Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 32 (17.8.1917)
- Date
- 1917-08-17
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 531 Nr. 32 ' Dr. Btoch's kalischen Eingeb'imgen, wie ihn denn die Geschichte Davids zu einer symphonisches Dichtung begeistert. Christof kommt als elend Verlassener nach Paris und in seinem Jantmer liest er Stellen in dem gewaltigsten Buche, das jemals geschrieben wurde, in denk sich Job — dieser Prometheus der Bibel — gegen sein Geschick auflehnt.... „Habe ich gesüstdiget, was tue ich Dir damit, o Du Merischenhnter? Es ist eins, darum sage ich: er bringt unr beide, den Frommen und den Gottlosen. Wenn Gott mich tötet, lasse ich nicht ab, auf ihn zu hoffen." Und selbst das Bild einer Kokette, wie sie in dieser Art nur in Paris ihr Unwesen treiben, findet er in der alten Bibel, die ihm als teures Vermächtnis seine Mutter^ in den Koffer packte, ha er nach Frankreich fliehen mußte. Dieses Bild hat der Seelenmaler Jesaias mit den unvergänglichen Worten gezeichnet, die ^besagen: . . Und der Herr spricht: DjaruM, daß die Töchter Zions stolz sind und gehen Mit ^ausgerichtetem Hals, mit geschminkten Angesichtern, treten einher und schwänzeln und haben köstliche Schuhe (!) pn ihren Füßen. So wird der Herr die Scheitel der Töchter Zions kahl machen und der Herr wird ihr Geschmeide wegnehmen." — O, Buch der Bücher! Ganz anders betrachtet Olivier die „alte Bibel". Er ist „erstarrt vor der Hartnäckigkeit des Hasses, der dieses Buch mit seinem' Blutgeschrei erfüllt." Nebenbei bemerken wir, daß sich die Auslegung, des 6. Kapitels des Buches Jesaias' „Verstocke das Herz dieses Volkes" usw., wie sie sich im 2. B., S. 450, findet, auf einer nicht richtigen Erklärung aufbaut. Dach zur Bibeleregese soll uns Wohl Rollands Werk nicht anregen. Es hat einen anderen Zweck. Nicht den.Haß verkündet es, sondern die alles und alle verbindende Liebe. Man weiß wirklich nicht, welches von den so verschiedenartigen Büchern des Werkes Man als das tiefgründigste, gedankenreichste bezeichnen soll. Ein wahrhaft klassisches ist -das...Buch,„das die. .Aufschrift:. „Das Haus" führt. Welche Fülle der Gestalten, welcher Reichtum von Gedanken. Lese es jeder, der noch Sinn hat für freies Menschentum. Lese es insonderheit jeder Jude. Christof sagt in gereizter StiMmvng!zu dem edlen Juden Mooch: „Welch ein Ungsüch daß Sie Jude sind." Und dieser erwidert mit trauriger Ironie: „Es ist ein weit größeres Unglück, ein Mensch zu sein." — Wann endlich, sagen wir angesichts der furchtbaren Ereignisse, die wir erleben und die Rolland wie ein Seher vorausahnte, und die sich in seinem Werke wie ein Gewitter durch ein Wetterleuchten ankündigen, wird der tiefe Pessimismus schwinden, der in diesen Worten des Juden verborgen liegt? Rollands Werk arbeitet der Zeit voraus, da wir triumphierend ausrusen werden, und wenn nicht wir, so doch' unsere Enkel: Es ist das größte Glück, ein Mensch AU sein. Und das hat auch! Jesaias, der Prophet des Menschheitsfriedens, verbündet. Dr. M. Grünfeld. Qihmtüv. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 18. Jg., Nr. 15, Prag, 3. August 1917. (15. Ab 5677.) Redaktion und Administration: Prag, II., Stesansg. 629. Inhalt: Erich Iuhn: Denn roir sind Juden ... — Ben I ehu d a: Ferien 1917. — Wilhelm Münz: Das fremde Haus. — Ludwig Philippsohn: Das Loch in der Erde.,— Dr. Hans Gideon: Von jüdischer Linderfürsorge. — C. Loh n : Ankunft der Juden in Böhmen. (Illustration.) — Nach Dr. H. G r ä tz,: Lönig David. — H. I. Adon: Sehnsucht. Ins Stammbuch. — Guck in die Welt. — Rätselauflösungen. — ,1lebersetzungsaufgabe. — Rätsel. __ Anläßlich der 20. Wiederkehr des 1. Baseler Kongresses erschien soeben eine etwa 100 Seiten starke Kongretznummer der Monatsschrift in polnischer Sprache „Moriah" (Verlag: Wien, 1. Bez., Ebendorferstratze 3/13) mit Aufsätzen von W, Berkelhammet, Adolf Böhm, Z. F. Fink elfte in, N. M. Gelber, M. Go Idstein (Lublin), Z. Meller, El. Rosenbaum, Mar Rosenfeld, Ignaz Schipper, Adolf Stands Wochenschrift Wilhelm Stein, Osias Thon. Davis Trietfch usw. — Preis dieses Doppelheftes samt der Jugendbeilage ...haschomer" 1.20 Lr. Srrrfjrastt« I.. A. 1. Derartige Vereinigungen oder Persönlichkeiten sind uns nicht bekannt. 2. Gedichte, Lieder usw. werden von der Redaktion prinzipiell abgelehnt. Oberkantor D. M. Aus Rußland können Zeitungen nach Ungarn nicht gesendet werden. Frau R. N. in Breslau. Frau Regine 1l l l m a n n, Wien. 9. Bezirk. Seegasse 16; Frau Iva Barber. Wien, 19. Bezirk. Nedergasse 3. „Antisemitische Wohltätigkeit." Hier haben Sie noch ein hübsches Pröbchen antisemitischer Kultur,reundlichkeil: Der Universität Cambridge hinterließ vor einigen Monaten eine Dame die Summe von L 1000.— als Stipendium für Studierende der arabischen Sprache. Nach der ausdrücklichen Bestimmung der Erblasserin sollten von dieser Spende Juden ausgeschlossen sein, selbst wenn ihre Leistungen sie dazu berechtigten. Infolge dieser Bestimmung lehnte die Universität die Annahme der Spende ab. Damit der Universität aber der ausgesetzte Betrag nicht verloren gehen solle, setzte sich die Redaktion des „Jewish Chronicle" für die Sammlung einer Summe in gleicher Hohe ein. Es ist ihr nunmehr gelungen, dem Vizedirektor der Universität einen Scheck über L1000.— zur Errichtung eines Stipendiums für Leistungen im Arabischen zu übersenden. R. K. Der Stadtrat von Petersburg zählt, russischen Blättermeldungen zufolge, über 200 Ratmänner, unter denen dreißig Juden sich befinden. Diese dreißig Juden wurden von den verschiedenen Parteien in den Stadtrat entsendet, und zwar von den Kadetten 7, den Marimalisten (Bolschewiki) 5, den Sozialrevolutionären 5, den Minimalisten (Menschewiki) 11 und von der Plechonowpartei 2. Von den auch außerhalb Rußlands bekannten jüdischen Persönlichkeiten gehören die Kadetten W i n a w e r^ Sliosberg und der Marimalist A r e l r o d dem Petersburger Stadtrat an. W. Schaiba. Wenden 2.-' s-ch wegei Aufnahme in die Flüchtlingsunterslützung an d e Bezirkehan^unanrisüvft. Tivnat TcmMg'sche Armen-Stiftung. Anzahl der Plätze: 45, rnr Betrage von je Kr. 145.—. Bewerbungsberechtigt find: a) dem jüdischen Glauben angehörige, «männliche, ledige, verarmte,, gebrechliche, kränkliche, erwerbsunfähige Personen,' welche das 60. Lebensjahr zurückgelegt; haben, in einem der im Reichsrate vertretenen Königreiche und» Länder mit Ausnahme Galiziens geboren und dahin zuständig sind, mindestens seit einem Jahre in Wien wohnhaft sind, der Effektenbörse als Mitglied weder angehören, noch angehört haben, eins kriminelle Abstrafung nicht erlitten und auch nicht falliert haben. In Ermanglung derartiger jüdischer Bewerber sind zum Einschreiten berechtigt: b) männliche, ledige, gänzlich verarmte, gebrechliche, kränkliche, arbeitsunfähige Personen christlicher Konfession» , die das 60. Lebensjahr zurückgelegt haben, dem Handels- oder Eewerbestande angehören, in einem der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder geboren und in Wien zuständig sind, der Effektenbörse als Mitglied weder angehören noch angehört haben, keine kriminelle Abstrafung erlitten haben und seit mindestens einem Jahre in Wien wohnhaft sind. Bevorzugt sind: Unter sonst gleichen Verhältnissen Bewerber, welche mit dem am 18. Oktober 1907 verstorbenen Stifter Herrn Donat Taussig nicht über den 6. Grad der Seitenlinie hinaus verwanvt sind. Letzter Tag der Einreichungsftist: 31. August 1917-. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Die näheren Bestimmungen dieser Stiftung sowie die erforderlichen Beilagen für die Gesuche sind aus den Ausschreibungen auf dem schwanen Brette der Gemeindebethäuser sowie im Stistungsamte der Kultusgemeinde zu ersehen und werden in diesem Amte auch nähere Auskünfte erteilt. Wien, 15. Juli 1917. Der Vorstand der isiaek. Kultusgemeinde Wien. Kantoren werden für die hohen Feiertage der Bethaus-Filialen des Mariahilfer Tempel-Vereines aufgenommen. Schriftliche Anträge an die Vereinskanzlei, VI., Schmalzhofgasse 3. Persönliche Vorstellung daselbst zwischen 11—1 Uhr. Beglaubigte Uebersetasuugen ans dem Hebräischen und Jüdischen übernimmt billigstens und raschest SIGMUND HABER, beeideter Gerichtsdolmetsch für die hebräische und jüdische Sprache (Zivil- und Strafsachen) im Oberlandesgerichtssprengel Wien. Bureau: Wien, IL, Große Mohreng. 3 b, Tür 21. (Eingang auch Taborstraße 8 b, II. Stiege.) Sprechstunden täglich von 12—2 Uhr nachm. Provinzzuschriften werden mit umgehender Post erledigt.