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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-02 · 42 (2.11.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
42 (2.11.1917)
Date
1917-11-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 42 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 697 Fantl Olga, geb^ 10. April 1888, Wien. 8. Bezirk, Langem gasse 30. Fichtenbaunt Rosa, Kleidermacherin, geb. 27. September 1895, Wien,' 8^ Bezirk, Langegasse 21. Friedländer Hermine, geb. 22. September 1.889, Nikolsburg. 17. Bezirk, Rosensteingasse 16. _ Kornstem Verta, Privatbeamtin, geb. 28. Mai 1891, Lemberg, 2. Bezirk, Pillersdorfgasse 1. / Mayer Alice, geb. Prager geb. 2. November 1867. Budapest. 19. Bezirk, Döblinger Hauptstraße 17.. Neumann Pauline Edle von Heilwart, geb. 10. November 1894, Wien, 8. Bezirk, Alserstratze 21. - Pfau Flora, geb. 20. NovMSber 1869, Protznitz. 19. Bezirk, Döblinger Hauptstratze 43. Polorni Rosa, Verkäuferin, geb. 16. September 1884, Trebitsch, 6. Bezirk, Strohmeyergasse 15. Steiner .Valerie, geb. 27. Januar 1875, Wien, 13. ’ Bezirk, Zehetnergasse 35. Dr. Welletz Egon, Dozent für Musikgeschichte, geb. 21. Oktober 1885, Wien, 19. Bezirk, Kaasgraöengasse 12. ' GaWurg!. Unser Rabbiner Herr Dr. Viktor K u r r e i n . ist nach Karlsruhe in Baden als Rabbiner berufen worden. Lemberg. Herr Efraim Appel, ein langjähriges, verdienstvolles 'Mitglied der hiesigeit Tempeloerwaltung. feierte am letzten Sabbat mit seiner Gemahlin das seltene Fest der goldenen Hochzeit und war aus diesem Anlaß Gegenstand Überaus ehrender Ovationen seitens der Funktionäre und Sitzinhaber des Gotteshauses. Im Anschluß arr den Morgengottesdienst und dem' vom Oberkantor Saitz vorgetragenen Mischeberach hielt Rabbiner -Doktor GuttMann eine stimmungsvolle Ansprache an das Jubelpaar. Bei der in der Wohnupg stattgefundenen Gratulationseour gab namens der Bethausverwaltung Universitätsprofessor Dr. Schorr den Wünschen der versammelten Gäste in beredter Weise Ausdruck. Die Verwaltung überreichte auch ein stattliches Ehrengeschenk. LsderÄerg-Bhf. Se. Ehrw. Herr Rabbiner' Doktor M. Fried erhielt die Einberufung als Feldrabbiner und wprde zum Leiter der k. k. Militärseelsorge Nr. 6 in St/ Pölten bestellt. Wer weiß? Jacob Helfgott, J.-R. 15, M.-G.-K. 4, derzeit beim Reg.- Train, Feldpost 529, bittet um Nachricht über seine Brüder Dawid Helfgott, letzte Adresse J.-R. 77, 7. Komp.. Feldpost 434, und Pinkas Helfgott, letzte Adresse: k. u. k: Flieger-Komp. 35, St. Veit bei Wippach, Kram. - ' Aus dem Heben des hohen Mdbi Kow. Neue Golem-Sagen, gesammelt und bearbeitet von Chaim Bloch, Delatyn. 10. Die Getaufte. 7 Jnr Jähr'e 5343 (1683) schien eine gefährliche Gewitterwolke den Himmel -über die Prager Juden zu trüben, ein großes Verhängnis drohte. , An den Halbfeiertagen des Pessach entwich ein jüdisches Mädchen namens Tina aus dem Elternhause mit der Absicht, Christin!zu werden. Ihr Vater namens Maridi war ein Mann, den nur noch ein dünner Fäden mit seinem Stamme verbünden hielt. Sie begab sich zu T a d d ä u s, der über solchen Seelenfang höchst erfreut war. . Dieser Vorfall wäre belanglos geblieben, demi nran lvar in Mischen Kreisen froh, wenn solche, oerdorbellen Früchte vom Baume , abfielen. Aber durch einen anderen Fall, der sich gleichzeitig, in Prag zutrug'und in jenen finsteren Tagen ein schweres. Verhängnis werden konnte, gewann dieser Uebertritt erhöhte Bedeutung- Eine Christin, die mehrere Jahre bei einem Prager vornehmen Juden in Dienst stand und im Wintee nebenbei die Funktion eitler Sabbatgoje*) einnahm>, verschwand plötzlich aus dem Ghetto, Ihr Dienstgeber, der in der letzten Zeit lNit ch!r nicht ganz zufrieden war, machte sich nicht viel daraus, in der Annahme, daß sie sich, bei ihren Angehörigen in einem Dorfe unweit Prag, dessen Benennung er jedoch nicht wußte, aufhalte. Dieser' Zufall war für Taddäus eine günstige Gelegenheit, um Verfolgungen gegen die Prager Juden einzüleiten und feine Agitation hatte, dank den Umständen, die sichersten Aussichten auf Erfolg. Ter Renegatin .fiel, noch bevor ,sie die Taufweihe erhielt, eine große Aufgabe zu: die Prager Judengemeinde in liefes Leid zu stürzen; sie wollte ihren Uebertritt mit dem Blute ihrer Brüder weihen. Taddäus zog sie vertrauensvoll zur Mitarbeit bei hem von ihm unternommenen Werk heran und sie lvar gleich bereit, ein falsches Zeugnis gegen chre Glaubensgenossen abzulegen. Als sie am nächsten Tage nach ihrer Flucht dem Kardinal vorgeführt würde und dieser, wie.es Sitte war, an Tina die Frage gestellt hatte, warum sie ihren Glauben verlassen wolle, antworiete sie schelmisch mit einem satanischen Lächeln: „MW ekeln die barbarischen Sitten und fanatischen Bräuche der Juden an. Wie kann man in einer Religion ansharren, deren Anhänger jahraus, jahrein einen Christen abschlachten, um dessen Blut dem Osterbrote beizumengen?" Auf Befragen des Kardinals, woher sie wisse, daß die Juden einen Christen abschlächten, erzählte Tina folgendes: „Einige Tage vor dem Pessachfest erschienen bei meinem Vater zwei Diener des Rabbiners, ein alter, kleiner und ein schwarzbärtiger junger Mann von mittlerem Wüchse, der aber, wie ich wahrnehmen konnte, stumm war, da er nur mit den Fingern deutete. Der eine sagte zu meinem Vater: „Der Gemeinderabbiner schickt euch ein Fläschchen Christenblut." Mein Vater gab dafüe einen nallchaften Betrag und gab der Mutter den Auftrag, das Ehristenblut teils dem Osterbrot,, teils dem. Rotwein für den Sederabend beizumengen- Als' ich dies sah, wurde in mir der Entschluß fest, dieses fluchwürdige Volk zu verlassen und unter den Männern, die keine Blutesser sind, Seelenschntz zu suchen." Der Kardinal richtete an sie noch die Frage, ob es ihr bekannt sei, woher die Juden einen Christen zur Abschlachtung aufgetrieben haben, wobei er bemerkte, daß seines Wissens keine Abgängigkeitsanzeige über einen Christen erstattet sei. Dina erwiderte: „Das .ist mir nicht bekannt. Soweit ich jedoch dem Gespräch des Rabbinatsdieners mit meinem Vater entnehmen konnte, dürfte es die Sabbatgoje gewesen fein. Denn der alte Diener sprach beim Abschied zu meinem Vater: „Sorget nichts Herr Maridi, wenn der Winter kommt, werden wir mit Gottes Hilfe eine neue Schabbesgoje haben." ' Schließlich bat sie in ihrer teuflisch gespielten Naivität, daß ihr Vater von jeder Zeugeneinvernahme verschont bleiben soll, S>.a_ er sonst dem Haß.seiner Glaubensgenossen und besonders des alten Rabbiners zum Opfer fallen würde. Der Kardinal, ein edler und ebenso kluger Mann, lvar überzeugt, daß alles ein Lügengewebe sei. Dexnpvch war es seine Pflicht, die Aussage der abtrünnigen Jüdin zu Protokoll zu bringen und an die Justizbehörde behufs Untersuchung des Vorfalles-zu leiten. Eine Nichts«diu, die am Sabbath die Kerze anzündei und de den Juden verbotenen Arbeiten verrichtet.

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