Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 41 (26.10.1917)
- Date
- 1917-10-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Dir. Btoch's Wochenschrift Veite 675 Nr.- 41 durchdrungener, heldenmütiger Kommandant verdient lauch unseren besonderen. Dank, weit er unter anderem sich auch darum heMüht chatte, daß wenigstens an den hohen Feiertagen ein „Mi'ttj an" zustande kam. Was er uns, lauter alten Landsturmmännern, damit getan hat, können nur nie im Leben vergessen. . ." Sechs Söhne. Tie Witwe Salamon M o s k o v i t s iw Budapest hat sechs Söhne, die alle Soldaten sind: 1. I g n a z. ist in russischer Kriegsgefangenschaft. 2. David, war 1914 an der serbischen, 1915 und 1916 an der italienischen Front, , im - Jahre 1917 kam er an die russische Front, wo er verwundet wurde; gegenwärtig wird er im Lvital gepflegt. 3. H e i n r i ch, kam im März 1917 von der russischen Front krank ins Hinterland. 4. Julius, war längere Zeit an der Front und ist gegenwärtig einem Wachdepartement. in einem Gefangenenlager zugeteilt. 5. Wolf, kam im "Jahre 1917 krank von der rumänischen: Front'zurück. 6. Alexan der, ist Mit zwei Jahren an Kr Front. Der Mütter dieser Brüder wurde, wie „Egyenlöseg" berichtet, - zum zweitenmal eine kaiserliche Belohnung zuteil. Der verewigte Monarch sandte der Witwe 200 K. und Kaiser. Karü ließ ihr gleichfalls eine Belohnung von 200 K. zukommen. Ketdentod des Oberleutnants Audolf Krosser. Die Kultusgemeinde Lundenburg (Mähren) beklagt bereits vierzehn Gemeindeangehörige, die im Laufe des. Weltkrieges für Kaiser und Vaterland ihr Leben geopfert haben. Am 19. August l- I. ist Oberleutnant Rudolf Grosser, geboren am 5. Juni 1874 in Lundenburg, auf. dem südlichen Kriegsschauplätze den Heldentod gestorben. Derselbe kam als .Leutnant des 25. Landsturm- Jnfanterie-Regiments bei Kriegsausbruch im August 1914 aus den nördlichen Kriegsschauplatz^ nachdem' er seinen Wiener Fabriksbetrieb geschlossen hatte. In vielen Schlachten und Gefechten bewährteer sich in hervorragender ,Weise als Kompagnie-Kommandant und avancierte im November 1914 zum Oberleutnant. An der glorreichen Mai-Offensive im Jahre 1915 nahm er bis zum Falle von Warschau, und Brest-Litowsk teil, worauf er im Sommer 1915 mit seinem 'Regimente auf der Hochfläche von Doberdo eingesetzt wurde; dem feindlichen Anprall in der 4. und 5. Jsonzoschlacht hielt er todesmutig stand. Nach Abflauen der feindlichen Angriffe wurde er, an .Typhus schwer erkrankt aus der Stellung ins Spital abtransportiert; nachdem er genesen, rückte . Oberleutnant Grosser als Halbbataillonskommandant im Spätherbst 1916 auf den russischen .Kriegsschauplatz ein, wo er bis zum Frühjahr 1917 verblieb. Die 10. und 11. Jsonzoschlacht fand sein Regiment wieder in den ersten Reihen der Verteidiger; während der letzten Schlacht fand Oberleutnant Grosser durch einen Volltreffer einer schweren italienischen Granate den Heldentod. Das Regiment verlor an ihm einen seiner hervorragendsten Kompagnie-Kommandanten, seine Familie einen treuen Vater Gatten und Bruder. Oberleutnant -Grosser war für tapferes Verhalten und vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde mit dem bronzenen und silbernen Signum laudis bei gleic^eitiger Verleihung der Schwerter und dem Kaiser Karl-Truppenkreuz ausgezeichnet. In Ravne wurde [er im Einzelgrabe mit militärischen Ehren, bestattet. > Nachstehenden Brief hat der unmittelbare Vorgesetzte, Major von Czak, an die tiefgebeugte Witwe des Verblichenen gerichtet: Graf Wimpffen-Spital, Neuhaus a. d. Tristing, 9.-/9.. 1917: V e rehrte Enüdige! Heute erhielt ich auf grobem Umwege Ihre werte Karte vom .28/8. 1917. - Ich hin fest diesem Datum selbst zur Heilungseit zwei Tagen hier. Sie, Arme, werden mittlerweile gewiß schon amtlich j die schmerzliche Kunde vom Heldentyde Ihres Gatten erhalten haben. Gott stärke Sie, uM diesen fürchterlichen . Schlag zu. ertragen! Ich trauere mit Ihnen; Ihr lieber Gatte ' und ich sind uns sehr nahe gekommen, und ich wähnte ihn fchon in Sicherheit — als das Unglück eintraf! Momentan sällt mir das. Schreiben sehr schwer, wie ich mich etwas erholt habe, stehe ' ich gerne mit näheren Nachrichten zu Diensten. Ich habe an ihm einen hervorragenden Kompagnie-Kommandanten' und lieben, sehr lieben Kameraden, verloren, dem ich zeitlebens ein Wehmütiges, ehrendes- Andenken bewahren Werde. Sagen Sie Ihren armen Kindern, daß Ihr Vater bis zuletzt als Held voll und ganz seine Pflicht energisch getan! Es muß rein Echtes unerfvrschlicher Ratschluß gewesen sein! Gott tröste Sie, dies her aufrichtigste Wunsch Ihres ganz ergebenen E u. g e n von C z a k, k. u. k. Major. Leutnant Iavid Aerifch Enget. Seutn.cmt David Berisch Engel des Jns.-Regts. hat am 19. Angüst 1917 den Heldentod erlitten. Am 1. August 1914, kaum dos zwanzigste Lebensjahr überschritten. rückte derselbe als Einjährig-Freiwilliger ein und ist nach Absolvierung' der Militärschule als Kadettaspirant ins Feld abgegangen. Er kämpfte *ntf allen Fronten, war einigemal verwundet, bezw. erkrankt und ging, kaum hergestellt, wieder ins Feld hinaus. Am kritischen Tage stürmte er seiner Truppe als Kommandant voran, wurde von einer feindlichen Granate getroffen, siel und ging 'zu seinem Volke ein — dorthin, wo Tausende seiner GlaubenWrüder vor ihm hinkamen.; Ter Familie des gefallenen Helden. gingen mehrere Kondolenzbriefe von seinen Kameraden im Felde zu. Hier ein Brief des Kompagniekommandanten an die Tante des Gefallenen, Frau Gusti Bloch: ^Gnädige Frau! Es war mir bisher unmöglich, meine traurige Pflicht zu erfüllen und Sie, gnädige Frau, vom Heldentods Ihres Herrn Neffen, des Leutnants Engel, zu verständigen. Ich wußte Ihre Adresse nicht und erfuhr sie erst durch Ihre an das Kommando gerichtete Karte. . Leutnant Engel fand den Heldentod, von. einer Granate getroffen, bei einem Angriff am 19. August 1917. Wenn Sie etwas in Ihrem Schmerze, gnädige Frau, trösten kann, sei es das Bewußtsein, daß alle, die ihn kannten, in ihm einen vorzüglichen, stets opferwilligen Kameraden und seine Mannschaft einen guten und gerechten Vorgesetzten beklagen. Sein Tod ging uns allen. Offneren und Mannschaft,, sehr, sehr nahe! Indem, .ich ..yie^, gnädige;.Fxau„ noch., bitte, . den,. Ausdruck meiner innigsten Anteilnahme auch den übrigen Verwänöien des Leutnants Engel zu übermitteln, verbleibe ich hochachtungsvoll Litovka, Hauptmann. Feldpost , 5. September 1917. Leutnant Engel, ein Volljude, war der Sohn des Herrn MendelE n g e l, Kaufmannes in Brzezany, der selbst seit mehr als einem Jahre eingerückt war, ins Feld ging und infolge schwerer Erkrankung in ein Spital gebracht wurde. Sein Sohn Joachim — ein Bruder des Gefallenen — dient als Unterarzt in der deutschen Armee und war gleichfalls im Felde. Iom-Kippur im Kochgeörrge. Durch Märchenhafte Gebirgsschluchten und neben turmhohen Wasserfällen vorbei, gelangt man dorthin, wo wir zurzeit dein Feinde uns entgegenstellen. Noch klingen in meinen Ohren die Worte unseres' einstigen Führers, der uns vor Monden hinauf in. die Schwarmlinie führte: ,/Sehen Sie die Spitze dort, dort Haufen die Italiener." Die Strahlen der Sonne werden, allmählich schwächer,. der Tag geht seinem Ende. zu. Die herrische Aussicht von hier reicht bis zu den schneebedeckten Bergen der Schweiz. Dort, von wo diese Riesen zu uns herschauen, geht die Sonne unter. Wir, die Söhne der tiefen Ebene, bewundern oft das' herrliche Natnrschauspiel, das vor unseren Augen vorüberzieht. Die Nebel scheinen dort versilbert zu sein, das Lichtblau des Himmels wirb durch Smaragdgrün und bald Goldgelb abgelöst, UM feuerrot sich abzuwenden. Das Feuer, das' in Europa schon das vierte Jahr lodernd brennt und dieganze Menschheit in AreM hält, will sich von uns noch- ,nicht abwenden. ,,Ad Moszaj." Wie lange noch? Morgen ,,Jom-Kippur". Mit tiefer Ergriffenheit im Herzen