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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-31 · 34 (31.8.1917) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
34 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 34 Dr. Bl Mi's Wochenschrift Seit« gelegene C n n tu c u % i'it o ft. t a ft e, von der die meisten wohl kaum wissen dürsten, warum sie so.heißt. Die Cantacuziiwstraße Verdankt einem politischen Anlaß ihre. Entstehung, und der Mann, nach dessen Ruinen die Straße benannt wurde, war einmal Primär (Bürgermeister) von Bukarest. In dieser Eigenschaft hat Herr Michael Cantacuzino unmittelbar nach Schluß der rumänischen „Grand-Exposition", die von Oesterreich und Ungarn reichlich beschickt ivurde, der Stadt Wien einen Besuch aogestattet, wobei im Rathaus große Festlichkeiten veranstaltet wurden und zur bleibenden Erinnerung die. Benennung. der ermähnten Straße nach dem Bükarester Bürgermeister erfolgte. Die Rumänen eriuiherfcett diese Ehrung..damit, daß sie ein schmales Gäßchen in ihrer Hauptstadt, das zur österreichisch^ungarischen Gesandtschaft führt, in Lueger-Gasse (Strada Lueger) iimlauseit ließen. In Rumänien stand damals die konservative Partei mn Ruder und Michael Cantacuzino konnte sich nur deshalb so billige Lorbeeren holen, weit sein Vater Gregor Ministerpräsident war. Der Bürgermeisterrposterr war nur: das Wenigste, womit der Vater den Sohlt bedenken konnte. Nach Fähigkeiten wurde dorr niemals gefragt, man mußte nur zur Familie oder zur Partei gehören. Tatsächlich haben die Liberalen, als sie davon erfuhren, welcher Ehrungen Michael C a tl t a c u - zino. seitens der 'Reichshaupt- und Residenzstadt Wien unter dem Bürgermeister Dr. Karl Lueger teilhaftig wurde, sich nicht wenig über die Unorienriertheit unserer Politiker lustig'gemacht.und in ihrer Presse ironischboshaft - gefragt: „B i s w o h i n r eicht Mis ch> u. d e r kleine, einem Karl Lueger, dem großen, von oben nach unten gemessen?" Cvnstantin Mille meinte, daß wohl nur die .fürstliche" Abstammung Cantacuzinos ihm solche Ehren eintragen konnte. Für..uns hatte der . Besuch der rumänischen Gäste immerhin eine gewisse Bedeutung. Es wurden schütte Reden gewechselt, die sich wirklich haben hören lassen. Ter Bürgermeister von Bukarest feierte das immer inniger sich gestaltende Freundschaftsverhältnis zwischen Rumänien und unserer Monarchie, sprach Volt einer unzerreißbaretr Interessengemeinschaft, die tlns verbindet, mtb ivies schließlich darauf hin, daß König Carol und sein e Nach kommen wohl die.beste und festeste Bürgschaft für eilt dauerndes Zusammenhalten mit Oesterreich- Ungarn bilden. Daß Dr. Lueger angesichts solcher - Beteuerungen nur mu Worten höchster Sympathie für Rumänien und das Rnmänentnm atttworteir konitte, wird man begreiflich finden! Uebrigens konnte auch Dr. Lueger sticht voranssehen, tvas aus der feierlich verkündeten runtänischen Freundschaft mit der Zeit werden wird. Berufsmäßige Politiker, delten der Charakter der Bojaren llicht unbekannt >var, lvußtelt allerdings, daß in ihren Herzen zwei Seelen wohnen und .nähmen deshalb die in animierter Gesellschaft gemachten Versicherungen niemafä ernst, zumal mein sich schon früher überzeugt hatte, daß. derselbe Herr Cantacuzino »unseren österreichischen Ansstelletm gegenüber persönlich sich wohl gewogen zeigte,- hinter ihrem Rücken aber die französischen Händler vorzog und trotz' der Minderwertigkeit ihrer ausgestellten Produkte. sie 'bei den Prämiierungen bevorzugen ließ. Zuguterletzt gar ist aus denr Saulus' ein, Paulus geworden. Kaum war das Kabinett Cantacuzino gestürzt lind Michael Cantacuzino somit auch seines .Bürgerin eisterpostens verlustig, stellte sich bei ihm plötzlich unüberwindliche Abneigung ein gegen alles, was deutsch und österreichisch war. In denr hierauf begonnenen Federkrieg gegen Take Jones'cu beschuldigte er diesen, voll Oesterreich und Deutschland bestocherr tvorden zu fein, weil er die konservaliv-denrokratische Partei uimint Interesse dieser Mächtegruppe ins Leben gerufen hätte. Das währte so einige Jahre, bis der Krieg äusbrach urrd beide genannten „Ehrenmänner" schließlich zueinander den Weg - gegen uns gefunden haben. Mischu Cantacuzino lvurde Take Jonescus Schtevpträger. Was dieser befahl, führte er aus. Die großFügige russische Spionage in Rumänien ist ans dessen Konto zu buchen. .Er'beherbergte sogar die Spione und verschaffte ihnen Legitimationen, damit sie '.ich frei an den Grenzen der Bukowina und Siebenbürgen bewegen können. Kürz. Mischu Cantacuzino wurde unser ärgster und wütendster Gegner. Nach dem Namen dieses Mannes eine Straße in Wien benannt zu wissen, ist deshalb eine Schande. Ist es ohnehin notwendig, die Straßen- und Gassenbenennungen Wiens infolge des Krieges einer Revision zu unterziehen, so erscheint es um so dringender geboten, mit der C a n t a c u zino strafte am e h e st e n aufzucänmen. Die Straßenrezeichnungen Wiens dürfen nur reine, aber keine schmutzigen Namen führen! Isidor Obstgarten. Kriegsdekorationen jüdischer OMziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Joses-Ordens mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberarzt b. R. Dr. Samuel Neu mann, reih Art.- Div.; denr Major!by ffi. (.Johann >R o s e nderK Et.i-Mun.- An statt: dem Ldst.-Oberarzt Dr. Aaron As dl erst ein. Feldfpital; dem Regimentsarzt Dr. Emil G r o sz m a n n. Div.-San.-Kol.; dem Ldst.-Oberleutnant Armin Nas ch i tz, Militärverwaltung: dem Oberstleutnant Julius G r ü n selb, Kmdt. einer Rekonvakeszenlenabt.; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. Res. Davld Wolf, J.-R., Dr. Phil. Ernst Glück und Bruno Guttmann, J.-R.; den Leutnants d. R. Max Lieb e n s ch e i n, Fest.-Art.-Reg, Jenö H e r z e g. J.-R.: den Oberleutnants d. R. Robert Weiß. J.-R., Leib Hornstein, J.-R., Dr. chem. Albert Kühn, Jägerbat.; Erich Low, Fest.-Art.-Reg.; dem Leutnant Friedrich Popper. J.-R.; dem Oberleutnant d. R. Dr. jur. Berthold Laub, Schützen reg.; den Oberleutnants Artur Polka k, F.-R., 2 legmund Kellner, J.-R.; den Oberleutnants d. R. 'Eugen Lederer, Husarenreg., Dr. jur. Gustav U tt g e r, Jcst.-Artl-Bat.. Georg Löwy. JPR.; den Leutnants d. R. Julius Trepitsch, J.-R.. Karl Potlak, J.-R.. Theodor Löwy, Feldkanonen reg., Dr. iur. Einik F rank l, schw. Feldart.-Reg. Edmund W t e n, J.-R., In lins Satter, Schützenreg.; angeordnet, daß zum zweitenmal die neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung, ausgesprochen werde ibei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter) dem Ober» lentnant d. R. Josef Schlesinger, bvsn.-herz. Jns- Reg.; dem Leutnant d. R. Otto Eisler. J.--R; verliehen: das silberne Signum kaudis bei gkeichzertßger Verleihung der Schwerter (Neuerliche -Allerhöchste belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Matthias Schnur. Js-R.; den Leutnants d. R. Erwin Paneth, J.-R.» Heinrich R o t h, J.-R.; dem Oberlennrant d. R. Alexander Kohn, J.-R.; dem Leutnant d. R.Leopold Merz, Feldhaub.-Reg.; dem Oberleutnant d. R.f Adolf Liebe smann. Schützenreg.; dem Reginrentsarzt v. R. Doktor Robert Piowaty, Schützenreg.; dem OberleuLnantd.%

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