Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 44 (16.11.1917)
- Date
- 1917-11-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Jeder treue Jude zeichnet die 7, Kriegsanleihe Sette 720 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. M in Oesterreich erhebt, daß er den Juden weniger gut gesinnt ist. Es mögen vielleicht mancheErscheinungen, vom oberflächlichen Standpunkte gesehen, dafür sprühen; aber bei näherer Betrachtung entbehren sie vollständig der Begründung. Ich verweise nur auf die . Erwiderungen des Kaisers gegenüber den Ansprachen der jüdischen Körperschaften, die dpch den Spiegel seiner L-eele darstellen. Es ist auch ausgeschlossen, daß der menschenfremrdliche und bisher für das Wohl seines Volkes beseelte Monarchirgendein Vorurteil gegen d ie je n ige Klaff e.der Bevölkerung hegen soll, die ihm von allen Seiten während der ganzen Kri^sührung in Galizien als die zuverlässigste Säule, geschildert worden ist. Es ist auch nichj zu unterschätzen, daß-in der nächsten ^Umgebung des Kaisers der Erste Obersthoftneister, Prinz Hohenlohe, sich befinde, und wer diesen roten Prinzen näher lernten zu lernen Gelegenheit hatte, der kann die Ueberzeugung mit ruhigem Gewissen haben, daß bei und in der Umgebung des Kaisers eine jnderrfeindliche Tendenz nicht Platz greifen könne. Kür alle Falle jedoch: wir .Juden in Oesterreich und Deutschiland wollen es unter allen Umstärrden vermeiden, daß gewisse Einflüsse sich! geltend machen, die mrs verleiten sollen, das Heil und die .Rettung des Judentums'aus den Händen der Entente zu erwarten. Wenn Wilson eine Kommission, bestehend aus Henry Mo rg ent hau, Felix Frankfurter und Lew L n-Ep stein ernannte, die die Zukunft Palästinas zu studieren hat, so mögen wir ihm für. diese edle Gesinnung sehr dankbar sein; wäre es aber nicht richtiger und naheliegender, wenn die judensreund.liche Eutente das von ihr abhängigeRnmänien daran erinnern möchte, endlich. den armen und unglücklichen Juden sofort die bürgerlichenRechte zu verleihen? Weshalb schmachten Mer 250.000 Juden in.Knechtschaft in dem angeblich für die -Zivilisation und allgemeine Kultur kämpfenden Rumänien?! — . Was mit und aus Palästina geschehen soll und wird, können wir unmögliche voraussehen: ob wir. zu diesem Ziele gelangen, werden mir Hilfe der Entente oder mit Zustimmung der Türkei, kann kein Mensch Voraussagen. Jedenfalls darf Sokolow dem Zionismus als solchem nicht schaden und nicht vergessen, daß ein Fünftel des Gesamtjudentums in den Zentralstaaten lebt. düti>r«mn sat! Was wir Juden als gute Bürger der Staaten, in denen wir leben, für diese leisten können, ist, die Friedenskörner in die Herzen zu streuen, die endlich als Friedenssaat aufgehen mögen, damit diese moderne Sintflut der Menschenschlächterei aufhöre, damit am Abbau des Hasses und der Unversöhnlichkeit kräftig gearbeitet werde; vielleicht wird man dann auch zur Einsicht gelangen, daß wir Juden wertvolle Bausteine zur Völkerpsychologie in Lazarus-Steinthalschem Sinne geliefert haben, der folgerichtig die Völkersoziologie folgen muß, und daß wir Inden nicht nur 1« droit de Thomme int Millerandschen Sinne beanspruchen können, sondern auch le dioit. oes jieuples, ■Snr BJic&rrßufimtt des Trrn^eLs ZN der.abgelaufenen Woche hat das engere Arbeitskomitee Mieter eine rege Tätigkeit entwickelt, an welcher sich die Herren ^Rabbiner Dx. Max Gr un.w al d, Gustav Planer und Herr Isidor-Schwarz besonders' intensiv beteiligten. Für die nächste Zeit haben Herr Börserat Robert Wv r tina n n. und.Herr Jacques Balog die Mitarbeit in Aussicht gestellt. Von dem letztgenannten Herrn, liegt auch eine Anregung vor, welche in .der nächsten Ausschußsitzung: zur Beratung gelängen wird.; In dieser Woche sind wir wieder in der' Lage,- eine große Spende.'auszuweisen, die /durch: Vermittlung, .unseres > geschätzten .Komiteemitgliedes Herrii Michel Benies erreicht wurde, iEs. ist dies die Spende des bekannten Phi- . lanthropen Herrü Bardn Sigismund' S p r.Mg e r: Besonders hervorheben möchten wir auch die Spende eines Herrn, welcher nicht'unserem Glauben angehört und der die Widmung unter dem' Motto: „Als Beweis, von Achtung für die religiösen Einrichtungen anderer Konfessionen", machte. Weiterd weisen wir hiemit auf die Erhöhung einzelner bereitserfolgter Widmungenhin: Die Firma Adolf Schrämek erhöhte ihren Beitrag. von.1000 K. auf 3000 K., Herr Alfred Taußig von 500 K. auf 1600 K. und'Herr Dir. Josef Winter nitz von 300 K. auf 600 K. Men Spendern wird auch 'aus diesem Wege der herzlichste und imngste Dank des Komitees zum Ausdruck gebracht. Das Komitee igibt der sicheren Erwartung Ausdruck, daß auch In Hinkunft große und zahlreiche Spenden ein laufen werden, so daß an die Wiedererrichtung des schönen Gotteshauses in Bälde geschritten werden kann. Dem Komitee sind in der abgeläufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: VI. Spendenliste. Herr Baron Sigismund Springer K. 15 000 — Firma Adolf Schramlek, 'Erhöhung: von - 1000.K. auf ,. 3000.— Firma Alfred Taußig, Erhöhung von . 500 K. auf . , .. 1000— Herr Dr. Josef Wnternitz, Erhöhung von 300 K. ans „ 600.— Firma Löwy & Schnitzer „ 2000.—r Herr Gustav Planer . „ 200.— Herr Samuel Goldinänn „ 300.— Herr Ludwig Herschmann ' . „ 1000.— Herr Heinrich Engel „ . 200 — Frau MariesKänn ^^'7. ' j; u h t-.w 200:— Herr k. k Kommerzialrat Artur Bittner 500 — Herr Heinrich Baron „ 300:— Herr D. Cahn-Speyer „ 2000.^— Herr Eduard Schweinburg, Stadtbaumeister „ 1000.— Herr Leo Brill, Fabrikant . ' „ '1000.— Firma Gebrüder Rieß „ 1500.— Frau Kathy Deutsch & Söhne, zum Andenken an sel. Herrn Moritz B. Deutsch „ 500.— Firma Lieben & Co. „ 5000.— I. H. ' „ ■ 1000 - Herr Js. Deutsch' „ 300.— Firma Sam. Lissauer's Söhne „ 500 — Herr Eduard Robinsohn . „ 200.— Firma Rosenberg & Winternitz ' „ 500.-^ Herr kais. Rat Siegmund Planer . „ : 300 — Herr Moritz Drach jr. „ 1500.-^ Herr Felix Hirsch „ 2000.— - Herr Karl Ehrenzweig „ 300.—< Herr Isidor König „ 500 — Frau Reg ine Rubel „ 500.— Firma Leop. Wolf & Söhne, Kismarton „ 5000 — Herr L. B 500.— Herr Robert Teltscher H . 300.— / , K. 48.700 — ab bereits' ansgewiesen: : Firma Adolf SchräMek K. 1000.— Herr Alfred Taußig „ 500.— . Herr Dr. Josef Winternitz „ 300.— 1800.— . K. 46.900— bisher ausgewiesen „ 352.300.— ' . Gesamtsumme K. 399.200.— und noch viele andere Betrüge,-die wegen Platzmangels erst in der iiächsten- NÜmMen " ausgewiesen lverden können. - . - 7 ' -