Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 38 (28.9.1917)
- Date
- 1917-09-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Gehe 628 Dr. Blochi's Wochenschrift Nr. 3.3 Rabbiner Dr. Mar Grunwald. Bei.de hätten durch ihr illterkonfessionelles Andachtsbuch „Empo r die He rzen" ein bedeutsames.Werk geschaffen, das ausgezeichnet geeignet ist srorüme, gottergÄesteGlich versöhnliche Stimmungen zu wecken. Daß mir als (Jüdin gaststdüMlich ausgezeichnete Plätze eingeräunrt wurden, soll tunkend hervorgehoben werden; ebenso daß der Kongreß, wenn auch ungewollt, eine Propaganda für unsere Propheten und .Psalmiflen wurde, wie ich denn auchmit Stolz sah, daß die rühmenswerten Bestrebungen der Inneren Mission auf charitativem Gebiete für die protestantische Bevölkerung in der jüdischen Armenpflege zunr Teil verwirklicht sind und, sollen die Reformideen des Fräulein Pappenheim durchgreifen, vollständig verwirklicht sein werden. . :Clotilde Benedikt. .Wien In Ergänzung des Befehles vom 11. September 1917, betreffend „Sabbat- und Feiertagsruhe und rituelle Berköstiigung für die auf Grund des KLG. herängeZogenen orthodoxen Juden." hat das k. u. k. Militärkomnmndo mir Befehl vom 19. September 1917 folgendes verlautbart: „Zur Vermeidung jedweden Mißverständnisses wird 1^.barrAtgegebe)r, daß nicht nur an Samstagen und an den Feiertagen, sondern auch , in der Dacht vom Freitag auf den' Samschg, beztv. in der dem "Feiertage vorangehenden Nacht/sowie in der Nacht zwischen zwei Feierlogen religionsgesetzlich jede Arbeit verboten ist. Außer an Samstagen -fiitb es' folgende Feiertage, an denen religionsgesetzlrch die Arbeit zu unterbleiben hat: 1. die zwei ersten und die Zwei letzten Tage desPessach (Osterfestes); 2. die zwei Tage des Offenbarungsfestes. (Pfingsten); 3. die zwei Tage des Neujahrsfestes; 4rdas Bersöhnüngssest;- .^ 5; bk ersten zwei und die letzten zwei Tage des Laübhüttensestes (Schlußsest und Freudenfest der Thora)." ' MuarMnifation der Bukowinaer Judenschast. In Erkenntnis der Notwendigkeit der durch die Kriegsereignisse unter allen Volksteilen am schwersten betroffenen Judenschast der Bukowina eine Organisation zu schaffen,, die es ermöglichen soll, den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau kräftigst zu fördern, hat der aus den Zehn Mitgliedern beider jüdischen Par-- teien bestehende „Jüdische Landtags llub" wiederholt einpehende Beratungen gepflogen und den einhelligen Beschluß gefaßt, au die jüdischen Parteien des Landes den Appell zu richten, -alle zu Parteiungen führenden Differenzen als beigelegt zu, betrachten und an der Bildung einer einheitlichen Landespartei mitznwirken. Tie Notwendigkeit, xine Neuorganisation der Bukowinaer Judenschaft zum Schutze und zur Wahrung ihrer politischen Rechte sowie ihrer wirtschaftlichen und sozialen Interessen zu schaffen, wurde allseits anerkannt und deirHusolgle über Einladung des '„Jüdischen LandtaMub" am 12. b. M. eine vertrauliche Beratung äbgehalten, an der zahlreiche Vertreter beider Parteischatrierungien und aller Berufsstände teilnahmen. Auf Grund der vonr-LalldtagKabgeoröueteil Dr. Max Fo'kschäner und deM^Reichsrats- und Landtagsabgeordneten Dr. Benno, St rauch er. erstatteten Referate würden die Mlträgp derselbeil freudigst begrüßt und .ein- 'Wtsgfolg«rde- Beschl-üisseLgefaUr. An Stelle der bisher bestandeilen. zwei politischen Wischen- Parteien der Bukowina' wird eine einheitliche jUMsche Landespartei geblldet und mit der Wahrnehmung und Vertretung der Rechte r und Interessen der Judenschast ein Parteiausschuß betraut, - aus dessen Mitte ein Arbeitsausschuß delegiert wird, der bis zur definitiven Zusammensetzung der. Parteiorganisation sich mit den vorbereitenden Arbeiteil für den Wiederaufbau zu beschäftigen haben ivird. In öiefeit Arbeitsausschuß lvurden entsendet die Herreil: Kommerzialrat Max Ritter von A n h a u ch, GeMeinderat Dr. Friedrich Wll i g; Gemeinderat Dr. Mäher Eb n e r, Größindustrielker Nathan Eidinger, GemeinderatBernhard Fle min i ng e r, Abgeordneter Dr. Max F o kscha n e r, Gemeinderat Adolf W a r i, KoMMedzialrat Abgeordneter Jakob H ech t, Kanzleivorsteher .Jakob H i l s e n r a d, Advokat Dr, S. Kaßner, Abg. Dr. Isidor Katz, ' Advokat Dr. Heinrich Lu pul> Komiin^Rat Abg. Salornon Rudich, Abgeordneter Dr. Benno Straucher, Handelskamnierpräsident Wilhelm Tittinger, Gemeinderat Adolf Wa l l ste i n, Abgeordneter Bürgermeister Dr. Salo von We i ßel'b e r ger und Abgeordneter Dr. Neu nt a n n- Wender. ' - Zum-Präsidenten des Partei- und Arbeitsausschusses tvurde Reichsratsäbgeordneter Dr. Straucher, zum Vizepräsidenten Abgeordneter Dr. Max Fokschaner und zu ständigen Referenten Gemeinderat Adolf Wallstein und Doktor Kaßner gewählt, und hat der. Arbeitsausschuß - seine Tätigkeit bereits ausgenommen und befindet sich das Parteibureau y o r l ä u f i g,.ün den. 'Raumen des Fürsorgekomitees für die Bukojvinaer Flüchtlinge, Wien, 9. Bezirk, Schivarzspanierstraße 15.. AMtsWrung der Wischen dkgperungLWmMissäre in Unter, der etwa. 300.000 Seelen, betragenden Einwohnerschaft^ 'Rigas; von der die Deutschen nahezu die Hälfte bilden,, befanden sichvor dein Kriege annähernd 32.000 Inden. Die..letzte.russische Volkszählung vom Jahre 16^7'^etgW'' hei^ßäMals 256.197 Einwohnern 30.700 Juden. Diesen — wie den Deutschen — brachte die Revolution viel Erleichterung. So waren die Leiter des Exekutivkomitees des Arbeiterürch Soldatenrates hier zwei jüdische Gefreite, Rom nt, von Beruf Rechtsänwalt, und R.abino witsch, denen in einem Rigaer Brief des Kriegsberichterstatters der „Franksug'ter Ztg." das Zeugnis ausgestellt tvird: „Beide haben sichtadellos benommen und> ihre Verwaltung streng rechtlich und gut geführt. Ein Beispiel dafür.. Der Sekretär des Börsenvereines hätte einen kleinen 'musikalischen Tee Donnerstag nachmittags, in den zehn Soldaten mit gespannten Revolvern eintraten,- um Haussuchung vorzunehmen. Der Hausherr wurde des drahtlosen Verkehrs mit der deutschen Armee und ähnlicher Dinge beschuldigt- und vernommen. Man hatte deutsche Gedichte und Patriotische Schristelb bei ihm gesunden. Der Anklagevertreter fragte, ob er mit den Deutschen sympathisiere. „Diese Frage darf nicht "gestellt werden," entschied der Präses des.Ex.ekütivkomrtees. „Wir verfolgen keine Gedanken und.Gesinnungen, sondern nur Taten." — Als die Generalimt die vom Exekutivkomitee erlaubten deutschen Flugschriften wieder verbot, gestattete der darum ersuchte Gefreite Ro Mm ihr Wiedererscheinen aus .seine Autorität hin. — ' Bei den .noch jam 26. August stattgehabten Stadtverordnetenwahlen nach allgemeinem, gleichem- und direktem Wahlrecht, bei denen die Frauen und die-Soldaten von der Front mitwählen. dursten,. erhielten auch die Juden einige Mandate. . . MiiOndung einer Mff'chsm Genkinde in PaiHguay. Dein Generalkonsul der süd.amerikanischen Republik Paraguay, Herrn Leo H i r s ch, verdanken wir folgende interessante Mitteilung.' Laut. einem Bericht : des „El Diario-V der angesehensten und führenden Tageszeitung.