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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-12-14 · 48 (14.12.1917) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
48 (14.12.1917)
Date
1917-12-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 48 Dr. Pkoch's. Wochenschrift Seite 785 -? Herr Professor Wolf Bartels, der Tiumme. . . - - Sehe geehrter"Herr:Doktor! v; : .'Ich erlaubte mip, We Änfaüg des vorigen Fahres auf.einen, .in der „Ostdeülschen^RündschäEf am 9. Januar erschienenen'MciiiM -des 'berüchtigten antifenWischen"Literaturstrofessörs' .Adolf B a r t e l s in Weimar aufmerksam zu machen, der, betitelt „Ein deu t sch -jüdi sches Welt bundnis", eine Blutenlese von Lügen und Verleumdungen -gegen das Judentum bot. Herr B. setzt seitdem seine Hetzarbeit in der „O. R." unablässig fort. Es zeigt sich, in welch maßloser Form, in welch niederer, häßlicher Art noch während des Krieges — trotz' des' sogenannten „Burgfriedens" — gegen uns Juden in Deutschland und Oesterreichgehetzt wird. Zu dem Kapitel „Professor Bartels"' möchte ich deswegen bemerken: Der „K u n st w a r t" des Herrn Ferd. A v e n a r i u s, der sich „rühmen" darf, Herrn Adolf Bartels vor beinahe zwei Jahrzehnten in die deutsche Publizistik eilt* geführt zu haben, hatte im vorigen Jahre geschrieben'. ...Wer auch im Kriege noch nicht gelernt hat, daß jeder Bürger des deutschen Staatsverbandes als Deutscher mitzähll, und daß es unbedingte Notwendigkeit ist, ohne Vergewaltigrmg und ohne Beleidigung miteinander auszukommen» der ist wohl vor allem dumm.''? Herr ,Ävenarius hatte auch mitgeteilt,^ daß er hierauf nrehrere Entgegnungen erhalten hat. Ein ganz Entrüsteter, dessen Namen er aber verschwieg, habe sich stolz aber dazu bekannt: „Da bin ich dumm; denn ich sage: in Sachen desdeutschen Staatsverbandes haben alle die, die nicht dem Blute nach zum deutschen Volte -gehören, nicht mitzureden." Dieser wackere völkische Mann, der selbst den Vorwurf der Dummheit auf sich nimmt, wenn nur das 'Rassendogma gewährt wird, war, wie er mit schöner Offenheit selbst in seinem Artikel des „Deutschen .Volkswart" bekannte — Herr Adolf Bartels aus Weimar, - Und wie steht,es mit .den Tausenden von jüdischen 'Kriegern, die im". Kampfe für Deutschland gefallen sind? Hatten sie auch nichLs.mitzureden, so hatten sie doch mitzusterb en.....; ' Mit vorzüglicher Hochachtung verbleibt Ihr ergebener . " Siegmund Schönau. K. 20.000.— Der Wiederaufbau des Keopaldstadier Tempels . Dem Komitee sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen. : X. Svendenliste. Herr Siegmart Freiherr von Mayer- Ket'chendorf, Wien, 1. Bezirk 'Firma Koppel, Frisch! & Co., Wien, 1. Bezirk Herr Adolf Freund-, Wien, 1. Bezirk Herr Moritz Weller, Wien, 1. Bezirk Herr 'Emil Kanitz, Wien, 9. Bezirk Firma FriedenfleM & Co., Wien, 1. Bezirk Herr Siegmund GeiriNger, Wien, 4. Bezirk Herr kais. Rat Judwig Herzfeld, Wien, 1. Bezirk ' -- Familr-e Dr. Hermann Löwy, Wien, 2. Bezirk - Herr Heinrich Mayer, Wien, 2. Bezirk Herx Ernst' Klein, Wien, 2. Bezirk Herv-L.' S.5 Weiß, Wien, 2. Bezirk Herr Gustav Hessel, Wien, 2: Bezirk „ 100. Herr Ludwig Adler, Wien, 2. Bezirk „ 200. Firma B. M. - - 200. 5.000.— 400.— tt 200.— . 500.— , 1.000.— " 1.000.— tl 1.000.— 1.000.— 200..- lt 1.00.— „ 200.— Firma R, JnMd. Wien, 2. Bezirk ... „ Herr Benjamin.. Bürger, Wim, 2. Bezirk.. Herr. Josef. JoWcher, Wen, 1. Bezirk;;;; Herr L-.Stiaßnh»MieN„. 2. Bezirk'.'. . ' VÜr " Herr Märkus Mittler, Wien,' h? HAezirk^ Herr tais. Rät Heinrich Haas, Wiechs% Bez. Herr Maximilian Prager, Wien, 2. Bezirk. „ Herr Ignatz HaaA Wien, 1. Bezirk' Hexr Bernhard Lichrenstein, Szered. ' . I. . Herr Arnold Friedmann, Wien, 1. Bezirk Herr Karl Bader, Wien, 2- Bezirk . ' Herr W. E. Herr Ignatz Popper, Wien, 2. Herr Moritz Schneider, Wien, 2. Bezirk 10Y,— •8><fc4 i500i—L tÖO;— 100^- tÖO»:— 250i— 200:— >00.— ,100.— ÄL MM&r- „ 594.^00.-- K. 631-250 — Firma Teltscher & Philipp, Wien, 1. Bezirk 500.— Herr Julius Weiß,. Wien,. 2. Bezirk ' '300^^- Herr Walter Kary, Wien, 1. Bezirk - fLOMich- Herr Moritz Lampel, Wien, 2. Bezirk „ IOOxt- Herr Friedrich Weit, Wien, 20. Bezirk , NO.H- Herr Dr. Ernst Grün, Wien, .9. Bezirk bisher ausgewiesen Gesamtsumme und noch viele andere Beträge, die wegen Platzmangel erst in der nächsten Nummer ausgewiesen werden können. Salomo» Heine, geboren 1767, gestorben 23- Dezember 1844. ... Gin gottbegnadeter Philanthrop und WoWÄter. 's „.Wirke Gutes, du nährst der Menschheit göttliche Pflanze, Bilde Schönes, -du streuest Keime der. göttlichen aus/' ' Schiller^ Von den Sternen am Himmel der Wohltätigkeit war einer der strahlendsten unter denselben Sälomon Heine, Onkel des berühmten Dichters Heinrrch Heine. Salomon Heine, in dürftigen Verhältnissen, von sehn armen Eltern in einem kleinen Marktflecken im Königreich. Hannover geboren, kam in feinem '19. LchsnAjahre auf einem Leiterwagen mit sechzehn Sitbchgroschen nach Hamburg, trat daselbst in ein Kontor ein urch. wurde kraft seiner besonderen Befähigung und außerordentlichen Banktüchtigkeit zwanzig Jahre später ein großer iGeldfürst in,Europa. Salomon H eine wurde einer der erwähltesten Menschen, die gleich guten Engeln über die- Erde schreiten und nachhaltige Segensspuren ihres reinen Lebenswandels zurücklassen.; : <u;-j Heine war ein Priester der Humanität unddes Edelsinnes, dabei fromm, treu dem Judentum!. Seine Seelengüte und aufopfernde- Menschenliebe "sicherte diesem edlen Philanthropen das dankbarste Andenken der Nachwelt. . ..Nur vom Edlen kann das Gute stammen." ..= - _ In Hamburg erzählte man lange Zeit von der-Art und Weise, wie dieser Salomon'Heine'^ zu den viehjachen- Sammlungen Beiträge leistete. - Als man in Hamburg einen neuen jüdischen Tempel bauen sollte und das Baukomitee behufs Unterstützung an Hein echeran-- rrat. ließ sich derselbe den Bauplan vorlegen.-und fand auf demselben zwei kleine Seitentürme gestrichen.!Er frug, weshalb diese Streichung. erMgte, und es wurde ihm zur Antwort, daß der-^Äa«-5 furch chhe Ausführung zweier Türme bedeutende Mehrkosten^ erheischen, demzufolge entbehrt werden mußten- - „Mag sein, jedoch gefallen mir diese, zwei Serteutürme sehr und sie sollen auch gebäut -werden." > - Salomon Heine bezahlte diese Mehrkostem und zwei schmucke Türme zieren den Hamburger Tempel. ,? Eine Schule sollte von der Stadt Hamburg gebaut werden, die nötigen Mittel fehlten: das Baukomitee .appÄ-

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