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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-10-19 · 40 (19.10.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
40 (19.10.1917)
Date
1917-10-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 666 Dr.' Btoch's Wochenschrift Nr. 4V Wien. D er h um. Unter stjützu n g s ve r ei n b e t & o I omcaer in Wien, 2. Bezirk, Zirkusgasse 36, veranstaltet am Sonntag, den 28. Oktober 1917, Halb 6 Ahr abends, im Festsaale des „Bayerischen Hof", 2. Bezirk, Taborstraße 39, eine Wohltätigkeits-Akademie. Künstlerische Leitung: .Dramaturg Josco Schubert. Ihre freundliche Mitwirkung haben zugesichert die Damen : Berta Tanegger (ehemaliges Mitglied des k. k. Hofburgtheaters), Nietta Niklas-Schubert (Opern- und Operettensängerin), Olga Hajegg (Opernsängerin). Die Herren: Richard Waldemar (Carl- Theater), Benno Lie (Rezitation), Theodor Tanegger (Volksbühne), Ignatz Körner (Opernsänger), Rudi Merftallinger (Strauß-Theater). Reißmann I. (Jüd. Bühne). Das Reinerträgnis dieser Veranstaltung ist für heimkehrende Flüchtlinge bestimmt. Karten zum Preise von Kr. 4.—, 3.— und 2.— sind im Vorverkäufe bei sämtlichen Ausschuß- und Komiteemitgliedern, sowie in der Buchhandlung R. Löwit, 1. Bezirk, Rotenturmstraße 22, erhältlich. Wien. Am 10. d. M. feierte der Hauptkassierder Firma Sam. S. Bing & Co., Wien, Herr Johann Haas, wie bereits erwähnt, sein 50jähriges Dienstjubiliäum bei' dieser Firma und war aus Anlaß dieser gewiß sehr seltenen Feier Gegenstand herzlichster Ovationen seitens der Chefs und des Personales. Der Chef, der Firma überreichte dem Jubilar in äußerst munifizenter Weise wertvolle Ehrengeschenk und veranlaßte überdies^ daß zur Weihe dieses Festtages fämt l i ch e Angestellten der Firma, auch die. Eingeritten, den v i e r f a ch e n, Monatsg e h alt ausbezahlt bekommen. — Hinzufügen wollen wir noch, daß genannte Firma im Laufe dieses Jahres ihrem Personale bereits dreimal Z u lagen in der Höhe des Monatsgehaltes zuwendete. ■ Austritte aus dem Judentum , vorn!. 7. bis 13. Oktober 1917. ' Eisler Siegftred, Markör, geh. 7. August 1877, Wien, 9. Be- . zirl, Badgasse 20. / Foltin Margarete, Beamtin, geb. 23. Juli 1889,. Jungbunzlau, 6: Bezirk, Linke Wienzeile 62. . « Gollerstepper Else, geb. 9. Februar 1900, Lundenburg, 20. Bezirk, Pöchlarnstraße.8. Gregcr Hermine, geb. Polka!» geb. 8. Dezember. 1869, Wien, 6. Bezirk, Gumpendorferstratze 87. Hoch« Paula, Schülerin, geb. 14. März 1901, Wien, 9. Bezirk, Kinderspitalgasse 1. Hahn Marie, geb. 25. April1900,--Wien,- 9. Bezirks Kinderspitalgasse 1. I Kohn Helene, Koloristin, geb. 22. Dezember 1892, Wien, 2. Bezirk, Sterneckplatz 11. - Marbach Leonore, geb. 5. August 1884,, Wien, 2. Bezirk', Taborstraße 98. - Renda Paul, Arzt, geb. 22. Dezember 1887, Prag, 9. Bezirk, Thurngasse 11. Paschkes Selin, Schneiderin, geb. 12. März 1885, Wien, 17. Bezirk, Schumanngasse 60. Pollak Melitta, geb. .Munk. Prokuristensgattin, geb. 14. Oktober 1888, Wien, 18. Bezirk, Edelhofgasse 1. : . Reis Auguste, geb. 20. September 1889, Wien, 3. Bezirk, DHlergaffe 4.; Ric Edith Wilma, Photographieschülerin, geb. 1. -Januar 1898, Wien. 9. Bezirk," Lackierergasse 6. Sorter Fanny, Bedienerin, geb. 29. September 1882, Wien, 9. Bezirk, Liechtensteinstraße 92. Wesberg Rudolf, Ingenieur, geb. 27. Mai 1884, Wien, 18. Bezirk, Lacknergasse 74. Weiß Rudolf, Käd.-Asp., geb. 9. Juni 1885, Ossowa Bitischka, 2. Bezirks Rembrandtstraße 17. . Lemberg. (T o d e sf a l l.) Der langjährige, um. die religiöse Jugenderziehung sehr verdiente Religionslehrer Natan Szyper,. einer der tüchtigsten und gewissenhaftesten Pädagogen unserer Gemeinde, ist am 2. Oktober einem schweren Jnfektionsleiden er- - legen. Der Verewigte hat als Religionslehrer an Bürger- und Volksschulen Mädchen viele Generationen in die Grundlehren des Judentums eingeführt und hat sich auch durch Herausgabe guter Handbücher, von denen hier nur auf die an Schmiedls „Sausinim" angelehnten „Bilder aus der Heiligen Schrift" hingewiesen werden soll, die auch vielen jüngeren Kollegen schätzenswerte Dienste geleistet haben, verdient gemacht. Von edler Denkungsart, stand er armen Schülern und Schülerinnen hilfreich zur Seite. Obwohl er sich schon am letzten Versöhnungstage schwer leidend fühlte, harrte er fastend bis 3um Ausgang des Festes im Tempel , aus,, begab sich dann direkt ins Krankenhaus, das er lebend nicht mehr verlassen sollte. Die Bestattung Hat am' 4.. Oktober unter überaus zahlreicher Beteiligung der Kollegen und Schüler des Verewigter wie auch der offiziellen Kreise der Gemeinde stallgefunden. Rabbiner Dr. Guttmann und Lehrer Rübenzahl hielten am Grabe ehrende 9!achruse. . B .1 Ans dem Keden des hohen Kaddi MM Neue Golem-Sagen, gesammelt und bearbeitet von Chaim Bloch, Delathn. 5. Erschaffen des Golem. Der fanatische Geistliche Tadd aus trieb weiter sein Unwesens Abgesehen von aufreizenden Predigten, war er bemiüht, gemeinsam, mit seinen; Gesim nung'sigenossen die Blutbeschuldigung gegen , die Juden zu verbreiten und Mische Mädchen zu entführen. Rabbi L ö w üußerte sich vor seinen Jüngern: „Ich fürchte diesen Ta.ddäus> weil seine Seele ein Funke des Philisters Goliath ist. -Ich hoffe ihn aber doch' zu besiegen, da meine Seele eilt Funke dles Judeirjüngen und späteren König! David ist. Wir müssen aber alle geistigen Kräfte Vereint anspornen, um ihm nicht zu unterliegen." ' Es war .im Jahre 5340. Taddüüs beschwor alle. Mittel, um eine Blutanklage gegen die Prager Juden mit - Erfolg hevbeizufUsren. Rabbi Löw erfuhr dies rechtzeitig, und er machte eine Traumsrage „nach oben",'eine bei den Kabbalisten häufig vorkommende Notwendigkeit, als Ersatz des Losorakel, des Ürim-w'Tumim, mit welchen Mitteln er gegen diesen bösen Feind' den KanM aufnehmen solle. Er erhielt folgende, alphabetisch geordnete Antwort : . ifcinn pm D^u-ira nn# ' "inm . ,,Ato Bro Golem Ta wer Hachomer Wtikzar Zedim Chew^l Torfe Isföel-j *schaffe^ einen' Golem "voN^Lehin Md du vernichtest das gemeine Judensressergesindel"). Diese zehn Worte legte Rabbi Löw nach dem im Buch Jezirah*) zugrunde liegenden Zirusink-System (jmystische Zeichen) so aus, daß er die Uebevzeugung gewann, mit den 'ihm> vom Himmel eröffneten Wortzahlen einen lebendigen Körper aus!, Lehm schaffen zu können. Er ließi seinen Schwiegersohn Jichak ben Simson, den Priester,**) und' seinen Jünger Jakob ben Chaim Sasson, den Leviten, zu sich kommen und vertraute ihnen das Mysterium an, wie ein Golem geschaffen werde. Rabbi Löw sprach: „Ich will einen Golem schaffen und beanspruche deshalb eure Mitarbeit, weil zu dieser Schöpfung die vier Elemente: Fe wer, Wasser, Lust und E r d e notwendig sind. Du Jizchak bist das Element Feuer, du Jakob bist das Element Wasser, ich selbst bin Luft, wir werden miteinander vom vierten Element Erde den GoleM schaffen." RabbvLöw belehrte sie nun ins Detail, wie sie sichvorerst durchtiefe, ernste Buße heiligen und reinigen müssen, mit zum großen Werke der Schöpfung eines Scheinmenschen vorbereitet zu sein. Er wies.'.auch auf die Gefahr für sie alle drei hin, wenn durch unvollständige Umkehr im Herzen das? Werk mißlingen sollte und die heiligen NaiNen vergebens entweiht sein würden. Am zweiten Ader nach! Mitternacht begaben sich die drei Männer iit die Mikwa, das! rituelle Tauchbad . *) Das geheime „B n ch' d e r S ch ö p f u n g" und Formung der Welt. .Die Entstehung , dieses, bedeutsamen Buches von. der Weltform wurde in das IX. Jahrhundert verlegt. Doch Rabbi Saadje Gaon im X. Jahrhundert schrieb es schon Rabbi Akiba zu. Nach anderer Meinung war der Verfasser dieses Werkes' der Rätsel derRätseln, Elische ben Abuja (Acher) zur Zeit des 5kaiser Hadrian. " **) Rabbi Jizchak Cohn, der hochgefeierte Landesrabbiner von Mähren. - '

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