garten Erdenrund aufkommen. ..Wollen nun unsere. MrntRy-Juden durchaus nicht die Fahrt iys gelohte Land wägen, wollen sie uns auch ferner mit ihrer so. angenHmen Gegenwart beglücken, wollen sie auch weiter zur ^Perfeinerunp , der Sitten" bei uns beitragen, so unterstehen * sie einem Fremdengesetz^ das sie schützt» solange sie eine staffelweise nach ihrem * Einkommen steigende Fremdensteuer erlegen. Solange sie sich nicht gegen die Gesetze vergehen, oder viel- Ver treu zu Kaiser nnd Reich steht, zeichnet die 7. Kriegsanleihe