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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-31 · 34 (31.8.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
34 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 562 Dr. Vloch's Wochenschrift Nr. 34 ginge r, damals Vizepräsident des Landgerichtes für Ztraftachen in Wien. Dieser Ab mir unter anderem' drei Handschriften Zur graphologischen Begutachtung, unter denen auch seine war. Ans die Beurteilung derselben sagte er mir: „Das, was Sie daraus ersehen haben, weiß kein Mensch aus der glanzen Welt. Ick) hätte es nicht gedacht, daß man mittels der Graphologie so tief in die Seele eines Menschen eindringen kann." Fcach einiger Zeit erregte sein Selbstmord großes Aufsehen in Wien. Ich erinnerte mich, gleich an seine Unterredung und brachte seine perversen Neigungen, die ich aus seiner Schrift ersehen hatte, damit in Zusammenhang. Die Zeitung bestätigte die Richtigkeit meiner Annahmen. Ich bekam auch eine Menge anonymer Briese von den feinsten, parfümierten und mit Kronen geschmückten Briefpapieren bis Zum schmutzigsten mit Mörtel an Zäunen angebrachten Spottgedicht. So hatte der Vetter eines Bürgermeisters am Lande folgenden, nicht gerade srommen Wunsch diesem in Versen zugedacht,: „Nazzi, Du bist ein Bengel, verdorren soll Dir Dein St. . . In einzelnen Fällen ist die Schrift das «einzige corpus delicti. Ich erinnere an den soviel besprochenen Giftbrief von Hofrichter, der mir vom damaligen Chef der Wiener Kriminalpolizei, Hofrat Stuka.rt, zur ersten Beurteilung zutaur. In einem Falb nämlich beim Mädchenmord im Raxtal, war ein Meldezettel corpus delicti, aus dem ich darauf schloß, daß die Schreiberin in einein Internat erzogen ivurde und den unteren ,Tingel-Tairgelkreisen an gehörte, was auch stimmte. Ern Fall, der Zu meiner Ernennung als Schriftsachverständige beigetragen hat, rvar derart, daß ich aus der Schrift auf den Träger einer auffälligen Krawatte, schloß und dadurch Zur Auffindung eines .herumtreiben-" den Verbrechers beitrug. ■ Ich war auch längere Zeit in Deutschland in Amts- und Landgerichten tätig. In Leipzig hatte ich den Fall Brüder Ko pp ins Zil beurteilen. Da konnte ich aus der wechselnden Schrift auf den Doppelb'eruf des Schreibers schließen, der bei Tag auf redliche und bei Nacht auf unredliche Weise sich fortbrachte. . ' Wie vorsichtig man auch bei der Beurteilung in lleineu Fällen sein muß. zeigt folgendes: Vor einigen Jahren bekam ich aus einer Kleinstadt Ungarns einen anonymen Brief zu beurteilen, dem ich keine^befondere- Bedeutung beilegte. Ein Jahr darauf ivurde ich an das Präsidium der Wiener Polizei genifcu und war nicht tvenia. erstaunt über die strengen Amtsmiellen der sonst mir gegenüber freundlichell Herren und das inquisitorische Ausfragen Mer das Gutachten nach Ungarn, das mir vorgelegt wurde. Es.war zum Oüersthoftneister der deutschen Kaiserin nach Berlin -gewandert! Aus dieser Stadt waren nämlich 'Erpresserbriese gefährlichster Art an die Adresse der deutschen Kaiserin gekommen. Die Nachforschungen wurden durch nlein Gutachten auf die richtige Fährte geleitet. Seit Kriegsausbruch Habe ich mehr wie sonst anonyme Briefe Zn beurteilen, Zumeist DenunZiationen. die sich gegen mißlievige Vorgesetzte öder auch Kameraden beim Militär richten. Es.handelt sich um Fälle von Dr-LÄeLergerei, Simulation usw. Voriges Jahr bekam ich drei Fälle, die durch ihre Urheber besonders gekennzeichnet waren, die e i g e n e n. zärtlichen Gattinnen warell es diesmal, welche ihre Männer der -Drücke- Lergdrei beschuldigteil. Eine der Huld-rnnerrbedachte, ihren geschiedenen Gatten unter anderem auch mit dem Kosenamen u. 1 Gauner". In alleil diesen drei Fällen war der Grund der Allgeberei, daß der Gatte dem Hausfreunde Platz mache. Von den Männern, und durch das Gutachten* belastet, traf sie doppelte Strafe. Ein hezeichnend-es Streiflicht auf russische Zustände wirft der folgende Fall: Ich bekam vor einigen Jahren ans Rußland eine anonyme Schrift zur Prüfung. Einige Tage darauf traf ein Telegramm des Inhaltes ein, daß ich auf der Hut feilt soll, da miau versuchen werde, mir die Schrift gewaltsam Zu entreißen. Gerade am Lailde weilend, wandte ich mich an den Leiter des Bezirksgerichtes, befolgte seinen'salomonischen Rat. durch euren Ortstratsch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung daraus zu richten, damit meine Warnung bekannt würde. Tatsächlich! blieb ich unbehelligt. Die Erfahrungen der letzten Zeit rechtfertigen den Schluß/ daß die Graphologie eine größere Bedeutung als bisher in..der Strafrechtspflege und 'Gerichtspraxis verdient. An dem vvln berühmten, allzufrüh verstorbenen Professor G r o ß errichteten Kriminalistischen Institut in Graz werden unter bewährter Leitung seilles Nachfolgers, des Professors Dr. Lenz, Vorträge über die Bedeutilng der Graphologie für das kriminelle Gebiet tut Rahmen der Vorlesungen für feine Studenten abgeh alten imb der Erkennung von Fälschungen mit der Schreibmaschiile besonderes Interesse entgegengebracht.- In letzter Zeit habe ich die Entdeckung gemacht, daß die Beschaffenheit der Hand auf die Form der Schrift von Einfluß ist. So ist es mir ailch in lnehreren Fällen gelungen, Zu erkennen, ob die Schrift voll, einer dicken oder mageren Hand herrührt. 11 Abenteuer des Joe Jenkins, Neue Abenteuer des Joe Jenkins. Von ..PauG.V.o.f e n.H aL,e.n-..,.,.DerlagL. Joftf,»«Cmger,,>-Stratzburg. . ' '• " In Joe Jenkins tritt uns kein Detektiv - entgegen, der auf der Verbrecherjagd vom Luftschiff auf den fahrenden Zug springt, sondern ein Mann, der mit bewunderungswürdigem Scharfsinn die schwierigsten Fälle löst, wo die ganze Polizei versagt.. Diese Detektivgeschichten sind sehr spannend geschrieben, so daß der Leser auf's angenehmste unterhalten wird. . n. g. „Jeschurun", Monatsschrift für Lehre und' Leben im Judentum. Herausgeber: Dr. I. Wohlgemuth. IV. Jahrgang, Heft 7/8. Verlag, des „Jeschurun", Berlin N. 24. Inhalt: I. Kahan: Die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes in Rußland und seine politischen Parteien. — D. Hofs m a n n: Probleme der Pentateucheregese. — (£. Fink: Gedanken über die J“m“ * Strafe. — W. Hofman n: Die Bewertung des Arztes und der Medizin in der jüdischen -Auffassung.-— Th. Frau f I: Züm Thorastudium in der alten Zeit. — S. K a a ij: Zur Echriftableitung der t:b — D. ßaücr: Te.rtkritische Bemerkungen zur Bezeichnung Ch. Lauer: Talnmdisches. Professor Kittels Qbergutachten. — I. Weinberg: Der Masmid. — I. N eu b au e r: Der Jonatyan-Targum zu (Een. 30, 40). — I. Friedländer: Die Inden in Rußland und Polen. — Notiz: „Drr Jude." Eine Monatsschrift. Heft 5/6, August/September 1917. Herausgeber: Dr. Martin B ub er, Heppenheim a. d. Bergstraße (Hessen). Inhalt:. Martin Buber: Ein politischer Faktor. ^Julius .Berger: Zionismus in Polen. Constantin B r u nnci: Die' jüdische Rasse. Alfted L e m m: Von der Aufgabe der Juden in Europa. Hans Nato nek: Vom jüdischen Zwiespalt. Leo . R o s,e n b e r g: Armenwesen und soziale Fürsorge im Ostjudentum II (Schluß). Samuel Rapp e p o r t: Aus dem religiösen Lehen der Ostjuden I. Der Sabbat.; S. L. Zitron: Zur Geschichte : der ,,Zionsliebe" I. Rabbi Elijahn Gutmacher.' Adolf Stand: Theodor Herz! und Baron Hirsch. Jakob, Klatzkin: Deutschtum und Judentum (Schluß). Mar Hildebert B o ehm: Emanzipation und Machtwille im mpdernen Judentum. Gustav Landauer: Der Kaufmann von Venedig. Margarete Susman': Davids Tods Martin Buber: Der Strumpfwirker. Hedwig La ch mamt: Zwei Gedichte. Heinrich Eduard Jacob: Die Fische springen der Sonne entgegen. Schickt der Herr a Poon Volkslied, bearbeitet von Arno N ade l. —

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