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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-10-12 · 39 (12.10.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
39 (12.10.1917)
Date
1917-10-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Seite 641 Nr. 39 Dir. BLachi^s Auszeichnungen für patriotisches Verhakten vor dem Keinde. Wie die „Wiener Zeitung" meldet, hat der Kaiser dem Ziegeleibesitzer Juda SchiMiek und dessen Tochter Ernestine Sch Miel in Ctzernowitz für besonderespatriotisch^ Verhalten mährend der Invasion das silberne Verdienstkreuz mit der Krone ank Bande der Tapferkeiismedaille verliehen. Beide Haben sich unter Lebensgefahr mit Erfolg bemüht, mehrere ö sterreichisch-ung ar ische itnd deutsche Kriegsgefangene in ihrer Wohnung vor dem Feinde -zu verbergen. Auszeichnung eines Wrüderpaares. Hern rann Urbach, Verpflegsakzessist am' .südlichen Kriegsschauplatz., wurde mit dem goldenen Verdienstkreujz ausgezeichnet. Dessen Bruder, Theodor Urbach, Kadett- Aspirant bei dem Feldhaub.-iReg. Nr. , der sich gleichfalls jam südlichen Kriegsschauplatz befindet, erhielt die große silberne Tapferkeitsmedaille. Die Ausgezeichneten sind Söhne des Großikaufmannes Herrn Leopold U r'tba.ch. - Sechs Söhne und drei Schwiegersöhne. , Ter Gastwirt Moriz Just n s . hat, wie „Egyenlöseg" meldet, sechs Söhne und drei Schwiegersöhne beim Militär. Die meisten von ihnen waren, bezw. sind noch an. der Front. Sein Sohn Max 'wurde am rechten Arm schwer verwundet, ist .Invalide; Josef trug, bei Luck schwere Verwundungen davon, denen er erlag; Alexander wurde gleichfalls bei Luck schwer verwundet, so daß sein rechter Arm amputiert werden mußte. :, i Ootdene Hapferkeitsmedaisse. Mr 'GMn seinerzeit über die Heldentaten berichtet, welche der Kadettaspirant Franz Bach in der Verteidigung des Tajti-Hrib während der zehnten Jsonzoschlacht an den Tag legte und die ihn zu dem populärsten Soldaten an der italienischen Front machten: In diesem' Kampfe verlor B ach das . eine Auge. Wie „Egyenlöfeg" berichtet, wurde Bach jetzt verständigt, daß ihm für sein mustergültiges, tapferes Verhalten die goldene . TapferkeitsMedarlle verliehen wurde. Es ist dies bereits die vierte Auszeichnung, die nunmehr die Brust des Helden schmückt. Er besitzt bereits .zwei silberne Tapferkeitsmedaillen erster Klasse und die kleine silberne TapferkeitsMedaille. Auch sein Bruder, Leutnant Artur Bach, ist Besitzer von vier Auszeichnungen, und zwar drei DapferkeitsMedaillen und dem Militärverdienstkreuz. Jüdische Tapferkeit. lieber eine hervorragende kriegerische Tat des Kaufmanns Hermann H ey mann aus Nürnberg wird der „-Bayerischen Ehrentafel" amtlich gemeldet: „Vizefeldwebel und Offiziersjaspirant der Landwehr Hermann H e y - mann der gleichen Kompagnie aus Oberdorf, Ö. A. Neresheim, .Kaufmann zu Nürnberg und ebenfalls Inhaber , des eisernen Kreuzes, wurde schon bei Beginn des englischen Jnfanterieangriffes nicht unerheblich an Knie und Kopf jvierwundet, plieb aber gleichwohl pei seinem Zug und verteidigte, indem er seine Leute fort und fort an feuerte, zäh und' erfolgreich den Gräben. Als sein Kompagniekamevad mit.vieler Mühe immer wieder Kräfte zur Verteidigung! des Trichters hevbeiführte, schloß er sich ihm ungeachtet der eigenen Verwundungen wiederholt an, und stets gelang es dem glänzenden Beispiel beider, ihre wenigen. Mannen zum mutigen Draufgehen anzuspornen. H e y m a n n selbst beteiligte sich mit Handgranaten am Kampfe und fügte dem Gegner schwere Wochenschrift Verluste zu, um sich erst nach dem Verbrauch der Msamten Munition auf den Verbandplatz zu begeben. Er erhielt die silberne Medaille. Khrenlafet Mr Kefakkene. Dipl.-Jngenieur Ernst Lederer, Kadettaspirant in einem'Infanterieregiment, ist in treuester Pflichterfüllung am 11. Juni 1916 bei Luzan in der Bukowina im 30. Lebensjahre gefallen. Auszeichnung nachdem Jode. Ter am 19. August 1917 in der 11. Jsonzoschlacht gefallene Kadetv-Feldwebel Hans Stern, Sohn des städtischen Lehrers Josef Stern, wurde mit der silbernen Tapfevkeitsmedaille und dem Karl-Truppen kreuz ausgezeichnet. Kin Ueujahrs-Ieldpostörief. Einem Briefe des jungen Landsturmmannes Oskar An tschert aus der serbischen Stadt Ja. . . . entnehmen wir folgenden interessanten Bericht: In unserer Stadt wohnen nurdrei jüdische Familien, von denen eine ein großes Zimmer hergab, in welchem unsere jüdischen Soldaten, Kriegsgefangene aus Rußland und Zivilpersonen andächtig am Rosch-Haschono beteten. Ich selbst betete einmal „Mußaph" und einmal „.Mincha" vor und „Taschlich" machten wir an einem Nebenfluß der Morawa. An beiden Nachmittagen betete ich aus dem Psalmenbuche, das Ihr mir liebe Ellern gesandt, und erquickte!mich an den heiligen! Gesängen des großen Könige «Davids!. Mann drerde ich diese frommen Lieder wieder in der lieben Heimat anstimmen können? Als ich in der Weiten Neujahrsnacht durch die dunkeln Gassen zur Kaserne zog, sah ich plötzlich durch ein Fenster eine hellerleuchtete Stube, in der der Vater gerader /.Kiddusch" machte und bis auf die Straße klang das laute; < „Amen" der jungen Kinder. Da dachte ich weit, weit in der Fremde, an das teure Elternhaus, ' die Augen gingen mir über ::'und!'nach .'eittem frugalen 'Obst- -und Brotnachmahle?'suchte ich mein Lager aus. Mit dem Gebete: „Führe mich. Allgütiger, nach baldigem Frieden mit meinem Kameraden in die liebe Hexmat und in mein teures Elternhaus!" entschlummerte ich. „Woschyaschono im Aekde". Bei einem Gruppenkommando der Jsonzoarmee fanden nn beiden Rofchhaschono-Tagen unter oer Leitung des Feldrabbiners Dir. Michael Halber st a M erhebende Glottesdienste stattt. In bewegten, tief zu Herzen gehenden Worten spendete der Seelsorger den zahlreich versammelten. jüdischen Soldaten beim Eintritt des neuen Jahres Trost und Segen, in Anlehnung an das Schriftwort (Nehem K. 8): „Der Tag ist heilig deM Ewigen Euerem Gotte, ihr sollt nicht trauern und nicht weinen." Dann erinnerte er die Braven, von denen viele noch während des Festes an die Front abgingen, an den Gegenstand der Festvorlesung bildenden Opferung Jsaks und forderte sie auf, das Beispiel Abrahams zu befolgen und mit gleichem Opfermut wie jener ihre Soldatenpflicht $u erfüllen. Der zum Gottesdienst erschienene Gruppenkommandant Herr Obersttt. von G.;dankte dem Feldrabbiner für die schönen Worte und forderte die Soldaten auf, sich dieselben zu Herzen zu nehmen. Die kantoralen Funktionen versahen in meisterhafter Weife die Rechn.-Unrerosfiziere M. Klein und I. Grünwald. Um das Zustandekommen und die Organisierung des Gottesdienstes machte sich nächst dem Leiter der ifr. Militärseelsorge der k. u. k. Jsonzoarmee Feldräbbiner Tr. M. Tauber auch der Rechm-Unteroffizier 1. Klasse Max-Hirschberger sehr verdient. Derselbe sorgte für die Beteilung der Soldaten mit Machsorim und hielt die Ordnung während des Gottesdienstes aufrecht. Dieser

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