Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 43 (9.11.1917)
- Date
- 1917-11-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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S*& 702 Dr. BLoHi's Wochenschrift Nr. 4.1 CD « S ce «e als Angchöriger des Judentums richtig erfaßt, dym kann tuatiou. Wir wissen ja esgeullW gar^nicht, ob man uns sie eure Quelle und 'Stütze Mer htzifttvollsten SglbsternngMigMesürG-M.nnd! wMn .ja, warum? , Ts geht ziehnnA feiix?. Wer tm!' ZuMmneuleben mE seinen IWabermchtKn, K^ßi-W;WrW?ÄoWsWMv.--odW:-.tzi.M ganze büchern Mh^tzmr',M bc#:, MeWeitsgedankens 'stets iBlauLensgenossenschaft in ihrem- Glauben an-.-den Staat erinherry wenn' langen will, die erinnern) wenn mans nicht' zn falschen Schlüssen geerschhtterh wirch^denn, bei -nnK W Oesterreichmehr als > ' das'Leben des einzelnen stören und das anderswo, ist der Kaiser der Inbegriff 'des Staates. - Zusammenleben in der gegebenen Gesellschaft bedrohen. Er ist dem traditionellen Juden der Gesalbte desHerrn, CD Sh $ M a> « t* Wir stehen vor folgender Tatsache: Vyn bestimmter Seite wird die Meinung verbreitet, daß man „oben" die Juden nicht so gern sieht, wie es ihr Recht wäre, gesehen An werden, und die Folge davon ist, daß wir Juden unmrgenehme Vorgänge,' die einen Juden treffen, jedes behördliche Ungemach, das ihm anfällt, als Ausfluß antisemitischer Gesinnung von „ober^ ansprechen. Man vergißt dabei, daß es noch niemals. — auch früher nicht — einem Verdächtigten oder Angeklagten seine peinliche Lage erleichtert hat, wenn er einer Minderheit angehörte. Anderseits kann man doch nicht erwarten, daß der wirkliche verdächtige Jude sreigehen soll, weil er Jude ist. Man weist auch auf einige bestimmte Fälle hin. Ja, aber wie Haben sie sich ent-?"wickelt, wie haben sie geendet? Wahrlich, ich verkenne nicht die Seelenpein der unschuldig vor Gericht Gestellten, den KNMmer der beteiligten Familien, die Demütigung und die Pein der.langen Untersuchungshaft. Aber sind denn alleUntersuchangen und- Urteile gegen Christen unanfechtbar? Das wichtigste aber ist, daß mit dem Ausgange dieses' Prozesses uttd mit dem Urteil kein Antisemit etwas anzufangen wüßte.1 In .dem einen .Falle, wo ein sympathischer Gelehrter! vor Gericht stauch ergab sich seine Unschuld in einem solchen Maße, daß man allen Grund hätte zu bedauern, wetrn diesem charakterheilig und unverletzlich imWesen und im Sinn. Wir sehen aber auch in unserem Kaiser die sinnfällige Erscheinung des! Staates, die. Zusammenfassung aller Machtbefugnisse, die Verkörperung unseres! Reiches und aller seiner Einwohner: Unser Kaiser ist. kein Kaiser der Katholiken, trotzdem er eilt frommer Katholik ist und mit ihm 85 Prozent der gesamten Bevölkerung diesem Glauben angehören. Die anderen 15 Prozent — und unter ihnen die Juden —, die reichen sowohl wie die allerärmsten, sie haben ihren Anspruch an ihn und sie sollen ihn nicht unbedachterweise ausgeben. Der Kaiser grollt vielleicht. 8 V m sasa dessen Prozessierüng nicht "das! Werk eines Ariers 1-war, er ist ja auch', zum Teile freigesprochen s worärwr. Also >es! gibt dochi noch Richter in Oesterreich, -/die Myr mit d er Kinnbewegungs nach, oben nicht ein- . schüchtern kann. Vielleicht, daß sich die ersten Untersuchungsdrgane im- Einverständnisse mit hohen Stellen wußten, and diese Müssen nicht gerade antisemitische Tendenzen im Auge gchabt haben. Vielleicht aber auch, daß sie ihr Fiasko Mit diesem bei uns >s0. leicht und so I leichtfertig vorgeschobenen Patronat decken wollten, wer ' kann^ sagen"? Und es kaNn ja auch wahr sein,haß von .. höherer Stelle' einmal irgendeine mißfällige Bemerkung Mer eine Gruppe fallen gelassen wurde, eine Gruppe, die jüdisch ist oder zumgroßen Teile aus' Inden. besteht. Gibt es viele Juden, : die '"sich. von einem solchen gelegentlichen Pauschalnrtell gegen ihre eigenen Glaub ens- Q); genossen frei wissen? Freilich sind solche Urteile aus . dem Munde Privater nicht'vonso gefährlichen Folgen kennt Seine Majestät uns! Juden? Aus Schilderungen, ans Berichten, vielleicht auch aus statistischen Tabellen. Wir alle wissen, daß Berichte ohne Fälschungsabsicht falsch sein können, und daß selbst die Statistik sehr häufig, zu falschen Urteilen verführt. Es! ist nicht ausgeschlossen, daß Seine MaWät . falsch unterrichtet ist, dann wird man sich -eben die Mühe nehmen müssen, ihn richtig zu informieren. Wir haben es. einmal gewagt — es war in der schwersten antisemitischen Zeit —, an den Papst Heranzutreren, um ihn über die Juden und ihr Wesen, ihre Gegenwarts- und Zukunftshofftrungen zu unterrichten, und g'chi selbst kam! damals in die Lage, Seine Heiligkeit Pius-X. durch seinen Staatssekretär, den Kardinal Merry del Bal, zu informieren. In einer Unterredung die eine volle Stunde gedauert hatte, nahm dieser Kavoller auf die Frage, ob. es mir erlaubt sein wird,, auch künftige Mißverständnisse Wer die Inden anszuklären und Material Mer die .Judenfrgge zu liefern, erwiderte mir Seine Eminenz wörtlich: .' „-Lei farä una . opera buona“ („Sie werden dadurch ein gutes.Merk verrichten^ Und was in Rom dem österreichischen Juden am Hofe Pius' X. wahrhaft heiligen Andenkens gestartet war, das sollte uns unmöglich sein beim KaiservonuOesterreich, bei unserem Kaiser, der. vom ersten - Tage -seiner ThronheWg'Mg nur den^. einen.'Gedanken hegt, > seinen Völkern Frieden' und GWsck zu verleihen?. Bei einem Kaiser,- dessen Seelengröße und Herzensgüte uns sogar-das spröde Ausland gewinnen hilft? In dieses Tanket muß Sonne hinein. Wir. brauchen den Frieden außen und innen, ich meine auch im Innern der Seelen. Es. darf heutä niemand beiseite stehen, wir: bedürfen aller gesunden Kräfte, . wenn die kranke Welt und' mit ihir unser schwergeprüftes Vater- ,,, Y , mit., , , . r „v land genesen soll. Mr brauchen geschlossene ZnsanNnem b^lerwt. Ä^ilMn lmr also an, daß map: an höherer stelle gehörigkeit, wenn wir-nach außen wirken sollen. Ja Mehr Sam -6uden oder den . tm: Äffgeirtemen: man an. unsere staatliche Geschlossenheit glauben wird, fpotii. jrwmttmmi bqtn, l)Ä|i-^cr Merhochste..^. Msto .eher werden wir. den (Frieden bekommen.'Daher S ^Erche ans hinweg mit allem' Pessimismus, mit allem heimlichen G,e- 5S ']tT *?n htX ftüster^Mt allen AengstlichWen. Im neuen Oesterreich Ul ..daß. er lhnM.grolft. .-Leina dünklen Winkel geben, kein Ghetto der SU - em %mtb, chreg Vol^genofsen Seelen.- Wer an den Kaiser Mübt> ''der'"wird ihn H; %tnben%pto^t)\o und kann man wlche nachöiia; su sinden wissen - - - - ' w^^-M'GchMLeM^Unstt Kaiser Mr nach Möglichuaoen.wrgen. ... ... keit aü^s Mt gemacht und geordnet, was' wie Tendenz?: »pi;: urteil gegen Tschechen oder andere Völker aussHen konnte. ■Ö Nun wissen - die Tschechen WerdäWs( wenn her Kaiser JSS chM-'Svollt,- warum dM, geschieht. (Ich. wHlta dieses, JT Beispiel durchaus Nicht, MM dieses tüchtige Volk,(has ja Msseutlich recht bald mit uns allen wacker zusammen?-.. ^arbeiten, wird^ irgendwie zu kränken.) Die Tschechen also^' : Aus der Woche.,- Tier Anteil des MdentünM hm Krsegtz der Mittelmächte. Zu Beginn, des Krieges rechnete England damit, die ZentralMächte bald bezwungen zu haben, und stützte diese a^rberten. wird, agenowte zu kranken.) Dre Tschechen also^ AnnHime vorwHgend.auf deren Absverrung -vorr- "der kennen den GrurM mb. sind in der Lage, ihn zu beseitigen. SakpetepzuMa.--.Der -NaLronsalpeter, auch Chilösälpeter Wir . Juden befinden uns^ m'einer vieß schlimmereu Sigenannt,. :stämmt - nämlich',. wie schon der Name-sagtaus