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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-31 · 34 (31.8.1917) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
34 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 34 Tir. BLoch's Wochenschrift Seite 555 Beförderung von Stabsoffizieren. Se. Majestät der Kaiser hat ernannt den Oberstleutnant Isidor Deutsch, J.-M.. zum Oberst; beit Hauptmann Robert Gold sch ei der, Garnisousspital. gitm Major; ferner zu Oberstabsärjzteu 2. Klasse die Stabsärzte Dr. Ignaz! Kä u d e r s, Dr. Bernhard F u ch s. Dr. Oskar Löwen stein, Dr. Philipp Fried mann. Dr. Lulian Zilz; zum Stabsarzt den Regimentsarzt Dr. Alfred Kirschenberger. Die Kaftanjuden. „Egyeulöseg" Veröffentlicht das nachfolgende, der Redaktion zugekommene Schreiben, welches nicht verfehlen wird, alleuthakbeu eilten tiefen Eindruck hervorzurufeu: Geehrte Redaktion! Dein Appell Ihres Blattes, für dasselbe die Heldentaten unserer Söhne aufzuzeichnen, will ich hienüt Nachkommen. Ich habe sechs Söhne.und zwei Schwiegersöhne, alle, 'mit Ausnahine meines jüngsten Sohnes, der 14 Jahre alt ist, kämpfen, bezw. haben gekämpft im Schützengraben. Meine beiden ältesten Söhne Aron und Jakob find bei Ausbruch des Krieges zu ihren Regimentern eingerückt. Sie nahmen an dem Durchbruch bei Gorlice teil und haben M Verkaufe der weiteren Verfolgung im Sommer 1915 beide den Heldentod gefunden, wovon ich durch das Rote Kreuz im August 1915 verständigt wurde. Ich kann nicht umhin, zu erwähnen, daß mein älterer Sohn Aron mit seiner Frau jund seinen Kindern in einem «Grenzdorf, unmittelbar an der nach Oorlice führenden Straße wohnte. In seinem letzten Schreiben berichtete er seiner Frau, daß sie durch ihr Dorf marschierten, dort kurze Rast hielten, die er dazu benützte, unr nach Hause zu eilen und in seinem kurz vor dem Kriege neuerbauten Hause Umschau zu halten, daß er dasselbe jedoch vollständig demoliert und ausgeplündert vorfand. Gr beruhigte jedoch seine Familie damst, daß sie, da sich jetzt große Dinge vorbereiten, wahrscheinlich bald wieder heimkehren würden. Die an die .Gemeinde gelangte amtliche Verständigung über seinen Heldentod besagt, daß ihn die verhängnisvolle feindliche Kugel Beim Durchbruch «bei Eorlice dritten ßm Kämpfe mit dem Feinde traf. 'Meine zwei jüngeren'Söhne sind, der eine nach seiner zweiten, der andere nach her dritten Verwundung, abermals an die Front gekommen. Gegenwärtig nehmen sie an unserer Offensive gegen die Russen teil. Der eine ist Soldat des Infanterieregiments Nr. 34, der andere dient im Infanterieregiment 66. Beide wurden bereits ausgezeichnet. Ich bemerke, daß meine Söhne, entsprechend der hier üblichen Tracht, im Kaftan erzogen wurden. Und dennoch haben sie, während Herr Ludwig H a t v a n y hier zu Hause den Frack predigt, auf dem Kriegsschauplatz im vordersten Schützengraben ihr Leben für das Vaterland und den König geopfert, bezw. opfern es noch. Mit .vorzüglicher Hochachtung , ‘ Samuel Lorbeer m. p., Gutsbesitzer in Felsöodor (Kom. Saros). Kirr Mrief an den einöeinigen Kriegsinvattden. Ludwig Szücs, Sohn des Spenglers Moriz Singer in Tel (Komitat Györ), verlor infolge seiner Verwundung auf dem italienischen Kriegsschauplatz seitl rechtes Bein. Sein Kompagniekommaudaut suchte, lvie ,-Cgyenlöseg" berichtet, den invaliden Helden vor einigen Tagen mit folgenden ergreifenden Zeilen vo:n Kriegsschauplatz .auf: Feldpost 356, 16. Juli. Mein lieber Sohn Szücs! Gewöhnliche Menschen sind der Meinung, daß Helden, die im Kriege einen Körperteil einbüßen, zu bedauern wären. Die so denken, sind nicht iml Rechte, das sind armselige Menschen! Nicht zu bedauern, sondern zu heneiden sind unsere im Kriege invalid ■ gewordenen Brüder. Das sind die wahren Helden. Was wird für Dich später der Verlust Deines Beines bedeuten — eine traurige Erinnerung. .Vielleicht! Vielleicht nicht einmal das, denn indem Du Dein Bein einbüßtest, hast ^Du ^Deinem Vaterlande einen großen Dienst erwiesen, für welchen Deine.Kinder und Enkel an Dich .wie an einen Heiligen denken^ der in der Verteidigung des Vaterlandes, im großen Kriege ein nationaler Held geworden ist. Ich gebe Dir bekannt, daß unser erhabener Herr und König Dich der Allerhöchsten Auszeichnung (würdigte, und zwar mit dem silbernen Verdienstkreuz aM Bande der Tapserkeitsmedaille in Anerkennung besonders pftichttreuer Dienstleistung vor dem Feinde und besonders aufopfernden Verhaltens gelegentlich der Verhinderung eines schweren Feldbahnzugsunfalles. Allerhöchste Entschließung vom Mai 1916, Präs-Nr. 13311, vom 30. Mai 1916, Verordnungsblatt ,Nr. 107, vom 8. Juni 1916, für das k. u. k. Heer. Sei überzeugt, daß wir alle mit Dir fühlen und in Liebe an Dich denken. Gott segne Dich! Wahl in. p., Oberleutnant. Kefassene Kelden. In einem der letzten Gefechte in Ostgalizien sind nachstehende jüdische Soldaten eines Bataillons gefallen: Fähnrich Frühmann ans Tarnovol (bronzene Tapferkeitsmedaille); Feldwebel Moses' R o s e n b e r ff ans Lemberg (silberne'Tapserkeitsmedaille 1. und 2. Kl., bronzene Tapferkeitsmedaille); Zngsführer K o r s o lv e r (bronzene Tapferkeitsmedaille); Zugsführer Nachmau S ch e n k e r (bronzene Tapferkeitsmedaille); Infanterist M. Pfeffer (bronzene Tapferkeitsmedaille); .Infanterist S. Malz (bronzene Tapferkeitsmedaille). Sie wurden in Eiuzelgräbern bestattet. Ehre ihrem Angedenken! Aach dem Kode ausgezeichnet. Se. Majestät der Kaiser hat verliehen: das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der .Kriegsdekoratiou und Schwertern für tapferes Verhalten dem vor dein Feinde gefallenen Leutnant d. R. Ing. Bernhard Rotfeld. Fest.-2lrt.-Reg.; das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem einer Kriegsseuche erlegenen Assistenzarzt i. Cv. Dr. Artur Taussig, Festungsspital. __ Leutnant Hludotf Kugel von Janafi. Wieder ist eine unserer 'besten, edel gut jüdischen Familien hier in tiefste Trauer versetzt worden. Der kaiserliche Rat und k. k. Kommerzialrat - Moritz Engel von Jano-si und dessen Gattin, geh. Marie K1 i u g e r, Tochter des unvergeßlichen, verdienstvollen Präsidenten der Wiener ifr. Kultusgemeinde west. Heinrich Kling er, betrauern den Heldentod'ihres Sohnes R u d o l f, k. u. k. Leutnant eines Infanterieregiments, der beim letzten Einbruch der Russen am nordöstlichen Kriegsschauplatz sein junges, zu den schönsten Hoffnungen berechtigtes Leben für Kaiser und Vaterland lassen mutzte. Rudolf Engel von Janosi studierte Medizin. Als er das gesetzliche Alter erreichte, meldete er sich tut Jahre 1914 — als Einj.-Freiw.-Mediziner zu eineni Infanterieregiment. Kurze Zeit darauf brach der Weltkrieg ans. Der junge Mann wurde nach seiner Ausbildung als Korporal ins Feld geschickt, wo er durch. zweieinhalb Jahre alle die furchtbaren Strapazen am galizischen und ungarischen Kriegsschauplatz mit größter Geduld und Selbstüberwiudung ertrug. Niemals hörte man von ihm eine Klage, niemals auch nur ein Wort Wer die ausgestandenen Leiden. Zuerst wurde er — als Mediziner — in die Sanitätsabteilung eingeteilt, wo er oft und oft die Verwundeten aus den Drahtverhauen und aus dem .Kugelregen herausbrachte und ihnen die erste Hilfe angedeiheu ließ; er erhielt für sein tapferes Verhalten die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse und avancierte zum Sanitätsfähnrich. Ueber Aufforderung meldete er sich daun zum Frontdienst und wurde zum Leutnant in der Reserve ernannt. Zweieinhalb Jahre hatte er Glück. Keine Krankheit, keine Verwundung erhalten, bis ihn bei einem Sturmangriff die tödliche Kugel erreichte.

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