Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 48 (14.12.1917)
- Date
- 1917-12-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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:Tr1- Blocht Wpchcnichrifl Nr. "48 Seile «89 Al Ein tapferer jüdischer MiMärarzt. . Dech in GießMwoDnhäften Vater des' an den Folgen seist -r' Verivundung gestorbenen- Oberarzt^ d. R: Hugo M wya r? Mittel des Ehernen. Kreuzes-- Le und 2;: Masse f und. des; Hessischen 'Militär-Sänit-ätskreuzes/ ging in Vertretung des erkrankten Reginrentsfommandeurs namens des ganzen Regimentes und seines gesamten Ofsiziersko rps ein - Schreiben zu, iip welchem . es heißt: „Ihr Herr Sohn wird uns . infolge seiner, unvergleichlichen Pflichttreue als Arzt, infolge seiner hervorragenden Tapferkeit und Unerschrockenheit, wenn es galt, im Feuer ärztliche Hilfe zu bringen, als liebenswürdiger Kamerad und prächtiger Mensch unvergeßlich und immer ein Vorbild bleiben. Und deshalb fühlen wir um. so mehr mit Ihnen und Ihren.hochverehrten Angehörigen diesen schmerzlichen Verlust. Die durch _ den Heldentod Ihres Herrn Sohnes gerissene Lücke wird schwer auszusüllen sein. Aber das Bewußtsein, daß Ihr Sohn in treuester Pstichtersü lung für sein Vaterland den Heldentod erlitten hat. möge Sie etwas trösten, denn Sie können stolz sein aus diesen Sohn." — Einen ebenso wannen wie ehrenden Nachruf, für den Verstorbenen erließ der Regiments!- kommandeur im „Gieß,euer Anzeiger".. Auf dem Aelde der Ohre. Den on der italienischen Front im Felde stehende, mehrfach ausgezeichnete Fähnrich Theodor Antscherl aus Budapest berichtet seinen Eltern über den Heldentod des Fähnrichs Varadi (seines Freundes), cher den Befehl erhielt, den rechten Flügel, -des, 'Bataillons zu verstärken. -An der Spitze seiner Kompagnie gegen den Feind stürmend, erhielt Var adi einen tödlichen Bauch-. schuA Sterbend ries er seinen ,Kameraden noch zu: „Bitte, meinem Kommandanten zu sagen, daß ich meine Pflicht erfüllt habe." Sprach's und hauchte seine treue Heldenseele aus. - Leutnant Richard Verenga-r.ten vom vegiment -/ Kommandant eines technischen Zuges, Sohn des Herrn Gustav Vereng arten, Atzgersdorf bei Wien, siel am 23. November 1917 .an der Piave im 23. Lebensjahre. MGermeWr Tfr. WeMirchner -gegen WckMnge". die „Kriegs- . In der Sitzung des Finanzausschusses der österreichischen Delegation vom 10. . d. M. stellte der Bürgermeister der Stadt Wien Dr. Weiskirchner den Antrag auf (zwangsweise) „Repatrierung" der Flüchtlinge, was angesichts „der an der russischen Front herrschenden Waffenruhe ohne weiteres geschehen könnte". Denn Zahl der. Wohnungen, welche von in Wien beherbergten Flüchtlinge aus Ostgalizien in Anspruch genommen werden, betrage 7000". Allerdings Grund genug. Bei den. Hunderttausenden. an Wohnungen sind gerade die etwa zwei bis drei Prozent, welche die Flüchtlinge aus Ost (!) gälizienbeherbergen,, unbedingt erforderlich. Daher sollen selbstredend diese Leute, welche ja uneingeladen die Gastfreundschaft der Reichs-Haupt- und Pesidenzfladt Wien bereits seit einigen Jahren in Anspruch nehmen, jetzt bei dem etwas frischen Wetter des ist 'Ostgalizien bis — 2Z o Reaumür „sinkenden" Dezember in ihre Häuser und Höfe hinausbefördert werden. Dies um so eher, als ja bereits eine (!) zehntägige Waffenruhe mit Rußland' vereistbart wurde. Wie ist -aber der Falk geartet, wenn in Ostgalizien ganze Städte und Städtchen sowie zahlreiche Dorfansiedlungen und insbesondere die Mischen Häuser derselben in Schutt und Asche liegen; wohin sollest nun die Mwohner.und Eigentümer der zerstörten und ausgevlmrderien Anwesen, die wegen chrer Staatskreue vor der Wur des .Feindes mit dem letzten Splitter ihrer Habe Gestüchreten ihre Zuflucht suchen? Wohinsollen also während des' strengen Winters die. ausgeraubten, Staatsbürger zurückkehren? . . . Woher weiß denn Se. Exzellenz, der Bürgermeister, daß die zerstörten Ortschaften Ostgaliziens bereits, wenn auch nur notdürftig, wiederhergestellt wurden? „Was/die Anregung des Delegierten Dr. Weiskirchner hinsichtlich der Repatrierung der Flüchtlinge anbelange, werde sich der KrieMninister diesbezüglich mit dem ArMee-Ob-erkommando ins Eürvernehmen setzen," lautete die Antwort ,deK Kriegslminifters. - , 'Es steht zu hoffen, daß das k. u. k. Armee-Oberkommando diesen Antrag des Herrn Bürgermeisters der Reichshauptstadt Wien entsprechend zu würdigen wissen und demgemäß auch beantworten wird. " Bereits vor mehr denn drei Jahren hat man bei einem damals mißglückten Feldzuge gegen die Kriegs- Wchtlinge den Wohnungsmangel ins Feld zu führen versucht. Allein ein Machtwort weiland Sr.. Majestät des Kaisers Franz Josef I. machte alb dem bösartigen Getue ein Ende. Wenn man den:Flüch.LLinste.nz den eigentlichen und ersten Opfern des Krieges, Schwierigkeiten in den Weg. zu legen versuchen >sollte, so werde er ihnendas Schönbrunner Schloß zur Verfügung stellen. sprach der verewigte Monarch. Diese unvergleichlichen Worte der Teilnahme und der Menschenliebe sowie des tiefen Verständnisses für die patriotische Haltung und der Opfer der vor idem Feinde Geflüchteten, gruben sich tief in die Herzen -aller Staatsbürger und lösten lebhafte Gefühle der Dankbarkeit und der Verehrung für den greisen, nunmehr in Gott ruhenden Monarchen aus. Es ist nur zu bedauern und zu staunen, daß dieser kaiserlicher Ausspruch Sr. Exzellenz dem Bürgermeister aus dem Gedächtnis entschwunden ist. Denn er irrt, wenn er am 10. d. M. beba.revn hat, daß..die Stadt Wien die Völkerwelle der Flüchtlinge zu Beginn des Krieges o h n e w e i Lers ausgenommen" habe. So „ohneweiters" ging es auch damals nicht. Nur waren es eben die maßgebenden Faktoren im Staate/welche damals ihre Autorität einsetzten und welche auch jetzt den' kleinlichen und gehässigen - Angriff gegen Unschuldige' und Unglückliche gewiß abwehren werden. Eine RelWoMchrer-BildunMnstalt Wr Wien und die österreichischen KronlanÄe. In einer von dem Jnspektorenkollegium der Wiener iftael. Kultusgemeinde einberusenen gemeinsamen Konferenz der Religionslehrer -an Volks-, Bürger- und Mittelschulen, die -am Samstag den 8. Dezeucker d. I. stattzfand, bildete die Frage der Heranbildung eines tüchtigen Religionslehrerstandes den. Gegenstand! eines- Vortrages» den Herr Kultusvorsteher S. Brod in Gegenwart einer fachmännischen, diftrnguierten Zuhörerschaft hielt. An der Konferenz nahmen außer sämtlichen Rabbinern und ReligionÄe'hrern aller Schnlkategorien auch zahlreiche hervorragende Schulmänner Wiens teil. Aus der Mitte des Kultusvorstandes waren erschienen di« Herren: Landesschulrat Dir. M. Spitzen Bezirksschulrat Dr. Pappenheim, .Dr. Deutsch, Hoftat Dr. Lowner and Dr. Heinrich Schreiber. Anwesend o © c a N © A 3r a KS I © © tt II» 3 ©