Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 38 (28.9.1917)
- Date
- 1917-09-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 630 Dir. BLoH's Zahlstelle für Oesterreich: Bankhaus S. M. Rothschild. Wien, I., Rcnngaffc 3 Neue Freie Presse, Wien, 1., Fichtegasse 11; für Ungarns: Magyar-Altalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin Postscheck-Konto Nr. 1000, ans das Konto „Kriegsspitalshilfe für Palästina". '__ f 'Spende. Bei Herrn Rabbiner Dr. Grunwald' sind 20 Kronen eingegangen mit folgender Bemerkung: „Belieben Euer Ehrwürden sehr geehrter Herr Doktor, mitsolgende 20 Kronen zum Wiederaufbau des durch Brand zerstörten Gotteshauses zu verwenden. Zur Ehre (Gottes. Gelübde." ' Von Fräulein A. Lachmann, Breslau, 10 Kronen für galizische Flüchtlinge. Für den Hilsner- Fonds find bei Herrn Rabbiner Dr. Grunwald von Herrn Elias Lehr, derzeit Baden, 26 Kronen emgegangen und der „Oesterr. Wochenschrift" überwiesen worden. Spende. .Bon Siegfried Steiner, Mien, 2. Bezirk, für ihn, seine Frau und feinen beiden Kindern anläßlich des Jomkippuran Stelle von Seelenlichter Kr. 5.— für wohltätige Zwecke. Spende- Dr den Neurlau des LeopoldsWIer Gemeindetemyels. ‘ Bei Herrn Dr. Grunwald gingen ein: Von Herrn Rabbiner M. D.' Groß, Jerusalem 20 Kronen. ZmM Brand w»i LeopoldMdter -Tempel. Der Brandim Leopoldstädter Tempel hätte bekanntlich viel größere Dimensionen Mnehmen können, wenn nicht, nebst der Feuerwehr, beherzte Mchnner, denen die örtlichen Verhältnisse des ganzen Baukompleres vertraut waren, an der LöschaMon redlich mitgeholfen hätten. Als einer der ersten dieser Männer hat sich der Dibliothekwart der israelitischen theologischen Lehranstalt, Herr Jenö Schwarz, hervorragend betätigt. Herr Schwarz, der gegenwärtig zur militärischen Dienstleistung eingerückt ist, wollte sich eben in seine im. dritten , Stockwerke des Hauses Tempelgasse 3 gelegenen Wohnung begeben, als er aus den großen Seitenfenstern des "Tempels mächtige Rauch- und Feuersäulen hervordringen sah. In großer Gefahr befand sich die '.seiner Obhut '«noertrüutg Bibliothek der israelitischen theologischen Lehranstalt. Herr Jenö Schwarz drang, ohne an seine eigene, durch das Feuer arg bedrohte und durch keinerlei .Schadensversicherung geschützte Wohnung zu henken, mit eigener Lebensgefahr in die bereits vom Feuer ergriffene Schreibsülbe der Bibliothek ein. Der Schreibtisch des Bibliotheksbeamten .Dr. A. Kri st ianp oller sowie die Fensterstöcke und die Zimmerdecke brannten bereits lichterloh und nur noch einige Augenblicke, so wäre die kostbare Bücher- und Handschriftensammlung'ein Raub der Flammen geworden! Geistesgegenwärtig wirkte nun Herr Schwa r z, um eine Ausbreitung des Brandes noch vor dem Eintreffen eines Mannes der Feuerwehr zu verhindern. Als die Biblioihek bereits in Sicherheit war, eilte Herr Schwarz in die im zweiten Stockwerke befindliche Wohnung des auf Urlaub weilenden Rektors der israelitischen theologischen Lehranstalt Prof. Dr. Adolf Schwarz und des Ersten Kantors Herrn I u r b e r g e r, um einem Uebergreifen des Brandes daselbst Mit Vorsichtsmaßregeln zuvorzukommen. - Allgem. Züd. Arbeiterverein (Poale Zion), Wien, 2. Bez., Stefaniestraße 2, Tür 34. Samstag, den 29. d. M., unt 8 Uhr abends, findet in unserem! Lokale eine V e r e i n s v e r s a m m l u n g mit folgender TagesüiÄnnng statt: „Die Lage der Juden in Oesterreich", Referent: Gen. M. Singer. Gäste will- LonüMrr - . ' ' - Wien. Am 9. Oktober d. I.. vollendet der ehemalige Kaufmann Herr Sigmund Ir red mann, Schwiegervater des Derrn Dr. AdEKapralik, in voller körperlicher und geistiger Frische das 80. Lebensjahr. MkokÄburg. In der am 16; b. M. stattgehabten gemeinsamen Sitzung der Stadtgemeinde Nikolsburg II, der israelitischen Kultusgemeinde und der Dhewra-Kadischa in Nikolsburg wurde Se. Ehrw. Herr Dr. David Feucht w a n g, Rabbiner in Wien, wÄcher vom iJahre 1892 bis 1903 das Amt des Rabbiners in seiner Heimatsstadt Nikolsburg bekleidete, in Würdigung seiner vielen Verdienste um seine Baterstadt und um das Judentum anläßlich seines 25 jährigen Berufsjudiläums zum Ehrenbürger der Wochenschrift Nr. 38 Stadtgememde Nikolsburg II, zum Chrenmitgliede der israeli- Nschen Kultusgemeinde Md der Ehewra-Kadischa in Rikolsburg einstimmig ernannt. lTIr. Msef Str-affer. Unter Merans großer Teilnahme fand am Sonntag bas Leichenbegängnis! des heimtückisch von einem russischen Kriegsgefangenen ermordeten Ldst.-Oberarztes 'Dr. Josef S trasser siait. AM Vertreter tes militävärztlichen Offizierskorps waren die Generalstabsärzte Dr.Kirch enberger und Dr. Baumann erschienen. Ferner sah man zahlreiche Offiziere, Aerzte -und viele Mitglieder der verschiedenen wissenschaftlichen und Wohltätigkeitsvereine, deren MitUlietz .der - Verblichene war. Die Leidtragenden zählten nach; vielen Hunderten. Prediger Doktor Rosenfeld schilderte unter tiefster Ergriffenheit das aufopfernde Wirken des piopulären Arztes, der in Aus- Mung. seiner Pflicht vom tückischen Mordstahl dahingerafft wurde. Oberkantor L ö w y absolvierte die kantoralen Funktionen. Dr. Josef Straffer wurde an der Seite seines Vaters! beigesetzt. Eine Abteilung Scharfschützen gab die vorgeschriebene Ehrensalve' vor dem Grabe ab. Wer weiß? Gesucht wird Frau Taube Kliuger aus Kuty (Galizien) von ihrer Tochter Kotte Klinger in-Lüneburg (Deutschland). Auskunft bei Frau Kommerzienrat B. Jacobsohn, Lüneburg, Haagestr. 2. Aus deck Jeden des hohen Kaddi Jom. - Neue Golem-Sagen, gesaumrelt und bearbeitet von ChaiM -Bloch/Delatyn. 'drn Oärdinab van PraA ' Indessen wurde Rabbi Löw als einer der größten rabbinischen Lehrer berühmt. AG.sich die altehrwürdige Prager Judengemeinde NM ein geistliches Oberhaupt umsah, siel die Wahl auf Rabbi Löw. Prag wurde seit je eine Mutter in Jsrael genannt. Hier fand Rabbi Löw ein erwünschtes Gebiet, um gleich bei seinem Amtsantritt eine - segensreiche Tätigkeit zu entfalten, und er wurde besonders -wegen seiner reichen Sprachkenntnisse, auch außerhalb des Judentums, bekannt. Christliche Gelehrte, wie die beiden Astronomen Tycho de Brache und Johann Kepple.r, gehörten zu seinen engeren Freunden; Die Juden in Prag fristeten damals ein dornenvolles Dasein, die Hand der katholischen Geistlichkeit lastete schwer aus ihnen und sie waren dem Hasse des aufgehetzten Pöbels preis-gegeben.; . Am Meisten littensie auch .hier durch die abergläubische BlutbeschuldigNng. Ein Geistlicher . namens. T a d d e u s bemühte sich raMvs', Friede und Eintracht in Hader und Zwietracht zu verwandeln. ' Rabbi Löw hielt 'es' für notwendig, mit 'der Geistlichkeit eine Aussprache herbeiznführen, uM sie von der Haltlosigkeit aller jener Verleumdungen gegenüber den Juden zu Mertzeugen. - r ' Er richtete daher an den,Prager Kardinal Johann S i l v ester ein umfassendes' Schreiben, das er. mit den Worten: „Ich fordere Gerechtigkeit für meine bedrückten und verfolgten Brüder," einleitete. Er machte es klar, daß es ein Verbrechen gegen Gott, die Menschheit unb die. Lehre Christi sei, die Juden des. Gebrauches von Christenblut zu beschuldigen oder sie wegen anderer himmelschreiender Lügen zu verfolgen. Er verlangte, daß! ihm der Kardinäl Gelegenheit geben solle, mit der Geistlichkeit einen Disput ab'zuhalten.