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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-16 · 44 (16.11.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
44 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Das Sinnen der Feinde vernichtet, Wer die 7. Kriegsanleihe zeichnet Seit« "26 Vloch'S Wochenschrift Nr. 44 leben, besonders jener, die für sich selbst Gerechtigkeit .'anstreben, wir in Böhmen von seiten der Tschechen:— Herr Ing. S L r icker schilderte m: lebendiger Stzrache . die Entwicklung der - Verhältnisse Oesterreichs' seit den ÄngNsttagen 1914 .- bis, heute. Damals, in den ersten Schrecknissen des Krieges, als wir der primitivsten Güter, die wir als Staatsbürger genießen, beraubt würden, hat lein Volk den geraden Weg seiner/Entwicklung vor sich ^gesehen. Heute aber, da man freier atmen, da man /reden und Wünsche äußern darf, har.sich ein jedes Volk auf feine Forderungen und Wünsche besonnen. Ein einziges Volk fehlt, bis jetzt, und-das' ist das jüdische. Doch auch in den Reihen des jüdischen Volkes gibt es schon eine Grnptze, die - die "Interessen .ihres Volkes nach außen zu wahren sucht. Und diese Gruppe hat die Vorarbeiten -zu einem österreichisch-jüdischen Kongresse in Angriff genommen. Der Kongreß soll sich die Aufgabe stellen, die Anerkennung der Rechte des jüdischen Volkes zu 'erwirken, den Wiederaufbau Galiziens in jüdische Hände zu legen, -die nach dem Kriege zu erwartende Emigration nach Palästina zu lenken, soll sich mit der Fürsorge für die Tausende jüdischer Kriegswaisen und anderen jüdischen Le- . Aensfragen beschäftigen. -Untetz stürmischem! Beifall des in Massen erschienenen Publikums wurde am Schchlusse der Versammlung solgepdeiResolution angenommen: „In Erkenntnis. der dringenden Notwendigkeit einer demokratischen Vertretung' der österreichischen Iudenheit zur Wahrung der Rechte des! Wischen Volkes fordert die am 10. Noveruber 1917 im großen Saale des Hotel „Central" in Prag tagende Massenversammlung den organisatorischen Zusammenschluß der österreichischen Juden und begrüßt die-Bestrebungen, diesen auf dem Wege eines österreichisch-jMischen KorAresses herbeizusühren, auf das wärmste." ' ' Th. Gin Gemeindctag mit Ausschluß, der Oeffentlich keift Als noch; -as alte Regime H o r o w i tz - S ch a f f an der Spitze der Lemberger Kultusgemeinde ftand, da konnten es sich die demokratisch-assimilatorischen Volksbeglücker von' heutzutage gn ihren Klagen über den rückschrittlichen Geist der damaligen GeMeindeleitung nicht genugtun. Der Krieg hat manches durcheinandergeworfen. Tausende jüdischer Existenzen sind vernichtet; manche jedoch, die sonst nie aus dem Winkel politischer Bedeutungslosigkeit herporgetreten 'wären, sind dank der augenblicklichen Kon- - stellation zu Wortführern des Judentums geworden, und nun sie am Ruder sind, da scheren sie sich am wenigsten um Prinzipien, die sie einst als'„Oppositionelle" so schneidig vertreten haben. Seit Beginn des Krieges wurde wiederholt auf die große Wichtigkeit desprojektierten österreichischen Gemeindebundes hingewiesen. Leider haben die Vorstände der galizischen Kultusgemeinden dem' Zustandekommen dieses Bundes mehr als passive Resistenz entgegengesetzt. Nun hat sich Hie Leitung der Lemberger Kullusgemeinde nach langem Hin und Her. endlich entschlossen, eine Reche von KulLusgemeinden — beileibe nicht alle — zu einer Konferenz einzuberusen, die über mehrere aktuelle, vor allem die materiellen Verhältnisse der Gemeinden betreffenden Fragen und über die.even- Lüelle Dhaffnng, Mer galizischen Gemeürdeorganisation beraten sollte. Wiegroß war jedoch'das Erstaunen aller, die dWp VerMstalftlr^'.'hegreiflich-B.Interesse entgegenbrachtert/- aM..ihnen'.Hn Sekretariat der; Gemeinde die ' kündige Auskunft erteilt wurde, daß die Beratungen mit Ausschluß der Oeffentlichkeit, d. h. ohne Zulassung der Vertreter der Mischen Presse, stattfinden sollen. Und dabei blieb e£, die Herren sind bei hermetisch verschlosfeneir.Dnren und Fenstern über Uraels Wohl und Wehe zu Rate gesessen. Wer daraus klug werden mag? Diificile est^, ,? , . ~ ' B. Die Inden in Handel und- .JnduMie.. in.--Dolen, Mit berechtigtem -Stotz können die.. holländischen '.Juden, die aus Spanien einwanderten, jaus die Rolle blicken, die sie durch innere und äußere .Werte in dem " Aufschwünge holländischer Städte wie Amsterdam und Rotterdam gespielt haben. Die polnischen Juden haben das Recht, mit nicht geringerem Stotz von Hrev Rolle in. der Entwicklung von Handel und /Industrie in Polen . zu sprechen. Wenn Man einst die Geschichte dieser Entwicklung! schreiben wird, so wird.,Man an den Namen Bloch Kronenberg» Natanson, Berman, Epstein und -anderen nicht vorübergehen können. Sie haben die Fundamentsteine für Handel und Industrie irrt Polen gelegt und sie fast völlig mit jüdischen-Kräften ausgebaut: 'mit dem jüdischen Verstand, der jüdischen Energie, mit der jüdijschen Fähigkeit, dem Fleiß und dem jüdischen Kapital. Für uns ist es aber wichtiger, ' so schreibt 'das Jüdische Wort" in Warschau, statt Geschichte-zu schreiben ein Blatt unseres gegenwärtigen Lebens zu .öffnen. Wir müssen dies tun, wenn wir davon sprechen hören, daß wir jemandem in Polen etwas geraubt haben und etwas Fremdes in Monopol genommen haben sollen. Wir wollen nur die wichtigsten Zweige der hiesigen Fabrikation betrachten, die die Juden okkupiert haben sollen. Die ersten Gründer der Zuckerfabrikation waren die oben erwähnten jüdischen Familien, Die -Kaufleute, die die, Hiesige Zuckerproduktion auf die innerrussischen Märkte gebracht haben» waren fast alle Juden. .Es waren keine Kapitalistensondern Leute mit Energie. Gewöhnlich Ehrten sie das Geschäft so, daß der Vater, hier in Warschau saß und. seine Söhne '.in verschiedenen Städten ansiedelten, .wo -sie Mit allen Kräften arbeiteten, um' Mit der Zuckerproduktion von Kiew zu konkurrieren. Bon allen jüdischen Kaufleuten, die bei der Entwicklung und dem Wachstum der polnischen Zuckerfabrikation.-mitgewirkt haben, sind jetzt , drei bis vier Kapitalisten geblieben. . . ' . . Später als die Zuckerfabrikation hat sich in hiesiger Gegend die Fabrikation von Leder und Schuhen entwickelt.. Auch.in.diesem Zweige sind die Juden die Hauptfabrikanten und Kaufleute gewesen. Die Entwicklung ging in entsprechender Weise wie bei der^ Zuckcrfabrikation vor sich. Dasselbe kann Man auch sagen von der Fabrikation von Wäsche, Kleidern, Handschuhen ufw.^ Kein einziger dieser Zweige - kann jüdische Großkapikalisten aufweisen, obgleich Zehntausende hiesiger Handwerker davon leben. Noch mehr: die jüdischen Kausleute und Fabrikanten haben allein hier diesen Handel und diese Fabrikation begonnen. Wenn man dem Juden gern den Vorwurf der Rückständigkeit macht, so kann man dies, keinesfalls von dem Juden im Handel behaupten,, denn-da „ Mgr, , er Unternehmung-. .Mf dem Boden dieser Ägenschaften' hat sich' in Warschau auch eine große Heimfabrikation von Schmuckarbeit gebildet, die bezüglich ihrer Billigkeit wohl kaum in Europa ihresgleichen findet. Djese Fabrikation liegt Meist in jüdischer Hand, aber die Juden haben sie selber geschaffen. Man-hat bei uns gern den, Nalewki und die Franziskanergasse und die dortigen jüdischen ,,Fabrikanten" verspottet. Ernste europäische Touristen, die sich die Mühe gegeben haben, die hiesige jüdische Fabrikation anzusehen, haben aber nicht gelacht; im Gegenteil haben sie den Eindruck Mitgenommen, daß. dort ein Arbeitervolk lebt, das recht und schlicht sein Stückchen Brot verdient und über seine Kräfte arbeitet.- . ' >Lin weiteres Beispiel dafür, daß die Juden ganze Zweige der Fabrikation und des Handels in Polen geschaffen haben, bietet di: Ubrmacherei. Diese wurde von Juden aus der Schweiz eingeführt. Wir haben mit Absicht die kleineren. Zweige des hiesigen Handels und -der Fabrikation herausgegriffen, weil in den großen Zweigen, wie zum Beispiel in dem Händel mit Manufaktur, Seide und Modesachen, die Tätigkeit der Juden so bedeutend war, daß sie oftmals durch das.russische Finanzministerium anerkannt wurde, dem man doch gewiß nicht den Vorwurf der Judenfreundlichkeit machen kann. t Der Artikel schließt: „Bei Betrachtung des jüdischen Handels bemerken wir -vor allem, daß der Jude eine Eigenschaft hat die bei nichtjüdischen Kaufleuten .schwer zu finden ist: er begnügt sich mit einem kleinen Verdienst und. tut alles selber, was er fügend kann. Durch diese Eigenschaft ist es dem Juden gelungen, nicht etwa irgend etwas jemandem zu rauben, sondern ganze Zweigd von Handel und > Industrie Mit geringen Kräften zu schaffen und zu entwickeln? Dort, ww Nichtjuden große Kapitalien werft tan hätten, haben die Juden piel ohne Kapital - erreicht. Für Polen, das heißt für den armen -polnischen Arbeiter für . das polnische Proletariat und den landlosen Bauern ist das ein wahrer Segen geworden, und >es ist sicher,: daß unter den neuen Bedingungen, wo zweifellos viele Dinge von neuem begonnen werden 'müssen, diese Gaben für das Land sehr wichtig sein müssen." Kockunssion des.Mint -DMilmtion, CommWe,--Hdewyork, ' in Holland. /. .;. Tie Fratze her anieritänischen Hsilssgelderverteilung' di-esnach Hem Eintritt Amerikas inHenKrietz besonders schwierig zn lösen war, ist jetzt vom Vereinigten Vertei-

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