Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 44 (16.11.1917)
- Date
- 1917-11-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Seite 729 Nr. m . T'r. Bloch's Wochenschrift TW Indische Archiv, Wien, II., Praterstraße 43 muß uns die Waffen liefern, mit denen wir uns wehren wollen gegen die Angriffe des Antifemitiswus. Kein Zweifel, der Feind rüstet. Und wehe, wenn wir nicht vorbereitet find! Wir haben im vollen Umfange unsere Pflicht gegen das Vaterland' erfüllt. Verblendete, von Haß erfüllte Judengegner arbeiten aber in größtem Maßstabe daran, unsere, Verdienste nicht etwa zu verkleinern, nein, vielmehr unsere über allen Zweifel erhabene staatstreue G esinnung zu/verdächtigen. Den Verleumdungen Wunen wir nur entgegentreten, wenn wir auf ein reichhaltiges, zuverlässiges Tatsachenmaterial verweisen können. Die amtlichen Quellen werden noch lange geschloffen bleiben. Wir aber haben keine Zeit, zu warten. Es muß Private Arbeit den Stoff liefern, dessen Kenntnis wir nicht entbehren können, um den Phantastischen, in die Einzelheiten erlogenen Berichten der Antisemiten den Boden zu entziehen. Juden! Haltet die Angelegenheit nicht für gering. Es gilt Euer Sein. Unsere Aufgabe ist nicht leicht. Helft uns, sie zu erfüllen. Wo immer Ihr seid, verschafft ' uns die D>aten Euerer Geschwister und Verwandten, Freunde und Bekannten im Kriege. Jeder verständige, uns unverzüglich über die Zahl der Eingerückten, Freiwilligen, Kämpfenden, Verwundeten, Gefallenen und Ausgezeichneten in Familie, Haus und Gemeinde! Fragekarten stehen jedermann, der sich für diese Volkssache interessiert, kostenlos zur Verfügung. Die Stunde der Gefahr ist da, versäumt nicht Euere Pflicht! - Toynbeehalte (Josefine MenÄl-Wohlfahrtshaus). 20. Bezirk, Denisgasse 33. Das am 10. d. M von der Musikpädagrgin Frau Singer- Burian veranstaltete Konzert nahm einen glänzenden Verlauf. Dos Programm war ebenso reichhaltig als sorgfältig gewählt. Der gut geschulte Damenchor brachte Kompositionen von B a r g i e l und Schub e r t mit großer Exaktheit und schöner Klangwirkung. Frau Alice L ö w i n g e r bewährte sich als meisterhafte Pianistin, der jugendliche Violinvirtuose H. S t i e f e l b a n d als künstlerischer Interpret des Konzertes von Vieuxtemps. Frl. Büchler und F-l. Dobner sangen Lieder im Opernduette im - schönsten Zusammenklang und mit erfreulichster Wirkung. Frl Zoff sang mit gut geschulter Stemme und nuaeenreichem Ausdruck die große Arie aus der „Jüdin" von Halevy Besonders ansprechend war der Liedervortrag des Frl. I a n e t s ch e k durch die Begleitung von. Klavier (Frau Hatsche?) und Violine (H, Stiefelb and). Alle Vortragenden wurden durch stürmischen Beifall ausgezeichnet. Samstag den 17. d. M. findet ein Konzert unter Mitwirkung der Pianistin Frl. R h e i s, der Violinistin Frl. Grete Schick und der Konzertsängcriu Frl. H e n r y k a K o h n statt. Sonntag den 18. d. M. Vortrag des Univ.-Dozenten Dr. S. S ch ick der: „Die Entstehung des Österr.-ungar. Wirtschaftsgebietes". Wien. (,,J e schltrit it.") Ter Vorstand teilt hiedurch mit, daß die Kurse der Mädchengruppe erweitert wurden, undjwird Fvau Ernestine Bon di jeden Montag um halb 8 Uhr abends i'm Schulgebäude, 2. Bezirk, Malzgasse 16, über den Geist der jüdischen Gebote ilnd Gebräuche vortragen. Wien. Am 2 d. M. verschied im Alter von 8l Jahren der emeritierte Bezirksrabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Dambvritz (Mähren). Herr Samuel Hahn. Der Verblichene hat das Seelsorgeamt 65 Jahre lang ansgenbt, 3 Jahre in Jägcrndorf und 52 Jahre hindurch in Dambvr.tz Er gehört jenem im Aussterben begriffenen Typus der Rabbinen an. die sich durch außerordentliche talmudische Gelehrsamkeit auszeichnen, und verband ir.it dieser profane Bildung, so daß er sich den Ruf eines bedeutenden Kanzeliedners schaffen konnte. Diese Eigmschaften sowie seine erzieherische Wirksamkeit als Religionsweiser und Reiigionslehrer. die ihn auch für viele Jahre in den Bezirksschulrats seines Spreng ls'geführt hatte, sein liebenswürd'ges, stets hilfsbereites Wesen, endüch die Lauterkeit seines Charakters brachten ihn weit über die Grenzen feines Amtsbereiches zu ungewöhnlichem Ansehen bei Juden und Nichtjuden. Auch an allerhöchster Stelle wurde sein Wirken durch Verleihung des goldenen Berdienstkreuzes mit der Krone ausgezeichnet. Seine Gemeinde und eine unübersehbare Schar von Schülern trauern um den, der Jahrzente hindurch ihr geistiger Führer war, seine Kollegen um einen leider selten gewordenen Vertreter jüdischen Schrifttums; sie werden ihm ein ehrendes Gedenken bewähren. _ Allgem. Jüd. Arbeiterverein (Poale Zion), Wien. 2. Bez.. Stefaniestraße 2, Tür 34. Samstag den 20. b. M., 8 Uhr abends, findet ein Vortrag des'Gen. Singer über „Zwanzig Jahre Bund" statt. Austritte aus dem Judentum ivonr 4. bis 10. November 1017: Anders Alois, Feilenhauer, geb. 7. August 1893, Wien!. 18. Bezirk, Kreuzgasse 23. Bienstock Franziska, geb. 18. August 1882, Belchrad (Mahjren),. 20. Bezirk, Helleragstraße 3. Ellbogen Anna, geb. 16. Juni 1898, Mödling. 12. Bezirkt Langenfeldgasse 4. Grünhut Elisabeth, geb. 7. Mai 1899, Wien, 20. Betzirk, Rauscherstraße .17. Guittner Paul, geb. 23. Dezember 1899, Wien. 19. Bezirö. Schegargasse 18. Heller Johann, k. u. k.. Landsturmfähnrich,, geb. 1. August 1886, Baden bei Wien 13. B^irk. Linzerstraße 105. Horfetzky Martha, geb. Piowati, geb. 22. November 1891, Wien, 2. Begirk,. Ferdinandstraße 2. Horfetzky Otto Franz, f. u. k. Oberleutnant, geb. 7. Märg 1887, Wien, 2. Bezirk. Ferdinandstraße 2. . Traub Lupe, geb. 28. Oktober 1896, Wien, 7. Bezirk, Neustiftgasse 40. Wsener-NeustM. Ueber.Vorschlag der Gemeindevertretung wurde der Religionsprofesfor an den hiesigen Mittelschulen, Herr Märkus Alexander Landau, von der k: k. n.-ö. Statthalterei mit Erlaß vom 4. November 1917' bis auf weiteres zum RabbinatZirerweser und Matrikenführer der israel. Kultusgemeinde Wiener- Neustadt ernannt und in dieser Eigenschaft vom Magi- .stratsdirektor beeidet. An die P. T. iftaeWschen Matrikenführer GpLizienS! Dias vorbereitende Komitee zur ho. Gründung eines Verbandes der israel. Matrikenführer Galiziens bringt hiemit zur Kenntnis, daß das Statut dieses Verbandes seitens der f. k. n.k-ö. Statthalterei, de dato 20. Oktober 1917, Zl. IV, 2204/1, genehmigt wurde. Die P.: T. israel. Matrikenführer lGaliziens werden hiemit als Verbandswitglieder unter > Angabe ihrer genauen Adresse beim gefertigten Komitee ffich anzumelden höflich st: eingeladen. Für das Vorbereitungskomitee: Abraham Hager, Rabbiner l und Matrikenführer ans Zablotow (Gal.), derzeit Wien, II., Schmelzg. 10/20. K. u. k. israel. Militärftelsorge. Ich bitte um Liebesgaben für unsere Helden. Hochachtungsvoll Hirsch L e b o v i c s, Feldrabbiner, Feldpost 427, Div.-San.-Kol., 7. Oberkantor Sirota aus Warschau. Es ist der^ Vereinsleitung „zur unentgeltlichen Ausspeisung armer jüdischer Flüchtliuae aus Galizien" gelungen, den beruh j.tea I. Tenoristen und Oberkantor Herrn Gerson Sirota aus Warschau der in Paris, Newyork, London und anderen Hauptstädten mit schlagendem Erfolg gastiert ^hat, für einen Abend- und Morgengottesdienst zu engagieren.