Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-28 · 38 (28.9.1917) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
38 (28.9.1917)
Date
1917-09-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022287--26325-3051678
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sette 6is Dr. BloiM, bauten soll man ja, wie der Talmud (Megllla 28 b) lehrt, nicht Gras wachsen lassen. Mffer, AnfanA^isPgemacht. Eine verheißulrgsvolle ListeReLersten Ppewen Regt bor. Gerade aus Ken Minen und AeMWN SpAÄen sprichtwielfM--ein richrender Eifer, sich jNMWengen um an HÄN schhnen, heiligen Werke ^frt^beit Beratungen unseres Komitees wurde manch ein Wort gehört, das es! wohl verdient hätte, in die breite Oeffenllichkeit hinausgetrageir Zu werden, manch ein Wort, das uns den erhebenden Beweis lieferte, wie selbst die Schwere dieser Zeit die alte Hosfnungsfreudigkeit und Zuversichtlichkeit des' jüdischen Herzens nicht hat erdrücken können, manche ein Wort, von dem man mit Wr Dichter sägen durste: . W ist die Welt des Lasses voll, Es bluten rings die Wundeir, Mn Wort, das' aus dent Herzen quoll/ Macht manch ein Hertz gesunden. Möchte auch der Aufruf unseres' Komitees, der in diesen Tagen jan unsere jüdischen Mitbürger ergeht, als ein rnannhaft Wort von Herzzu Herz, den vom Gram der Zeit wunden Gemütern Gesundung bringen» indem er sie einlädt, Mit 'zu schaffen an einem Werk zur Ehre unserer Budenheit, zum Segen fernster Geschlechter! - *" * * Anläßlich des großen Unglückssalles, welchen die Judenschast Wiens durch den verheerenden' Brand des großen TempeGinkr Leopoldftadt erlitten hat, fanden sich mlehrere Mitglieder unserer Gemeinde in dem Gedanken zusaminien, diesen Tenrpel in alter Pracht wieder erstehen zu lasten, und zwar im Wege freiwilliger spenden. Triefen. Gedanken ließen diese Herren raschest in die Tat urnsetzen, indem sie eine Vereinigung, bildeten, welche den Namen „Komitee zum Wiederaufbau des Leopoldstädter Tempels!" führt. Die Proponentenzogen viele gleichgesinnte Gemeindemitglieder Zur Konstituierung dieses' Komitees heran und es' farcken bereits mehrere Sitzungen schtt, in welchen die Konstituierung des Büros vorgenommen wurde, und zwar wurden nachstehende Herren in den Arbeitsausschuß gewählt: Dr. Theodor G-utmann, Hof-und Gerichtsadvokat' in Wien, als provisorischer Obmann; - Se. Ehrw. Herr Dx. Max Grün Wald, Rabbiner und Prediger am' LeopoldMdter TeUripel, als I. Vizepräsident; . k. k. Whulrat und Professor D,r. Moriz Tschiaßny als II. Vizepräsident; Direktor Max S. Fischer als erster, Gustav Plauer als zweiter Schriftführer und Herr Hugo Popper als Kassier. Es wurden in diesen Sitzungen Anregungen verschiedener Art gegeben, durch welche der ernste Wille, den--durch. Brand tzetstörten Monumentalbau in früherer Pnacht erstehen zu Lassen, sich kundgab. Insbesondere hat Herr Dr. Julius! Weiß die Frage aufgeworfen, ob eine Restaurierung oder Neubau, d^' Tempels angestrebt werden solle. Dir. Weiß lehnte erstere Eventualität entschieden ab, well gerade dieser Brand den Gemeindemitgliedern ad oculos demonstrierte, welche Gefahr durch Jahrzehnte bestand, da eg an zweckentsprechenden Ausgängen urch Stiegenhausew fehle, insbesondere bestand diese Gestthr ffijr die Wesücher der II. Galerie. Er betonte auch, die NotwendigDell, den Chor unsicher tzü machen, nachdem das! .Benehmen der jugendlichen Chormüglieder nicht imimer ein. einchandfreW sei- . ' / . Der Vorsitzendem bemerkte unter - Anerkennung der ÄLchtzgMit -dieser Ausführungen, - daß. diese Frage nicht durch "das! Komitee zu lösen sei. Vorläufig' hat das!Ko- Wochenschrist Nr- 36 mit« die zur Herstellung des Ternpels nötigen Gelder zrl beschaffen. Mit der Baustage selbst wird sich die gesetzliche/Vertretung der Wiener Judeyschaft unjer. Hinzuziehung erster Fachmänner beschäftigen' müssen. -Das Komitee werde jedoch seinerzeit, seine Bemühung -dahin richten, daß es! fit dieser Frage auch befragt werde. Die Vorarbeiten wurden eifrigst fortgesetzt, dev' Aufruf genehmigt.. Eine Kurrende an zählreiche hervorragende Mitglieder der Wiener Israel. ' Gemeinde, in welcher das Komitee das Ersuchen-stellt, diese Mitglieder mögen ihre Zustimmung ertellen, daß der zu versendende Ausruf ihre Unterschrift tragen dürfe, hatte vollen Erfolg. lieber einhundert Zu stllümun gserklärungen aus Gelehrten-, Hochfinanzkreisen und aus der Kaufmannschaft liefen postwendend ein. . In sämtlichen Sitzungen wurde von mehreren Mitgliedern — insbesondere seitens der Herren Komm-Rat Reif, Dr. Josef Winterni Karl L e m b e r g er imb Lgl. Rat Dr. Mittler — die-Frage aufgeworfen,wes^- halb bis nun der Vorstand der ist. .MlltusgeMeinde Wien in dieser. Frage noch, nicht hervorgetreten sei, wiewohl doch diese Korporation in erster Linie berufen erscheint, der Frage der Tempelwiederherstellung näher zu treten, und weshalb dieser Vorstand weder durch sein Erscheinen in einer der Sitzungen noch in .irgend einer anderen Form zu dieser Frage Stellung genommen hat. / Komiteemitglied Dr. Bl o dy erinnert zunächst daran, daß das Komitee vom Beginne der Aktion dem Vorstande schriftlich Kenntnis' gegeben, worauf der KultusvorstanO in Würdigung-des! heiligen Zweckes dem Komitee einen Beamten,, Sitzungslokal und, wenn erforderlich, weitere Hilfskräfte - zur Verfügung, gestellt hat. Redner fügt hinzu, daMder- 'Vorstands zweifellosl in,-der Lage wäre,- die ganze Aktion ohne das Komitee durchznsühWb indes das Komitee-isollte. von - der. Tendenz. gelMet sein, ßen^Wiederaufbau des' Leopoldstähter Temivels dauernd" mrb seinem Namen-M verknüpfen. - 7 Ter Vorsitzende bemerkte hierauf, daß er die Ausführungen des Herrn Die. Bloch wohl billigen müsse, ' trotzdem aber aus' Opportünitätsgründen für den Antrag des Herrn Konllni.--iR,ats Reif sei. Jnr Anschlüsse an diese DÄ>atte berichtet der Vorsitzende, daß er in Begleitung Herrn Schulrates Dr. Moriz Ts chiaßny noch vor Einleitung der ..Aktion sich zum Präsidium des Kultusvorstandes' begeben habe, um demselben. .von der einzuleitenden Aktion Kenntnis zu geben, dessen Zustimmung -zu erbitten und die Stellungnahme des ^Vorstandes zu erfahren. ' ... Der geschäftsführende Vizepräsident Dr.' Leopold Kohn drückte unter warmen Danksagungen seine Befriedigung darüber aus, daß in der Judenschast Wiens , sich ein so erfreulicher Gemeinsinn entwickle, . von welchem er Erfolgreiches mit! Sicherhell erwarte,. versprach, v die Mion möglichst zu unterstützen, und heyrerkU es wäre nicht opportun,. daß das Präftdium des Kultusvorstandes, den Entschluß des Kultusvorstandes präjudiziere. ' Der Vorsitzende des' Komitees war mit dieser Erklärungvollkommen einverstanden und unterließ. e.s auch, den Kultusvorstand zu' den einzelnen Sitzüngew einzuladen. ' . /. Mit 'Rücksicht darauf jedoch als das. Komitee in der Sitzung vom 19. September 1917 in seiner Majorität für kn Antrag des! Herrn KomM.-Rates R e i s stmnnte. hat . der Vorsitzende diesen Wunsch, dem Herrn Präsidenten Tr. Alfred S tern zur 'Kenntnis gebbächt, und eMUte letzterer sich bereit bei kr nächsten Sitzung! persönlich zu erscheinen. . . , > / i- .Diese Sitzung fand am 24. Septeinber, üm .halb 11 Uhr vorniittaM inr! 'großen. SitzungssKM.der Kuitüs?h. gemeinde in Gegenwart des Präsidenten---Dr- Alffed.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.